Start Aktuelles Japan aktuell: Schutzmantelbau für Stilllegung von Fukushima-Reaktor 3 geplant

Japan aktuell: Schutzmantelbau für Stilllegung von Fukushima-Reaktor 3 geplant

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Fukushima-Reaktor 3: Digitales Modell des neuen Schutzmantels (Grafik: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Digitalmodell des Schutzmantels für Brennelemente-Bergung (Grafik: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Digitales Modell des neuen Schutzmantels (Grafik: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Digitales Modell des geplanten Schutzmantels (Grafik: TEPCO)

Mit Plänen zum Bau von Gerüsten, ähnlich den bisher bekannten Maßnahmen, will man am AKW Fukushima aktuell Vorbereitungen für künftige Arbeiten  zur Stilllegung der Anlage treffen.

Doch neben neuen Forschritten, wird auch von alten Problemen berichtet, denn immer noch gibt es umfangreiche Forderungen nach Schadensersatz gegen den Betreiber TEPCO, sowie kleinere Pannen am Katastrophenkraftwerk.

Was es im Zusammenhang mit dem AKW in Fukushima heute sonst noch zu berichten gibt und welche sonstigen Themen neben den Fukushima News heute von Bedeutung sind – jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. November 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO stellt Pläne für Schutzmantel an Reaktor 3 vor
  • Ankündigung von temporärem Wechsel der Wasserpumpe
  • 41 Personen verklagen TEPCO auf Milliardensumme
  • Grüne Kleinpartei gegen Atomkraft
  • China bleibt in Grenzzone um die Senkaku
  • Chinesische Schiffe führen Untersuchung durch

TEPCO stellt Pläne für Schutzmantel an Reaktor 3 vor: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO gestern in offiziellen Dokumten darlegt, plant der Elektrizitätskonzern für Reaktor 3 des AKW Fukushima den Bau eines teilweise geschlossenen Schutzmantels.

Die Pläne sehen die Errichtung eines Rahmens aus Stahlträgern vor, der eine Fläche  von 19 x 57 Metern haben und eine Höhe von 54 Metern erreichen wird. Ein ähnlicher Schutzmantel an Fukushima-Reaktor 1 war im vergangenen Jahr fertiggestellt worden (Spreadnews berichtete am 17. Oktober 2011), an Reaktor 4 ist ein weiterer in Bau (wir berichteten am 16. April 2012)

Der 1,5 Tonnen schwere Bau soll zum Einen die Freisetzung von radioaktivem Material verringern und so die Belastung für die Umwelt reduzieren, was von besonderer Wichtigkeit ist, will man doch im Laufe der Stilllegungsbemühungen auch die 566 Brennelemente aus dem Reaktor bergen.

An den bogenförmigen Teilen der Konstruktion sollen Arbeitsgeräte wie etwa Kräne zur Entfernung der Brennelemente untergebracht werden. Durch gefilterte Ventilatoren soll die Radioaktivität der Umgebungsluft reduziert und so ein effizientes und sicheres Arbeiten der Angestellten ermöglicht werden.

Vor dem Bau ist jedoch noch die Entfernung von Trümmern aus den oberen Bereichen des Reaktors notwendig. Ist dieser Arbeitsschritt abgeschlossen, will TEPCO mit den Arbeiten zum Schutzmantelbau an Fukushima-Reaktor 3 beginnen.

Ankündigung von temporärem Wechsel der Wasserpumpe: Wie TEPCO mitteilte, werde die Pumpe auf dem Hügel außerhalb des Reaktors, die für die Einspeisung von Wasser für die Reaktoren 1 bis 3 genutzt wird, wegen Arbeiten an einer Stromversorgung am 27. und 28. November abgeschaltet werden.

Die weitere Wasserversorgung des Kühlsystems wird in diesem Zeitraum von der Pumpe in einem Turbinengebäude sichergestellt werden. Da es bislang jedoch keine Leitung von dort zur Einspeisung von dort gegeben hatte, wurde eine zusätzliche Leitung gelegt.

41 Personen verklagen TEPCO auf Milliardensumme: Insgesamt 41 ehemaliger Bewohner von Ortschaften innerhalb der 30-Kilometer-Zone um das Kraftwerk Fukushima Daiichi, haben es abgelehnt, dorthin zurückzukehren und werden stattdessen am 3. Dezember vor einem Gericht in Iwaki insgesamt 1,08 Milliarden Yen Schadensersatz fordern.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
TEPCO in 41 Fällen auf Millionensummen verklagt (Foto: pd)

Jeder der beteiligten Kläger verlangt eine Summe von 20 Millionen Yen als Entschädigung für den Verlust von Heimat und Unversehrtheit als menschliches Wesen.

Zuvor hatten die Kläger bereits viermal versucht Entschädigungen von TEPCO zu erhalten, waren jedoch, den Entschädigungsregelungen des Unternehmens lediglich mit geringen Summen abgespeist worden.

Nach Angaben der Mainichi Shimbun habe die Klägergruppe die geforderte Summe durch den Vergleich mit einem Urteil zum Quarantänezwang von Lepra-Patienten, sowie der Entschädigung für emotionale und finanzielle Folgen durch den Immobilienverlust in Höhe von 500.000 bzw. 16 Millionen Yen pro Person und die Berücksichtigung von Verdienstausfall und Arbeitslosigkeit.

Grüne Kleinpartei gegen Atomkraft: In der jüngeren Vergangenheit waren in den japanischen Medien vor allem die Verhandlungen zwischen ultra-nationalistischen Kleinparteien ein Thema. Nun gibt es eine Partei, die sich eines Themas annimmt, das seit der Fukushima-Katastrophe vermehrt Interesse findet.

Die bereits bestehende Grüne Partei Japans (Midori no To), hat seit ihrer Gründung im Juli  2012, nachdem sie aus einer bereits 2008 gegründeten Vereinigung hervorgegangen war, immer noch nicht den Status einer Partei erlangt, sondern gilt bislang offiziell noch als „politische Gruppierung“, da sie über keine Abgeordneten im nationalen Parlament verfügt.

Anders sieht es bei der am 15. November gegründeten Kleinpartei Midori no Kaze („grüner Wind“) aus, da ihr Abgeordnete, die zuvor aus anderen Parteien ausgetreten waren, angehören. Die heute gegründete Partei geht damit aus der bisherigen politischen Fraktion gleichen Namens hervor. Auch sie will sich vor allem für den Atomausstieg einsetzen.

China bleibt in Grenzzone um die Senkaku: Die Volksrepublik China belässt ihre Schiffe weiterhin provokativ in der Grenzzone zu den Senkaku-Inseln und lässt auch von bewussten Verstößen gegen gesetzliche japanische Regelungen nicht ab. Die aktuellen Neuigkeiten jetzt im Überblick:

Schiff der japanischen Küstenwache (Foto: pd)
Küstenwache beobachtet 27. Tag in Folge chinesische Aktivitäten (Foto: pd)

Chinas Schiffe immer noch in Grenzzone: Die japanische Küstenwache meldete am Mittwochmorgen vier chinesische Schiffe im Gebiet um die Senkaku.

Gegen 9:00 Uhr wurden die Haijian 51 und 84 in der Nähe der Insel Taishojima gesichtet, sowie die Haijian 66 und 75 in der Nähe von Kubajima.

Chinesische Schiffe führen Untersuchung durch: Am heutigen Donnerstag beobachtete die Küstenwache, wie ein chinesisches Schiff in der Grenzzone gegen 9:50 Uhr eine Leine ins Wasser hinabliess, offenbar um Untersuchungen durchzuführen, was jedoch ohne Erlaubnis der japanischen Behörden nicht zulässig ist.

Auf den Hinweis, dass in der 200-Meilen-Zone dies nicht erlaubt sei, erfolgte keine Reaktion auf chinesischer Seite, gegen 10:40 Uhr wurde jedoch das Seil wieder eingeholt. Es handelt sich um den 27. Tag in Folge, an dem chinesische Schiffe in der Grenzzone navigieren.

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