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Japan aktuell: Rauch an Stromleitung des AKW Fukushima

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Stelle des Rauchaustritts an der Kabelleitung am 2. November 2012 (Foto: TEPCO)
Stelle des Rauchaustritts an der Kabelleitung am 2. November 2012 (Foto: TEPCO)
Stelle des Rauchaustritts an der Kabelleitung am 2. November 2012 (Foto: TEPCO)
Stelle des Rauchaustritts an der Kabelleitung am 2. November 2012 (Foto: TEPCO)

Auch wenn das Wochenende naht, so gibt es vom AKW Fukushima heute erneut Meldungen über Schäden und Probleme, so dass nach einigen Tagen ohne derartige Meldungen deutlich wird, dass derartige Nachrichten aus dem Kernkraftwerk Fukushima aktuell bleiben werden.

Neben Rauchentwicklung geht es auch um Strahlungsmessung und abseits der Fukushima News gibt  weitere Meldungen, die sowohl Japans AKW, als auch andere Themen behandeln. Einzelheiten und Details jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. November 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Rauch an Stromleitung des AKW Fukushima
  • Alarm nach Anstieg der Radioaktivität der Luft
  • Anpassungen bei der Wassereinspeisung erforderlich
  • NRA untersucht Verwerfung am AKW Oi
  • Zweite Grenzwertüberschreitung bei Fukushima-Reis 2012
  • Provokative Manöver Chinas im Inselstreit dauern an
    • Chinesische Schiffe in Grenzzone gesichtet
    • Chinesische Schiffe verlassen Japans Territorialgewässer

Rauch an Stromleitung des AKW Fukushima: Am heutigen Freitag machte gegen 9:25 Uhr ein Alarm die Arbeiter auf Abweichungen im Energieversorgungssystem an den power panel/Netzschaltfeldern 1A und 2A (Common M/C2A generating line ground fault“) aufmerksam.

Bereich des Rauchaustritts an der Kabelleitung am 2. November 2012 (Foto: TEPCO)
Bereich des Rauchaustritts an der Kabelleitung am 2. November 2012 (Foto: TEPCO)

Bei einer Kontrolle vor Ort wurde gegen 10:00 Uhr festgestellt, dass das Kabel, über das beide Netzschalter miteinander verbunden sind, Schäden aufwies.

Da an der beschädigten Stelle Rauch austrat, wurde der Zwischenfall um 10:25 Uhr der Feuerwehr gemeldet. Nachdem die Stromversorgung über das schadhafte Kabel um 10:49 Uhr abgeschaltet worden war, konnte um 10:51 Uhr ein Stopp des Rauchaustritts gemeldet werden.

Zwischen 11:00 Uhr und 11:23 Uhr konnte die Stromversorgung über 1A wieder aufgenommen werden und die zeitweise abgeschalteten Funktionen, zu denen der Stickstoff-Gasabscheider (Stromversorgung über A1), die  Stickstoffeinspeisung für den Sicherheitsbehälter und die Kondensationskammer von Fukushima-Reaktor 1 zählten, wieder genutzt werden.

Um 11:38 Uhr wurde bestätigt, dass es an den Reaktoren 1 bis 4 zu  keinen Problemen mit der Ausleitung angesammelten Wassers, der Wasseraufbereitung, und den Einrichtungen der Reaktoren 5 und 6 gekommen war.

Alarm nach Anstieg der Radioaktivität der Luft: Bereits am gestrigen Donnerstag ertönte gegen 11:33 Uhr ein Alarm an der Messanlage zur dauerhaften Überwachung der Dichte radioaktives Materials in der Luft an einem Betriebsgebäude für die Reaktoren 5 und 6.  Als Reaktion erfolgte der Befehl zum Anlegen der großen Atemschutzmasken.

Die anschließenden Messungen der genauen Werte erbrachten folgendes Ergebnis:

  • Messposten (Nr. 1 bis 8) Keine Veränderung
  • Strahlungsdosis nahe des Bereichs: 2-3 Mikrosievert pro Stunde
  • Nuklidanalyse des Filterpapiers der Messanlage: Keine Nuklide nachweisbar
  • Aktuelle Werte der dauerhaften Messanlage:  2 x 10-6 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Messergebnis nach Probenentnahme durch ein mobiles Gerät: 2,8×10-5 Becquerel pro Kubikzentimeter oder weniger

Um 12:40 Uhr wurde der Alarm abgestellt und aufgrund der Untersuchungsergebnisse die verschärfte Atemschutzanweisung um 13:05 Uhr wieder aufgehoben. Die Ursache des Alarms wird nun untersucht, die Option eines möglichen Fehlers an der Luftbelastungsmessanlage besteht.

Anpassungen bei der Wassereinspeisung erforderlich: Sowohl gestern als auch heute wurden erneut Anpassung an der Wassereinspeisung für Reaktoren erforderlich, nachdem es dort wieder zu einer Verringerung gekommen war. In der Vergangenheit hatte es bereits mehrfach Probleme gegeben, die eine Anpassung erforderlich machten.

Am gestrigen Donnerstag wurde um 15:42 Uhr eine Erhöhung der Wassereinspeisung für die Reaktoren 1 bis 3 erforderlich:

  • Reaktor 1: Speisewassersystem: Zunahme von etwa 2,6 auf 3,0 Kubikmeter pro Stunde. Kernsprühsystem: Zunahmen von etwa 1,9 auf 2,0 Kubikmeter pro Stunde
  • Reaktor 2: Speisewassersystem: Zunahme von etwa 1,9 auf 2,0 Kubikmeter pro Stunde. Kernsprühsystem: Zunahme von etwa 4,2 auf 4,5 Kubikmeter pro Stunde.
  • Reaktor 3: Speisewassersystem: Zunahmen von etwa 1,6 auf 2,0 Kubikmeter pro Stunde. Kernsprühsystem: Konstant bei etwa 4,5 Kubikmeter pro Stunde

Am heutigen Freitag wurden um 6:40 Uhr weitere Anpassungen der Wassereinspeisung für die Reaktoren 2 und 3 erforderlich, da hier die Werte schwankten.

  • Reaktor 2: Speisewassersystem: Zunahme von 1,6 auf 2,0 Kubikmeter pro Stunde. Kernsprühsystem: Abnahme von etwa 4,8 auf 4,5 Kubikmeter pro Stunde.
  • Reaktor 3: Speisewassersystem: Zunahme von etwa 1,6 auf 2,0 Kubikmeter pro Stunde. Kernsprühsystem: Abnahme von etwa 4,7 auf 4,5 Kubikmeter pro Stunde

NRA untersucht Verwerfung am AKW Oi: Nachdem durch Berechnungen der Verdacht aufgekommen war, im Fall des erwarteten Nankai-Großbebens könnte sich eine geologische Bruchzone unter dem Kernkraftwerk Oi ebenfalls in Bewegung setzen und sich möglicherweise als aktive Verwerfung erweisen, waren Überprüfungen angeordnet worden.

Atomkraftwerk-Symbol (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)
Verwerfung unter AKW Oi wird untersucht (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)

Gestern legte der Betreiber Kansai Electric einen Bericht vor, in dem der Elektrizitätskonzern zu dem Schluss kommt, es handele sich um keine aktive Verwerfung.

Heute begannen dann Experten von Japans Atomaufsicht NRA mit eigenen Kontrollen auf dem Gelände der Anlage.

Es ist das erste Mal seit Einführung der Behörde im September, dass eine solche Prüfung durchgeführt wird.

Die fragliche Bruchzone, die als F-6 bezeichnet wird, verläuft über eine Strecke von 900 Meter unmittelbar zwischen den Reaktoren 2 und 3 und damit direkt unter der Leitung der Notkühlversorgung durch Meerwasser für die Reaktoren 3 und 4 entlang.

Sollte der Bereich im Fall eines Bebens in Bewegung geraten, wäre eine derartige Kühlung nicht mehr gewährleistet – und ein Grund zur Schließung beider Reaktoren der Anlage  gegeben.
Gespräche zur Beurteilung der Anlage sollen dann bereits am Sonntag erfolgen. Prüfungen auf mögliche Gefährdungen durch geologische Besonderheiten sind auch für fünf weitere Kernkraftwerke geplant, darunter das AKW Shika (Präf. Ishikawa) und das AKW Mihama (Präf. Fukui). In jedem Fall könnten die Ergebnisse zur dauerhaften Stilllegung der jeweiligen Anlage führen.

In dem jetzigen fünfköpfigen Kontrollteam unter Leitung des NRA-Mitglieds Kunihiko Shimazaki, befinden sich vier unabhängige Experten, die keinen direkten Bezug zur NRA haben – darunter auch Professor Mitsuhisa Watanabe, der auf die mögliche Gefährdung durch die Verwerfung F-6 hingewiesen hatte.

Japans Premierminister Yoshihiko Noda erklärte in Tokyo, seine Regierung  werde jede Entscheidung der Kommission zum Reaktorbetrieb respektieren. Dennoch ist die Skepsis der Bevölkerung im Bezug auf die Sicherheit von Kernkraftwerken weiterhin hoch.

Über den Beginn der NRA-Untersuchungen am AKW Oi berichteten etwa NHK, jiji und Kyodo.

Zweite Grenzwertüberschreitung bei Fukushima-Reis 2012: Gestern wurde bereits der zweite Fall einer Überschreitung des neuen Grenzwerts für radioaktives Cäsium von 100 Becquerel pro Kilogramm Reis in der Präfektur nachgewiesen.

Eine Reis-Rispe
Erneut Jahrgangsreis 2012 über Grenzwert belastet (Foto: pd)

Der erste Fund hatte sich in der Stadt Sukagawa ereignet (Spreadnews berichtete am 24. Oktober).

Im aktuellen Fall wurde die Belastung in sechs von insgesamt 140 Säcken an braunem Reis aus einem  Reisanbaubetrieb der Stadt Fukushima nachgewiesen.

Der gemessene Wert betrug 110 Becquerel an radioaktivem Cäsium.

Der Lebensmittelgrenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm gilt erst für die Ernte des Jahres 2012, da zuvor noch zuviel Reis im Handel war, um dies durchsetzen zu können.

Die betroffenen Säcke, von denen jeder 30 Kilogramm Reis enthält, werden nun entsorgt und nicht in den Handel gelangen, berichtet die jiji.

Provokative Manöver Chinas im Inselstreit dauern an: Zum neunten Mal seit dem Aufkauf von drei Senkaku-Inseln durch Japan am 11. September 2012, haben chinesische Schiffe gegen japanisches Hoheitsrecht verstoßen und ihre provokativen Akte fortgesetzt. Die aktuellen Meldungen nun im Überblick.

Schiff der japanischen Küstenwache (Foto: pd)
Japans Küstenwache meldet weitere Grenzverletzungen (Foto: pd)

Chinesische Schiffe in Grenzzone gesichtet: Am gestrigen Donnerstagmorgen  wurden vier chinesische Schiffe – Haijian Nummer. 15, 26, 27 und 50 zwischen 8:15 Uhr und 8:40 Uhr in der  Grenzzone nahe der Senkaku-Insel Kubajima gesichtet.

Die Hajian 27 antwortete auf die Warnungen der japanischen Küstenwache wie üblich mit der Behauptung, in chinesischen Gewässern zu operieren.

Chinesische Schiffe verlassen Japans Territorialgewässer:  Kurz vor Freitagmittag verletzten vier chinesische Schiffe erneut japanisches Hoheitsgebiet, als sie in die Gewässer um die Senkaku-Inseln eindrangen, bevor sie das Gebiet nach etwa zwei Stunden, gegen 13:20 Uhr wieder verliessen und sich nun, gemeinsam mit zwei weiteren Schiffen, in der Grenzzone aufhalten.

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