Start Aktuelles Japan aktuell: Roboter „Quince“ soll im AKW Fukushima eingesetzt werden

Japan aktuell: Roboter „Quince“ soll im AKW Fukushima eingesetzt werden

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Tepcos Spezialroboter
Ausgefallener Spezialroboter "Quince": Nachfolger sind unterwegs (Foto: TEPCO)
Tepcos Spezialroboter "Quince" Foto: TEPCO
Spezialroboter "Quince" soll in Fukushima helfen Foto: TEPCO

Während angesichts der fast ausnahmslos von Rückschlägen geprägten Fukushima News immer mehr Japaner den Ausstieg aus der Atomenergie fordern, erklärte Industrieminister Banri Kaieda in einer Pressekonferenz, Japan benötige Kernkraftwerke und bat Verwaltung und Anwohner von Gebieten nahe den AKW, die im Zuge der Fukushima-Krise länger als vorgesehen heruntergefahren worden waren, zu kooperieren und ihre Zustimmung zum Wiederhochfahren zu geben.

Während also die Regierung teilweise weiterhin die Atomkraft propagiert setzt der Konzern TEPCO seine Hoffnung in einen technischen Gehilfen der besonderen Art – den Roboter Quince. Dies und mehr nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. Juni 2011.

00:00 Am morgigen Dienstag finden sie auf Spreadnews.de einen weiteren Artikel mit aktuellen Neuigkeiten über die Situation in Japan und die Lage am AKW Fukushima. Kommen Sie gut durch die Nacht.

TEPCO öffnet in Fukushima Türen: Nachdem der Gehalt der Radioaktivität der Luft innerhalb von Reaktor 2 durch eine Fliteranlage deutlich gesenkt werden konnte, hat TEPCO nun die Erlaubnis des zuständigen Ministerums und der NISA  erhalten und am Sonntag, kurz vor 14 Uhr unserer Zeit die große Doppeltür des Gebäudes geöffnet. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji. Mit der Maßnahme soll die hohe Luftfeuchtigkeit im Gebäude gesenkt werden.

Bei der Öffnung der Tür ist nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur nicht nur die Luftfeuchtigkeit um 70 Prozent gesunken, sondern zudem seien etwa 1,6 Milliarden Becquerel Radioaktivität freigesetzt worden, bei der Öffnung der Doppeltüren von Reaktor 1 waren es 500 Millionen Becquerel.

Tokyos Obdachlose leiden unter Erdbeben-Spenden: Nach einem Bericht der Mainichi Shimbun, führen finanzielle Zuwendungen für die Opfer der Naturkatastrophen zu Spendenengpässen an anderen Stellen. So beklagt etwa die gemeinnützige Organisation Tenohashi, die sich für Obdachlose einsetzt, sowohl einen Rückgang der Spenden, als auch der Verkaufszahlen einer Obdachlosenzeitung.

Es sei zu befürchten, das Menschen aus die nicht für den Erhalt von Hilfsmaßnahmen berechtigt sind, in die städtischen Gebiete kämen und so die dortige Zahl von Obdachlosen steige, erklärte ein Sprecher der Organisation.

TEPCO verschärft Strahlenprüfung für Arbeiter: Die radioaktive Belastung, der Arbeiter im  AKW Fukushima Daiichi ausgesetzt ist soll gesenkt, gleichzeitig die medizinische Versorgung des Personals verbessert werden – so lauten zwei der Punkte auf TEPCOs aktualisiertem Krisenfahrplan, nach Angaben der Asahi Shimbun. Dazu gehört auch die Anbringung weiterer Ganzkörper-Scanner zur Messung interner Strahlenbelastung.

Dabei geschieht die Bereitstellung eines 24h Ärzteteams zur Betreuung der Arbeiter und 2500 Schutzanzügen mit Kühlfunktion gegen die zusätzliche Hitze im Sommer nicht aus reiner Nächstenliebe. Besonders wenn erfahrene Arbeiter aufgrund zu hoher Strahlenbelastung ausfallen, könnte dies die Arbeiten deutlich verlangsamen.

Fukushima weitet Strahlenprüfung aus: Die Komunalverwaltung der Präfektur Fukushima hat zur Feststellung von Arealen mit erhöhter Radioaktivität und Hot Spots die Maßnahmen zur Messung der Strahlung ausgeweitet, wie ein Artikel der Yomiuri Shimbun berichtet. Gegen Ende des Monats sollen die Ergebnisse über Messungen in Parks, auf Straßen die zu Schulwegen gehören und anderen Orten veröffentlicht werden.

Diese Maßnahme ist durchaus berechtigt, wurde doch bereits an einigen Orten außerhalb der 20km Sperrzone ein Strahlungsniveau entdeckt, dessen Werte über der radioaktiven Belastung von Gebieten innerhalb des Sperrgebiets um die Atomruine Fukushima Daiichi liegen.

Bescheinigungen für Opfer zur Versteigerung angeboten: Offenbar in betrügerischer Absicht hat ein bislang unbekannter Täter anscheinend gefälschte Bescheinigungen die Opfer der Naturkatastrophen zur kostenlosen Nutzung von Zügen in den betroffenen Gebieten berechtigen, auf einer japanischen Auktionsplattform angeboten, wie ein Artikel der Mainichi Shimbun berichtet.

Da der Unbekannte vorgab, die Dokumente seien vom Bürgermeister der Stadt Iwaki ausgestellt worden, überlegt die Stadtverwaltung die Polizei einzuschalten.

Möglicherweise falsche Messung bei Dekontamination: TEPCO zieht in Erwägung, dass die von den Dosimetern gemeldeten hohe Radioaktivität in den Filtern, die zum Stopp des Systems geführt hatte,  in Wirklichkeit die Ausgangswerte des durchfließenden Wassers wiedergeben und nicht die radioaktive Belastung in den Filtern. Sollte sich nach Tests bewahrheiten, dass die Cäsium-Filter noch nicht ihr Limit erreicht haben, könnte die Dekontamination des Wassers fortgesetzt werden, so die Nachrichtenagentur Jiji.

Testweiser Reisanbau am AKW Fukushima: Die „National Agriculture and Food Research Organization“ (NARO), eine halbstaatliche Organisation legte in Iitate und damit Nahe an der Atomruine des AKW Fukushima Daiichi versuchsweise ein 800qm messendes Reisfeld an. Das Feld soll im Herbst abgeerntet werden, um dann den Grad der radioaktiven Kontamination zu bestimmen.

Zuvor war eine etwa vier Zentimeter dicke Bodenschicht abgetragen worden, so dass die Belastung des Bodens mit radioaktivem Cäsium von 10.000 Becquerel pro Kilogramm auf 2600 Bq/kg sank und damit etwas unter dem zugelassenen Höchstwert von 5000 Bq/kg liegt. Das meldet die Mainichi Shimbun.

TEPCO kämpft um Dekontaminationsanlage (Kyodo) Wie Junichi Matsumoto, Sprecher des Energiekonzerns TEPCO in einer Pressekonferenz mitteilte, werde man das Problem der Filtereinheit für Cäsium schnell behoben haben, voraussichtlich könne bereits am Dienstag oder Mittwoch die Dekontamination des Wassers fortsetzen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Neunter Arbeiter in Fukushima über Höchstdosis: Wie die Betreiberfirma TEPCO heute mitteilte, wurde bei Messungen bei einem weiteren Arbeiter eine Strahlendosis festgestellt, die zeigt, dass der Arbeiter den Höchstwert von 250 Milisievert überschritten hat. Damit steigt die Zahl der schwer belasteten Arbeiter auf Neun.

Feuerwehrmänner benötigen psychologische Hilfe: Seit dem Erdbeben und dem damit verbundenen Tsunami im März gelten insgesamt 249 freiwillige Feuerwehrmänner als tot, oder vermisst, doch ihre überlebenden Kollegen können sich vielfach nicht freuen, noch am Leben zu sein.

Einem Bericht der Yomiuri Shimbun zufolge, leiden viele von ihnen an Schuldgefühlen und tatsächlich will die Regierung psychologisch geschultes Personal in die drei am stärksten von den Naturkatastrophen betroffenen Präfekturen, Iwate, Miyagi und Fukushima entsenden, besteht doch bei vielen der Betroffenen die Gefahr einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Roboter „Quince“ soll AKW Fukushima erforschen: Einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo zufolge, plant der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, der Energiekonzern TEPCO, den Einsatz eines Roboters namens „Quince“. Der Roboter soll neben den üblichen Messungen der Radioaktivität auch Wasserproben nehmen, da er dazu in der Lage ist über Bauschutt zu fahren und feuchte Stufen hinaufzuklettern.

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