Start Aktuelles Japan aktuell: Schnee senkt vorübergehend Strahlung in Fukushima

Japan aktuell: Schnee senkt vorübergehend Strahlung in Fukushima

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Leck am Wassertank östlich von Fukushima-Reaktor 2 am 8. Februar 2012 (Foto: TEPCO)
Probleme mit Wassertank östlich des Fukushima-Reaktors 2 am 8. Februar 2012 (Foto: TEPCO)
Leck am Wassertank östlich von Fukushima-Reaktor 2 am 8. Februar 2012 (Foto: TEPCO)
Probleme mit Wassertank östlich des Fukushima-Reaktors 2 am 8. Februar 2012 (Foto: TEPCO)

Japan hat mit diesem Winter und seinen Schneemassen ebenso zu kämpfen, wie andere Nationen und auch hier gab es bereits Todesopfer, wie etwa gestern, als ein fünfjähriges Mädchen von einer Dachlawine erschlagen wurde.

Der Zusammenbruch einer Schneeskulptur beim jährlichen Schneefestival in Sapporo, bei der eine 61 Jahre alte Frau einen Wirbelbruch erlitt, wird dagegen auf die ungewohnt warmen Temperaturen zurückgeführt.

Doch auch  die Temperaturprobleme, die dem Betreiber des AKW Fukushima aktuell Sorgen bereiten, sind noch nicht vorüber. Der heutige Temperaturstand in Reaktor 2 beträgt  66,7° Celsius um 5:00 Uhr Ortszeit. Informationen über weitere Wasserprobleme und sonstige Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 08. Februar 2012.

Biomasse-Kraftwerke gegen Katastrophenabfälle: Um dem Problem, der nach den Naturkatastrophen vom 11. März 2011 übrig gebliebenen Trümmer und Abfälle endlich Herr werden zu können, entschied sich die Fortstwirschaftsbehörde am gestrigen Dienstag dazu, den Bau von vier Biomasse-Kraftwerken, die in den Präfekturen Iwate und Miyagi errichtet werden sollen, finanziell zu fördern. Zudem hofft man, das Projekt trage zur Popularisierung der erneuerbaren Energien bei.

Das Umweltministerium schätzt den Anteil von Holz  in den insgesamt 22,49 Millionen Tonnen Trümmern und Überresten auf 70 Prozent. Damit stünden unter Abzug von Holz, das aufgrund von Nässe nicht als Brennstoff in Frage kommt, mindestens fünf Millionen Holztrümmer für die Biomasse-Kraftwerke zur Verfügung, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Drei der vier Kraftwerke – in Miyako (Präf. Iwate), Kesennuma und Ishinomaki (beide Präf. Miyagi) verfügen jeweils über eine Leistung von 5.000 Kilowatt, das vierte Kraftwerk in Tagajo (Präf. Miyagi) bietet 1.000 Kilowatt. Jährlich sollen insgesamt 200.000 Tonnen derartiger Überreste verbrannt und so 16.000 Kilowatt erzeugt werden, was den Energiebedarf von 30.000 Haushalten decken würde.

Alle Anlagen sollen in räumlicher Nähe zu Papierfabriken oder holzverarbeitenden Industrien liegen, so dass der dort anfallende biologische Abfall zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Mit dem Betrieb der Biomasse-Kraftwerke wird ab März 2014 gerechnet.

Schnee senkt Radioaktivitätswerte vorübergehend: Die Einwohner mehrerer Präfekturen dürften die überraschende Information, die gemessene Menge an radioaktivem Material sei seit Ende Januar zurückgegangen, sicher erfreut zur Kenntnis genommen haben – doch leider ist dies nicht von langer Dauer.

Die zuständigen Stellen erklärten, dies sei vermutlich auf den Schnee zurückzuführen, der sowohl das Aufwirbeln von Material, als auch die Ansammlung im Erdreich vorübergehend verringere.

Besonders deutlich ist der Effekt nach Angaben des Ministeriums für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie sowie weiteren Behörden in Namie (Ortsteil Akougi) und Iitate (Ortsteil Nagadoro) die beide in der erweiterten Evakuierungszone liegen. Die Wetterbehörde in Fukushima gaben an, zwar würde in beiden Orten nicht die Ansammlung von Schnee erfasst, andere Daten wie etwa die Temperatur legen es jedoch nahe, dass zwischen dem 20. und 22. Januar dort Schnee fiel.

Während in Akougi am 18. Januar noch 30 Mikrosievert pro Stunde gemessen worden waren, betrugen die Werte am Morgen des 25. Januar nur noch 19,7 Mikrosievert.  In Nagadoro sank in der selben Zeit die gemessene Belastung der Luft von  10 auf 5,9 Mikrosievert pro Stunde. Sowohl zuvor, als auch danach, habe es vermutlich keine derart großen Änderungen gegeben.

Auch in der Stadt Fukushima sei die Strahlung zwischen 18 :00 Uhr am 21. Januar als der Schneefall begann und die Belastung 0,84 Mikrosievert pro Stunde betragen hatte und um 21:00 Uhr am Folgetag, als der Schneefall endete, gesunken. Die Werte in der Luft betrugen dann 0,62 Mikrosievert. Mit einer Aufhebung dieser Eeffekte wird nach dem Einsetzen der Schneeschmelze gerechnet, berichtet die Yomiuri Shimbun.

Überlaufender Wasserbehälter nach Pumpversuchen: Gegen 9:40 Uhr Ortszeit entdeckte ein Mitarbeiter eines Partnerunternehmens ein Überfliessen von Wasser an einem der Wassertanks, östlich des Turbinengebäudes von Reaktor 2. Zu diesem Zeitpunkt sei man dabei gewesen, versuchsweise das Wasser in den Drainageschächten in den Tank hochzupumpen.

Nach Einstellung der Pumparbeiten um 10:15 Uhr habe auch das Überfliessen aufgehört. Eine spätere Untersuchung habe gezeigt, dass kein Wasser in Gräben und Rinnen in der Nähe gefunden werden konnte –  daher gehe man davon aus, dass das Wasser weder dorthin, noch ins Meer gelangt sei.

Die Untersuchung einer Wasserprobe aus dem Tank wies die selben Werte wie die aus den Drainageschächten entnommene Probe auf. Daher gehe man davon aus, dass es sich beim Wasser im Schacht aus dem übergelaufenen Behälter stammt. Die genaue Menge des so ausgetretenen Wassers werde noch ermittelt.

Lebensmittel-Strahlung in 12 Sekunden ermittelbar: Die Nachrichtenagentur jiji berichtet von der heutigen  Präsentation eines neuen Geräts zur Strahlungsbelastung von Lebensmitteln. Die Herstellerfirma Fuji Electric Corporation stellte eine Einheit vor, deren Sensoren den Grad der Radioaktivität innerhalb von 12 Sekunden ermitteln kann, wenn die entsprechenden Produkte auf einem Fließband hindurchlaufen.

Weitere Probleme am Equipment in Fukushima: Um 5:00 Uhr ertönte nach Angaben des Betreiber TEPCO der Alarm, der auf ungewöhnlich niedrigen Saugdruck an der Hochdruckpumpe der Umkehrosmose-Einheit in der Entsalzungsanlage für das Abklingbecken von Reaktor 2 hinwies und der Betrieb wurde automatisch angehalten. Die Verriegelung schloss alle Absperrventile, während das Kühlsystem für das Abklinkbecken weiterhin arbeitet. Daher habe es keine Auswirkungen auf die Kühlung gegeben, eine Überprüfung habe zudem gezeigt, dass kein Leck aufgetreten war.

Erdbeben in Ibaraki und vor Sado: Am heutigen Mittwoch ereignete sich um 6:41 Uhr Ortszeit ein Erdbeben in der Präfektur Ibaraki, dessen Zentrum sich in 20 Kilometer Tiefe befand. Nach Angaben der japanischen Meteorologiebehörde hatte es eine Stärke von 4,2. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht ausgegeben. Auch das AKW Fukushima Daiichi meldet keine Störungen.

Um 21:00 Uhr Ortszeit erschütterte dann ein weiteres Erdbeben, diesmal mit einer Stärke von 5,7 die Westküste Japans. Das Zentrum des Bebens befand sich dabei in 9,5 Kilometern Tiefe vor der Insel Sado, die im Mittelalter als Goldmine und in den 1980ern als Geburtsort der weltbekannten Taiko-Trommlergruppe Kodo bekannt wurde. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht ausgegeben.  Vom AKW Kashiwazaki-Kariwa gab es ebenfalls  keine Meldungen über Störungen.

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