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Japan aktuell: Schneechaos in Fukushima führte zu illegalen Entlassungen

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Winterwald in der Präfektur Fukushima (Foto: 麗士さん cc-by)
Fukushima: Arbeitskräftemangel bei winterlicher Dekontamination (Foto: 麗士さん cc-by)
Winterwald in der Präfektur Fukushima (Foto: 麗士さん cc-by)
Fukushima: Winter führt zu illegalen Entlassungen (Foto: 麗士さん cc-by)

Der Winter hat neben seinen malerischen Seiten auch unangenehme Eigenschaften – das wissen nicht nur Autofahrer und Fluggäste.

Die kalte Jahreszeit stellt auch für viele Saisonarbeiter eine nicht unwesentliche Härte dar.

Hart sind die Auswirkungen auf das Leben der Angestellten, die in der Präfektur Fukushima aktuell mit der Dekontamination beschäftigt sind.

Diese erwischt es mit illegalen Entlassungen gleich eiskalt.

Neben den Fukushima News bleiben auch die anderen Nachrichten heute zum großen Teil frostig. Einzelheiten zu dem was aus Fukushima heute berichtet wurde,  sowie weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Januar 2013.

Unsere heutigen Meldungen:

  • Illegale Entlassungen durch Schneechaos
  • Marathon-Katastrophenübung in Sapporo
  • Japanische Opfer der algerischen Geiselname repatriiert
  • Gespräche im Senkaku-Konflikt angebahnt
    • China verspricht Besserung
    • China fordert von Japan Anstrengungen
    • Keine Kabinettsmitglieder beim Takeshima-Tag

Illegale Entlassungen durch Schneechaos: Nachdem die im vergangenen Sommer begonnenen Dekontaminationsarbeiten in den Ortschaften der Präfektur Fukushima aufgrund der Wetterbedingungen länger andauern könnten, kommt es offenbar zu illegalen Maßnahmen bei den Unternehmen die mit den Aufgaben vor Ort betraut sind.

Insbesondere der seit Mitte Januar anhaltende schwere Schneefell, der innerhalb weniger Tage 41 Zentimeter erreichte, erschweren die Arbeiten erheblich, so dass etwa in Iitate Kawauchi und Tamura die Arbeiten ausgesetzt werden mussten.

An anderer Stelle versucht man trotz der Schneemengen kontaminierte Erde und Äste einzusammeln und Ortschaften wie vorgeschrieben zu reinigen, doch neben den schwierigen Arbeitsbedingungen in der Natur, besteht auf Straßen und städtischen Gebieten das Risiko einfrierender Wasserleitungen, die für die Dekontamination erforderlich sind.

Aufgrund dieser Umstände verstoßen Subunternehmen nun gegen das Arbeitsrecht, das im Fall einer Entlassung oder Kündigung eine vorherige Informationspflicht vorsieht.

So sind Arbeitgeber verpflichtet, mindestens einen Monat im Voraus die Entlassung anzukündigen, oder aber den für diesen Zeitraum anfallenden Lohn auszahlen.

Da jedoch die Hauptvertragspartner des Umweltministeriums nicht ausreichend Finanzmittel an ihre Subunternehmen weiterreichen, kam es bereits zu illegalen Entlassungen.

Allerdings wurde den Angestellten erklärt, dass sie wiedereingestellt werden, sobald die Dekontaminationsarbeiten wieder aufgenommen werden, berichtet die Asahi Shimbun.

Das Arbeitsministerium hat zu den Schilderungen betroffener Angestellter, die von ihren Arbeitgebern  teilweise nicht einmal über ihre Ansprüche der Lohnauszahlung informiert worden waren, bislang lediglich erklärt, man verfolge zwar die Auswirkungen des Schneefalls auf die Arbeiten, eine Bestätigung für Lohnprobleme sei jedoch noch nicht erfolgt.

Marathon-Katastrophenübung in Sapporo: Trotz der Kälte führte die Stadt Sapporo seit vorgestern eine insgesamt 60 Stunden dauernde Katastrophenübung an. Damit handelt es sich um die bislang längste Übung des Landes. 755 Angestellte der Stadt beteiligen sich an der Maßnahme.

Sapporo (Hokkaido): Bahnhof Sumikawa im Jahr 2005 (Foto: pd)
Schwerer Schneefall: Auch eine Gefahr bei Erdbeben (Symbolbild: pd)

Die Gesamtzahl der Teilnehmer beläuft sich auf 2.700 Personen aus insgesamt acht Gemeinden und 17 Organisationen, darunter etwa auch die örtliche Präfekturpolizei.

Organisiert wurde die Katastrophenübung von der Präfekturverwaltung Hokkaido in Zusammenarbeit mit den Bodenselbstverteidigungsstreitkräften (GSDF). Szenario der Übung ist ein Erdbeben der Stärke 7,3, dass die Stadt um 5:00 Uhr morgens erschüttert.

Die genauen Abläufe waren den Teilnehmern nicht im Voraus bekannt, müssen jedoch auf die Angaben eines Simulationssystems der GSDF reagieren.

Die ersten Ergebnisse machen bereits Schwachstellen deutlich: Da viele Straßen im Katastrophenfall gesperrt sind und der öffentliche Nahverkehr zum erliegen kommt, dauert nicht nur der Weg in Büros länger, sondern vielen Teilnehmer ist es nicht möglich, die Auffanglager zu erreichen, heisst es von der Mainichi Shimbun.

Sapporo (Hokkaido): Bahnhof Kita-Sanjuyojo im Jahr 2005 (Foto: pd)
Hokkaido: Schwerer Schneefall würde Evakuierung behindern (Symbolbild: pd)

Auch die Kommunikation gestaltet sich schwierig. So wurde zur der „Sapporo Dome“, in dem sonst Großveranstaltungen stattfinden, für die Flüchtlinge geöffnet, allerdings waren selbst bis nach Mitternacht wichtige Informationen, wie etwa über die Zahl der Personen die dennoch ohne Obdach bleiben, nicht verfügbar.

Die Übung ging heute um 16:00 Uhr Ortszeit zu Ende. Die Übung wurde unter diesen frostigen Bedingungen durchgeführt, da Berechnungen ergeben hatten, dass bei einem morgendlichen Wintererdbeben etwa 8.2000 Personen sterben würden – insbesondere durch Erfrierung. Diese Todeszahl wäre fünfmal höher als bei einem Sommererdbeben.

Japanische Opfer der algerischen Geiselnahme repatriiert: Geiselnahme von über 1000 Arbeitern auf einem Erdgasfeld in Algerien am 16. Januar und ihr blutiges Ende am 19. Januar forderte auch unter den Geiseln mehrere Todesopfer. Auch zehn japanische Staatsbürger kamen ums Leben. Ihre sterblichen Überreste wurden nach Japan überführt.

Heute kamen neun der zehn Leichen am Flughafen Tokyo-Haneda an. Die Leiche des letzten Opfers wird voraussichtlich am morgigen Samstag mit einer weiteren Regierungsmaschine nach Japan transportiert. Die Fahne vor dem Parlamentsgebäude wurde auf Halbmast geflaggt und Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga gab die Namen der Opfer bekannt.

Gespräche im Senkaku-Konflikt angebahnt: Nach den Provokationen der letzten Tage zeigt sich China in Gesprächen nun weniger offensiv. Es wirkt so, als bemühe man sich um eine Entspannung der belasteten Beziehungen beider Staaten. Auch im Bezug auf Südkorea ist guter Wille angesagt. Die neusten Meldungen nun zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

China verspricht Besserung: Bei einem Treffen zuschen Xi Jinping. Vorsitzender der KP China und Natsuo Yamaguchi. Vorsitzender der japanischen Komeito-Partei erklärte Xi, er werde den Vorschlagg eines Treffens ernsthaft erwägen und erklärte, sein Land wolle die strategische Beziehung beider Staaten zu beiderseitigem Vorteil voranbringen.

China fordert von Japan Anstrengungen: Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hong Lei, erklärte auf einer Pressekonferenz, die sich an das politische Treffen anschloss, Japan müsse ernsthafte Anstrengungen zur Normalisierung unternehmen.

Keine Kabinettsmitglieder beim Takeshima-Tag: Weder Premierminister Shinzo Abe, noch Mitglieder seines Kabinetts werden der Einladung der Präfektur Saitama zum „Takeshima-Tag“ am 22. Februar in Matsue folgen. Die kollektive Absage soll offenbar Spanungen mit dem Nachbarn Südkorea verhindern.

Offenbar eilte Abe sein Ruf als konservativer Politiker voraus, denn noch nie war ein Premier zum Jahrestag der Inbesitzname der Takeshima-Inselgruppe eingeladen worden. Zwar war in den vergangenen sieben Jahren nie ein Kabinettsmitglied bei der Feier anwesend, doch hatte Abes LDP im Wahlkampf die Abhaltung derartiger Zeremonien befürwortet.

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