Start Aktuelles Japan aktuell: Regierung will Gesundheit von Kindern schützen

Japan aktuell: Regierung will Gesundheit von Kindern schützen

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Tokyo Regierungsgebäude Nummer 5: Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Umwelt
Umweltministerium beendet Informationskampagne für Zwischenlager (Foto: pd)
Tokyo Regierungsgebäude Nummer 5: Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Umwelt
Tokyo Regierungsgebäude Nummer 5: Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Umwelt

TEPCO sah sich in einer ersten mündlichen  Verhandlung als nicht verantwortlich für den Rückgang von Gästen und Besucherzahlen nach dem 11. März. Geklagt hat der Betreiber eines Heißquellen-Hotels (Onsen), dass sich in 130 Kilometer Entfernung zum Kernkraftwerk befindet. Der Rückgang sei nach Ansicht von TEPCO auf die Naturkatastrophen zurückzuführen und nicht auf die Atomkrise, die nicht nur die Präfektur Fukushima aktuell immer noch belastet.

Wie auch immer der Rechtsstreit ausgehen mag, TEPCO ist für viele Menschen trotz aller Bemühungen immer noch nicht glaubwürdig, wenn es um Informationen zur Situation am AKW Fukushima geht. Nach wie vor gehen viele Kritiker von einer Scheibchen-Taktik bei der Offenlegung von Informationen aus.

Informationen inklusive Fukushima News gibt es auch heute in unserem Spreadnews Japan-Ticker vom 25. November 2011.

Regierung will Gesundheit von  Kinder besser schützen: Die japanische Regierung versucht offenbar die Gesundheitsgefährdung durch mögliche radioaktive Belastung zu verringern und so Kinder zu schützen. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, man plane eine vierteilige Gliederung von Nahrungsmitteln.

Neben den drei Gruppen Standardlebensmittel, Milch und Trinkwasser, soll es eine vierte Gruppe für Kleinkinder geben, deren Strahlungsgrenzwerte verschärft werden. Die Pläne wurden an das Unterkommitee für  Arzneimittel und den Rat für Lebensmittelhygiene weitergereicht um ihre Bewilligung einzuholen.

Premierminister Noda sagte am selben Tag in einem Gespräch mit Yuhei Sato, Gouverneur der Präfektur Fukushima, er ziehe für Minderjährige aus der Präfektur Fukushima eine kostenlose medizinische Versorgung bis zum achtzehnten Lebensjahr in Betracht. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Evakuierungsaufforderung für 37 Familien in Fukushima: Nachdem in Teilen der Stadt Date und Minamisoma insgesamt 13 neue Hot Spots gefunden wurden, erhielten 15 Familien in Date und 22 Familien in Minamisoma eine Aufforderung zur Evakuierung. Die Hotspots waren von offiziellen Teams entdeckt worden. Es handelt sich um die vierte Evakuierungsempfehlung für Bewohner von oder an Hotspots. Das berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

TEPCO stellt vereinfachte Antragsformulare bereit: Nachdem es Kritik über den bisherigen Umfang und die Komplexität der Formulare des Entschädigungsantrags für geschädigte des Atomunglücks gab, gab der Betreiber des AKW Fukushima nun eine vereinfachte Version heraus, mit der man hofft den Vorgang zu beschleunigen.

Die zuvor 60 Seiten umfassenden Antragsformulare mit einem 160-seitigen Handbuch mit Erläuterungen wurden nun auf 34 Seiten gekürzt, statt bislang 2.115 Leerfeldern, sind nun lediglich noch 1.005 auszufüllen.

TEPCO rechnete nicht mit großem Tsunami: Wie die NISA mitteilte, habe der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi nach eigenen Angaben trotz der Schwere des Tohoku-Erdbebens am 11. März 2011 nicht damit gerechnet, dass ein Tsunami dieser Größe auf die Kraftwerksanlage treffen würde. Diese Informationen waren Inhalt eines Berichts, den die Behörde verschiedenen Experten vorlegte und der Interviews mit den Leitern des Kraftwerk zur Situation unmittelbar nach dem Erdbeben enthielt.

Darüber hinaus ist dort auch eine irrtümliche Entscheidung dokumentiert. Demnach sei einer der beiden Isolationskondensatoren, der zur passiven Kühlung des Reaktorkerns dient, indem durch die Hitze aufsteigender Dampf kondensiert und als Wasser den Reaktor kühlt, aufgrund falscher Einschätzung irrtümlich abgestellt worden.

Da die Einheit darauf ausgelegt ist, auch ohne Stromversorgung funktionieren, jedoch alle Kontrollsysteme ohne Elektrizität keine Auskunft darüber gaben, ob die Kondensatoren noch funktionieren, startete man einen der Kondensatoren manuell. Dabei konnte allerdings die Entwicklung von Dampf, der sich normalerweise durch die Aufheizung des Wassers im Tank nicht bestätigt werden. Da im Fall eines fast leeren Wassertanks die Gefahr bestünde, dass radioaktiv belasteter Dampf austritt, schloss man das Ventil.

Als die Temperaturen im Reaktor dann stärker zu fallen schienen als normal, schloss man das eine Ventil während man das andere zur Anpassung der Kühlgeschwindigkeit öffnete und wieder schloss. Später öffnete man dann das zuvor geschlossene Ventil wieder, der Kondensator arbeitete aber nicht vollständig.

Wie später herauskam, hatten offenbar beide Kondensatoren zunächst nicht gearbeitet, auch sei der Tank noch zu 65 Prozent gefüllt gewesen, wie eine Untersuchung vor Ort im Oktober ergab. Die Entscheidung zur Abschaltung der Kondensatoren war von Arbeitern im Kontrollzentrum getroffen worden. Es ist jedoch nicht klar, ob die Führung von TEPCO über die Maßnahme informiert wurde.

Die Untersuchungen von TEPCO legen nahe, das eine Kernschmelze selbst unabwendbar gewesen sei – allerdings hätte der Zeitpunkt offenbar verzögert werden können, wenn die Kondensatoren gelaufen wären. Bei Nichtbetrieb habe die Kernschmelze vier Stunden nach dem Erdbeben, bei funktionierendem System dagegen erst in etwa sieben Stunden stattgefunden. Das berichten die Nachrichtenagentur jiji sowie die Asahi Shimbun.

Beibehaltung des kaiserlichen Familienstatus nach Heirat in Diskussion: Die Zahl der Mitglieder der kaiserlichen Familie Japans könnte sich in der nahen Zukunft verringern, da viele weibliche Mitglieder das heiratsfähige Alter erreicht haben, oder in Kürze erreichen werden, so die Sorge von Shingo Haketa, Leiter des Kaiserlichen Hofamtes. die er am heutigen Freitag zum Ausdruck brachte.

Die bisherigen Regelung sieht vor, dass bei der Heirat außerhalb der Famile, die Frau den Status als Mitglied der kaiserlichen Familie aufgeben muss. Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura schlug daher vor, nachdem man sich des Problems gewahr geworden sei, müsse man nun die Möglichkeit erwägen, diese Regelung dahingehend zu ändern, dass künftig kein Statusverlust der Braut erfolge, berichtet etwa die Nachrichtenagentur Kyodo.

Fujimura widersprach lokalen Medienberichten, dass das Amt eine entsprechende Anfrage gestellt habe um eine derartige Änderung zu ermöglichen und erklärte, die Regierung habe gegenwärtig keine direkten Pläne, das Gesetz zu ändern, was zudem Entscheidungen in Parlament und Kabinett erforderlich machen würde.

Gegenwärtig besteht die kaiserliche Familie aus 23 Mitgliedern, darunter drei unverheiratete Frauen: Prinzessin Mako (2o) und Prinzessin Kako (16), die Töchter von Prinz Akishino, sowie  Prinzessin Aiko (9), Tochter des Kronprinzen Naruhito, die jedoch aufgrund ihres Alters von neun Jahren vorerst kein Heiratsproblem darstellen dürfte.

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