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Japan aktuell: Schwerer Stromausfall im AKW Fukushima

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Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Brennstäbe-Bergung begonnen

 

Tepco: Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. Foto: Tepco
Fukushima: Großer Stromausfall im AKW Fukushima

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano hatte für kommende Woche einen Besuch in Japan angekündigt, um sich über die am AKW Fukushima aktuell erzielten Fortschritte zu informieren. 37 Reaktoren und damit 70 Prozent aller japanischen Atomkraftwerke sind zur Zeit vom Netz – und nun berichtetet der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, der Energiekonzern TEPCO, es habe einen großen Stromausfall am Kernkraftwerk gegeben.

Mehr Fukushima News und Informationen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Juli 2011.

Schwerer Stromausfall im AKW Fukushima Daiichi: Um 7:00 Uhr Ortszeit ist offenbar der Schutzschalter an einem Sicherungskasten einer Versorgungslinie Namens Okuma angesprungen, nachdem diese Hauptsicherung des Stromversorgungsnetzes nach einer Überladung ausfiel. Dadurch kam es an allen Einheiten die durch diesen Teil des Stromnetzes versorgt werden zu einem Stromausfall. Zu den betroffenen Systemen gehörten:

  • Das Notkühlsystem für das Abklingbecken für abgebrannte Brennstäbe in Reaktor 3.
  • Messgeräte in den Reaktoren 3 und 4
  • Die komplette Wasseraufbereitungsanlage
  • Die Stromversorgung des erdbebensicheren Aufenthaltsgebäudes.

Andere Einheiten sollen nicht betroffen sein, da diese noch aus weiteren Quellen mit Elektrizität versorgt werden.  Zwischen 9:30 und 11:50 Ortszeit konnte die Stromversorgung in den betroffenen Einheiten durch den Einsatz von Notstromgeneratoren weitgehend wiederhergestellt werden. Somit haben Arbeits- und Aufenthaltsgebäude, die Messgeräte der Reaktoren 3 und 4 und die Notkühlung für das Abklingbecken in Reaktor 3 wieder Strom und haben die Arbeit wieder aufgenommen. Trotz des Kühlungsausfalls sei die Temperatur im Abklingbecken von Reaktor 3 nicht über 30°C gestiegen.

Die Kühlung der Reaktoren 1 bis 3 ist unverändert störungsfrei, der Stromausfall habe keinen Einfluss auf die Kernschmelzen in den Reaktoren gehabt, so TEPCO.

Chubu Electric will Damm bauen: Einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge plant Chubu Electric,  der Betreiber des AKW Hamaoka den Bau eines 18 Meter hohen Uferdamms – zuvor waren lediglich 12 Meter vorgesehen. Das Kernkraftwerk Hamaoka in der Präfektur Shizuoka war im Mai auf Anordnung des Premierministers Naoto Kan heruntergefahren worden.

Regierung will verstrahltes Fleisch aufkaufen: Die japanische Regierung will alle Ladungen von Rindfleisch in dem die Belastung von radioaktivem Cäsium den zulässigen Grenzwert überschreitet aufkaufen und einäschern, so ein Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bislang bei 29 Rindern eine Überschreitung festgestellt

Tatami-Hersteller werben mit Energiesparvorteil: Die traditionelle Bauweise und Einrichtung hat in Japan mehrere Vorteile – in Anbetracht der Sommerhitze und der gedrosselten Verwendung von Klimaanlagen aufgrund von Stromsparmaßnahmen wirbt der Verband der Tatami-Hersteller mit klimatischen Vorteilen, berichtet die Mainichi Shimbun.

Durch die feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften der traditionell als Bodenbelag dienenden Reisstrohmatten, seien Räume sowohl Sommers wie Winters stets angenehm temperiert, hier wirke die Tatami als natürliche Klimaanlage, so eines der Argumente mit denen die sinkenden Auftragszahlen aufgefangen werden sollen.

Stadt Kashiwazaki fordert AKW-Sicherheit von TEPCO: Hiroshi Aida, Bürgermeister der Stadt Kashiwazaki in dessen Umgebung sich auch das AKW Kashiwazaki-Kariwa befindet, hat bei einem Treffen mit TEPCO-Präsident Toshio Nishizawa gefordert, das Unternehmen müsse die Sicherheit und den störungsfreien Betrieb der Nuklearanlagen sicherstellen. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

Frist zum Bau der Übergangshäuser nicht einzuhalten: Japans Premierminister Naoto Kan räumte ein, man werde die gesetzte Frist bis Mitte August alle Übergangshäuser fertig zu haben, aufgrund einer verstärkten Nachfrage seit Mitte Juli nicht einhalten können. Wie die Nachrichtenagentur Jiji berichtet, kündigte Infrastrukturminister Akihiro Ohata  jedoch an, auch wenn in den Präfekturen Fukushima und Miyagi der Termin nicht einzuhalten sei, so werde zumindest im frühen August die Bereitstellung in der Präfektur Iwate abgeschlossen sein.

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