Start Aktuelles Japan aktuell: Radioaktivität in falsch deklariertem Fukushima-Rindfleisch und US-Thunfisch

Japan aktuell: Radioaktivität in falsch deklariertem Fukushima-Rindfleisch und US-Thunfisch

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Rindfleisch (Foto: 663highland cc-by)
Rindfleisch über Grenzwert belastet (Symbolfoto: 663highland cc-by)
Rindfleisch (Foto: 663highland cc-by)
Fukushima-Rindfleisch falsch gehandelt (Symbolfoto: 663highland cc-by)

Das durch den Pfingstmontag verlängerte Wochenende brachte auch im Bezug auf die Ereignisse am AKW Fukushima aktuell gleich mehrere neue Meldungen, so dass die Fukushima News heute erneut einen großen Teil der Berichterstattung einnehmen werden.

Neben dem Besuch das Krisenministers Goshi Hosono an Fukushima-Reaktor 4 der jüngst Sorgen um seine Sicherheit aufkommen liess, gibt es jedoch auch weitere Meldungen, die zeigen, wie sich die Folgen des Unglücks von Fukushima aktuell darstellen. Einzelheiten zu den Fukushima News und weitere Nachrichten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. Mai 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Fleischer deklarierte Fukushima-Rindfleisch vorsätzlich falsch
  • Thunfisch vor Küste der USA mit Material aus AKW Fukushima belastet
  • TEPCO will ungenutzte Brennstäbe aus Fukushima-Reaktor 4 bergen
  • Krisenminister Hosono besichtigt verstärktes Abklingbecken von Reaktor 4
  • TEPCO beurteilt Reaktor 4 trotz Ausbeulung einer Wand als sicher genug
  • TEPCO will Innenleben von Fukushima-Reaktor 1 erkunden
  • Radioaktiver Fallout von Fukushima verbreitete sich in 40 Tagen weltweit
  • Regierung will Grenzwerte für Badegebiete verschärfen
  • Fukushima-Flüchtling in Sperrzone tot aufgefunden/Polizei geht von Suizid aus
  • Japans Hauptbahnhöfe sollen erdbebensicher werden
  • Industrieminister gegen temporären Betrieb von AKW Oi

Fleischer deklarierte Fukushima-Rindfleisch vosätzlich falsch: Einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo vom gestrigen Montag zufolge, nahm die Polizei am selben Tag den Inhaber einer Fleischerei in Osaka unter dem Verdacht, möglicherweise Fleisch aus dem Präfektzren Fukushima und Miyagi falsch deklariert verkauft zu haben. Der Mann soll bei Fleisch aus den Krisengebieten die Herkunft verschleiert haben.

Japan Kobe Fleisch
Fukushima-Fleisch vorsätzlich falsch deklariert (Symbolbild; jiashiang cc-by)

Hiroshi Kutsukake wird verdächtigt, im Februar in einem  Supermarkt in Osaka (Bezirk Konohana) unter der Vortäuschung einer Herkunft aus den Präfekturen Hokkaido und Kagoshima verkauft zu haben, was eine Verletzung der Bestimmung gegen Täuschungsversuche über Produktherkunft im Rahmen des Gesetzes gegen unfairen Wettbewerb darstellt,.

Die Fleischerei, die von einem Unternehmen in Itami (Präf. Hyogo) betrieben wird, wurde mittlerweile geschlossen. Der Beschuldigte Kutsukake gab an alleine gehandelt zu haben, da Fleisch aus Fukushima schwer zu verkaufen sei.

Im April hatte das Regionalbüro Kinki des Umweltministeriums das Unternehmen aufgefordert, ein derartiges Vorgehen einzustellen und sich dabei auf mögliche Verletzungen der Landwirtschaftsstandards Japans berufen. Das Unternehmen wurde wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das gesetz gegen unlauteren Wettbewerb durchsucht.

Ursprünglich hatte die Fleischerei aus der Region stammendes Fleisch als „aus heimischer Produktion,“ gekennzeichnet, doch auf Anforderung des Supermarkts die Herkunftsregion ausgezeichnet, was zu einem Preissturz geführt hatte.

Thunfisch vor Küste der USA mit Material aus AKW Fukushima belastet: Forscher der Universität Stanford haben nach eigenen Angaben Spuren von radioaktivem Cäsium in Blauflossenthunfisch, der im vergangenen August vor San Diego, an der kalifornischen Küste gefangen worden war, nachgewiesen. Die Kontamination sei auf das reaktorunglück am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zurückzuführen. Das Forscherteam veröffentlichte die Ergebnisse ihrer Untersuchung in einer amerikanischen Fachzeitschrift.

Tsukiji-Fischmarkt in Tokyo (Foto: Laszlo Ilyes cc-by)
Thunfischauktion auf dem Tsukiji-Fischmarkt in Tokyo (Foto: Laszlo Ilyes cc-by)

Die Gesamtbelastung durch Cäsium-134 und Cäsium-137 der 15 Tiere lag dabei zwischen 2,9 bis 10,3 Becquerel pro Kilogramm, etwa zehn mal höher als Fänge in den vergangenen Jahren, doch immer noch unter Japans neuem Lebensmittelgrenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm, berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Die NHK spricht von 4 Becquerel an Cäsium-134 pro Kilogram und 6,3 Becquerel-137 pro Kilogramm, was jedoch nach Angaben der Wissenschaftler keine Gesundheitsgefährdung für den menschlichen Verzehr bedeutet. In denselben Gewässer gefangenem Fisch war im jahr 2008 noch kein radioaktives Cäsium-134 und lediglich unbedeutende Mengen an Cäsiu-137 nachgewiesen worden. Damit liegt nahe, dass die jetzt getesteten Tiere bei ihrem Aufenthalt in der Nähe Japans radioaktiv kontaminiert worden waren, bevor sie sich auf ihren Weg zur US-Westküste machten.

Die Asahi Shimbun zitiert Daniel Madigan von der Stanford Universität mit den Worten, er werde niemandem sagen, was sicher oder unsicher zu essen sei. Viele Menschen gingen davon aus, dass jeder Betrag an Radioaktivität schlecht ist und sie diesen vermeiden wollen.  Allerdings seien die gemessenen Werte im Vergleich zu dem, was sich bereits von Natur aus an Radioaktivität finde  und den Sicherheitsgrenzwerten alles andere als hoch.

TEPCO will ungenutzte Brennstäbe aus Fukushima-Reaktor 4 bergen:  In einer Meldung vom gestrigen Montag kündigte der Elektrizitätskonzern TEPCO, Betreiber des havarierten AKW Fukushima Daiichi an,  man beabsichtige,  bereits im Juli zwei der insgesamt 204 ungenutzten Brennstäbe aus einem Becken des Reaktor 4 zu bergen um diese auf Schäden zu untersuchen.

Die Bergung von ungenutzten Brennstäben sei weniger riskant, als die Entfernung bereits genutzter oder abgebrannter Brennstäbe, so dass diese Maßnahme auch als Vorbereitung für die spätere Bergung der insgesamt 1.555 Brennelemente in dem Abklingbecken anzusehen ist. Sollten diese ersten Versuche problemlos verlaufen, so könnte bereits im kommenden Jahr mit der Entfernung weiterer Brennelemente aus dem Abklingbecken begonnen werden. Das Material langfristig dort zu belassen, stelle vor allem aufgrund möglicher Schäden durch künftige Erdbeben ein zu großes Risiko dar.

Krisenminister Hosono besichtigt verstärktes Abklingbecken von Reaktor 4: Bereits am Samstag besuchte Goshi Hosono, Minister für das Management von Atomkrisen das Atomkraftwerk Fukushima, um sich einen Eindruck vom Zustand eines Abklingbeckens am Reaktors 4 zu verschaffen. Besonders die Sicherheit dieses Reaktors war erneut in Zweifel gezogen worden, nachdem TEPCO über ein teilweises Ausbeulen der Westwand des Gebäudes berichtet hatte.

Atomkrisenminister Goshi Hosono spricht am 26. Mai 2012 in Fukushima (Foto: TEPCO)
Atomkrisenminister Goshi Hosono spricht am 26. Mai 2012 in Fukushima (Foto: TEPCO)

 

Da die Brennelemente in den Aufbewahrungsbecken nicht wie Reaktorkerne umschlossen sind, könnten sie bei einer größeren Beschädigung des Beckens zu einem schweren Strahlungsleck führen. Gerüchten, die besagen, dass die Brennelemente sich weiterhin an der Luft befänden oder das Gebäude auseinanderfallen würde, wurden bereits von Ikko Nakatsuka, Vizeminister für Wiederaufbau, bei seiner Besichtung des Beckens im April zurückgewiesen.

Nun besichtige also Krisenminister Hosono, der als erster Kabinettsminister überhaupt ein Reaktorgebäude betrat, die Anlage und liess sich die getroffenen Sicherungsmaßnahmen gegen mögliche Erdbeben erläutern. Zudem begutachtete er die Vorbereitungen zur vollständigen Stilllegung der Reaktoren 1 bis 4 und erklärte Reportern, er sei in der Lage zu bestätigen, dass der Boden des Gebäudes nicht schief liege und das Verstärkungen nun den Boden des Beckens sichern würden. Über den Besuch des Ministers berichteten Kyodo und Mainichi Shimbun.

TEPCO beurteilt Reaktor 4 trotz Ausbeulung einer Wand als sicher genug: TEPCO, Betreiberunternehmen des AKW Fukushima Daiichi erklärte am Freitag vor dem Besuch des Ministers, dass die jüngsten Inspektionen bestätigt hätten, dass sich das Abklingbecken in Reaktor 4 nicht neigt und sicher genug ist, um die darin enthaltenen Brennelemente zu lagern.

Allerdings hatte das Unternehmen eingeräumt, dass sich die Westwand des Gebäudes, in dem sich Reaktor und Abklingbecken befinden teilweise verformt und etwa 33 Millimeter nach außen ausgedehnt habe. Dies wird auf die freigesetzten Kräfte bei der Wasserstoffexplosion in den ersten Tagen der Krise zurückzuführen. Dies habe jedoch nur begrenzte Auswirkung auf den Zustand des Beckens, auch weil Wand und Becken nicht nahe aneinanderliegen. Dennoch wies die NISA das Unternehmen an, bis zum 29. Juni ein seismisches Gutachten für beide Elemente vorzulegen.

Die Inspektion zwischen 17. und 23. Mai zeigte, dass sich das Gebäude nicht zur gänze Neige und während der visuellen Überprüfung auch keine Risse mit einer Breite von mehr als einem Millimeter in der Betonstruktur des Beckens festgestellt worden seien.

In einem Dokument von TEPCO heisst es hierzu, auch wenn der obere Bereich der Außenwand teilweise zerstört sei, gebe es keine Risse oder Neigungen, so dass sich das Gebäude in einem Zustand befinde, der sicher genug für die Lagerung sei.

Um die Sicherheit weiter zu gewährleisten wil TEPCO die gleiche Überprüfung nun alle drei Monate durchführen.

TEPCO will Innenleben von Fukushima-Reaktor 1 erkunden: Am gestrigen Montag erklärte der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, man plane zwischen Ende August und September eine Überprüfung der Innenräume von Reaktor 1 durch Einführung einer Kamera in den primären Sicherheitsbehälter.

AKW Fukushima Reaktor 01 am 12. März 2011
AKW Fukushima Reaktor 01 am 12. März 2011

 

Bei der Untersuchung soll sowohl der Wasserpegel im Inneren des Sicherheitsbehälters, als auch die Temperatur der Anlage ermittelt werden. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Von den Fukushima-Reaktoren 1 bis 3 an denen sich im Zuge der Nuklearkatastrophe im März vergangenen Jahres Kernschmelzen in den Reaktoren ereignet hatten, gibt es bislang eine Endoskopie vom Reaktor 2 bei der festgestellt wurde, dass der Behälter einen niedrigeren Wasserstand aufweist als zunächst angenommen, was darauf hinweist, dass ein großer Teil des eingepumpten Wassers wieder durch Schäden austritt.

Radioaktiver Fallout von Fukushima verbreitete sich in 40 Tagen weltweit: Ein Forscherteam unter der Leitung von Akira Watanabe, Meteorologe und Professor an der Universität Fukushima hat seit Mai vergangenen Jahres und damit zwei Monate nach Ausbruch der Atomkatastrophe die tägliche Konzentration radioaktiven Materials in der Luft untersucht und kommt dabei zu dem Schluss, dass sich innerhalb von 40 Tagen der radioaktive Niederschlag weltweit verbreitete.

Während des ersten Monats der Untersuchungen habe der Nachweis radioaktiver Substanzen eine durchschnittliche Belastung von 0,0048 Becquerel pro Kubikzentimeter ergeben. Im März diesen Jahres und damit etwa 10 Monate nach Beginn der Krise, sei der gemessene Wert um 85 Prozent gesunken. Nach Angaben der Wissenschaftler ist die Gesamtdichte zwar abnehmen, steigt und fällt jedoch abwechselnd in einem 40 Tage Zyklus.

Radioaktives Material aus dem Kernkraftwerk Fukushima sei aufgrund von Luftströmungen in verschiedene Teile der Welt gelangt und nehme seitdem gradweise ab. Die vollständigen Ergebnisse sollen am heutigen Dienstag auf einem Treffen der japanischen Meteorologiegesellschaft in der Präfektur Ibaraki veröffentlicht werden. Das berichtet die NHK.

Regierung will Grenzwerte für Badegebiete verschärfen: Wie das Japanische Umweltministerium mitteilte, werde man strengere Richtlinien für die zulässigen Werte an Radioaktivität in Badegebieten erlassen. Der dann gelten Maximalwert für radioaktives Cäsium wird dann 10 Becquerel pro Liter an Stelle der bislang geltenden 50 Becquerel betragen. Eine Verschärfung für radioaktives Jod gebe es nicht, da die Halbwertszeit der Substanz sehr kurz sei.

Kotohiki–Strand in der Präf. Kyoto (Foto: hashi photo cc-by)
Kotohiki–Strand in der Präf. Kyoto (Foto: hashi photo cc-by)

Anhand dieses Grenzwertes werden Gemeinden über die Nutzung von Badegebieten an Stränden, Seen oder Flüssen entscheiden müssen. Die neue Regelung folgt damit auch den im Frühjahr erlassenen Regelungen zum Sicherheitsstandard für Trinkwasser. Das berichtet die Nachrichtenagentur jiji und die NHK.

Unterdessen kündigten laut einer Umfrage der NHK insgesamt 25 der 31 Städte und Ortschaften an, wieder Schwimmunterricht an den Schulen abzuhalten. Diese waren nach dem Unglück im vergangenen März zunächst eingestellt worden. In den meisten Fällen findet zuvor eine Rücksprache mit  den Eltern statt. Einige Gemeinden treffen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie eine Dekontamination oder die Durchführung von Aufwärmübungen in Innenräumen um die Gesamtbelastung zu senken.

Fukushima-Flüchtling in Sperrzone tot aufgefunden/Polizei geht von Suizid aus: Ein früherer Einwohner der Sperrzone, war von einem genehmigten Besuch in seinem Heimatort nicht zurückgekehrt und zunächst als vermisst gemeldet worden. Später wurde seine Leiche aufgefunden, die Polizei geht von einer Selbsttötung aus. Es ist das erste Mal, dass ein Besucher des Sperrgebiets verschwand und als vermisst gemeldet wurde.

Der 62 Jahre alte Mann hatte am Sonntagmorgen gemeinsam mit seiner Frau den früheren Wohnort Namie, wo der Mann einen Supermarkt als Familienbetrieb führte aufgesucht, jedoch gegen 10:50 Uhr verschwunden und nicht wie verabredet zurückgekehrt Eine noch am selben Tag erfolgte erste Suche blieb zunächst erfolglos. Am Montag waren dann 1654 Polizeibeamte und Feuerwehrleute im Sucheinsatz.

Der Mann wurde dann am Montagnachmittag von einem Feuerwehrmann im ersten Stock eines zweistöckigen Lagerhauses,  das zu seinem früheren Supermarkt gehörte, tot aufgefunden. Er hatte sich dort offenbar selbst erhängt. Die Polizei geht von einem Selbstmord aus, obwohl kein Abschiedsbrief gefunden wurde.

Nach Angaben der Polizei hatte der Händler bereits gegenüber seiner Familie und engen Freunden erklärt, da er sein Geschäft nach der AKW-Katastrophe hatte schließen müssen, sehe er ohne Aussicht auf eine neue Eröffnung keinen Sinn mehr in seinem Leben. Zudem habe er nach der Evakuierung in die Stadt Fukushima unter Schlafproblemen gelitten und Schlafmittel genommen.

Über den tragischen Zwischenfall berichteten mehrere japanische Medien, darunter auch die NHK und die Mainichi Shimbun.

Auch wenn bereits Suizide unter Fukushima-Flüchtlingen vorgekommen sind – das Kabinettsbüro spricht von 13 Selbsttötungen in den zehn Monaten nach Beginn der Krise – so handelt es sich um den ersten Fall eines Vermissten  in dem früheren Sperrgebiet.

Japans Hauptbahnhöfe sollen erdbebensicher werden: Bis Ende März 2016 sollen alle großen Anschlussbahnhöfe Japans erdbebensicher sein. Das geht aus einem Planentwurf hervor, der am Montag vom Ministerium für Land, Infrastruktur und Transport (MLIT) vorgelegt wurde. Dieser sieht die Erhöhung des Prozentsatzes an Endbahnhöfen, die den Erdbebensicherheitsstandards von 1981 entsprechen, über die bisherigen 88 Prozent vor. Hauptziel ist es, die Auswirkungen von Naturkatastrophen auf die Infrastruktur deutlich zu reduzieren. Zu diesem Zweck sollen insgesamt 75 Einzelziele zu erreichen.

Mit diesen Maßnahmen will man sich auf das erwartete Riesenbeben für den Großraum Tokyo, oder den Nankai-Graben, der entlang der Küste Zentraljapans bis zur südlichen Hauptinsel verläuft, vorbereiten.Mit einer Fertigstellung des Plans rechnet die Regierung im Sommer, nachdem man die Meinung der Öffentlichkeit erbeten habe. Dessen endgültige Version soll dann als Richtlinie für die Entwicklung der Infrastruktur dienen. Das meldet die Nachrichtenagentur jiji.

Industrieminister gegen temporären Betrieb des AKW Oi: Vorschlägen, die beiden ruhenden Reaktoren des AKW Oi zeitlich begrenzt hochzufahren, um den erwarteten Stromengpässen im Sommer entgegenzuwirken, hat Japans Industrieminister Yukio Edano am heutigen Dienstag vorerst eine Abfuhr erteilt. Auf einer Pressekonferenz erklärte Edano, ein zeitweiser Betrieb könne als Bereitschaft missverstanden werden, Reaktoren wegen Versorgungsproblemen neuzustarten, auch wenn ihre Sicherheit noch nicht bestätigt sei.

Wohl auch um die Erlaubnis zum vollständigen Neustart des AKW Oi zu erhalten erklärte der Minister, für die Regierung sei ein derartiges Vorgehen mit einer potentiellen Gefährdung der Anwohner keine Option. Um die Bereitschaft zu einem Neustart zu erhöhen, wird Goshi Hosono, Minister für Atomkrisen am Mittwoch an einem Treffen der Vereinigung der Regierungsstellen der Region Kansai, das aus Gouverneuren und anderen Führungskräften Westjapans bestehen,  teilnehmen und dort die Einschätzung der Regierung in Tokyo zum Neustart darzulegen.  Dies berichtet die Mainichi Shimbun unter Berufung auf die Kyodo.

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