Start Aktuelles Japan aktuell: Radioaktivität in Kinderurin überschattet Optimismus über Tankfloß in Fukushima

Japan aktuell: Radioaktivität in Kinderurin überschattet Optimismus über Tankfloß in Fukushima

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Tepco: Großes Tankfloß am Kai. Foto: TEPCO
AKW Fukushima Großes Tankfloß am Kai. Foto: TEPCO
Tepco: Großes Tankfloß am Kai. Foto: TEPCO
Radioaktives Wasser entsorgen - Großes Tankfloß am Kai. Foto: TEPCO

Während man es sich in der  Region Tohoku trotz der Naturkatastrophen und des Unglücks im AKW Fukushima Daiichi nicht nehmen lässt, traditionelle Sommerfeierlichkeiten zu begehen, wurden nun Spuren von radioaktiven Substanzen im Urin von Kindern nachgewiesen. Damit sind die Fukushima News trotz der Meldung über die geplante Befüllung des großen Tankfloßes und die damit verbundene Leerung von Tanks vor Ort erneut von einer Negativschlagzeile überschattet.

Lesen Sie mehr in Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Juni 2011

Ableitung von radioaktivem Wasser ins Riesenfloß: Am heutigen Donnerstag begannen die Arbeiten zur Ableitung von leicht- bis mittelschwer belastetem radioaktiven Wasser, dass zuvor durch  Zeolith gefiltert worden war, in das Riesenfloß. Die Arbeiten sollen in drei bis vier Monaten abgeschlossen sein, erklärte das Betreiberunternehmen TEPCO

Rund 8000 Tonnen Wasser mit einer Belastung von 0,034 Bq/m3 an radioaktivem Cäsium 134 und Cäsium-137 sollen, einer Meldung der Nachrichtenagentur Jiji zufolge, in das Tankfloß geleitet werden, um so einen fast zur gänze gefüllten Aufbewahrungstank in der Nähe der Reaktoren 5 und 6 zu leeren.

Durch die Leerung von Tanks hofft man Platz für weitere radioaktive Abwässer zu schaffen und ein Überlaufen radioaktivem Wasser aus den Kellergeschossen zu verhindern.

Radioaktive Substanzen im Urin von Kindern: In allen Proben der zehn Kinder zwischen sechs und sechzehn Jahren wurden Spuren von radioaktiven Substanzen gefunden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Die gemessenen Höchstwerte betrugen für Cäsium-134 insgesamt 1.13 Becquerel pro Liter Urin bzw. für Cäsium-137 insgesamt 1,30 Bq/l . Diese Werte waren bei einem achtjährigen Mädchen bzw einem siebenjährigen Jungen festgestellt worden.

Die Regierung zeigte sich über die Entdeckung durch das “Fukushima Network for Saving Children from Radiation” und eine französische Nichtregierungsorganisation besorgt und Regierungssprecher Yukio Edano kündigte an, man wolle mehr Informationen über die Auswertung bekommen um diese selbst  untersuchen zu können.

Bereits am Montag hatte die Japan Times eine Meldung der Kyodo zitiert und vom Fund radioaktiver Belastungen im Urin von 15 Personen aus den Orten Iitate und Kawamata in der Präfektur Fukushima berichtet.

Bewohner sollen Hot Spots evakuieren:
Den Bewohnern von Teilen der Stadt Date innerhalb der Präfektur Fukushima, die in einem so genannten Hot Spot – einem Bereich verstärkter radioaktiver Strahlung im Vergleich zur Umgebung – leben, wird empfohlen, diese Gebiete zu verlassen. Zwar liegt Date außerhalb der 20km Sperrzone, grenzt jedoch bereits an Ortschaften wie Iitate und Kawamura, deren Evakuierung bereits empfohlen wurde,

Betroffen von der Flucht vor der Radioaktivität wären vier Ortsteil zwei früherer Dörfer, Ryozenmachi und Tsukidate,  die zur heutigen Stadt Date eingemeindet wurden. In Ryozenmachi währen dies die Ortsteile Ishida, Kamioguni and Shimooguni, in Tsukidate der Ortsteil Aiyoshi.

Fukushima beginnt mit Fragebogenausteilung: Die Verwaltung der Stadt Inawashiro damit begonnen, Fragebögen an 300 frühere Einwohner der  Stadt Namie und des Ortes  Iitate auszuteilen, die aufgrund der Fukushima-Krise geflohen waren und nun dort leben Im Herbst sollen insgesamt 200.00 Flüchtlinge , Untersuchungen von Blut, Urin und anderen medizinischen Tests unterzogen werden

Hintergrund der Befragung ist die Ermittlung der Strahlendosis und der evtl. notwendigeen Durchführung weiterer Tests. Durch diese Auswertungen soll den Bürgern die Angst vor einer unbekannten Strahlenbelastung genommen werden.

Langfristig soll so auch der Einflusses steigender Strahlung auf die Gesundheit ermittelt werden. Das berichten unter anderem die Zeitung Mainichi Shimbun und die Nachrichtenagentur Jiji.

NISA-Sprecher nach Affäre ausgetauscht: Ein durch die Fukushima-Krise vertrautes Gesicht verschwindet. Der Sprecher der japanischen Atomaufsicht, Hidehiko Nishiyama wechselt den Posten, nachdem eine Zeitschrift über eine Affäre mit einer Frau berichtet hatte. An seine Stelle tritt nun Yoshinori Moriyama. Als Grund für den Wechsel wurde genannt, die Arbeit des Sprechers dürfe nicht durch ständige Presseanfragen zu seinem Privatleben gestört werden. Das meldet die Asahi Shimbun.

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