Start Aktuelles Japan aktuell: Regierung verschwieg Schilddrüsenbelastung bei Fukushima-Kindern

Japan aktuell: Regierung verschwieg Schilddrüsenbelastung bei Fukushima-Kindern

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Schilddrüse (Grafik: pd)
Forderung nach Reduzierung der Schilddrüsentests (Abb. symbolisch, pd)
Schilddrüse (Grafik: pd)
Schilddrüse von Fukushima-Kindern belastet (Foto: pd)

Zuletzt hatte Kraftwerksbetreiber TEPCO durch Untersuchungskommission zur Fukushima-Katastrophe Kritik für seine Informationspolitik geerntet.

Jetzt zeigt eine im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima aktuell bekannt gewordene Entdeckung zur Gesundheit von Kindern, dass auch die Regierung wichtige Dinge verheimlichte – aus Angst vor schlechter Presse.

Sonstige Fukushima News und weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Juli 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Belastung von Schilddrüsen bei Fukushima-Kindern nachgewiesen
    • Regierung und Wissenschaftler nutzten selbe Daten
    • Ergebnis der Regierung
    • Ergebnis der Wissenschaftler
    • Mängel bei offizieller Untersuchung
  • Tageskartenverkauf am Tokyo Sky Tree begonnen

Belastung von Schilddrüsen bei Fukushima-Kindern nachgewiesen: Entgegen allen anderslautenden Beteuerungen von Japans Regierung, wurden in den Schilddrüsen von Kindern aus der Präfektur Fukushima interne Belastung durch Radioaktivität nachgewiesen. Die Regierung hatte behauptet, eine derartige Belastung liege nicht vor.

Eine unabhängige Untersuchung von Japans größter medizinischer Strahlungsforschungseinrichtung, dem  National Institute of Radiological Sciences (NIRS) zufolge, seien die geschätzte Langzeit-Strahlungsdosen der Kinder zwar gering, aber dennoch vorhanden.

Die Feststellung, die am gestrigen Dienstag auf einem internationalen Symposium in der Präfektur Chiba veröffentlicht wurde, widerspricht damit den bisherigen Angaben der Regierung.

Diese hat nach Meldung der Asahi Shimbun jedoch weiterhin nicht die Absicht, die Eltern über die jüngsten Testergebnisse zu informieren. Als Grund hierfür werde die große Fehlerspanne und die Besorgnis, die Menschen zu verängstigen, genannt. Zudem seien sie lediglich zu wissenschaftlichen Zwecken  ermittelt worden.

Regierung und Wissenschaftler nutzten selbe Daten: Die Regierung hatte im vergangenen Jahr zwischen dem 24. und 30. März 2011 die Strahlungsbelastung bei 1.080 Kindern aus der Präfektur Fukushima, unter 16 Jahren gemessen. Anhand der selben Daten stellte ein Forscherteam unter der Leitung von Toshikazu Suzuki, Abteilungsleiter am NIRS eine unabhängige Untersuchung an.

Ergebnis der Regierung: Während die Zentrale für nukleare Notfälle fünf Monate später den Eltern von 55 Prozent der getesteten Kindern versicherten, die Kinder wiesen keinerelei interne Schilddrüsenbelastung auf, darunter sogar solche unter dem messbaren Wert der Prüfgeräte, kamen die Wissenschaftler vom NIRS zu einem anderen Ergebnis.

Ergebnis der Wissenschaftler: Das Team schätzt den Durchschnittswert der Langzeit-Schilddrüsenwerte auf 12 Millisievert und den Höchstwert auf 42 Millisievert. Bei vier Kindern wurde eine Strahlungsbelastung von 30 Millisievert oder höher nachgewiesen.

Die getesteten Kinder stammten aus mindestens 10 unterschiedlichen Gemeinden. Die höchste Belastung wurde dabei bei Kindern aus Iitate und Iwaki festgestellt.

Die Experten erklärten, dass die Langzeit-Schildrüsendosen, die Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnten niedrig seien, da keines der Kinder den, von der internationalen Atomenergiebehörde IAEA festgelegten  Wert zur Ausgabe von Jod-Tabletten erreicht habe. Im Fall von ein Jahr alten Kindern liegt er bei 50 Millisievert.

Im vergangenen Jahr hatte die Regierung die Langzeitwerte für einige Kinder mit hohen Stundenwerten berechnet, jedoch die Eltern nur über die Stundenwerte informiert und die Langzeitberechnung unterschlagen.

Bei den jüngsten NIRS-Untersuchungen schätzten die Wissenschaftler die Belastungen aller Testpersonen auf der Basis ihrer Stundendosismessung und Einbeziehung von Bedingungen, welche diese maximieren würde.

Die Langzeit-Schilddrüsenwerte können anhand der Messungen der stündlichen Strahlungswerte die von radioaktivem Jod in der Schilddrüse freigesetzt werden, eingeschätzt werden. Dabei werden sowohl das Alter, der Zeitpunkt sowie weitere Faktoren berücksichtigt.

Mängel bei offizieller Untersuchung: Verantwortliche zum damaligen Zeitpunkt erklärten, die von der Regierung in Auftrag gegebenen Tests seien ungenau gewesen, da es lediglich primär darum gegangen sei Werte zu finden, ab denen die Einnahme von Jodtabletten erforderlich wäre.

Ende März 2011 hatte die Atomsicherheitskommission die Regierungsstelle dazu geraten, zusätzliche Untersuchungen an Kindern mit hohen Werten durchzuführen. Dies wurde mit dem Argument des schürens von Ängsten abgelehnt.

Die Wahrscheinlichkeit, dass

Tageskartenverkauf am Tokyo Sky Tree begonnen: Lange Schlangen bildeten sich heute vor dem Tokyo Sky Tree, neuem Wahrzeichen von Japans Hauptstadt Tokyo und mit 634 Metern höchster freistehender Sendeturm der Welt. War bis zum gestrigen Dienstag noch eine langfristige Voranmeldung für die Besichtigung erforderlich, so könnten ab heute für 2.500 Yen Tageseintrittskarten für die erste Aussichtsplattform in 350 Metern Höhe erworben werden.

So ist es mehr Besuchern möglich, den Ausblick auf die umgebende Skyline zu bewundern, gibt es doch nun täglich etwa 10.000 Tageskarten zu erwerben. Aus diesem Anlass hatte sich manch einer in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch vor der Kasse angestellt. Insgesamt wurden 420 Personen gezählt. Die Betreiber erwarten etwa 20.000 Besucher pro Tag.

Sowohl die Kyodo und die jiji als auch die NHK berichteten von der Neuigkeit.

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