Start Aktuelles Japan aktuell: Senkrechter Teil des Stahlgerüsts an Fukushima-Reaktor 4 fertig

Japan aktuell: Senkrechter Teil des Stahlgerüsts an Fukushima-Reaktor 4 fertig

876
0
TEILEN
Fukushima-Reaktor 4: Grundlegendes Stahlgerüst am 10. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Grundlegendes Stahlgerüst am 10. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Senkrechtes Stahlgerüst am 10. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Senkrechtes Stahlgerüst am 10. April 2013 (Foto: TEPCO)

Das Betreiberunternehmen TEPCO kann von seiner Anlage in Fukushima heute positive Meldung machen, muss allerdings auch einen Rückschlag melden.

Während die Arbeiten am Stahlträgergerüst für Reaktor 4 planmäßig verlaufen, kam es beim Abpumpen von radioaktivem Wasser zu einem Zwischenfall.

Unsere heutigen Themen:

  • Senkrechtes Grundgerüst an Fukushima-Reaktor 4 fertiggestellt
  • Keine Cäsiumbelastung bei 99 Prozent der Bevölkerung in Fukushima und Ibaraki
  • Radioaktives Wasser bei Abpumparbeiten aus Rohrleitung  versickert
  • Aktives AKW Oi fällt unter neue AKW-Sicherheitsrichtlinien
  • Schlickzaun am Hafen des AKW Fukushima teilweise repariert

Grundgerüst an Fukushima-Reaktor 4 fertiggestellt: Wie der Elektrizitätskonzern TEPCO heute berichtet, wurde am gestrigen Mittwoch der Bau des grundlegenden senkrechten Stahlgerüsts an Reaktor 4 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi erfolgreich abgeschlossen.

In der Konstruktion am Reaktorgebäude wurden 30 Stahlpfeiler, sowie 34 Stahlträger verbaut. Zuletzt hatte TEPCO im vergangenen Monat die Fertigstellung der dritten Ebene des Gerüsts bekannt gegeben (Spreadnews berichtete am 13. März 2013).

Fukushima-Reaktor 4: Computersimulation zum Baufortschritt des Gerüsts am 10. April 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Computersimulation zum Baufortschritt des Gerüsts am 10. April 2013 (Foto: TEPCO)

Mit der Fertigstellung dieses ersten senkrechten Grundgerüsts sind die Arbeiten jedoch keineswegs vollständig beendet.

Ausgehend von diesem Gerüst soll die Führung eines Krans an einer weiteren Stahlkonstruktion über das Reaktorgebäude erfolgen, so dass von dort die in Abklingbecken im Inneren des Reaktors befindlichen Brennelemente geborgen werden können (siehe Abbildung links).

Vergleichbare Stahlgerüste waren bislang um andere Reaktoren herumgebaut worden, um sie durch einen Schutzmantel vor Witterungseinflüssen, insbesondere Regen zu schützen und die Freisetzung von Radioaktivität aus dem Gebäude zumindest zu verringern. Im Fall von Reaktor 4 wird dagegen noch die Stahlkonstruktion für den Kran folgen.

Keine Cäsiumbelastung bei 99 Prozent der Bevölkerung in Fukushima und Ibaraki: Zwischen Oktober 2011 und November 2012 untersuchte ein Forscherteam in einem Krankenhaus in Hirata (Präf. Fukushima) mit einem Ganzkörperzähler die interne Strahlungsbelastung von 32.811 Personen.

Das Ergebnis der Studie: In 99 Prozent der Fälle konnten seit März 2012 kein radioaktives Cäsium nachgewiesen werden. Lediglich in einem Prozent der etwa 20.000 Personen konnte radioaktives Cäsium-137 nachgewiesen werden. Um die Genauigkeit der Messung zu Erhöhen, mussten die Personen ihre Kleidung wechseln um Verfälschungen durch potentiell anhaftende Substanzen zu verhindern.

Nach März 2012 waren noch bei 0,09 Prozent der 10.000 getesteten Kinder im Alter bis einschliesslich 15 Jahren geringe Mengen an Cäsium-137 nachgewiesen worden. Nach Mai 2012 konnte dann keinerlei Belastung mehr festgestellt werden.

Zu den Testpersonen gehörten auch etwa 1.400 Schüler in Miharumachi, das 50 Kilometer vom AKW Fukushima Daiichi entfernt liegt. Bei allen Kindern habe die Belastung mit Cäsium unter dem Nachweiswert gelegen.

Befürchtungen einiger Experten, durch die Lebensmittelbelastung durch radioaktives Material könnten sich extrem hohe Werte an inkorporierter Strahlung ergeben und insbesondere bei Personen ab 20 Jahren die Gesamtbelastung steigern, bestätigten sich nach Angaben der Wissenschaftler der Universität Tokyo nicht.

Die praktisch nicht vorhandene Strahlungsbelastung der Kinder sei auch ein Zeichen dafür, dass die Lebensmittelkontrollen Wirkung zeigten. Über die jüngsten Ergebnisse berichteten Kyodo, Asahi Shimbun, jiji und NHK.

Radioaktives Wasser bei Abpumparbeiten aus Rohrleitung  versickert: Das heute um 14:00 Uhr begonnene Abpumpen von radioaktiv kontaminiertem Wasser vom unterirdischen Lagertank Nr. 3 in den unbeschädigten Lagertank Nr. 6 musste bereits drei Minuten später abgebrochen werden, nachdem es an einem Verbindungsstück der Rohrleitung zu einem Wasseraustrritt gekommen war.

AKW Fukushima: Leckgeschlagene Pumpe an Lagertank Nr. 3 am 11. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckgeschlagene Pumpe an Lagertank Nr. 3 am 11. April 2013 (Foto: TEPCO)

Etwa 22 Liter an radioaktivem Wasser mit einer Gesamtzahl von  6.380.000.000 Becquerel an Beta-Nukliden (also rund 6,4 Milliarden Becquerel) sind dabei an dem Flansch ausgetreten und auf einer Fläche von 2x3m im Erdboden versickert.

Der unkontrollierte Austritt von Wasser habe nach Abschaltung der Pumpe aufgehört.

AKW Fukushima: Sicherung der Leckstelle an der Tankpumpe am 11. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Sicherung der Leckstelle an der Tankpumpe am 11. April 2013 (Foto: TEPCO)

Gegenwärtig werde die genaue Ursache des Lecks ermittelt und das Erdreich abgetragen, teilte die Betreiberfirma TEPCO mit.

Auch werde man nun den Behälter Nr. 2 morgen nach der vollständigen Entleerung visuell inspizieren, um die tatsächliche Ursache der Lecks an bislang drei der sieben unterirdischen Lagertanks zu ermitteln. TEPCO plant, bis Juni das Wasser aus allen Behältern in sichere oberirdische Behälter zu transferieren.

Aktives AKW Oi fällt unter neue AKW-Sicherheitsrichtlinien: Auch das AKW Oi, an dem sich Japans einzigen beiden aktiven Reaktoren befinden, wird bei den nächsten Routine-Kontrollen im September, nach den gestern beschlossenen neuen Sicherheitsrichtlinien beurteilt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt dürfen die Reaktoren am Netz bleiben.

Bislang war unklar geblieben, ob die ab Juli in Kraft tretenden neuen Regelungen der japanischen Atomaufsicht NRA, auch auf die Reaktoren des Kernkraftwerks in der Präfektur Fukui Anwendung finden werden.

Die NRA will die Sicherheit des AKW Oi kontrollieren, indem ein Abgleich erfolgt, welche Punkte der verschärften Richtlinien zum Neustart von Reaktoren an der Anlage eingehalten werden und gleichzeitig einen Bericht des Betreibers Kansai Electric einfordern. Sollten sich Probleme bei der Einhaltung finden, werde man die Abschaltung der Reaktoren verlangen.

Für die verbleibenden und derzeit heruntergefahrenen 48 Reaktoren des Landes gibt es bislang keine Angaben, ob und wann sie wieder ans Netz gehen könnten. Zu den neuen Richtlinien, die den Neustart insbesondere für sehr alte Anlagen praktisch unmöglich machen könnten, gehören.

  • Mehrfache Stromquellen für jeden Reaktor um die Kühlung zu gewährleisten
  • Einrichtung von externen Kontrollzentralen zur Fernsteuerung der Reaktoren
  • Verwendung schwer entflammbarer Kabel
  • Strengere Beurteilung geologischer Verwerfungen

Zwar steht jedem Betreiber eine Frist von fünf Jahren für die Errichtung der Kontrollzentren zur Verfügung, 12 der 14 Reaktoren mit einem Alter von über 30 Jahren (abzüglich beider Fukushima-AKW) verfügen jedoch nicht über feuerfeste Kabel. Die bisherige Lackierung mit brandhemmenden Substanzen ist ab Juli nicht mehr ausreichend.Co.

Über die Folgen für das AKW Oi und die übrigen Anlagen berichteten etwa NHK und Asahi Shimbun. Es scheint wahrscheinlich das einige Elektrizitätskonzerne eher die veralteten Reaktoren für immer stilllegen, statt viel Geld in die Aktualisierung der Anlagen zu stecken. Zu den AKW mit Startaussichten gehören.

Schlickzaun am Hafen des AKW Fukushima teilweise repariert: Nachdem sich das Wetter beruhigt hatte, konnte gestern zumindest die Reparatur des Schlickzauns am Kai des AKW Fukushima Daiichi abgeschlossen werden.

AKW Fukushima: Teil des offenen Schlickzauns im Kaibereich am 8. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Teil des offenen Schlickzauns im Kaibereich am 8. April 2013 (Foto: TEPCO)

Die Arbeiten am Schlickzaun nahe eines Kanals der Reaktoren 5 und 6 soll am Wochenende anlaufen.

Am Montag war zwischen beiden eine Öffnung entdeckt worden, die vermutlich durch einen Sturm verursacht worden war.

Durch die Öffnung können mit Rekordwerten an radioaktivem Material kontaminierte Fische aus dem Hafenbereich des Kraftwerks in das offene Meer gelangen (Spreadnews berichtete am 8. April 2013).

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here