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Japan aktuell: Radioaktivität aus AKW Fukushima erreicht USA

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Belastung des AKW Fukushima in Kalifornien gemessen (Foto: Rich Niewiroski Jr.)
Belastung des AKW Fukushima in Kalifornien gemessen (Foto: Rich Niewiroski Jr.)

Das aus dem AKW Fukushima aktuell kaum spektakuläre Meldungen kommen, kann unterschiedlich gedeutet werden. Die positive Interpretation lässt den Schluss zu, dass im Rahmen der bestehenden Situation alles stabil verläuft. In der Tat könnte sich die Lage etwas weiter stabilisieren, wenn sich die neue, in Japan gefertigten Dekontaminationsheit als voll funktionsfähig und mit störungsfreiem Betrieb zeigen sollte.

 

Dies und mehr nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. August 2011.

Testlauf für neue Dekontaminationseinheit beginnt: TEPCO, der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, hat am späten Dienstagnachmittag (Ortszeit) mit dem Testlauf einer Einheit zur Dekontamination, speziell für Cäsium, begonnen. Sofern es keine Zwischenfälle gibt, soll der Test bis Mittwochnacht andauern. Erst nach fehlerfreiem Testlauf soll die neue Einheit in den Vollbetrieb gehen, so berichte der NHK.

Anders als beim bisherigen System, dass aus Teilen von Herstellern aus den USA und Frankreich besteht, handelt es sich bei der neuen Dekontaminationseinheit um ein rein japanisches Produkt.

Radioaktive Schwefelisotope aus Fukushima erreichten USA: Eine Gruppe von Forschern der Universität von Kalifornien hat nach eigenen Angaben den Nachweis erbringen können, das radioaktive Substanzen, die beim Reaktorunglück von Fukushima Daiichi in Japan freigesetzt wurden, bereits im späten März die Küste Kaliforniens erreicht hatten. In gemessenen Schwefel-Ionen habe man auch radioaktives Sulfur-35 entdeckt, das in der Natur nur in geringen Mengen vorkommt.

Nach verschiedenen Berechnungen und Simulationen kamen die Wissenschaftler zu der Ansicht, das radioaktive Isotop habe sich im AKW Fukushima Daiichi bei einer chemischen Reaktion mit dem zur Kühlung genutzten Meerwasser gebildet und sei mehrheitlich von Westwinden an die amerikanische Küste getragen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jiji.

Japan will sich um Dekontamination starker Belastung kümmern: Einem ersten Vorschlagsentwurf zufolge, soll das Umweltministerium besonders schwer belastete Gebiete festlegen, in deren Bereich eine Unterstützung der Regierung für die Dekontamination erforderlich ist. Ende August will man zumindest einen Basisplan für die Bereiche um das AKW Fukushima Daiichi vorlegen können.

Besonders durch die Aufhebung der Evakuierungsempfehlung einiger Orte, sei mit einer Rückkehr der Bevölkerung und daher mit einem besonderen Bedürfnis nach gezielter Dekontamination zu rechnen, so japanische Medien, darunter die NHK und die Nachrichtenagentur Jiji.

Atomkraftwerk Tomari startet vermutlich heute: Das AKW Tomari auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido soll vermutlich bereits heute wieder ans Netz gehen, nachdem Untersuchungen der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA keine Auffälligkeiten ergeben hatten. Mit jedem Kernkraftwerk das nach Überprüfungen und Stresstests wieder den Betrieb aufnehmen kann, sinken die Sorgen der Elektrizitätsanbieter nach einer möglichen Stromknappheit etwas, dagegen sehen Atomkraftgegner in solchen Fällen die Chance vertan, ein Kraftwerk dauerhaft abzuschalten.

Polizei meldet erfolgreiche Geldrückgaben: Nach Angaben von Japans Nationalbehörde, konnte die Mehrzahl der in Geldschränken und Kassetten, die nach dem Tsunami am 11. März aus Geschäften und Privathaushalten gespült worden waren aufgefundenen Geldbeträge, wieder ihren rechtmäßigen Besitzern ausgehändigt werden. Das melden übereinstimmend die Mainichi Shimbun als auch die NHK.

Die nationale Polizeibehörde sprach von einer Erfolgsrate von 96 Prozent. Insgesamt seien in den Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi 7500 Safes und eine Summe von umgerechnet 30 Millionen US-Dollar sichergestellt worden. Durch Bankbelege und andere Dokumente in den Geldschränken wurde die Zuordnung wesentlich erleichtert. Von den sonstigen Bargeldbeträgen, wie sie etwa in Portemonnaies aufgefunden worden waren, konnten 85 Prozent wieder an die Besitzer ausgehändigt werden.

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