Start Aktuelles Japan aktuell: Rekord bei Tritiumwerten in Fukushima-Meerwasser

Japan aktuell: Rekord bei Tritiumwerten in Fukushima-Meerwasser

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Atomsymbol
Präfektur Fukushima: Radioaktives Kobalt im Boden nachgewiesen (Symbolbild: pd)
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Erhöhte Umweltgefahr durch Tritium am AKW Fukushima befürchtet (Grafik: pd)

Nicht nur, dass am AKW Fukushima aktuell ein erneuter Negativrekord aufgestellt wurde – zusätzlich sieht man dort das steigende Risiko einer möglichen Meereskontamination durch radioaktives Material.

Die Bemühungen zur Nutzung regenerativer Energien in Japan, wie sie für die Präfektur Fukushima heute präsentiert wurden, sind dagegen noch nicht rekordverdächtig.

Unterdessen wächst der Druck, Atomkraftwerke wieder ans Netz gehen zu lassen, wenn sie den Sicherheitsvorgaben der Atomaufsichtsbehörde entsprechen.

Einzelheiten zu den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Juni 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Hohe Tritiumwerte in Fukushima-Hafenbereich
  • Schwimmende Windkraftanlage für Fukushima-Stromversorgung fertig

Hohe Tritiumwerte in Fukushima-Hafenbereich: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO gestern bei der Analyse einer Wasserprobe vom 21. Juni 2013 feststellte, wurde in dem Wasser, das an einem Kontrollpunkt an dem Wasserzulauf nördlich der Turbinengebäude der Reaktoren 1 bis 4 entnommen worden war, steigende Tritiumwerte entdeckt.

Nördlich des Einlaufs für die Reaktoren 1 bis 4:

  • Aktuell: Probe vom 21. Juni: 1.100 Becquerel pro Liter
  • Zuvor: Probe vom 10. Juni: 500 Becquerel pro Liter

Vor dem Schutzdamm der Reaktoren 1 und 2:

  • Aktuell: Probe vom 21. Juni: 910 Becquerel pro Liter
  • Zuvor: Probe vom 14. Juni: 600 Becquerel pro Liter

In der vergangenen 12 Monaten pendelten die Tritiumwerte im Hafen zwischen 100 und 200 Becquerel pro Liter.

Mit einer Belastung von etwa 1.100 Becquerel Tritium pro Liter, ist der jetzige Fund die höchste Belastung des Meerwassers, seit Beginn der Fukushima-Krise im März 2011. Der Wert ist im Vergleich zu einer Probe mit 500 Becquerel, die am 10. Juni aus dem selben Bereich entnommen wurde, mehr als doppelt so hoch. Der bisherige Rekordwert von 920 Becquerel stammt vom Oktober 2011.

Wie die oben präsentierten Werte zeigen, wurde auch an anderer Stelle ein Anstieg der Werte festgestellt, da eine am vergangenen Freitag entnommene Probe zwischen den Wasserzuläufen für die Reaktoren 1 und 2 insgesamt 910 Becquerel pro Liter gemessen wurden. Zehn Tage zuvor waren es noch 600 Becquerel pro Liter gewesen.

TEPCO erklärte, man untersuche den Sachverhalt mit besonderer Dringlichkeit, da die Entdeckung nahe legt, dass radioaktives Wasser von dem Gelände der Anlage, durch den Boden in das Meer, innerhalb des Hafenbeckens der Kraftwerksanlage  gelangt. Tritium entsteht im Kühlwasser von Atomreaktoren und gelangt normalerweise nur in Kleinstmengen in die Umwelt.

Auch die Atomaufsichtsbeförde NRA geht davon aus, dass möglicherweise radioaktiv kontaminiertes Grundwasser in den Hafenbereich gelangt und fordert eine noch genauere Überwachung dieser Entwicklungen. Neben TEPCO berichteten auch Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK über den Nachweis.

Schwimmende Windkraftanlage für Fukushima-Stromversorgung fertig : In einer Werft des Schiffsbauers Mitsui Co. wurde den Medien heute eine schwimmende Windkraftanlage auf einem Floß vor der Küste der Präfektur Fukushima zur Elektrizitätsgewinnung genutzt werden soll.

Die Anlage soll frühestens am Donnerstag zunächst in der Bucht von Tokyo zu Wasser gelassen werden und dann in Gewässer, etwa 20 Kilometer vor dem Küstenort Tomioka (Präf. Fukushima) gezogen werden. Mit einem Testlauf zur Stromerzeugung wird Mitte Oktober gerechnet. Dabei sollen sowohl die Sicherheit der Anlage, als auch mögliche Auswirkungen auf den Fischfang der Region untersucht werden.

Sie ist das erste Ergebnis eines Projekts von zehn Unternehmen und der Universität Tokyo, das im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie tätig ist und soll in der Lage sein, mit ihrem Rotor, der einen Durchmesser von 80 Zentimetern hat, 2.000 Kilowatt an Leistung zu bringen. Zwei weitere Windkraftanlagen, jeweils mit einer Leistung von 7.000 Kilowatt, sollen folgen.

Über die Versuche mit dieser Form regenerativer Energiegewinnung berichteten jiji und NHK.

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