Start Aktuelles Japan aktuell: Schutzmantel um Fukushima-Reaktor 4 praktisch fertiggestellt

Japan aktuell: Schutzmantel um Fukushima-Reaktor 4 praktisch fertiggestellt

1090
0
TEILEN
Fukushima-Reaktor 4: Computermodell des Schutzmantels zur Brennstäbebergung (Grafik: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Computermodell des Schutzmantels zur Brennstäbebergung (Grafik: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Computermodell zum Schutzmantelbau für Brennstäbebergung (Grafik: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Computermodell zum Schutzmantelbau für Brennstäbebergung (Grafik: TEPCO)

TEPCO hat im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima heute erneut positive Nachrichten und präsentierte Fortschritte bei den Arbeiten an der Kraftwerksanlage.

Allerdings sollte dies keineswegs darüber hinwegtäuschen, dass die Situation dort weiterhin ständig kontrolliert werden muss.

An anderer Stelle sind dagegen Weiterbetrieb und Neustarts von Reaktoren ein Thema.

Daher bleiben, neben der Situation in Fukushima, aktuell auch die Entwicklungen an weiteren AKW des Landes von Interesse. Die Fukushima News und übrige Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Juni 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Schutzmantel um Fukushima-Reaktor 4 praktisch fertiggestellt
  • TEPCO präsentiert Fortschritt an Fukushima-Kühlsystem
  • Teilweise Aufhebung von Einschränkungen auf Fukushima-Straßen erwartet
  • Temporäre Notfallzentrale am AKW Oi anerkannt
  • Ältester Mensch der Welt gestorben

Schutzmantel um Fukushima-Reaktor 4 praktisch fertiggestellt: Am gestrigen Dienstag ermöglichte die Betreiberfirma TEPCO einigen Journalisten einen Teil der Anlage des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zu besichtigen. Dabei wurde für die Pressevertreter auch der praktisch fertiggestellte Schutzmantel am Gerüst von Fukushima-Reaktor 4 sichtbar.

Zuletzt hatte TEPCO die Fertigstellung des Stahlgerüsts gemeldet, das nicht nur mit einem Schutzmantel verkleidet, sondern zudem mit einer Hebevorrichtung zur Bergung der abgebrannten Brennelemente aus dem Inneren ausgestattet werden soll (Spreadnews berichtete am 29. Mai 2013). Die Reporter konnten den Arbeiten an dem 54 Meter hohen Gerüst zusehen.

Anders als im Fall der sonstigen Abdeckungen, die den Reaktor lediglich vor Umwelteinflüssen schützen und die Freisetzung von Radioaktivität eindämmen soll, ist die Ummantelung in diesem Fall auch Teil der Anstrengung, bei der Bergung der Brennelemente die Strahlungsbelastung für Arbeiter und Umwelt so gering wie möglich zu halten.

Eine Abdeckung mit wetterfesten Außenpaneleen und Deckenplatten soll folgen.

Der erste Einsatz des Krans für die Bergung von Brennstäben wird frühestens für November erwartet.

TEPCO präsentiert Fortschritt an Fukushima-Kühlsystem: Zum Rundgang auf dem Gelände des Kernkraftwerks den TEPCO ausgewählten Journalisten gestern ermöglichte, gehörte auch ein Hinweis auf aktuelle Arbeiten, mit deren Umsetzung die Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit des Reaktorkühlsystems verbessert werden soll.

Im bislang genutzten System muss das kontaminierte Wasser aus den Reaktoren, das in einem Kühlkreislauf zirkuliert und in dessen Verlauf es gefiltert und entsalzen wird, eine Strecke von vier Kilometern in Rohren zurücklegen, was die Anfälligkeit für Lecks in diesem Konstrukt, das als Notlösung geschaffen worden war, erhöht.

Durch eine neue Strecke, die in Kürze fertiggestellt sein soll, wird durch die Nutzung von Kondensattanks, die durch Kondensation eigentlich Teil eines Dampfturbimensystems zur Stromerzeugung sind, wird die Gesamtlänge auf drei Kilometer verkürzt. Bislang führten die Rohre zu temporären Lagertanks auf der Nordseite des Reaktors.

Die Tanks, die zwischen den Reaktoren 1 bis 3 liegen, überstanden den Tohoku-Tsunami 2011 und wurden erstmals seit den Naturkatastrophen wieder der Öffentlichkeit gezeigt. Über die aktuellen Ereignisse an Fukushima-Reaktor 4 berichteten Asahi Shimbun und NHK.

Ob sich TEPCO künftig auch in anderen Bereichen ähnlich zeigefreudig geben wird, bleibt abzuwarten, hatte es doch auch bei dieser Besichtigung zuvor Einschränkungen für Journalisten gegeben (Spreadnews berichtete am 4. Juni 2013).

Teilweise Aufhebung von Einschränkungen auf Fukushima-Straßen erwartet: In der Präfektur Fukushima sind, auch nach der Einführung des Zonenmodells, einige Straßen durch Gebiete, die als „langfristig unbewohnbar“ eingestuft wurden, für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Als langfristig unbewohnbar gelten Bereiche, in denen eine jährliche Strahlungshöhe von mehr als 50 Millisievert überschritten wird.

Straßensperre in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)
Straßensperre in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)

Nun gaben die Behörden bekannt, die Sperrung der beiden Nationalstraßen Nr. 6 und Nr. 288  durch unbewohnbare Gebiete nahe des AKW Fukushima Daiichi ab kommendem Montag für Personen aufheben, die diese Strecken nutzen um zu Arbeitsplätzen, oder Krankenhäusern zu gelangen. Eine entsprechende behördliche Erlaubnis muss jedoch vorab eingeholt werden.

Der Schritt soll nach Angaben der Verwaltung, die Belastung für Einwohner der Präfektur reduzieren, die bislang Umwege nehmen mussten. Wie die NHK berichtet, soll die unautorisierte Nutzung von Streckenabschnitten durch Sperrungen an 312 verkehrswichtigen Stellen, wie den Zufahrten in Wohngebiete und Straßenkreuzungen erfolgen.

Temporäre Notfallzentrale am AKW Oi anerkannt: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA hat auf einem gestrigen Treffen den Entwurf des Unternehmens Kansai Electric für eine Notfallzentrale am AKW Oi gebilligt.

Atomkraftwerk-Symbol (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)
AKW Oi: Weiterbetrieb möglich, Neustarts unwahrscheinlich (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)

Der Bereiber des AKW Oi (Präf. Fukui) hatte vorgeschlagen, einen Konferenzraum als zeitweise Notfallzentrale zu nutzen, nachdem die NRA zuvor einen anderen Raum als ungeeignet für diesen Zweck beurteilt hatte.

Eine derartige Einrichtung außerhalb des eigentlichen Reaktors ist Teil der neuen Sicherheitsrichtlinien für alle Kernkraftwerke des Landes, die Anfang Juli in Kraft treten. Somit sind voraussichtlich alle Vorbedingungen zum Weiterbetrieb der Reaktoren 3 und 4 gegeben. Eine NRA-Kontrolle am 15. Juni wird jedoch noch folgen, bevor die Entscheidung Ende Juni fällt.

Da jedoch eine vollwertige Notfallzentrale erst Anfang 2015 fertiggestellt sein wird, scheint sich der von Unternehmen erhoffte Neustart der Reaktoren 1 und 2 zu verschieben, da für diesen Fall ein provisorisches Lagezentrum als nicht ausreichend angesehen wird. Über die Einschätzung berichteten Mainichi Shimbun und Asahi Shimbun.

Ältester Mensch der Welt gestorben: Jiroemon Kimura, ältester Mensch der Welt, ist am heutigen Mittwoch im Alter von 116 Jahren verstorben. Nach Angaben des Krankenhauses, in das er Mitte Mai aufgrund einer Lungenentzündung eingeliefert worden war, schied der am 19. April 1897 geborene Kimura friedlich aus dem Leben.

Bei seinem letzten Geburtstag erhielt der in Kyotango nahe Kyoto lebende frühere Postangestellte eine Videobotschaft von Japans Premierminister Shinzo Abe. Als Geheimnis seines langen Lebens nannte er, täglich gesunde Speisen in mäßigen Portionen zu essen, nicht zu rauchen und Sonnenschein im Freien zu genießen.

Kimura, dessen Tod nach Angaben eines 80 Jahre alten Neffen überraschend kam, da er noch vergangene Woche in guter Verfassung gewesen sei, während Ärzte von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands berichten, hinterlässt 14 Enkel, 25 Ur-Enkel und 15 Ur-Ur-Enkel. Über den Todesfall berichteten zahlreiche Medien, darunter die Kyodo, die jiji, die Asahi Shimbun und die NHK.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here