Start Aktuelles Japan aktuell: Regierung will trotz Katastrophe von Fukushima neue Reaktoren teilweise erlauben

Japan aktuell: Regierung will trotz Katastrophe von Fukushima neue Reaktoren teilweise erlauben

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Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Brennstäbe-Bergung begonnen
Tepco: Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. Foto: Tepco
Fukushima: Trotz Krise teilweise Betriebsgenehmigung für neue Reaktoren

Während die neue Gesundheitsministerin Yoko Komiyama den Preis für Zigaretten durch Steuererhöhungen praktisch verdoppeln will, qualmt es auch an gänzlich anderen Stellen. So sind etwa die Pflegeeinrichtungen in der Region Tohoku in der die Präfekturen Fukushima,  Iwate und Miyagi liegen, überfüllt und die Aussagen eines Professors zur Lebensmittelsicherheit führten zu rauchenden Köpfen.

Informationen darüber was in Fukushima aktuell geschieht, Meldungen zu den Opferzahlen des Taifun sowie weitere Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 07. September 2011.

TEPCO lässt 2,38 Milliarden Yen in den Entschädigungstopf fließen: Öffentliche Gelder in Höhe von sieben Milliarden Yen, sowie eine Gesamtsumme von ebenfalls sieben Milliarden werden von 12 Kraftwerksbetreibern eingebracht. Neben TEPCO zahlen die übrigen Elektrizitätsanbieter die Summe als eine Art versicherungsähnlicher Ausgleichsplan für künftige Zwischenfälle. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Über 100 Tote und Vermisste durch den Taifun: Die Gesamtzahl an Toten und vermissten steigt über hundert, das meldet die Nachrichtenagentur jiji. Landesweit werden 48 Tote und 57 Vermisste gemeldet . Allein in der Präfektur Wakayama zählte man 34 Tote sowie 34 Vermisste. Unterdessen gehen die Rettungsaktionen in den Präfekturen Wakayama und Nara weiter.

Noda führt Telefongespräche mit chinesischer, südkoreanischer und russischer Führung: In Gesprächen mit den Regierungschefs der Länder gab Noda sich diplomatisch und bemühte sich um eine möglichst ruhige Linie, so jedenfalls die Schilderung innerhalb eines Artikels der Mainichi Shimbun.

Mit Chinas Premier Wen Jiabao vereinbarte er eine Vertiefung der strategischen Partnerschaft und, mit Russlands Präsident Dmitry Medvedev vereinbarte er eine Entschleunigung der bisherigen Regierungsgespräche, bei denen besonders der Territorialkonflikt für Spannungen gesorgt hatte.

Gemeinsam mit der Regierung Südkoreas unter Lee Myung Bak und in Zusammenwirken mit den USA wolle Japan die Zusammenarbeit in Umständen die in Zusammenhang mit Nordkorea stehen, fortführen.

Sowohl China als auch Südkorea sprachen Einladungen an Japans Regierungschef aus, Noda hatte zuvor Lee zu einem Besuch Japans angeregt.

Premierminister erlaubt eventuell Betrieb von in Bau befindlichen Anlagen: Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura deutete am gestrigen Dienstag an, der neue Premier erlaube möglicherweise den Betrieb neuer Reaktoren, sofern sich diese bereits im Bau befänden, so eine Meldung der Nachrichtenagentur jiji. Neben anderen Betreibern hat besonders Chugoku Electrics Befürchtungen, andernfalls fast vollständig fertiggestellte Anlagen nicht in Betrieb nehmen zu können.

Hierzu zählt auch der dritte Reaktor am AKW Shimane, der bereits im April zu 90 Prozent fertig war. Allerdings sollte nicht verschwiegen werden, das bereits während des Baus in nur 2,5km Entfernung eine als „nicht kritisch“ beurteilte seismische Besonderheit festgestellt wurde.

Erdbeben auf Südhokkaido: Der südliche Teil von Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido ist von einem Erdbeben der Stärke 4,3 auf der Richterskala erschüttert worden, berichtet die Mainichi Shimbun. Weitere Informationen zum Beben gibt es nicht.

TEPCO entschuldigt sich bei Versammlung für Atomkrise: Das erste Mal seit Beginn der Krise besuchte der Präsident des Atomkonzerns TEPCO eine Versammlung der Präfekturleitung Fukushima. Präsident Toshio Nishizawa entschuldigte sich für das Unglück und drückte sein tiefes Bedauern über das Leid und die Ängste der Bevölkerung aus. Zudem versicherte Nishizawa, der Konzern unternehme alle Anstrengungen um Anfang Oktober die Entschädigungszahlungen an die Evakuierungsopfer beginnen zu können. Das berichtet die Nachrichtenagentur Jiji.

Gesundheitswarnungen von Professor gegen  Lebensmittelsicherheit: Der in japanischen Medien präsente und wegen seiner ungewöhnlichen Ansichten – Recyling sei Unsinn und verbrauche mehr Energie als die Abfallverbrennung in modernen Anlagen, die globale Erwärmung  stehe in keinem  Zusammenhang mit CO2 Emissionen und die Angst vor einer Energiekrise sei unbegründet – bekannte Universitätsprofessor Kunihiko Takeda erregte mit Aussagen in einer Fernsehsendung den Zorn von Osamu Katsube, Bürgermeister von Ichinoseki.

Der Professor hatte in einer Sendung des Fernsehsenders Yomiuri TV, in der Experten die Fragen von Kindern beantworten, den Ort Ichinoseki (Präf. Iwate) als Beispiel für einen Ort erhöhter Strahlung in der Region Tohoku herangezogen und unter anderem die Aussagen Gemüse und Fleisch aus der Region Tohoku zu essen, wird ihre Gesundheit ruinieren und die jetzige Produktion von landwirtschaftlichen Produkten in der Region Tohoku ist ein Fehler gemacht.

Trotz einer entsprechenden Aufforderung eines anderen Programmteilnehmers während der Sendung und einer wütenden E-Mail des Bürgermeisters erklärte der Professor, er werde seine Aussagen nicht zurückziehen. Der Fernsehsender beugte weiteren Konflikten über die Ausstrahlung der Sendung vor, indem eine Kritik an den Aussagen des Professors in das Programm eingearbeitet worden sei. Dies meldet die Mainichi Shimbun.

Kyushu Electric zahlt Schulden von Genkai Fischereiverband : Ein weiterer Hinweis auf undurchsichtige Absprachen zwischen AKW-Betreiber und örtlichen Stellen, könnte die nun bekannt gewordenen Schuldenübernahme sein.

Insgesamt 700 Millionen Yen soll der Konzern übernehmen, so namentlich ungenannte Quellen auf die sich Nachrichtenagentur jiji und die Asahi Shimbun berufen. Ein diesbezügliches Versprechen sei im Jahr 2009 getroffen worden – das selbe Jahr in dem die Forschung mit MOX-Brennelementen am AKW Genkai begann.   Bis vergangenen März habe das Unternehmen über zwei Jahre hinweg bereits 460 Millionen Yen gezahlt.

Rettungsarbeiten in Krisengebieten offenbar  erfolgreich: In einer gemeinsamen Aktion gelang es den Kräften der örtlichen Verwaltung mit Unterstützung durch die Selbstverteidigungsstreitkräfte in das zuvor abgeschlossene Dorf Totsukawa (Präf. Nara) zu gelangen um dort annähernd 500 Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Einzelne Ortsteile waren zuvor durch Schäden an Straßen sowie Erdrutsche voneinander getrennt worden.

In  Kiho (Präf. Mie) retteten die Selbstverteidungsstreitkräfte drei Einwohner eines Pflegeheimes, darunter eine Hunderjährige. Doch auch die Rettung durch Privatpersonen kann gemeldet werden. So rettete etwa in Nachikatsuura (Präf. Wakayama) eine 24 Jahre alte Enkelin ihre 83-jährige Großmutter aus dem Wasser.

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