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Japan aktuell: Stahlgerüst für Fukushima-Reaktor 4 fertiggestellt

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Fukushima-Reaktor 4: Fertiges Stahlgerüst und erste Panele am 29. Mai 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Pläne für Brennelemente-Bergung werden konkret
Fukushima-Reaktor 4: Fertiges Stahlgerüst und erste Panele am 29. Mai 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Fertiges Stahlgerüst und erste Paneele am 29. Mai 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO kann mit der Fertigstellung eines Stahlgerüsts am AKW Fukushima heute einen weiteren Erfolg bei den Arbeiten zur langfristigen Stilllegung für sich verbuchen.

Das es an einem Fahrzeug zu einem Ölaustritt gekommen war, steht dahinter natürlich zurück.

Das sich nicht alle Atomkraftwerke Japans über Fortschritte freuen können, wie dies an der Anlage in Fukushima aktuell der Fall ist, zeigen dagegen Berichte zum AKW Tsuruga und dem Reaktor Monju. Einzelheiten zu den Fukushima News und weitere Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. Mai 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Stahlgerüst für Fukushima-Reaktor 4 fertiggestellt
  • Ölleck an Betonpumpwagen am AKW Fukushima
  • Vorbereitung auf Großbeben wichtiger als Prognose
  • Kontrolle von Abklingbecken am AKW Tsuruga angeordnet
  • Neustart des AKW Monju untersagt

Stahlgerüst für Fukushima-Reaktor 4 fertiggestellt: Am heutigen Mittwoch wurden die am 8. Januar 2013 begonnenen Arbeiten zur Konstruktion eines Stahlgerüsts an Reaktor 4 fertiggestellt.

Fukushima-Reaktor 4: Computermodell des Schutzmantels zur Brennstäbebergung (Grafik: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Computermodell des Schutzmantels zur Brennstäbebergung (Grafik: TEPCO)

Am Gerüst, das aus insgesamt 87 Teilen besteht, soll etwa ab Anfang Juni 2013 mit den Arbeiten an einem Deckenkran begonnen werden.

Das gesamte System soll innerhalb eines Schutzmantels die sichere Entfernung von Brennstäben ermöglichen und dabei die Freisetzung von Radioaktivität so gering wie möglich halten.

Bereits jetzt wurden erste Paneele an der Außenseite des Gerüsts angebracht.

TEPCO begleitet diese Meldung sowohl mit Fotos der Stahlkonstruktion, als auch mit Bildern einer Computersimulation, die sowohl den gegenwärtigen Stand der Arbeiten, als auch das angestrebte Ziel visuell verdeutlichen sollen.

Im weiteren Verlauf sollen dann die Vorrichtung zur sicheren Handhabung der Brennstäbe, sowie der dafür benötigte Kran angebracht werden.

Ölleck an Betonpumpwagen am AKW Fukushima: Gestern informierte der Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 14:30 Uhr einen TEPCO-Mitarbeiter, dass er im Rahmen einer monatlichen Inspektion einen Ölaustritt an einem Betonpumpenfahrzeug, das auf einem Parkplatz vor dem Haupttor des AKW Fukushima Daiichi steht, bemerkt habe.

AKW Fukushima: Betonpumpenfahrzeug (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Betonpumpenfahrzeug (Foto: TEPCO)

Das austretende Öl stammt aus einem hydraulischen Druckschlauch, der an der Druckanzeige befestigt war. Diese wird als Sicherheitsvorrichtung gegen das unbeabsichtigte Kippen genutzt

Der Betrieb des Fahrzeugs wurde umgehend eingestellt, was auch so einem sofortigen Stopp des Ölaustritts führte. Nach dem Trennen des hydraulischen Schlauches, dem Auffangen des verbliebenen Öls in einem Behälter und dem Aufwischen des bereits ausgetretenen Öls, konnte nach der Inspektion durch die Feuerwehr ein weiterer Ölaustritt ausgeschlossen werden.

Insgesamt sind etwa 20 Liter an Öl ausgetreten, mit etwa 18 Litern konnte der größte Teil im Behälter aufgefangen werden. Lediglich zwei Liter seien auf den Boden gelangt, teilte TEPCO heute mit. Da die Zufahrt zum Kraftwerk asphaltiert ist und weit vom Meer entfernt liegt, ist es unwahrscheinlich, dass Öl in die Umwelt gelangte.

Die Ursache werde zur Zeit ermittelt und die Informationen bekannt gegeben werden.

Vorbereitung auf Großbeben wichtiger als Prognose: Ein Ausschuss des Kabinettsbüros unter Leitung von Professor Koshun Yamaoka, kommt in einem gestern veröffentlichten Bericht zu dem Schluss, dass es unmöglich sei, anhand irgendeiner Art von Vorstufe genaue Voraussagen zu Zeitpunkt, Schwere und  betroffenem Gebiet eines Bebens der Nankai-Verwerfung zu treffen.

Versorgung nach dem Tohoku-Erdbeben (Copyright: DTRG e.V.)
Versorgung vier Tage nach dem Tohoku-Erdbeben (Copyright: DTRG e.V.)

Die bislang genutzten Gegenmaßnahmen gegen schwere Erdbeben der Tokai-Region in Zentraljapan, die sich etwa alle 100 bis 150 Jahre ereigneten, seien veraltet und nicht mit dem neusten Stand der modernen Wissenschaft in Übereinstimmung zu bringen. Die Ansichten des 1978 erlassenen Sondergesetzes zu Maßnahmen gegen Großbeben, die sich auf Prognosen stützen würden  seien nicht zeitgemäß.

Die Experten erklärten daher, die kurzfristige Prognose eines Erdbebens sei praktisch nutzlos, stattdessen müsste versucht werden, so gut wie möglich auf ein Großbeben vorbereitet zu sein. Es ist das erste Mal, dass die Regierung die bisherigen wissenschaftlichen Konzepte und Fähigkeiten zur effektiven Erdbebenprognose überprüfen lässt.

Bislang betreibt die Wetterbehörde in der Tokai-Region ein 24-Stunden-Frühwarnsystem, dessen einzelne Messgeräte an 27 Stellen angebracht sind und von denen jedes 200 Millionen Yen kostet. Der Bericht empfiehlt nun, statt derartige Methoden zu nutzen sei es wichtiger, ständig auf Großbeben vorbereitet zu sein.

Gemeinden sollten Maßnahmen gegen hohe Tsunami treffen und die Bevölkerung Vorräte und notwendige Gegenstände für mindestens eine Woche einlagern. Keiji Furuya, Minister für Katastrophenmanagement erklärte, man werde bis zum Ende des laufenden Fiskaljahrs entsprechende Richtlinien ausarbeiten. Hierüber berichteten die jiji und Asahi Shimbun.

Kontrolle von Abklingbecken am AKW Tsuruga angeordnet: Nach die Atomaufsichtsbehörde NRA am vergangenen Mittwoch zu dem Schluss gekommen war, ein Reaktor des AKW Tsuruga (Präf. Fukui) befinde sich auf einer aktiven Verwerfung, hat die Behörde den Betreiber nun angewiesen, die Sicherheit eines Abklingbeckens zu überprüfen.

Die Japan Atomic Power Company müsse bis Juli einen Bericht vorlegen, welche Folgen es hätte, sollte Wasser aus dem Abklingbecken gelangen. In dem Bericht müssten dann auch Gegenmaßnahmen genannt werden, durch die eine Kontamination der Umwelt verhindert werden könne.

Im Abklingbecken des Reaktors, dessen endgültige Stilllegung aufgrund des gesetzlichen Verbots von Reaktoren auf aktiven seismischen Verwerfungen, ziemlich wahrscheinlich ist, befinden sich derzeit noch mehr als 1.700 abgebrannte Brennelemente.

Nach Meldung der NHK versucht der Betreiber jedoch immer noch, die Stilllegung zu verhindern und will die Ergebnisse eigener Untersuchungen vorlegen, die voraussichtlich belegen soll, dass die fragliche Verwerfung nicht als aktiv einzustufen ist.

Neustart des AKW Monju untersagt: Die Atomaufsichtsbehörde NRA gab heute offiziell bekannt, dass ein Neustart des Forschungsreaktors Monju abgelehnt wird. Eine schriftliche Anordnung wird dem Betreiber, der japanischen Atomenergiebehörde JAEA morgen zugestellt werden. Mit der Entscheidung reagiert die NRA auf mangelnde Sicherheitskontrollen an wichtigen Teilen der Anlage.

Experten der NRA werden ab Juni auch eine Verwerfung am AKW Monju auf mögliche Aktivität untersuchen. Der Betreiber behauptet, die fragliche Verwerfung sei nicht aktiv. Experten äußern jedoch die Vermutung, wenn eine aktive Verwerfung etwa 500 Meter westlich der Anlage in Bewegung gerate, könne dies auch Auswirkungen auf die Verwerfung unter dem Reaktor haben.

Mit der heutigen Entscheidung sind die Pläne der JAEA, den Reaktor im März kommenden Jahres wieder hochzufahren zunichte gemacht und ein Neustart innerhalb des Fiskaljahres 2013 ist nicht mehr zu erwarten. Über die Entscheidung berichteten Kyodo, jiji und NHK.

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