Start Aktuelles Japan aktuell: Radioaktivität bleibt Problem für Fukushima-Arbeiter

Japan aktuell: Radioaktivität bleibt Problem für Fukushima-Arbeiter

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Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Aktuelle Strahlungsbelastung der Arbeiter bekannt gegeben (Symbolfoto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter vor Abfahrt des Busses am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter bleiben Strahlungsrisiken ausgesetzt (Foto: TEPCO)

Auch wenn Kraftwerksbetreiber TEPCO es in den Zahlen gering erscheinen lässt, können die aus Fukushima heute veröffentlichten Zahlen nicht relativieren, dass die Radioaktivität auf dem Gelände des Kernkraftwerks sowohl Hindernis als auch potentielle Gesundheitsgefahr für die dort beschäftigten Arbeitskräfte darstellt.

Das in Fukushima aktuell auch die Strahlung kontaminierter Abfälle ein Problem bleibt, zeigt eine weitere Meldung.

Daneben sind jedoch auch zögerliche Verbesserungen der betroffenen Einwohner ein Teil der heutigen Fukushima News. Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. April 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Neue Zahlen zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
  • Versuche zu Zwischenlagern in Fukushima stehen an
  • Neuerung bei der Cool Biz Kampagne
  • Mautfreie Straßennutzung für Fukushima-Flüchtlinge

Neue Zahlen zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Heute übermittelte die Betreiberfirma TEPCO wie gewohnt zum Monatsende, die Zahlen zur Strahlungsbelastung der am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi beschäftigten Arbeiter im März 2013 an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales.

Fukushima-Arbeitsroutine: Anlegen der Tyvek Schutzanzüge (Video: TEPCO)
Fukushima-Arbeitsroutine: Anlegen der Tyvek Schutzanzüge (Video: TEPCO)

Den Betreiberangaben zufolge wurden im März 466 Arbeiter neu an der Anlage beschäftigt.  Insgesamt 25 Arbeiter waren Belastungen zwischen 10 und 20 Millisievert ausgesetzt.

Die höchste bei den allgemeinen Arbeitern gemessene externe Strahlungsbelastung betrug demnach 19,76 Millisievert.

In keinem Fall war ein besonderes Ausmaß an interner radioaktiver Belastung nachgewiesen worden.

Daten zur Strahlungsbelastung von Arbeitern, die in Gebieten mit besonders hoher Strahlung wie den Dampfturbinen, Reaktoranlagen, oder Arbeiten zur Sicherstellung der Reaktorkühlung beschäftigt waren, wurden gesondert vorgelegt.

Demnach waren im März 2013 insgesamt fünf Angestellte in diesen Bereichen der Kategorie „Belastungen zwischen fünf und zehn Millisievert“ zugeordnet worden Die höchste dabei nachgewiesene Belastung betrug 7,84 Millisievert.

116 Arbeiter dieser Gruppe wiesen zwischen einem und fünf Millisievert Belastung auf. Im Durchschnitt lag die Strahlungsbelastung dieser Sondergruppe  bei 0,85 Millisievert. Die Angaben beziehen sich dabei auf die Gesamtzahl  externer wie interner Strahlung.

Auch diese niedrig wirkenden Zahlen täuschen jedoch nicht darüber hinweg, dass die Arbeit an der Anlage weiterhin mit Risiken für die Arbeiter verbunden ist – neben den heute veröffentlichten offiziellen Strahlungswerten belegen dies auch die Unfallberichte der jüngeren Vergangenheit.

Versuche zu Zwischenlagern in Fukushima stehen an: Nach dem Ende der Reisezeit innerhalb der Goldenen Woche, plant das Umweltministerium in den Ortschaften Naraha und Okuma, den Start von Bohrungen an möglichen Standorten für künftige Zwischenlager. Diesem Schritt waren seit Mitte April Feldtests an potentiellen Standorten vorausgegangen.

Insgesamt neun mögliche Standorte sind derzeit im Gespräch, darunter auch solche in Futaba. Die Pläne, dort das radioaktiv belastete Erdreich und Wasser aus den Dekontaminationsarbeiten in der Präfektur einzulagern, stößt jedoch bei den Verwaltungen der Ortschaften aufgrund von Sicherheitsbedenken auf Widerstand. Das berichtet die jiji.

Die jetzt geplanten Arbeiten sollen dabei einen ersten Eindruck von den genauen Umständen einer solchen Anlage verschaffen. Feldversuche in Futaba sollen ebenfalls bald beginnen.

Sollten die Anlagen einmal fertiggestellt sein, so würden dort etwa 28 Millionen Kubikmeter an kontaminierten Trümmern und Erdreich gelagert werden. Es bleibt jedoch nach wie vor unklar, ob der Zeitplan, bereits 2015 mit dem endgültigen Transport in die Zwischenlager zu beginnen, tatsächlich eingehalten werden kann.

Neuerung bei der Cool Biz Kampagne: Am morgigen Mittwoch beginnt mit dem Mai auch die „Cool Biz“ Kampagne der japanischen Regierung.

Coolbiz-Kampagne im Jahr 2012 (Foto: KJ)
Coolbiz-Kampagne im Jahr 2012 (Foto: KJ)

Während der seit 2005 jährlich durchgeführten Energiespar-Periode, wird die sonst obligatorische Krawatte abgenommen und kurzärmelige, weniger zugeknöpfte Hemden getragen, so dass die Leistung der Klimaanlage um zwei Grad – von 26 auf 28 Grad Celsius – gedrosselt werden kann.

Erstmals seit den Tohoku-Katastrophen 2011 in deren Folge alle Atomkraftwerke des Landes abgeschaltet wurden und derzeit nur zwei Reaktoren aktiv sind, hat die Regierung in diesem Jahr keine genauen Vorgaben zum Ausmaß der einzusparenden Energie vorgegeben.

So ruft die Regierung im Rahmen des „Cool Biz„, lediglich eindringlich zu freiwilligen Energiesparmaßnahmen auf, während man von einer stabilen Stromversorgung ausgehe. Über die Entscheidung berichteten etwa NHK und jiji.

Zuvor waren 2011 und 2012 sogar als Steigerung die „Super Cool Biz“ Kampagnen ins Leben gerufen worden, die das Tragen von Polohemden, sowie Jeans und Sandalen in einem festgelegten Zeitraum akzeptabel machte.

Mautfreie Straßennutzung für Fukushima-Flüchtlinge: Mit dem Ende der vergangenen Woche konnten sich die Flüchtlinge der Katastrophe von Fukushima, die in verschiedene Landesteile entkommen waren, zumindest über eine kleine Erleichterung freuen, die ihnen dabei helfen soll, Kontakt zu Verwandten zu halten.

Tohoku-Schnellstraße: Anschlussstelle in Fukushima (Foto: pd)
Tohoku-Schnellstraße: Anschlussstelle in Fukushima (Foto: pd)

Einwohner der Präfektur, deren Angehörige in anderen Präfekturen leben  können künftig gebührenfrei die Schnellstraßen in der Region Tohoku nutzen. Zwar war bis zum März 2012 eine allgemeine Aufhebung der Gebührenpflicht in Kraft, diese wurde jedoch schrittweise auf Personen begrenzt, die innerhalb der von der Regierung festgelegten Evakuierungszonen lebten.

Nach Angaben der Präfekturverwaltung sind allerdings etwa 30.000 der 57.000 Personen, die sich außerhalb der Präfektur in Sicherheit gebracht haben, aus eigener Anstrengung geflohen, so dass sie bislang keinen Anspruch auf die kostenfreie Nutzung der Schnellstraßen hatten, was sich nun zumindest teilweise geändert hat.

Dabei gibt es jedoch weiterhin Einschränkungen. Nur evakuierte Einwohner, deren Familien weit entfernt leben haben Anspruch auf die Befreiung. Haushalte deren Mitglieder vollständig flohen, sowie Familien mit kleinen Kindern, die sich entschlossen hatten in der Präfektur Fukushima zu bleiben, sind von der Regelung ausgeschlossen.

Wie die Mainichi Shimbun berichtet, fordert daher unter anderem eine Organisation, die sich für die Rechte der auf eigene Faust geflohenen Bürger einsetzt, die Ausweitung der Gebührenfreiheit auf Personen, die aus Erholungsgründen die Präfektur Fukushima zeitweise verlassen und jene, die zur Pflege von Angehörigen mehrfach zurückkehren.

Doch egal, welchen Umfang die Gebührenbefreiung tatsächlich annehmen wird, ändert sie nichts am Umstand, dass die Distanz zwischen Familienmitgliedern finanzielle Folgen hat. Vielfach müssen sich Familien erst ein Auto kaufen und auch die Benzinkosten belasten den Geldbeutel der Flüchtlinge.

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