Start Aktuelles Japan aktuell: Reaktorbau wird trotz Fukushima-Katastrophe fortgesetzt

Japan aktuell: Reaktorbau wird trotz Fukushima-Katastrophe fortgesetzt

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Das AKW Shimane (Foto: KEI cc-by)
Reaktorbau am AKW Shimane wird fortgesetzt (Foto: KEI cc-by)
Das AKW Shimane (Foto: KEI cc-by)
Reaktorbau am AKW Shimane wird fortgesetzt (Foto: KEI cc-by)

Zu Wochenbeginn tritt die Lage am AKW Fukushima heute fast hinter den Meldungen zum Streit um die Senkaku-Inseln zurück, doch selbstverständlich bleiben die Auswirkungen der Tohoku-Katastrophen und die Entwicklungen an der Anlage von Fukushima aktuell für uns.

Wenn etwa Katastrophenwarnsysteme im großen Maßstab versagen, Kliniken keine Aussagen zu ihrer Erdbebensicherheit machen können und trotz Atomausstiegs Reaktoren fertiggestellt werden sollen, dann ist dies ebenso erwähnenswert wie die Angriffe auf japanische Einrichtungen in China. Dies und mehr im Detail im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. September 2012.

Unsere heutigen Meldungen

  • Weiterbau mehrerer AKW-Reaktoren trotz Atomausstieg
  • Leck an Fukushima-Ensalzungsanlage
  • Katastrophenwarnsystem versagt im Test
  • Zehn Prozent der Kliniken haben keine Kenntnis von Erdbebensicherheit
  • Berliner Philharmoniker helfen Kindern in Japan
  • Baum der Hoffnung erreicht Sägewerk
  • Todesopfer und Schäden nach Taifun Sanba
  • Konflikt um Senkaku-Inseln hält an
    • Weitere Gewältttätigkeiten bei Anti-Japan -Protessten
    • Sachbeschädigung und Brandstiftung auch bei Panasonic
    • Festnahmen nach Sachbeschädigung
    • Diskriminierung und Bedrohung von Japanern
    • Erstmals Büro von Chinas Staatspartei angegriffen
    • Teinehmerrekord bei anti-japanischen Protesten
    • Anti-japanische Proteste in New York
    • Japaner in China zu Vorsicht geraten
    • Japanische Unternehmen schließen Produktionsstätten in China
    • Mehrheit für Verfassungsänderung des Kriegsführungsartikels
    • Japan erwartet für Dienstag heftige Proteste
    • 1.000 chinesische Boote auf den Weg zu den Senkaku
    • Japan verstärkt Patrouilenschiffe an Senkaku-Inseln
    • Japanische Küstenwache darf Haftbefehl auf Inseln vollstrecken
    • China bereit für kleinere Seekonflikte
    • China führt Marine-Manöver mit scharfer Munition durch
    • Japan will bei Handhabung des Senkaku-Konflikts ruhig bleiben
    • Japan und USA einigen sich auf Luftabwehrsystem

Weiterbau mehrerer AKW-Reaktoren trotz Atomausstieg: Trotz der am Freitag formulierten Absicht zur Aufgabe der Atomenergie in den 2030ern, teilte Industrieminister Yukio Edano am Samstag mit, die Regierung beabsichtige nicht, die bereits gegebene Erlaubnis zum Bau von Reaktoren des AKW Oma (Präf. Aomori) zurückzuziehen.

Anti-Atom-Symbol (Grafik: pd)
Atomausstieg mit Hindernissen (Grafik: pd)

Allerdings sei für die Inbetriebnahme der Anlage, sie sich seit Mai 2008 im Bau befindet, eine Genehmigung der neuen Atomaufsicht erforderlich. Leitung und Unternehmen der Präfektur stehen der Erklärung zum Atomausstieg allgemein skeptisch gegenüber – hängen doch viele Aspekte der örtlichen Wirtschaft von der Wiederaufarbeitungsanlage in Rokkasho ab.

Die Regierung werde nie eine einmal gegeben Erlaubnis zurückziehen, erklärte Industrieminister Edano und so sollen auch weitere laufende Reaktor-Bauprojekte nicht abgebrochen werden.

Derzeit sind an folgenden Kernkraftwerken Reaktoren im Bau:

  • AKW Oma (Präf. Aomori, , Fertigstellung: 37,6 Prozent
  • AKW Shimane (Präf. Shimane), Fertigstellung: 93,6
  • AKW Higashidori (Präf. Aomori) Fertigstellung: 9,7 Prozent

Sollten diese Reaktoren ans Netz gehen, so werden sie, bei Beibehaltung der jetzt festgelegten Laufzeitbeschränkung auf 40 Jahre, erst in den  2050ern stillgelegt.  Hierüber berichtete etwa die Nachrichtenagentur Kyodo, die Yomiuri Shimbun und jiji. Der Atomausstieg steckt nach Meinung von Kritikern noch voller Schlupflöcher und könnte zudem von der nächsten Regierung angefochten werden.

Leck an Fukushima-Ensalzungsanlage: Am Samstag entdeckte ein Mitarbeiter auf einem Kontrollgang gegen 9:42 Uhr, dass Wasser aus einem Gewindeanschluss der Hochdruckpumpe der Umkehrosmoseanlage der Entsalzungsanlage austrat.

Nach einer manuellen Abschaltung des Geräts wurde gegen 15:11 Uhr bestätigt, dass keine Flüssigkeit mehr austrat. Das ausgetretene Wasser bildete eine Lache von 7×7 Metern und 5 Millimeter Tiefe.

Eine Strahlungsmessung an der Oberfläche ergab eine Gammastrahlung von 0,07 Millisievert pro Stunde. Die gemessene Betastrahlung betrug 1,33 Millisievert pro Stunde. Das ausgetretene Wasser gelangte nicht in die Umwelt.

Katastrophenwarnsystem versagt im Test: Der am Mittwoch erstmals landesweit und unter Beteiligung aller 1.725 Gemeindeverwaltungen durchgeführte Test des Warnsystems „J-Alert“, zeigte im Fall von 249 Gemeinden, oder 14 Prozent der teilnehmenden Verwaltungen, Probleme beim Empfang von Warnungen der Brand- und Katastrophenschutzbehörde um 10:00 Uhr und 10:30 Uhr.

In Takasaki (Präf. Gunma) gab das System beim Eingang der Warnmeldung aus unbekannter Ursache keinen Alarm. In drei weiteren Gemeinden — Kikuchi (Präf. Kumamoto), Sanjo (Präf. Niigate) und Yoron (Präf. Kagoshima) gingen überhaupt keine Meldungen ein.

Derartige Probleme sind jedoch nicht neu, so waren bereits bei Versuchen am 5. und 10. April im Zuge von Norkoreas Raketenstart Probleme aufgetreten, ebenso wie anlässlich einer Erdbebenübung am 28. Juni. Auch wenn mittlerweile 98 Prozent aller Gemeinden an das Warnsystem angeschlossen sind, so bringt dies keine Vorteile, wenn dieses nicht funktioniert.

Diese Mängel könnte nach Meldung der Yomiuri Shimbun im Fall des Nankai-Erdbebens ernsthafte Folgen haben. So hörten etwa die Einwohner der Ortschaft Tosa-Shimizu, die Expertenberechnungen zufolge von einem Tsunami von bis zu 34 Metern Höhe getroffen werden könnte, lediglich das übliche Zeitansage-Signal – nicht jedoch die Alarmmeldung, da diese offenbar durch das Glöckchen der Zeitansage überlagert wurde.

Angesichts der Gefahr durch das Nankai-Großbeben wird nun eine bessere Wartung, sowie häufigere Übungen und Tests von J-Alert gefordert.

Zehn Prozent der Kliniken haben keine Kenntnis von Erdbebensicherheit: Eine Untersuchung des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales ergab, dass etwa zehn Prozent der landesweit arbeitenden Kliniken nicht wissen, in welchem Umfang ihre Einrichtungen erdbebensicher sind.

Klinik der Universität Tokyo (Foto: pd)
Gebäude des Universitätsklinikums Tokyo (Foto: pd)

Ein nach dem Großen Hanshin-Erdbeben 1995 erlassenen Gesetz sieht vor, dass alle Krankenhäuser sicherstellen müssen, dass alle Einrichtungen die vor dem Erlass des Gesetzes errichtet worden, den neuen Sicherheitsstandards entsprechen.

Allerdings scheint es nun so,  dass Krankenhäuser, die aus Kostengründen auf Inspektionen verzichten, möglicherweise unterhalb des Standards fallen könnten.

Eine erste, im Oktober 2010 begonnene Befragung durch das Gesundheitsministerium zur Erdbebensicherheit aller 8.690 Krankenhäuser des Landes, ergab bei 875 der insgesamt 8.541 Krankenhäuser, die auf die Anfrage reagierten, dass man sich nicht über den Grad der Erdbebensicherheit im Klaren wäre.

Bei Gebäuden, die den Richtlinien nicht entsprechen besteht das Risiko, dass sie bei einem starken Erdbeben von Sechs plus auf der siebenstufigen japanischen Skala einstürzen könnten. Auch wenn das Gesetz für Gebäudestandards 1981 die Erdbebensicherheit von Gebäuden vorsieht, schienen viele der Kliniken der Ansicht zu sein, ihre Gebäude seien vor diesem Datum errichtet worden.

Bei der zweiten Befragung im Oktober 2011  wurden jene Kliniken erneut befragt, die bei der ersten Umfrage angegeben hatten, den Erdbebenwiderstandsgrad ihrer Gebäude nicht zu kennen. Das aktuelle Ergebnis zeigt, das die mehrheit von 774 Kliniken seitdem keine Kontrolle durchgeführt hatte. Lediglich an 56 Krankenhäusern hatte es Prüfungen gegeben. Von 45 Einrichtungen gab es gar keine Antwort.

Somit liegt die Zahl der Krankenhäuser die keine Kenntnis über ihren Erdbebenwiderstandsgrad hat, bei 819. Offenbar trägt auch der Umstand, dass sowohl staatliche als auch Präfekturalverwaltungen jeweils ein Drittel der Kosten von Kontrolluntersuchungen übernehmen, nicht zu mehr prüfungswilligkeit bei, was dem Umstand der Kosten geschuldet sein mag, die bei Strukturverstärkungen anfallen würden.

Nach Angaben der Mainichi Shimbun befindet sich ein großer Teil der ungeprüften Kliniken in Ballungsgebieten wie der Hauptstadt Tokyo, oder der Handelsmetropole Osaka, die vom prognostizierten Großbeben ebenfalls betroffen wären.

Berliner Philharmoniker helfen Kindern in Japan: Die Berliner Philharmoniker gaben am Sonntag ein Benefiz-Konzert. Von dem Geld soll ein neues Kinderorchester in der Stadt Soma ausgestattet werden.  Vor dem Konzert stellte Norio Sato, stellvertretender Bürgermeister von Soma das Projekt vor. Er erklärte, die Bildung des Kinder-Orchesters solle dazu beitragen, das psychologische Trauma der Katastrophen zu verarbeiten.

Die Philharmoniker spielten vor einem Publikum von 1.200 Besuchern zunächst Stücke von Schönberg und Dvorak. Den Abschluss bildete das Spiel von zwölf Cellisten, die mit einem Stück des japanischen Komponisten Rentaro Taki das Konzert abschlossen, berichtete die NHK.

Baum der Hoffnung erreicht Sägewerk: Die als „wundersame Kiefer“ oder „Baum der Hoffnung“ bekannte einsame Kiefer aus Rikuzentakata starb an den Salzwasserschäden, die der Tsunami ihrem Wurzelwerk zugefügt hatte. Nach ihrer Fällung soll sie jedoch konserviert und als Denkmal verewigt werden (Spreadnews berichtete).

Der am Mittwoch gefällte Baum erreichte am Samstag das Sägewerk in Yatomi (Präf. Aichi). Hier wirden der Stamm von den Ästen getrennt und er selbst in neun Teile aufgetrennt werden, um ihn dann dauerhaft präparieren zu können. Bereits im Februar kommenden Jahres soll der etwa 270 Jahre alte Baum wieder an seinen Standort in Rikuzentakate zurückkehren, berichtete die Asahi Shimbun.

Todesopfer und Schäden nach Taifun Sanba: Bei seinem Weg über Okinawa und den Südteil von Kyushu, hinterliess der Taifun Sanba am Sonntag schwere Schäden und forderte ein Todesopfer. In der Stadt Nagasaki starb ein 83 Jahre alter Mann bei einem Sturz vom Dach. Er hatte es offenbar vor Ankunft des Sturms überprüfen wollen.

An der Küste der Insel Ishigaki wird ein 29 Jahre alter Mann vermisst. Dieser war dort zum Schnorcheln, als er nach Ansicht der Küstenwache vermutlich von starken Wellen davongespült wurde. Zu den bislang vier gemeldeten Verletzten gehört auch ein 46 Jahre alter Mann in Nago. Er wurde von einem Brett verletzt, dass die heftigen Winde mit sich gerissen hatten.

Bei mehr als 100.000 Haushalten kam es zu Stromausfällen. In der Präfektur Okinawa waren zeitweise 62.800 Haushalte betroffen, weitere 46.300 auf weiter entfernten Inseln der Präfektur Kagoshima hatten ebenfalls mit Stromausfällen zu kämpfen. In mehr als 60 Haushalten in Nago kam es zu schweren Überschwemmungen, weitere 300 wurden leichter überschwemmt.

Zeitweise wurden Besucher und Einwohner aller 2.454 Haushalte von der Insel Yoron (Präf. Kagoshima) evakuerte, nachdem es eine entsprechende Empfehlung gegeben hatte. Hierüber berichteten etwa Mainichi Shimbun, Kyodo, NHK und Yomiuri Shimbun.

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Weitere Gewältttätigkeiten bei Anti-Japan -Protessten: In Suzhou wurden 10 japanische Restaurants verwüstet, während in Chansha die Scheiben einer japanischen Supermarktfiliale zerstört und Fahrzeuge japanischer Automobilhersteller beschädigt wurden. In Qingdao demolierten Randalierer das Innere eines japanischen Supermarkts.

Sachbeschädigung und Brandstiftung auch bei Panasonic: Am Samstag griffen mehrere Randalierer eine Industrieanlage in Quingdao an, in der etwa zehn Unternehmen, darunter auch der japanische Elektronikkonzern Panasonic untergebracht sind, an. Sie warfen Fensterscheiben ein und zerstörten Anlagen im Inneren.

Das Gebäude eines anderen Elektroteileherstellers in der Stadt wurde in Brand gesteckt, dort dauerten die Löscharbeiten bis Sonntag an. Nach Boykottrufen setzten sie die Anlage in Brand und demolierten Einrichtung und Maschinen im Inneren. Bei einem chinesischen Vertragshändler von Nissan Motors wurden alle Fahrzeuge zerstört und das Gebäude niedergebrannt.

Polizeibeamten hielten einen jungen Mann fest. Dieser hatte versucht mit einem Motorrad an dem die chinesische Flagge hing, in die Verkaufsräume des Nissan-Autohauses zu gelangen. Ein Ableger der japanischen Supermarktkette Jusco,  Hungdao wurde demoliert und ausgeraubt. Die Angreifer hinterliessen die Parole „Nieder mit den Japanern“ an eine Wand geschmiert.

Ein Luxushotel in Guangzhou, wo sich das örtliche japanische Generalkonsulat befindet, wurde zunächst von mehr als 10.000 Protestierenden belagert, Einige von ihnen stürmten das Hotel und besetzten es neun Stunden lang.

Festnahmen nach Sachbeschädigung: Nach Meldung der Zeitung Mingpao Daily aus Hongkong, hat die Polizei in Shenzhen am Wochenende vier Randalierer festgenommen, denen die Beschädigung von Fahrzeugen und Restaurants vorgeworfen wird. Als Grundlage diene eine Gesetz, das den Schutz von Privateigentum vor randalierendem Mob vorsieht.

Mit Meldung vom Montag sollen bislang elf Randalierer festgenommen worden sein.

Diskriminierung und Bedrohung von Japanern: In Chinas Hauptstadt Peking weigerten sich mehrere Taxifahrer japanische Fahrgäste zu befördern und Japanisch sprechenden Gästen in Restaurants wurde befohlen, den Mund zu halten. In Shenzhen (Prov. Guandong) erhielten Japaner Drohanrufe, deren Anrufer ihnen befahlen China zu verlassen.

Erstmals Büro von Chinas Staatspartei angegriffen: Am Sonntag wurde erstmals seit Beginn der gewalttätigen Unruhen, neben japanischen Einrichtungen auch ein Gebäuder der kommunistischen Partei Chinas von Randaliern angegriffen.

In Shenzhen (Prov. Guandong) kam es zu Zusammenstößen zwischen 2.000 Personen und der Polizei, als diese in ein Gebäude der KP eindringen wollten. Die Beamten setzten Tränengas ein. Das Regierungsgebäude befindet sich vor einem Geschäftskomplex in dem auch japanische Unternehmen untergebracht sind.

Teinehmerrekord bei anti-japanischen Protesten: Am Samstag und Sonntag  kam es zu weiteren Protesten in China. Am Sonntag sollen sich über 80.000 Chinesen in über 50 Städten an den Demonstrationen beteiligt haben. Vor der Botschaft in Peking kam es erneut zu Würfen mit Eiern und Flaschen, so dass nach Treffern die Nationalflagge eingeholt wurde.

Anti-japanische Proteste in New York: Am Sonntag beteiligten sich etwa 2.000 chinesische Bürger an einem Protest vor dem Gebäude des japanischen Generalkonsulats in New York. Die Organisatoren verteilten für den Protest vor dem Gebäude in Manhattan chinesische Flaggen und weitere Gegenstände. Die Veranstaltung endete nach zwei Stunden ohne größere Störungen.

Japaner in China zu Vorsicht geraten: Nicht erst nachdem am Samstag die Polizei mehr als einhundert Beamte und Fahrzeuge zum Schutz der japanischen Botschaft in Peking zusammenzog, warnen japanische Behörden die Bürger im Land zur Vorsicht. Es wird geraten sich von öffentlichen Plätzen und demonstrationen fernzuhalten und nur leise Japanisch zu sprechen.

Japanische Unternehmen schließen Produktionsstätten in China: Nicht zuletzt, weil chinesische Angestellte am Sonntag  die Fließbänder in den Fabriken ihrer japanischen Arbeitgeber sabotierten, entschlossen sich japanische Firmen ab heute für die zeitweise Schließung von Produktionen. Zu diesen Unternehmen gehört auch der Kamerahersteller Canon.

In Chengdu demonstrierten etwa 25.000 Personen vor einer geschlossenen Filiale der japanischen Kaufhauskette Mitsukoshi. Auch mehrere Supermärkte und Konbini (Convenience Stores) der Ketten Ito-Yokado bzw., Seven-Eleven schlossen.

Mehrheit für Verfassungsänderung des Kriegsführungsartikels: Eine Umfrage der Mainichi Shimbun, die vom 31. August bis 2. September durchgeführt wurde zeigt, dass erstmals eine klare Mehrheit von 65 Prozent eine Änderung der Nachkriegsverfassung befürwortet. Insgesamt 56 Prozent der Befragten wollen eine Änderung von Artikel 9.

Artikel 9, der von den amerikanischen Besatzern diktierten Nachkriegsverfassung, verbietet Japan den Unterhalt einer Armee (weshalb die japanischen Truppen „Selbstverteidigungsstreitkräfte“ heissen), die Ausübung militärischer Druckmittel, sowie Angriffskriege.

Japan erwartet für Dienstag heftige Proteste: Anlässlich des morgigen Jahrestags des Beginns des Mandschurei-Zwischenfalls, mit dem die Entsendung weiterer Einheiten der kaiserlichen japanischen Armee in die chinesische Mandschurei gerechtfertigt wurde, wird mit heftigen Protesten gerechnet.

1.000 chinesische Boote auf den Weg zu den Senkaku: Nach Meldung der Online-Ausgabe des chinesischen Nationalradios, werden noch im Laufe des heutigen Tages etwa 1.000 chinesische Fischereischiffe die Gewässer in Nähe der Senkaku-Inseln erreichen.

Schiff der japanischen Küstenwache (Foto: pd)
Japans Küstenwachpräsenz erhöht (Foto: pd)

vJapan verstärkt Patrouilenschiffe an Senkaku-Inseln: Nachdem Chinas Regierung ankündigte, nach dem Ablaufen eines Fischfangmoratoriums am Sonntag würden viele Fischereiboote in die Gewässer um die Inseln herum eindringen kündigte Japan an, man werde derartige Schiffe entsprechend dem geltenden Gesetz behandeln.

Japanische Küstenwache darf Haftbefehl auf Inseln vollstrecken: Küstenwache und Nationale Polizeibehörde hatten zuvor am Freitag mitgesteilt, die Beamten  der Küstenwache seien auch dazu autorisiert, in 19 Gebieten auch auf entfernten Inseln Festnahmen durchzuführen. Unter die Regelung fällt auch die Senkaku-Gruppe.

China bereit für kleinere Seekonflikte: Yi Zhirong, ein leitendes Mitglied der staatlichen Meeresverwaltung Chinas, der  zuvor bei der Marine der Volksbefreiungsarmee diente erklärte, man werde gezwungen sein, japanische Küstenwachschiffe aus chinesischen Gewässern zu vertreiben und keine Angst davor, kleinere Konflikte zu riskieren.

China führt Marine-Manöver mit scharfer Munition durch: Nach Angaben des staatlichen chinesischen Fernsehens vom Sonntag, begann die Flotte für das Ostchinesische Meer erstmals mit einer groß angelegten Übung mit scharfer Munition. Neben Schiffen und U-Booten beteiligten sich auch Helikopter am Manöver, das Maßnahmen zur Luftabwehr und zum U-Bootkampf miteinschloss.

Japan will bei Handhabung des Senkaku-Konflikts ruhig bleiben: Bei Gesprächen mit US-Verteidigungsminister Leon Panetta am heutigen Montag, erklärte Japans Außenminister Koichiro Genba, Japan werde die Spannungen mit China in ruhiger Weise handhaben. Zuvor hatten die USA beide Seiten zur Mäßigung aufgerufen.

Japan und USA einigen sich auf Luftabwehrsystem: Vertreter der USA und Japan haben sich am Montag auf die Einrichtung eines zweiten Raketenabwehrschirms auf japanischem Boden geeinigt. Dieser diene der Abwehr von Raketenangriffen aus Nordkorea und richte sich nicht gegen China. Der genaue Standort ist noch unklar, es soll jedoch nicht auf Okinawa sein, wo seit dem zweiten Weltkriegt US-Soldaten stationiert sind.

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