Start Aktuelles Japan aktuell: Ratte löst Alarm an zweitem Fukushima-AKW aus

Japan aktuell: Ratte löst Alarm an zweitem Fukushima-AKW aus

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Fukushima Daini: Nagetier an Stromversorgung am 3. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima Daini: Nagetier an Stromversorgung am 3. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima Daini: Nagetier an Stromversorgung am 2. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima Daini: Nagetier an Stromversorgung am 2. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Jetzt hat auch eine Schalttafel auf dem Gelände des zweiten Kraftwerks in Fukushima aktuell unliebsame Bekanntschaft mit einem Nagetier gemacht.

Dagegen meldete die erste der beiden Anlagen in Fukushima heute ein Ölleck und die gleichnamige Stadt berichtet von einem neuen Strahlungsrekord.

Die Fukushima News, sowie weitere Neuigkeiten, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Juli 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Ratte löst Alarm auf Gelände des AKW Fukushima Daini aus
  • Ölleck an Baustelle der Fukushima-Abfallentsorgungsanlage
  • TEPCO analysiert radioaktives Material aus Naraha
  • Erster Cäsiumrekord in der Stadt Fukushima seit einem Jahr
  • Tenno besucht mit Gemahlin Präfektur Iwate

Ratte löst Alarm auf Gelände des AKW Fukushima Daini aus: Ein Angestellter der um 9:20 Uhr die Stromversorgung zum Betrieb des Fahrzeugs zur Kontrolle des Gasturbinengenerators einschaltete, löste damit einen Alarm aus, der auf eine Fehlfunktion im Ladegerät hinwies.

AKW Fukushima Daini: Schaltfahrzeug am 2. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daini: Das betroffene Schaltfahrzeug am 2. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Bei einer Kontrolle wurde dann die 15 Zentimeter lange Ratte unterhalb der Schalttafel entdeckt.

Nach Angaben von TEPCO gelangte das Tier wahrscheinlich durch eine drei bis vier Zentimeter große Öffnung für Kabel in das Fahrzeug und löste dort einen Kurzschluss an der Schaltanlage aus. Das teilte das Unternehmen am gestrigen Mittwoch mit.

Ein Vertreter des Betreibers erklärte, man habe zwar nach dem Zwischenfall im März, als es bereits zuvor aufgrund einer Ratte zu einem Kurzschluss des Kühlsystems am AKW Fukushima Daiichi gekommen war, alle möglichen Öffnungen, die Tieren einen Zugang zu Geräten ermöglichen könnten geschlossen – offenbar war jedoch dieser Bereich übersehen worden.

Als Folgemaßnahme wurde die Öffnung nun mit Spezialschaum verschlossen

Das Fahrzeug des Gasturbinengenerators war seit dem Stromausfall am AKW Fukushima Daiichi am 11. März 2011 als Notstromversorgung bereitgestellt worden.

Ölleck an Baustelle der Fukushima-Abfallentsorgungsanlage: Heute entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 13:05 Uhr, dass Öl aus einem 25-Tonnen-Fahrzeugkran auf dem Gelände der Baustelle der Verbrennungsanlage zur Volumenreduzierung von Feststoffen, nördlich von Fukushima-Reaktor 6 austrat.

Gegen 13:19 Uhr wurde der Fund der Feuerwehr Tomioka gemeldet. Die betroffene Fläche erstreckt sich auf 1x1m auf der Eisenplatte, die als Schutz genutzt wird und das Öl wurde durch eine Adsorptionsmatte aufgenommen.

TEPCO analysiert radioaktives Material aus Naraha: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO heute mitteilte, habe man die Anfrage des Fukushima-Büros des Umweltministeriums erhalten ein am Dienstag, dem 2. Juli 2013 Material zu untersuchen, da die Möglichkeit bestünde, dass die höhere Konzentration auf das Unglück am AKW Fukushima Daiichi zurückzuführen sei.

AKW Fukushima: Radioaktives Material aus Naraha am 3, Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Radioaktives Material aus Naraha am 3. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Am gestrigen Mittwoch habe man das Material aus der Ortschaft Naraha (Präf. Fukushima) erhalten.

Der Ort befindet sich, dem Drei-Zonen-Modell folgend, in der Zone, für die aufgrund geringerer Strahlungsbelastung eine Aufhebung der Evakuierungsaufforderung vorbereitet wird.

Eine Analyse der eingesandten Probe habe nach Angaben von TEPCO folgende Erkenntnisse gebracht:

  • Fundort: In der Nähe der Mündung des Edogawa in Naraha
  • Größe: etwa 4 x 3 Zentimeter, Dicke: ein Zentimeter
  • Strahlung der Oberfläche: etwa 110 Mikrosievert pro Stunde.

Die genaue Art der Substanz ist nach Angaben des Umweltministeriums unklar, man vermute jedoch einen Zusammenhang mit den Wasserstoffexplosionen.

Bereits am 20. Juni hatte man ein ähnliches Stück gefunden und zur Analyse geschickt.

Radioaktives Material vom 20. Juni 2013 (Foto vom 2. Juli 2013, TEPCO)
Radioaktives Material vom 20. Juni 2013 (Foto vom 2. Juli 2013, TEPCO)

Die Maße waren mit 3x 1,5 Zentimeter und einer Dicke von 0,5 Zentimetern ähnlich, Die Gammastrahlung an der Oberfläche betrug 105 Mikrosievert pro Stunde.

Die Gamma- und Betastrahlung kombiniert ergab eine Belastung von 3.400 Mikrosievert (3,4 Millisievert).

Nachdem es nun bereits zwei Funde dieser Art gab, bleibt abzuwarten, ob weitere Meldungen erfolgen.

Erster Cäsiumrekord in Stadt Fukushima seit einem Jahr: Moos auf einem Dach im Stadtzentrum von Fukushima, mehr als 50 Kilometer vom gleichnamigen Kernkraftwerk entfernt, weist eine radioaktive Belastung auf, wie sie seit einem Jahr nicht mehr entdeckt worden war.

Stadt Fukushima (Foto: pd)
Neuer Cäsiumrekord in Fukushima Stadt (Foto: pd)

Ryoji Enomoto, Dozent am Institut für kosmische Strahlungsforschung der Universität Tokyo erklärte, mit einem Wert von 1,78 Millionen Becquerel seien die Werte an radioaktivem Cäsium in den Proben ungewöhnlich hoch.

Die Proben waren entnommen worden, nachdem Kontrollen mit einer vereinfachten Gamma-Kamera am 8. Juni auf hohe Strahlung hingewiesen hatten.

In einem Meter Abstand über dem Moos wurde eine Strahlung von 0,5 Mikrosievert pro Stunde nachgewiesen.

Professor Enomoto erklärte, das Auffinden von radioaktiven Hotspots in kleinen Bereichen durch vereinfachte Messinstrumente und deren Dekontamination sei ebenso notwendig, wie die Dekontamination großer Bereiche.

Auch eine örtliche Nonprofit-Gruppe bestätigte nach Angaben der Asahi Shimbun die Messungen. Die Stadtverwaltung teilte nach der Bekanntgabe der Werte mit, man werde das Gebäude dekontaminieren.

Tenno besucht mit Gemahlin Präfektur Iwate: Der Tenno und seine Gemahlin besuchten heute mit der Präfektur Iwate erneut eine der drei am schwersten von den Tohoku-Katastrophen getroffenen Präfekturen.

Übergangshaussiedlung (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Übergangshaussiedlung (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Beide sollen zunächst die Nacht in der Stadt Tono verbringen und am Freitag eine Fabrik in Ofunato besichtigen, wo Katastrophentrümmer zu Zement verarbeitet werden.

Ein wichtiger Punkt der Besuche in Tono und Ofunato ist das Gespräch mit den Opfern der Katastrophe. Zum Programm gehört auch der Besuch von temporären Wohnkomplexen in Tono und Rikuzentakata.

In Tono sprachen sie einzeln mit den über 60 Bewohnern der temporären Wohnanlagen, die aus den Küstenregionen stammen, die vom Tsunami verwüstet wurden. Am Freitag folgen weitere Gespräche mit den Bewohnern einer Wohnanlage in Rikuzentakata, in der 390 Personen leben. Am Freitagabend erfolgt dann die Rückreise nach Tokyo.

Das Paar hatte Iwate zuletzt am 6. Mai 2011 besucht. Über die kurze Reise berichteten Kyodo und NHK.

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