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Japan aktuell: Schäden in Fukushima nach Taifun Roke

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Einströmendes Regenwasser in Keller des Turbinengebäudes Reaktor 6 am 21. September 2011 (Foto: TEPCO)
Einströmendes Regenwasser in Keller des Turbinengebäudes Reaktor 6 am 21. September 2011 (Foto: TEPCO)
Einströmendes Regenwasser in Keller des Turbinengebäudes Reaktor 6 am 21. September 2011 (Foto: TEPCO)
Einströmendes Regenwasser in Keller des Turbinengebäudes Reaktor 6 am 21. September 2011 (Foto: TEPCO)

Der Taifun Roke hat auf seinem Weg durch Japan auch die Präfektur Fukushima und die dort stehenden Atomkraftwerke Fukushima Daiichi und Daini passiert, eine große Katastrophe ist dabei ausgeblieben.

Dennoch gibt es neben dem Bekanntwerden von Cyber-Angriffen und Datendiebstählen bei Mitsubishi Heavy Industries, Japans größtem Waffenhersteller im August und der Entdeckung, dass offenbar auch drei japanische Computer nichtsahnender Benutzer bei den Angriffen unbekannter Täter gegen südkoreanische Regierungs- und Bankwebseiten im März genutzt worden waren, weiteres aus Japan zu melden.

Auch wenn beispielsweise nach Angaben des Betreibers TEPCO keine baulichen Schäden entstanden seien, so gilt zur Zeit in Japan die Devise: Nach dem Taifun ist vor dem Taifun.

Doch nicht nur die Folgen des Sturms Roke, sondern auch was in Fukushima aktuell geschieht und einige weitere Entwicklungen in Japan sind heute erneut Thema.

Fukushima News, Wetterlage und Sonstiges nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. September 2011.

Steigender Wasserstand in AKW Fukushima: Durch die heftigen Regenfälle ist der Pegel an radioaktiv belastetem Wasser in einigen Gebäuden des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi gestiegen. Auch wenn der Regen aufgehört habe, so werde auch in den kommenden Tagen noch weiterhin Regenwasser in die Anlage fließen. Zudem habe es keine direkte Schäden an wichtigen Elementen wie etwa der Kühlwasseranlage gegeben, kleinere Probleme seien jedoch aufgetreten.

Im Keller von Reaktor 1 stieg der Wasserstand innerhalb von 24 Stunden um 44 Zentimeter, an anderen Stellen der Anlage wo sich ebenfalls kontaminiertes Wasser angesammelt hat, betrug die Erhöhung zwischen 8 und 12 Zentimetern, teilte der Betreiber TEPCO mit.

Kleines Schlauchleck in Fukushima: An der Stelle eines Schlauchs der mit dem alternativen Kühl- und Filtersystem des Abklingbeckens an der Wasseraufbereitung von Reaktor vier verbunden ist, habe es ein kleineres Leck gegeben. Maßnahmen zur Reparatur seien getroffen worden –  die Kühlung des Abklingbeckens weiter fortgesetzt, berichtet TEPCO.

Kurzes Eindringen von Wasser durch Eingang: Aufgrund einer Fehlfunktion eines Tors des großen Zeltes in dem Einheiten zur Entsalzung stehen, kam es zu einem eindringenden Schwall von Regenwasser durch den Taifun. Als Reaktion hierauf sei die Einheit abgeschaltet worden.

Regenwasser sammelte sich in AKW Onagawa: In zwei Kellergeschossen und Rohrleitungsbereichen unterhalb des Turbinengebäudes von Reaktor 1 des AKW Onagawa, hat sich aufgrund des sintflutartigen Regens Wasser angesammelt, teilte der Betreiber der Anlage, Tohoku Electric mit. Man habe jedoch kein radioaktives Material im Wasser feststellen können.

Todesopfer durch Taifun Roke: Bislang geht man von 11 Personen aus, die ihr Leben durch den Taifun Roke verloren. In Numazu (Präf. Shizuoka) wurde ein 44-jähriger Mann tot an der Küste aufgefunden. Er war am Tag zuvor von hohen Wellen erfasst worden. In Ninohe (Präf. Iwate) waren ein Mann und eine Frau unter einem Erdrutsch verschüttet worden. Während der Mann überlebte, starb die 65 Jahre alte Frau später.

In Sendai wurden zwei Gemeindeangestellte der Abwasserwirtschaft, die in der Nähe eines durch den Regen angeschwollenen Grabens gearbeitet hatten, vermisst, einen von ihnen später als tot bestätigt. Ein 62- Jahre alter Mann war im Gojo-Fluss in Kiyosu (Präf. Aichi) aufgefunden worden.

Forderung nach Stilllegung des AKW Hamaoka: Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur, die diese Information aus gut informierter Quelle erhalten haben will, wird am Montag wird mit der Stadt Makinohara (Präf. Shizuoka) die erste Gemeindeversammlung eine Resolution vorlegen in der die endgültige Stilllegung des AKW Hamaoka gefordert wird. Es ist somit auch das erste Mal, dass sich eine Gemeindeversammlung mit dem Thema befasst.

Da nach allgemeiner Ansicht Zentraljapan in naher Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit ein großes Beben bevorsteht, ist die Forderung der Bewohner verständlich, zumal sich das AKW Hamaoka in 10km Entfernung beim Nachbarort Omaezaki befindet.

Taifun überschwemmte Übergangshaussiedlung in Fukushima (mainichi) Jene, die bereits durch Erdbeben und Tsunami teilweise alles verloren haben, sahen sich nun erneut mit einer Naturgewalt konfrontiert. So erging eine Evakuierungsempfehlung für alle 138 Einwohner der Übergangshaussiedlung in Sukagawa (Präf. Fukushima), so ein Artikel der Mainichi Shimbun. Als der dortige Fluss über die Ufer trat wurde ein großer Teil der Übergangshäuser überschwemmt. Die Regenflut traf damit auch frühere Einwoher der Stadt Tamura, denen gestern die temporäre Rückkehr zur Mitnahme wichtiger Gegenstände erlaubt worden war.

Japan besitzt 30 Tonnen Plutonium: Japans Besitz von spaltbarem Plutonium beläuft sich einem Bericht des Kabinettsbüros an die Japanische Atomenergiekommission und die IAEA vom 20. September zufolge auf insgesamt 30 Tonnen. 6,7 Tonnen hiervon befinden sich noch in Japan, unter anderem auch in der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho (Präf. Aomori). Die Vorräte in Übersee befinden sich in Frankreich und Großbritannien, wo sie ebenfalls in Wiederaufbereitungsanlagen sind.

1 KOMMENTAR

  1. Das ist echt schon heftig was damals in Fukushima passiert ist, aber gegen solche Naturgewalten hat der mensch nun einmal keine Chance. Jede Kühlwasseranlage ist auch nur so gut wie Ihre Stromversorgung. Auch mit Anlagen von deutschen Anbietern wie Cofely wäre wohl das gleiche passiert.

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