Start Aktuelles Japan aktuell: Rindfleisch aus Fukushima durch Futtermittel radioaktiv belastet

Japan aktuell: Rindfleisch aus Fukushima durch Futtermittel radioaktiv belastet

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Japan Kobe Fleisch
Fukushima-Fleisch vorsätzlich falsch deklariert (Symvolbild; jiashiang cc-by)
Japan Kobe Fleisch
Kobe Fleisch: Keine Berichte über radioaktive Belastung bei Premium-Rindern Foto: jiashiang (flickr)

Nachdem in Frankreich aus Japan stammender Grüntee aufgrund der hohen radioaktiven Belastung bereits am Flughafen aus dem Verkehr gezogen war, hat Japan seit gestern seinen ersten Fall von radioaktiver Kontamination bei Fleisch – ein erneuter Beweis, dass die Probleme durch Fukushima aktuell längst noch nicht gelöst sind und auch in den folgenden Monaten immer wieder Fukushima News eine prominente Stellung haben werden.

Alles weitere nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Juli 2011.

Morgen weitere Nachmeldungen aus Japan bei Spreadnews.de. Kommen Sie gut durch die Nacht.

Hohe Radioaktivität in Futtermittel: Die gestern gemeldeten Grenzwertüberschreitungen von radioaktivem Cäsium im Fleisch von 11 Rindern aus einem Betrieb in Minamisoma (Präf. Fukushima) betrugen bis zu 2300 Bq/kg Fleisch und sind, wie nun bekannt wurde, offenbar auf stark kontaminiertes Reisstroh, das als Futtermittel diente, zurückzuführen – so ein Bericht der Nachrichtenagentur Jiji. Der Grenzwert von 300 Becquerel radioaktivem Cäsium pro Kilogramm sei bei dem Reisstroh überschritten worden, dagegen habe im Quellwasser mit dem die Tiere getränkt wurden, kein Cäsium nachgewiesen werden können.

Hafen Onahama mit Problemen: Auch der Umstand, dass es sich um den Hafen handelt, in dem die Teile für den Schutzmantel der Atomruine Fukushima Daiichi vormontiert handelt, schützt den Hafen nicht vor Problemen: Ebenso wie in anderen Häfen der Präfektur fürchten Fischer auf ihrer Ware sitzen zu bleiben, wenn als Hafenstandort in der Präfektur Fukushima angegeben wird, weichen sie auf Häfen außerhalb der Präfektur aus, was die Wirtschaft deutlich schwächt. So auch Beschwerden, die gegenüber der Zeitung Yomiuri Shimbun geäußert wurden.

Kyushu Electric Affäre: Bislang 50 Angestellte  verstrickt: Bislang sind 50 Arbeiter bekannt, die auf Anordnung von Vorgesetzten versuchte Medienmanipulation durchführten, indem der Themensendung eines TV-Senders Unterstützer-E-Mails für den Neustart abgeschalteter AKW zugeschickt wurden, um eine größere Akzeptanz in der Bevölkerung vorzutäuschen.Die Zahl der an der Aktion Beteiligten könnte nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo jedoch noch weiter steigen, da die Untersuchungen andauern.

Wie die Yomiuri Shimbun meldet, fand die selbe Taktik offenbar auch im Fall des geplanten Reaktors 3 am Atomkraftwerk Sendai, das ebenfals Kyushu Electric gehört, Anwendung. Frühestens am heutigen Montag will der Präsident des Unternehmens einen Bericht der bisherigen Untersuchung an das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie aushändigen.

Kyushu Electric Affäre: Präfektur-Gouverneur erhielt  Spenden: Offenbar hat der Gouverneur der Präfektur Saga regelmäßig Spenden von mehreren hochrangigen Mitarbeitern der Kyushu Electric erhalten. Da diese seit 2005 immer jährlich und stets in gleicher Höhe von 30.000 Yen pro Person erfolgten sowie weitere Zuwendungen gespendet wurden,  unabhängig welcher Mitarbeiter die Position innehatte, wird von Unternehmensspenden ausgegangen, die unter dem Deckmantel der Spenden durch Privatpersonen erfolgte. Das meldete die Mainichi Shimbun.

Sowohl Kyushu Electrics als auch die Präfekturleitung wiesen einen entsprechenden Zusammenhang und darauf beruhende Verdächtigungen jedoch zurück und verwiesen darauf, es handele sich ausnahmslos um Privatspenden, nicht um die eines Konzerns.

Helfer haben mit sommerlicher Hitze zu kämpfen: Einem Bericht der Yomiuri Shimbun zufolge, gibt es bei mehreren Helfern die in den Küstenorten Trümmer und Schlamm entfernen, gesundheitliche Probleme aufgrund der Hitze. Präfekturen stellen nicht nur Wasser zur Verfügung, sondern verteilen auch Umeboshi – Aprikosen die stark salzig schmecken und als traditionelles Mittel gegen Salzverlust durch starkes Schwitzen dienen.

Medizinisch geschulte Trümmerhelfer wurden gebeten, ggf. Unterstützung bei der Betreuung von Personen in den klimatisierten Ruheräumen zu leisten.

Nur 64 Prozent aller Übergangshäuser belegt: Bislang sind lediglich 64 Prozent der zur Verfügung gestellten Übergangshäuser von Bewohner bezogen worden, damit lebt ein nicht unbeträchtlicher Teil der Opfer der Naturkatastrophen vom 11. März nach wie vor in Lagern oder anderen Notunterkünften. Als Grund wird neben einer überlsteten Verwaltung nach wie vor die schwierigeren Lebensumstände in Übergangshäusern genannt. Das meldete die Mainichi Shimbun.

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