Start Aktuelles Japan aktuell: Regierung stellt Konzept für Rückkehr in Präfektur Fukushima vor

Japan aktuell: Regierung stellt Konzept für Rückkehr in Präfektur Fukushima vor

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Japan-Karte: Präfektur Fukushima (Karte:pd)
Fukushima Gefahr durch radioaktives Jod vernachlässigbar (Grafik: pd)
Japan-Karte: Präfektur Fukushima (Karte:pd)
Präfektur Fukushima: Baldige Rückkehr für Flüchtlinge? (Grafik: pd)

Die Meldung vom Tod des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-Il hat im Nachbarland Südkorea, mit dem sich das kommunistische Nordkorea seit 1950 offiziell im Krieg befindet, ebenso für Unruhe gesorgt wie in Japan, wo Premierminister Yasuhiko Noda zur Wachsamkeit aufrief und über Verteidigungsminister Yasuo Ichikawa die Behörden, sowie die Selbstverteidigungsstreitkräfte des Landes aufforderte, die Überwachung und Sammlung von relevanten Informationen zu intensivieren.

Doch auch abseits politischer Unruhen im Ausland und möglichen militärischen Bedrohungen gibt es auch an diesem Montag Fukushima News, wenn auch die Mehrzahl erneut nicht so strahlend ist, wie die Meldung, dass TEPCO heute in Kawasaki, (Präf. Kanagawa) eines von Japans größten Solarkraftwerken in Betrieb nahm. Daher auch heute weitere Meldungen zur Situation, wie sie sich durch die Krise am AKW Fukushima aktuell ergibt –  im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. Dezember 2011.

Politik zum AKW Fukushima: Der Besuch von Minister Goshi Hosono im Kernkraftwerk Fukushima am Samstag, war auch TEPCO eine Reihe von Videos Wert, in denen Hosono bei Besichtigung und Gesprächen  gezeigt wird. Die Tatsache, dass die Regierung in Absprache mit dem AKW-Betreiber TEPCO den Zeitraum bis zur vollständigen Sicherung des Atomkraftwerks auf 40 Jahre bemisst, wirkt dagegen weniger dynamisch.

Vorgestellte Neuregelung soll schnelle Rückkehr ermöglichen: Wie Yukio Edano, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie am Sonntag mitteilte, plant die japanische Regierung eine Neugliederung des bisherigen Konzepts von Sperrzonen und Gebieten  mit Evakuierungsempfehlung. Bei der Umwandlung soll es darum gehen, die Bereiche um das AKW Fukushima Daiichi herum in drei Zonen, basierend auf dem Niveau der Strrahlung in einer Distanz von einem Meter über dem Boden, zu unterteilen.

Edano stellte die Pläne der Leitung von 11 Gemeinden innerhalb der Sperrzone und der Evakzierungszonen in der Präfektur Fukushima bei einem Treffen vor. Das Konzept sieht folgende Gliederung vor:

  • Gebiete mit einer jährlichen Belastung unter 20 Millisievert pro Jahr. Dort ist eine Rückkehr der evakuierten Bewohner in naher Zukunft wahrscheinlich.
  • Gebiete zwischen 20 und 50 Millisievert, in denen eine Rückkehr erst nach mehreren Jahren möglich sein wird.
  • Gebiete mit Werten über 50 Millisievert pro Jahr, die nicht innerhalb von fünf Jahren auf einen Wert von 20 Millisievert fallen und damit offiziell über Jahrzehnte nicht mehr bewohnbar sind. Hier plant die Regierung das Mieten oder den Aufkauf von Gebieten – potentiell für die Lagerung von kontaminiertem Material.

Die alte Regelung soll – es handelt sich dabei nicht um einen Scherz – am 1. April aufgehoben werden. Minister Goshi Hosono, verantwortlich für die Aufgaben um die Atomkrise, zeigte sich gegenüber der Asahi Shimbun zuversichtlich. Die ersten Flüchtlinge könnten bereits im Frühjahr oder Sommer in ihre Ortschaften zurückkehren.

Die Evakuierungsaufforderungen für bewohnbare Gebiete werden entsprechend des Fortschritts der Dekontamination in Bereichen, in denen sich Kinder aufhalten, sowie der Geschwindigkeit des Wiederaufbaus der Infrastruktur jeweils phasenweise erfolgen.

Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, Yuhei Sato, betonte im Gespräch mit Minister Hosono und dem Minister für Wiederaufbau Tatsuo Hirano, es sei wichtig, dass neben der Präfekturverwaltung, auch die betroffenen Städten und Gemeinden nicht nur aufgeklärt, sondern auch nach ihrer Meinung gefragt würden.  Diese Meinungen müssten dann in den Plänen berücksichtigt werden, erklärte Gouverneur Sato.

Über das Thema berichteten mehrere japanische Medien, darunter die Nachrichtenagentur jiji sowie die Asahi Shimbun.

Fukushima-Arbeiter mit Norovirus infiziert:  Wie die Nachrichtenagentur jiji am Samstag mitteilte, sind mindestens 52 Arbeiter, bei denen es sich um Beschäftigte von  Mitsubishi Heavy Industries Ltd und angeschlossene Unternehmen handelt, die an Aufbewahrungstanks für bei der Dekontamination anfallenden Schlamms arbeiteten, durch die Infektion mit den Norovirus betroffen.

Die Quelle der Erreger war bis zu diesem Zeitpunkt nicht identifiziert worden –  entsprechende Untersuchungen wurden eingeleitet. Die Patienten, von denen einige in Krankenhäuser verbracht werden mussten, weisen Symptome wie Fieber, Erbrechen und Durchfall auf. Diese waren beim Transport zwischen der Unterbringung der Arbeiter und einem Büro der Mitsubishi Heavy Industries in Hirono (Präf. Fukushima) gemeldet worden.

Während sich die Großzahl der bislang betroffenen Angestellten sich wieder auf dem Weg der Besserung befinde, müsse mit weiteren Infektionsopfern gerechnet werden. Als Sicherheitsmaßnahme wurden die Büroräume desinfiziert.

Erneut Wasserprobleme am AKW Fukushima: Am heutigen Montag berichtet TEPCO in einer Pressemeldung, man habe um 11:11 Uhr an der Verbindung zwischen dem Ventil und der Rohrleitung eines Druckanzeigers des Sekundärkühlsystems des alternativen Kühlsystems für Abklingbecken im Sekundentakt fallende Tropfen festgestellt. Um 11:55 Uhr sei das Tropfen durch festziehen der Verbindung behoben worden.

Bei dem tropfenden Wasser habe es sich um filtriertes bzw frisches Wasser gehandelt, in dem kein radioaktives Material enthalten gewesen sei. Auch sei das alternative Kühlsystem des Abklingbeckens währenddessen ohne Zwischenfälle gelaufen, es habe keine Probleme bei der Kühlung gegeben.

Doch bereits am Wochenende hatte es Probleme mit Wasser gegeben. Bei Kontrollen am gestrigen Sonntag war sowohl eine Wasseransammlung im Versorgungstunnel zwischen dem Hauptgebäude der zentralen Entsorgungsanlage und dem Gebäude der Müllverbrennung für Feststoffe, bei der es sich um Grundwasser oder Kondenswasser handeln könnte, als auch ein Wasserzufluss durch einen Kabelschacht in der Nähe der Decke des Versorgungstunnels festgestellt worden.

Nach einer Neuberechnung kam TEPCO zu dem Schluss, das sich insgesamt 230 Kubikmeter angesammelt hätten. In diesem Fall wurden Belastungen mit radioaktivem Cäsium-134 als auch Cäsium-137 nachgewiesen.

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