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Japan aktuell: Schweres Erdbeben sorgt für Probleme am AKW Fukushima

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Seismograph, Foto: Dvortygirl
Japan: Schweres Erdbeben vor Küste von Fukushima (Foto: Dvortygirl)

Erdbeben erschüttert Japan: Ein Erdbeben der Stärke 5,9 bis 6.0 erschütterte am Freitagmorgen Japan. Das Epizentrum des Bebens befand sich nach Angaben der Meteorologischen Behörde etwa 50km unter dem Seeboden vor der Küste der Präfektur Fukushima.  Die Stärke des Bebens führte auch in der 220km entfernten Hauptstadt Tokyo zu Gebäudeschwankungen. Eine Tsunami-Warnung erfolgte nicht.

Auch wenn etwa aus Tomioka und Kawauchi in der Präfektur Fukushima heftige Erdstöße gemeldet wurden, so gab es laut  TEPCO keine Störungen in den Reaktoren der Atomkraftwerke Fukushima Daiichi (Fukushima 1) und Daini (Fukushima 2)

Stopp einer Entsalzung und kleinere Probleme:
Als Folge des Erdbebens setzte auch die Entsalzungsanlage am AKW Fukushima kurzzeitig aus. Offenbar schaltete sich ein Wärmeerzeuger der Einheit automatisch ab. Die Entsalzung ist Teil der Anlage zur Reinigung und Dekontaminierung von schwer radioaktiv belastetem Wasser, das dann zur Kühlung der Reaktoren dienen soll.

Nach offiziellen Angaben von TEPCO nahm man die Entsalzung nach 20 Minuten wieder in Betrieb, dabei seien keine ungewöhnlichen Anzeichen festgestellt worden. Allerdings habe man an anderer Stelle „kleinere Probleme“ nach dem Beben festgestellt.

So habe etwa einer der beiden temporären Druckluftkompressor  der offenbar für einige Geräte benötigt wird angehalten. Da man ihn nicht habe neu starten können, sei nun ein dieselbetriebener Ersatzkompressor im Einsatz. Etwas später sei in Reaktor 4 eine kleine undichte Stelle and der Oberfläche eines Schlauchs der Wasserzirkulationskühlung eines Abklingbeckens entdeckt worden. Diese Schlauchverbindung soll später ersetzt werden.

Tote und Verletzte: Bislang (11:10) sind uns lediglich Meldungen über zwei leicht verletzte Personen in der Präfektur Fukushima bekannt.

Doch neben dem Erdbeben gibt es auch weitere Nachrichten aus Japan, die sich natürlich ebenfalls hier finden – im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. August 2011.

Lagerungsprobleme beim Dekontaminationsmaterial der Schulen ungeklärt: Insgesamt 584 Schulen und andere Einrichtungen mit Bezug zu Kindern haben damit begonnen, oder werden in naher Zukunft damit beginnen, radioaktiv belastete Erdschichten abzutragen. Das Problem dabei: Niemand weiss, wohin mit den 180 000 Kubikmetern anfallendem  Material, so die Asahi Shimbun.

An einer möglichen Lösung wird einem Bericht der Mainichi Shimbun zufolge allerdings gearbeitet. Erste Tests in einer Grundschule in Kawamata (Präf. Fukushima) zeigen das Konzept. Dabei wird die Erde gewaschen und das verbliebene Wasser mit einer Substanz vermengt, die in einer Zusammenarbeit von Professor Tomihisa Ota von der Kanazawa Universität und dem Unternehmen Kumaken Kogyo aus der Präfektur Akita entwickelt wurde und radioaktive Substanzen aufnimmt.

Durch das Verfahren sinkt die Radioaktivität in der Masse und sie kann in feste Formen wie etwa Ziegel gepresst werden, so dass sie sich mit weniger Platzbedarf aufbewahren lässt, als dies bei abgetragenem losen Erdreich der Fall wäre.

Schulkantinen mit Strahlungstests gegen Sorgen von Eltern: Um Sorgen von Eltern zu begegnen, die Angst vor einer möglichen radioaktiven Belastung der Mahlzeiten haben, sind einige Schulen dazu übergegangen sich Waren von Vertragshändlern liefern zu lassen, die diese zuvor bei einem Institut auf Strahlungswerte testen liessen. Die Ergebnisse sind auf der Webseite der jeweiligen Schule abrufbar. Bislang habe es keinen Fund oberhalb der zulässigen Werte gegeben, berichtet die Asahi Shimbun.

Ortsverwaltungen in Besorgnis über radioaktive Asche: Die Entsorgung von radioaktiv belasteter Asche wird schwierig, da manche Orte, die einer Lagerung von Material aus anderen Präfekturen zugestimmt hatten, diese Zusage nun widerriefen. So wurden etwa in zwei Müllverarbeitungsanlagen der Stadt Matsudo (Präf. Chiba) eine Belastung der Asche von insgesamt 47400 Becquerel pro Kilogramm Asche an radioaktivem Cäsium festgestellt.

Diese Information war jedoch nicht an die Verwaltung des Ortes Kosakamachi (Präf. Akita) weitergegeben worden, wo nun insgesagt 39,5 Tonnen des belasteten Materials lagert, berichtet die Yomiuri Shimbun. In einem Schreiben an den Bürgermeister von Matsudo machte man die Vereinbarung zur weiteren Einlagerung rückgängig. In Matsudo selbst lagern etwa 30 Tonnen radioaktiv belasteter Asche, unter anderem auf einem Parkplatz.

Auch die erste Veröffentlichung eines Plans der Regierung zur Lösung des Problems bringt keine konkrete Besserung, dort werden lediglich mehrere Optionen zur Sicherung der Lagerung vorgestellt.

Stadt Sasebo will radioaktiven Abfall aus US-Stützpunkt entfernt wissen: Der Bürgermeister der Stadt Sasebo in deren Bereich sich auch die US-Militärbasis befindet, hat sich bei einem Treffen mit dem parlamentarischen Vize-Außenminister Ikuo Yamahana über die schlechte Informationspolitik der Regierung beschwert. Die Verwaltung war erst im Nachhinein über die Lagerung von schwach radioaktiven Abfällen informiert worden.

Yamahana entschuldigte sich, betonte jedoch, von den Tüchern und anderen Gegenständen die bei der Reinigung der amerikanischen Flieger eingesetzt wurden, gehe keine gesundheitliche Gefahr aus, da die Strahlungswerte lediglich 3,2 Mikrosievert betragen.

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