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Japan aktuell: Rauch an Filteranlage und Leck in Turbinengebäude am AKW Fukushima

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Fukushima-Reaktor 4: Wasserleck im ersten Stock des Turbinengebäudes am 14. August 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Wasserleck im ersten Stock des Turbinengebäudes am 14. August 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Wasserleck im ersten Stock des Turbinengebäudes am 14. August 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Wasserleck im ersten Stock des Turbinengebäudes am 14. August 2012 (Foto: TEPCO)

Gab es gestern noch einen erfolgreich abgeschlossene Arbeitsschritt, so sind vom AKW Fukushima heute gleich zwei negative Meldungen bekannt geworden.

So kam es zu einem größeren Wasseraustritt auf dem Gelände und auch eine wichtige Pumpe versagte den Dienst. Das der Betreiber des AKW Fukushima aktuell versucht, des Problems der Dosimeterkontrollen Herr zu werden, scheint dagegen fast unspektakulär.

Dennoch gibt es neben diesen auch weitere Fukushima News, sowie sonstige Nachrichten – unter anderem auch zum Thema der schweren Regenfälle, wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. August 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Wasserlache in Turbinengebäude von Fukushima-Reaktor 4
  • Weißer Rauch aus Pumpe einer Cäsiumfilteranlage
  • TEPCO legt Maßnahmen gegen Dosimeter-Betrug vor
  • Tote und Vermisste nach sintflutartigen Regenfällen im Westen Japans
  • Südkorea fordert Entschuldigung des Tenno und wettert gegen Schreinbesuch

Wasserlache in Turbinengebäude von Fukushima-Reaktor 4: Am heutigen Dienstag gegen 11:15 Uhr entdeckte ein Arbeiter auf einem Kontrollgang  im ersten Stock des Turbinengebäudes von Reaktor 4 eine große Wasserlache. Diese bedeckte den Boden des etwa 350 Quadratmeter großen Raumes und hatte eine Tiefe von einem Zentimeter.

Eine Untersuchung vor Ort ergab, dass das Wasser offenbar aus einer Schlauchleitung ausgetreten war, die entlang eines Ganges, außerhalb des Raumes verläuft. Nach Angaben des Betreibers TEPCO führt die Leitung kontaminiertes Wasser aus dem angrenzenden Fukushima-Reaktor 3 und leitet dieses in einen Auffangbehälter.

Die später durchgeführte Messung der radioaktiven Strahlung ergaben folgende Werte:

  • Cäsium-134: 3,0 × 10⁴ Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäsium-137: 4,7 × 10⁴ Becquerel pro Kubikzentimeter.

Dem Elektrizitätskonzern zufolge bestünden keine Hinweis darauf, dass das Wasser aus dem Gebäude in die Umwelt gelangt sein könnte.

Motor der Pumpe am Lagergebäude der Cäsiumfilteranlage (Foto: TEPCO)
Motor der Pumpe am Lagergebäude der Cäsiumfilteranlage (Foto: TEPCO)

Weißer Rauch aus Pumpe einer Cäsiumfilteranlage: Ebenfalls am heutigen Morgen gegen 8:30 machten Angestellte eines Partnerunternehmens eine weitere Störung am AKW Fukushima aus. Im Lagerhaus für Geräte der Cäsiumfilteranlage, die dazu dient, das Wasser zu dekontaminieren, stieg weißer Rauch aus einer der Pumpen auf.

Unter Einsatz eines Feuerwehrlöschers konnten die Fukushima-Arbeiter das offenbar vorhandene Feuer löschen. Auch die Feuerwehr Tomioka bestätigte anschliessend, dass kein Brand vorliege.

Es habe keinen Einfluss auf sonstige Teile der Anlage gehabt  Nach Angaben von TEPCO sei man nun daran, die mögliche Ursache für den Brand und die Rauchentwicklung zu ermitteln.

TEPCO legt Maßnahmen gegen Dosimeter-Betrug vor: Am gestrigen Montag legte der Betreiber des AKW Fukushima der Atomsicherheitsbehörde NISA eine Liste von Maßnahmen vor, durch die Manipulationen der Strahlungsmessung durch Arbeiter verhindert werden sollen.

Nach den jüngsten Fällen, bei denen die Abschirmung der Alarm-Taschendosimeter versucht, oder sogar das Mitführen der Geräte unterlassen worden war, hatte die NISA den Elektrizitätskonzern zu diesen Schritten aufgefordert.

Zu den jetzt angekündigten Maßnahmen gehören stichprobenartige Überprüfungen auf Dosimeter und die Nutzung von Schutzanzügen mit transparentem Brustbereich ab Oktober.

Fukushima-Arbeiter am Bus 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Strengere Dosimeter-Kontrollen für Fukushima (Foto: TEPCO)

Zusätzlich sollen unter Berücksichtigung der Arbeiter von Partnerunternehmen, die einer monatlichen Belastung von 5 Millisievert oder mehr ausgesetzt sind, separate Inspektionen durchgeführt werden.

Bei diesen wird ein Vergleich zwischen der jeden Tag gemessenen Strahlungsdosis und der Langzeitdosis, die mit einem separaten Dosimeter erfasst wird.

Sollte dabei eine Diskrepanz von mehr als 20 Prozent auftreten, muss das entsprechende Unternehmen die Ursache der geringeren Messwerte untersuchen.

Partner- und Subunternehmen werden zudem aufgefordert, Arbeiter zu überprüfen, deren durchschnittliche Strahlungsbelastung weniger als der Durchschnitt aller übrigen Angestellten, die im selben Bereich arbeiten, beträgt.

Junichi Matsumoto von der Führung des Unternehmens zeigt sich den Berichten von Mainichi Shimbun und Asahi Shimbun zufolge optimistisch, was die Effekte der neuen Maßnahmen angeht. Die Asahi Shimbun sieht dagegen einige Schwachstellen und geht davon aus, dass effektive Kontrollen schwer sein werden.

Als Beispiel führen sie die Sperrigkeit der Schutzanzüge an. Bei einer Kontrolle konnte das Dosimeter in der linken Brusttasche durch den Anzug nicht erfolgreich ertastet werden, obwohl es vorhanden war. Stattdessen wurde jedoch das Mobiltelefon in der rechten Brusttasche durch den Abtastenden als Dosimeter interpretiert.

Die Zeitung zitiert im Bezug auf das kontrollierende Abtasten einen Arbeiter Mitte 50 der Personenkontrollen durchführte. Dieser sagte gegenüber Kollegen, er könne keinen Unterschied zwischen einem Dosimeter, einem Handy, oder einer Packung Zigaretten ertasten.

Da TEPCO zudem die Praxis beibehält, dem Gruppenleiter einer Arbeitergruppe alle Dosimeter für seine Mitarbeiter entgegenzunehmen, anstatt diese in einer Einzelausgabe jedem Angestellten separat aushändigen zu lassen, ist weiterhin Missbrauchsgefahr gegeben, da Arbeiter so ohne Überprüfung am erdbebensicheren Verwaltungsgebäude direkt an ihren Arbeitsplatz gehen können.

Tote und Vermisste nach heftigen Regenfällen im Südwesten Japans: Heftige Regenfälle in der Region Kinki haben zu Gebäudeschäden und Verkehrsbehinderungen geführt. Bislang sind ein Todesfall und zwei Vermisste bestätigt.

Auf der Schnellzugstrecke des Tokaido Shinkansen wurden am heutigen Morgen etwa 28 Züge gestrichen, auf der Strecke des Sanyo Shinkansen wiesen 64 weitere deutliche Verspätungen auf. Insgesamt waren etwa 59.000 Passagiere betroffen.

Auf einer Bahnstrecke in der Präfektur Kyoto kam es zu einem Erdrutscht, so dass dort der Verkehr unterbrochen ist. Keiji Yamada, Gouverneur der Präfektur Kyoto forderte die Selbstverteidigungsstreitkräfte für Rettungsarbeiten in dem Gebiet der Präfektur an.

Starke Winde in Tokyo bei Unwetter am 3. April 2012 (Foto: KJ)
Japan erneut von schweren Regenfällen betroffen (Symbolbild, Foto: KJ)

Die Wetterbehörde teilte mit, die Regenfälle würden mindestens noch den Mittwoch anhalten. Am gestrigen Dienstag hatte es in Teilen der Präfekturen Shiga, Kyoto und Osaka Niederschläge zwischen 90 und 110 Millimeter pro Stunde gegeben, was zu einer Unwetterwarnung führte.

Ein erstes bestätigtes Todesopfer forderten die Regenfälle bereits. In Hirakata (Präf. Osaka) wurde gegen 8:35 Uhr eine Frau in einem 1,3 Meter tiefen Kanal treibend aufgefunden. Es konnte nur noch ihr Tod festgestellt werden. Zwei weitere Personen – der 69 Jahre alte Eizo Nishiyama und seine 83 Jahre alte Ehefrau werden vermisst, seit ihr Haus am Flussufer des Shizugawa am Dienstag gegen 5:30 Uhr  fortgespült worden war.

Etwa 30 Soldaten der Bodentruppen der 30 Selbstverteidigungsstreitkräfte suchen nach ihnen.

Nach Angaben der Präfekturverwaltung Koto wurden in den gebirgigen Gegenden von Uji mehr als 100 Häuser überflutet. In diesen Gegenden sind etwa 240 Haushalte, sowie etwa 70 Personen auf einem Campingplatz sind von der Außenwelt isoliert. Auch in der Stadt Kyoto kam es bislang in 40 Häusern zu Überschwemmungen. In Joyo wurden ebenfalls 20 Gebäude überflutet.

Ursache waren Schäden an Böschungen und Dämmen, so dass Wasser aus Flüssen, die aufgrund der Regenfälle Hochwasser führten, in Wohngebiete eindrangen. Im Tempelgarten des Byodoin in Uji, der als UNESCO-Weltkulturerbe registriert ist, wurde durch einen Erdrutsch ein Gebiet von sechs Quadratmetern verschüttet.

Nach Angaben der Wetterbehörde fielen in Hirakata und Kyotanabe jeweils 91 bzw. 78 Millilieter Regen pro Stunde – die höchsten jemals in diesen Städten gemessenen Zahlen. Über die Wetterbedingungen berichteten Asahi Shimbun, Mainichi Shimbun, NHK und die Kyodo.

Südkorea fordert Entschuldigung des Tenno und wettert gegen Schreinbesuch: Nachdem Südkoreas Präsident durch seinen Überraschungsbesuch der Takeshima-Inseln für Empörung bei Japans Regierung und Teilen der japanischen Bevölkerungen geführt hatte, gehen die politischen Provokationen durch den Nachbarstaat weiter.

Japan und Korea im Disput um Takeshima-Inseln (Grafik: spreadnews.de)
Japan und Korea im Disput um Takeshima-Inseln (Grafik: spreadnews.de)

Auch hat sich eine Gruppe 40 junger Koreaner, unter ihnen der Sänger Kim Jang-Hoon auf den Weg gemacht, schwimmend 220 Kilometer bis zu den Takeshima-Inseln zurückzulegen.

Dort wollen sie am morgigen Mittwoch ankommen. Gleichzeitig fordert Präsident Lee japanische Minister dazu auf, den für den gleichen Tag geplanten Besuch des umstrittenen Yasukuni-Schreins abzusagen.

Besonders für Japans Ultrarechte (Uyoku) hat der Schrein, in dem die Seelen der Kriegstoten als shintoistische Gottheiten (Kami) verehrt werden, eine wichtige Bedeutung.

Darüber hinaus müsste sich Japans Tenno Akihito bei einem Besuch Südkoreas für die Opfer der japanischen Kolonialpolitik entschuldigen, so Koreas Präsident Lee, nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo.

Nach Meldung der NHK räumte Lee ein, sein Besuch sei eine Reaktion auf die Zurückhaltung von Japans Premierminister Yoshihiko Noda in der Frage der Armeeprostituierten während des zweiten Weltkriegs (euphemistisch „Trostfrauen“ (Ianfu) genannt).

Japan und Südkorea streiten um die Besitzverhältnisse einer Reihe unbewohnter Inseln, die im Allgemeinen Liancourt-Felsen, in Japan Takeshima und in Korea Dokdo genannt werden. Dabei geht es sowohl um Nationalismus, als auch um die Fischfanggründe und ein möglicherweise bestehendes Reservoir von Methangas.

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