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Japan aktuell: Rauchentwicklung an Schaltschrank in Fukushima-Reaktor 6

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Fukushima Reaktor 6: Schaltschrank des Druckluftsystems im Keller am 2. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Schaltschrank des Druckluftsystems im Keller von Fukushima-Reaktor 6 am 2. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima Reaktor 6: Schaltschrank des Druckluftsystems im Keller  am 2. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Schaltschrank des Druckluftsystems im Keller von Fukushima-Reaktor 6 am 2. Juli 2012 (Foto: TEPCO)

Bislang galten am Kernkraftwerk Fukushima die Reaktorblöcke 1 bis 4 als problematisch, hatten sich hier doch nach Beginn der Nuklearkatastrophe mehrere Kernschmelzen ereignet.

Wenn nun aber vom AKW Fukushima aktuell eine Störung von Reaktor 6 gemeldet wird, der nach dem Willen von TEPCO noch bis 2018 in Betrieb geblieben wäre, dann ist dies mehr als ungewöhnlich.

Zu den Fukushima News gehört heute jedoch auch eine Meldung über den Nachweis von radioaktivem Material bei Kindern, sowie wieder einmal zur Belastung von  Lebensmitteln.

Zusätzliche Informationen, wie sich etwa die Situation am AKW  Fukushima aktuell darstellt, sowie sonstige Nachrichten, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Juli 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Rauchentwicklung an Schaltschrank von Fukushima-Reaktor 6
  • Erdbeben in Region um Tokyo
  • Energiegewinnung am AKW Oi verschoben
  • Energiesparperiode in Japan angebrochen
  • Wasserspinat zur Bodenentsalzung in Tsunamigebieten
  • Hohe Werte an Cäsium in Süßwasserfisch festgestellt

Rauchentwicklung an Schaltschrank von Fukushima-Reaktor 6: Nach Angaben der Betreiberfirma TEPCO kam es am gestrigen Montag gegen  10:08 Uhr nach Abschluss der Überprüfung des Entfeuchters des Druckluftsystems im ersten Kellergeschoss von Reaktor 6, nachdem der Entfeuchter eingeschaltet worden war, zum Ausbruch von weißem Rauch am Schaltschrank.

Die Stromversorgung wurde daraufhin sofort wieder abgeschaltet und um 10:21 Uhr die Feuerwehr über den Zwischenfall an der technischen Anlage  informiert.

Fukushima Reaktor 6: Innenansicht des Druckluft-Schaltschranks am 2. Juli 2012 (Foto: TEPCO)
Innenansicht des Druckluft-Schaltschranks in Fukushima-Reaktor 6 am 2. Juli 2012 (Foto: TEPCO)

Bereits gegen 10:25 Uhr konnte kein weißer Rauch mehr festgestellt werden, jedoch wurden um 10:26 Uhr Brandspuren am Transformator des Schaltschranks festgestellt.

Nach einer Vor-Ort-Kontrolle durch die Feuerwehreinheiten von Namie und Tomioka (beide Präf. Fukushima) konnte bislang weder die Ursache, noch die genauen Umstände festgestellt werden.

Am heutigen Dienstag sollen die Untersuchungen zu den Hintergründen des Zwischenfalls nach Abbau des Transformators erneut durchgeführt werden. Bei dem Zwischenfall sei keine Radioaktivität ins Freie gelangt, erklärte TEPCO.

Erdbeben in Region um Tokyo: Am Dienstagmorgen um 11:31 Uhr ereignete sich ein Erdbeben der durchschnittlichen Stärke von 5,4 das Japans Hauptstadt Tokyo und weitere Teile der Region Kanto, sowie Bereiche der in Zentraljapan gelegenen Region Tokai erschütterte.

Das Epizentrum befand sich nach Angaben der japanischen Wetterbehörde in der Bucht von Tokyo, in einer Tiefe von 100 Kilometern. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben. Wie der Betreiber Central Japan Railway mitteilte, wurde auf der Tokaido-Strecke des Schnellzugs Shinkansen zwischen den Bahnhöfen Tokyo und Shin-Fuji der Zugeverkehr kurzzeitig ausgesetzt.

In der siebenstufigen Omoriskala wurden Erschütterungen der Stärke 4 in der Präfektur Chiba, den meisten Teilen der Präfektur Kanagawa sowie der Stadt Izu (Präf. Shizuoka) gemessen. In den meisten Gebieten von Tokyo wurde das Beben mit einer Stärke von 3 eingestuft. Berichte über Schäden oder Verletzte gab es nicht, so die Nachrichtenagentur Kyodo.

Energiegewinnung am AKW Oi verschoben: Der Start der Energiegewinnung am neu gestarten Reaktor 3 des AKW Oi (Präf. Fukui) wird sich um mindestens einen Tag verspäten. Das teilte die Betreiberfirma Kansai Electric  (KEPCO) mit. Der am Sonntagabend gestartete Reaktor hatte den für den Betrieb notwendigen Zustand der Kritikalität am gestrigen Montag erreicht.

Als Ursache für die Verzögerung werden notwendige Anpassungen einer Turbine genannt, deren Durchführung mehr Zeit benötige als zunächst angenommen. Dadurch wird sich auch die für kommenden Sonntag geplante Leistung auf voller Kapazität von 1,18 Millionen Kilowatt um mindestens einen Tag verschieben. Das berichten NHK und Kyodo.

Ob der Neustart tatsächlich die befürchtete Energieknappheit während der heute begonnenen Energiesparperiode ausgleichen kann, oder es sich wie von Kritikern angeführt, lediglich um einen Vorwand gehandelt habe, muss sich zeigen.

Energiesparperiode in Japan begonnen: Am heutigen Dienstag begann die diesjährige offizielle Energiesparperiode. Sie wird bis zum September andauern. Während dieser Zeit wird versucht, den Verbrauch von Elektrizität, der besonders bei der Kühlung durch Klimaanlagen entsteht, zu reduzieren.

Coolbiz-Kampagne in Tokyo (Original-Foto: KJ)
Coolbiz-Kampagne in Tokyo (Original-Foto: KJ)

Neben den Kampagnen  „Cool Biz“ und „Super Cool Biz“ in denen Angestellte dazu angehalten werden, in lockerer Kleidung ins Büro zu kommen, so dass dort die Klimaanlage herabgeschaltet werden kann, beteiligen sich auch Unternehmen am kollektiven Stromsparen.

Japans private Bahnunternehmen wollen den Verkehr teilweise verringern. So wird Kyushu Railway Co. einige Fahrten streichen oder zumindest kürzen und bei neun Zügen auch die Zahl der Wagen verringern.

Lawson, Betreiber der als Konbini bekannten 24-Stunden-Ladenkette gleichen Namens, hat bereits am 1. Juli damit begonnen, durch eine  Erhöhung der Temperatur der Innenräume aller Filialen um zwei Grad und die der Warenfächer um ein Grad mehr Strom zu sparen.

Automaten in Tokyo (Foto: KJ)
Beleuchtete Automaten in Tokyo (Foto: KJ)

Auch die Beleuchtung bei Tiefkühlwaren und Produkten in Plastikflaschen wurden abgeschaltet – ebenso wie ein Teil der Firmenreklame.

Frühestens im Winter wollen Coca-Cola  Japan und Fuji Electric Co. neuartige Verkaufsautomaten vorstellen, die den Tagesverbrauch an Elektritzität um 95 Prozent verringern kann.

Dies wird durch die Nutzung von Vakuum-Isolationstechnik und bessere Luftdichte der Türen, sowie eine geringere Kühlungstemperatur während des Tages erreicht. Erste Versuche mit den neuen Geräten begannen bereits  gestern.

Wasserspinat zur Bodenentsalzung in Tsunamigebieten: In einem Experiment werden Schüler der Ena-Hochschule für Landwirtschaft(Präf. Gifu) in Zentraljapan, landwirtschaftliche Betriebe der Präfektur Miyagi besuchen, um dort innerhalb von drei Tagen Wasserspinat anzupflanzen. Zu den Testgebieten gehört auch der Bezirk Miyagino der Stadt Sendai.

Wasserspinat (Foto: pd)
Wasserspinat (Foto: pd)

Ende August werden die Pflanzen dann geerntet und untersucht, wie viel Salz sie aufgenommen haben. In einem ähnlichen Versuch an den selben Betrieben hatten im vergangenen Jahr drei Kilogramm Wasserspinat insgesamt 24,6 Gramm an Salz aufgenommen.

Dabei konnte festgestellt werden, dass Wasserspinat in Wasser mit einer Salzdichte von 1,5 Prozent sogar um 10 Prozent schneller wächst, als in Süßwasser. Das berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Hohe Werte an Cäsium in Süßwasserfisch festgestellt: Das Umweltministerium hatte im Zeitraum zwischen Dezember 2011 und Februar 2012 Untersuchungen über den Gehalt von radioaktivem Cäsium in Süßwasserfischen der Präfektur Fukushima durchgeführt und die Ergebnisse nun vorgelegt.

In 23 verschiedenen Gattungen von Süßwasserfischen, die in fünf Flüssen und Seen der Präfektur Fukushima gefangen worden waren, konnten Cäsiumwerte zwischen 61 und 2.600 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen werden.

Die höchste Belastung wies eine Art von Meergrundeln auf, die im Fluss namens Manogawa  gefangen wurden war. Der Fluss fliesst vom Dorf Iitate zur Stadt Minamisoma, die nördlich des AKW Fukushima liegt.. Die Cäsiumwerte des Fischs erreichten hier 2.600 Becquerel pro Kilogramm.

Als Teil der Nahrungskette waren auch die Belastungen von Wasserwanzen von Bedeutung. Bei einigen Wasserwanzen, die Süßwasserfischen als Nahrung dienen, wurden hohe Werte zwischen 330 bis 670 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen.

Bei 31 Meeresfischproben die an drei Orten vor der Küste der Präfekturen Fukushima und Miyagi gefangen worden waren, wurden geringere Belastungen festgestellt. Dies wird auf die unterschiedliche Art, in der die Tiere das radioaktive Material  verstoffwechseln zurückgeführt. Meeresfische können leichter Salz ausscheiden.

Der höchste bei Meeresfischen gemessene Cäsiumwert betrug 260 Becquerel pro Kilogramm und wurde vor der Küste der Stadt Iwaki, südlich des AKW Fukushima entdeckt.

Auch wenn bei Meeresfischen die Werte lediglich zwischen 2,15 und 260 Becquerel pro Kilogramm liegen, so dürfte ein Großteil dennoch nicht verkauft werden, da der zulässige Grenzwert bei 100 Becquerel liegt Das berichten NHK und Kyodo am Montag und Dienstag.

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