Start Aktuelles Japan aktuell: Schutzmantelgerüst für AKW Fukushima steht

Japan aktuell: Schutzmantelgerüst für AKW Fukushima steht

1146
8
TEILEN
Stahlgerüst für Fukushima-Schutzmantel fertig am 10.09.2011 (Foto: TEPCO)
Stahlgerüst für Fukushima-Schutzmantel fertig (Foto: TEPCO)
Stahlgerüst für Fukushima-Schutzmantel fertig am 10.09.2011 (Foto: TEPCO)
Stahlgerüst für Fukushima-Schutzmantel fertig (Foto: TEPCO)

Wir hatten in unserem vorangegangenen Artikel unsere Leser um ihre Meinung gefragt, ob auch nach einem halben Jahr das Thema Fukushima-Krise noch von Interesse ist und die Berichterstattung fortgesetzt werden soll.

Tatsächlich ist das Feedback noch nicht sehr ausgeprägt, doch überraschend positiv und wir erhielten viel Lob für unsere Arbeit. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle bedanken.

Somit also auch an diesem Dienstag weitere Fukushima News und sonstige Informationen um das Thema Fukushima aktuell zu halten – im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. September 2011.

Während ein motorbetriebenes Holzboot mit neun Personen, die vermutlich nordkoreanische Überläufer sind, die japanische Küstenwache aufschreckte – nach eigenen Angaben handelt es sich um einen ehemaligen nordkoreanischen Soldaten und seine Verwandten, (drei Männer, drei Frauen und drei Jungen) – sind aus Japan demonstrativ weitgehend positive Berichte zu hören.

Gerüst zur Anbringung des Schutzmantels fertiggestellt: Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO meldete, ist das Stahlgerüst zur Anbringung des Schutzmantels für Reaktor 1 festiggestellt und dokumentiert dies mit einem Foto. Der Schutzmantel soll den Austritt von radioaktivem Material in die Umwelt verringern und das Eindringen von Regenwasser, durch dass der Wasserstand steigen könnte verhindern.

Stopp von Dekontamination zu Wartungszwecken: Zudem wurden heute um die Wasseraufbereitungsanlage warten zu können, Cäsiumfilter und Dekontaminationseinheit angehalten, während die Arbeiten um eine weitere Wasseransammlung im Untergeschoss des Turbinengebäudes zu verhindern, reibungslos weitergehen.

Gestern war es zu einer kurzen Fehlermeldung gekommen, als die Anzeige einer mobilen Einheit mit der die Strahlungsdosis am Haupttor gemessen wird, nicht lesbar gewesen sei. Nach zwanzig Minuten funktionierte das Gerät wieder.

Internationale Experten fordern gesundheitliche Aufklärung: Auf einer internationalen Konferenz die an der Fukushima Medical University stattfand und an der rund 30 Strahlungsexperten aus 14 Ländern teilnahmen forderten diese, den Einwohnern nahe des AKW Fukushima Daiichi müssten richtige Informationen über die Strahlung mitgeteilt werden, um so dem dortigen Gesundheitswesen zu helfen.

Im Rahmen der Konferenz wurden, ausgehend von den Erkenntnissen des Tschernobyl-Unglücks 1986, Meinungen über die Belastung durch niedrige Radioaktivität ausgetauscht, berichtet die Nachrichtenagentur jij

Verbleib von Brennstäbe als Bedingung für  Neustart des AKW Hamaoka:
Der Gouverneur der Präfektur Shizuoka, Heita Kawakatsu erklärte, ohne das zuvor geklärt werde was mit abgebrannten Brennstäben auf dem Gelände des AKW Hamaoka geschehen werde. Nach Angaben der Mainichi Shimbun ist dies das erste Mal, dass er diese Bedingung zur Wiederinbetriebnahme stellt.

Auch wenn die Präfekturalverwaltung rechtlich über kein Bestimmungsrecht verfügt, erklärte Kraftwerksbetreiber Chubu Electric, man werde die Pläne von Lokalregierung und Bürgern respektieren, berichtet die Zeitung.

Sicherheitsübung der SDF im Gebiet um AKW Fukushima: In der ersten Übung dieser Art bei der neben neben 400 Soldaten auch erstmals 32 Gemeindeangestellte und Feuerwehrleute sowie 18 Anwohner und damit Zivilisten teilnahmen, haben die Bodeneinheiten der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) am gestrigen Montag das Vorgehen bei einer Verschlechterung der Situation am AKW Fukushima Daiichi geübt.

Das Szenario bestand aus einer weiter verlaufenden Kernschmelze in Reaktor 3, verbunden mit einem örtlichen Anstieg des freigesetzten radioaktiven Materials auf eine Höhe von 20 Milisievert innerhalb der nächsten vier Tage.

In der Übung wurde die Evakuierung von 384 Personen aus dem 20-30km Umkreis um das AKW Fukushima herum geprobt, darunter auch die Rettung von bettlägerigen Menschen und der Transport in Krankenhäuser geübt.

Bei dem Test auf dem Gebiet der Gemeinden Minamisoma, Kawauchi und der Stadt Tamura , sowie in den Städten Hirono, Tomioka und dem Dorf Naraha wurden 120 Militärfahrzeuge sowie sechs Helikopter eingesetzt, berichtet die Mainichi Shimbun.

Örtliche Dekontaminierung weiter im Gange: Unterdessen wird an Orten wie Minamisoma die Dekontamination fortgesetzt. Durch das Abstrahlen von Gebäuden mit Hochdruckreinigern und die Abtragung von Erdschichten auf offenen Flächen wie Parks, sowie die Beseitigung von möglicherweise belasteten Überresten von Gebäuden, soll die Radioaktivität weiter gesenkt werden.

Dekontaminierung soll Rückkehr im März ermöglichen: Laut einer Meldung der NHK erklärte der Bürgermeister der Ortschaft Kawauchi (Präf. Fukushima), Yuko Endo, heute vor einer Versammlung man plane die vollständige Dekontamination, Lebensadern des Ortes wiederzubeleben und bis nächsten März wieder alle Einwohner zurückzuholen. Insgesamt 99 Prozent der Bewohner haben Kawauchi im Zuge der Krise verlassen.

Kawauchi liegt sowohl innerhalb der 20km Sperrzone als auch teilweise im Bereich in dem Bewohner zur Notfallevakuierung bereit sein sollen. Es handelt sich damit um den ersten von fünf Orten in der Notfallevakuierungsbereitschaftszone der einen Krisenplan vorlegt. Diese sind eine der Bedingungen zur Aufhebung von Notfallevakuierungszonen.

Noch vor Ende des Jahres soll die Dekontamination von Schulen und anderen Gebieten abgeschlossen sein, der Plan sieht zudem eine genaue Beobachtung des Grundwassers auf mögliche radioaktive Belastung vor.

8 KOMMENTARE

  1. Hallo Spreadnews-Team,
    ich weiß nicht, wo eure Umfrage zur Berichterstattung Atom-Japan läuft. Ich wollte aber sagen, dass ich fast täglich eure Berichte lese und ich hoffe, ihr macht weiter. Wie schlimm ist es, dass viele Leute dieses Thema schon vergessen haben, wo doch in Japan kein Problem gelöst wurde. Die armen Menschen dort.

    Danke. Grüße aus Nürnberg, Sabine P.

  2. Ja, ich bin in Fukushima-Hinsicht Nerd. Eure Seite ist zur festen Instanz geworden. Bitte macht weiter so und danke für Eure Mühen.
    Christian

  3. Mangels Link, wo man sich zur Fortsetzung der Berichterstattung äußern kann, poste ich meinen dringenden Wunsch nach Fortsetzung der Berichterstattung über Fukushima hier. Ich selbst lese die Kolumne fast täglich und in deutschsprachigen Medien ist die eine der wenigen, die das Thema weiter bearbeiten.

    Frank

  4. Auch ich lese eure Berichte täglich , auch während meiner Japanreise hab ich dies getan.

    Vielen Danke und bitee weiter so….

    MfG

    Sascha

  5. Auch ich lese eure Berichte täglich , auch während meiner Japanreise hab ich dies getan.

    Vielen Danke und bitte weiter so….

    MfG

    Sascha

  6. Hallo Spreadnews-Team,

    ich kann mich nur den Kommentaren anschliesen die hier schon gemacht worden sind mit der Bitte:
    Macht weiter so…..

    Daaaaaaaaanke

    Mfg
    Rainer

  7. Hallo,
    ich kenne keine besseren Informationen als Eure. Immer aktuell und neutral. Deshalb kann ich mich nur den Kommentaren vor mir anschliessen und auch um „Weitermachen“ bitten.
    MfG
    Norbert

  8. Hallo,

    bitte macht weiter mit der Berichterstattung über Japan und insbesondere zum Thema Fukushima. Es ist wirklich ein Trauerspiel und ein peinliches Beispiel für sensationsorientierten Journalismus, dass in den allermeisten Medien kein Wort mehr über diese ja immer noch andauernde Katastrophe verloren wird.

    Vielen Dank für die Informationen und euer sinnvolles Tun

    Freundliche Grüße
    Reno

Comments are closed.