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Japan aktuell: Stahlgerüst von Fukushima-Reaktor 4 macht Fortschritte

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Fukushima-Reaktor 4: Erste Lage des Schutzmantel-Stahlgerüsts am 15. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Erste Lage des Schutzmantel-Stahlgerüsts am 15. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Erste Lage des Schutzmantel-Stahlgerüsts am 15. Januar 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Erste Lage des Schutzmantel-Stahlgerüsts am 15. Januar 2013 (Foto: TEPCO)

Sowohl positive als auch negative Neuigkeiten wurdem vom AKW Fukushima heute gemeldet. Als positiv ist dabei der Fortschritt von Arbeiten am Fukushima-Reaktor 4 zu melden. Doch neben den Fukushima News gibt es heute weitere interessante Meldungen.

So geht es etwa um die mangelnde Erdbebensicherheit von Gebäuden und die Verbesserung der Handlungsfähigkeit während Störfällen. Damit bleiben nicht nur die Geschehnisse am AKW Fukushima aktuell weiter von Interesse.

Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Januar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Erster Abschnitt des Stahlgerüsts fertig
  • Fukushima-Arbeiter bei Schnee-Unfall verletzt
  • NRA will AKW-Zweitzentrale zur Pflicht machen
  • Weniger als die Hälfte alter Gebäude erdbebensicher
  • Französin von NHK nach Fukushima-Flucht entlassen
  • Schnee im Großraum Tokyo fordert Verletzte
  • Giftgas-Sekte gewinnt Verleumdungsklage

Erster Abschnitt des Stahlgerüsts fertiggestellt: Am gestrigen Montag wurde der erste Abschnitt des Stahlgerüsts um Fukushima-Reaktor 4 fertiggstellt.

Fukushima-Reaktor 4: Computersimulation des Gerüsts (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Computersimulation des Gerüsts (Foto: TEPCO)

Im Rahmen der Arbeiten wurden dabei sechs Stützpfeiler und sieben Stahlträger verbaut. Die Betreiberfirma TEPCO veröffentlichte zu den Arbeiten auch entsprechendes Fotomaterial.

Das Stahlgerüst wird im weiteren Verlauf stockwerkeweise am Reaktorgebäude errichtet werden.

Dabei werden zwar sowohl Umwelteinflüsse auf das Gebäude verringert, als auch die Freisetzung des radioaktiven Materials gedämmt.Von besonderer Bedeutung ist der Stahlrahmen vor allem für die künftige Bergung der Brennelemente über einen Kran, der vom Gerüst aus operieren wird.

Fukushima-Arbeiter bei Schnee-Unfall verletzt: Gestern verletzte sich der Angestellte eines Partnerunternhmens, als er gegen 14:37 Uhr auf dem Weg zu seinem Auto stürzte, da er mit einem Fuß im Schnee stecken blieben.

Eine erste Untersuchung ergab einen Verdacht auf Bruch des Oberarms, so dass um 15:04 Uhr der Krankentransport gerufen wurde. Vom Gebäude der Feuerwehr Tomioka wurde er dann in das Unfallkrankenhaus Fukushima verbracht. Es wurde kein radioaktives Material am Körper des Arbeiters festgestellt.

NRA will AKW-Zweitzentrale zur Pflicht machen: Die Atomaufsicht NRA will die Einrichtung eines zweiten Kontrollraums an Atomkraftwerken verbindlich machen, damit im Katastrophenfall Kühlsystem und Entlüftung auch außerhalb der Hauptzentrale angepasst werden können. Entsprechende Regelungen bestehen bereits in anderen Ländern, wie etwa Deutschland.

Fukushima-Reaktor 4: Kontrollraum am 29. März 2011 (Foto: TEPCO)
Kontrollraum von Fukushima Reaktor 4 am 29. März 2011 (Foto: TEPCO)

Diese Zweitzentralen werden als Teil neuer erdbebensicherer und tsunamigeschützter Sicherheitseinrichtungen, außerhalb der Reaktorgebäude errichtet werden und zusätzlich über Notstromeinheiten und Kühlwasserpumpen verfügen. Zusätzlich sollen Lüftungsfilter künftig die Freisetzung radioaktiven Materials begrenzen.

Diese Bestimmungen, sowie die Stationierung von Löschfahrzeugen, die seit der Fukushima-Katastrophe bereits von einigen Kraftwerksbetreibern freiwillig eingehalten werden, sollen in die neuen Sicherheitsstandards für Atomanlagen einfliessen. Deren entgültie Fassung wird für Juli iesen Jahres erwartet.

Den  Angaben der Asahi Shimbun nach besteht für die Betreiberfirmen eine Übergangsfrist zur Umsetzung der Bestimmungen. Von der Einhaltung wird auch abhängen, welche der zur Zeit ruhenden Reaktoren wieder hochgefahren werden.

Weniger als die Hälfte alter Gebäude erdbebensicher: Eine im August 2012 vom Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus in 46 Präfekturen (exkl. Fukushima) durchgeführte Untersuchung ergab, das lediglich ca. 43,7 Prozent der 150.346 geprüften Einrichtungen mit Flächen über 1.000 Quadratmeter, die vor 1981 gebaut wurden, heutigen Erdbebenstandards genügen.

Große Gebäude mit einer Fläche von mindestens 5.000 Quadratmetern Gebä entsprachen sogar nur in 36,6 Prozenz aller Fälle den heutigen Bestimmungen. Insgesamt waren 59,6 Prozent der nun kontrollierten Gebäude überhaupt auf ihre Erdbebensicherheit geprüft worden. Aufgrund dieser doch recht hohen Rate, hat das Ministerium nun die Prüfung aller Gebäude verpflichtend gemacht.

Genaue Zahlen zur Erfüllung der Sicherheitsstandards:

  • Einrichtungen mit Flächen zwischen 1.000 und weniger als 2.000 qm (44,7 Prozent)
  • Einrichtungen mit Flächen zwischen 2.000 und weniger als 3.000 qm (45,1 Prozentt)
  • Einrichtungen mit Flächen zwischen 3.000 und weniger als 5.000 qm (41,7 Prozent)
  • Einrichtungen mit Flächen von mindestens 5.000 qm (36.6 Prozemt)

Zum Vergleich: 1.000 Quadratmeter entsprechen in etwa der Fläche einer Schulsporthalle.

Eine Überarbeitung der bisherigen Regelungen soll als Entwurf bei der kommenden Parlamentssitzung vorgelegt werden. Auch soll die finanzielle Unterstützung bei den Kosten zur Sicherung von Gebäuden besser geregelt werden. Bislang bestad keine Verpflichtung zur nachträglichen Renovierung,, so dass diese nur freiwillig erfolgte.

Zwingend erforderlich sollen die Vorgaben nach Angaben der Mainichi Shimbun bei Gebäuden, die entlang von Strecken für Notversorgung und Evakuierungsrouten, sowie Einrichtungen, die dem Katastrophenschutz dienen können werden. Ein Verstoß könnte sogar strafrechtlich belangt werden.

Französin von NHK nach Fukushima-Flucht entlassen: Die 55 Jahre alte Emmanuelle Bodin, damals Angestelllte bei Japans Rundfunkgesellschaft NHK, folgte nach dem Ausbruch der Fukushima-Krise der Evakuierungsaufforderung der französischen Regierung und nahm mit Einverständnis ihres japanischen Vorgesetzten und Zustimmung ihrer Kollegen eine Freistellung.

Eine Woche nach Antritt des Freistellung wurde ihr überraschend gekündigt. Die NHK begründete die Kündigung des Vertrags nach Angaben von Kyodo und jiji mit dem Umstand, ihre Mitteilung, sie könne nicht in ihrem Büro erscheinen, sei einseitig erfolgt. Nun klagt Bodin auf Wiedereinstellung und Zahlung des ausstehenden Lohns.

Schnee im Großraum Tokyo fordert Verletzte: Neben 3.400 Fluggästen, die auf dem Flughafen Tokyo Narita übernachten mussten und Behinderungen der Shinkansen-Schnellzugstrecken, sowie der Schließung von 51 Schulen, kam es im Großraum Tokyo auch zu schwereren Folgen.

Wie die Kyodo gestern berichtete, gibt es dort bereits 260 Verletzte, bereits am heutigen Morgen spricht die jiji von 98 Einlieferungen in Kliniken. Es gilt auf Dachlawinen, sowie auf rutschige Straßenverhältnisse zu achten.

Giftgas-Sekte gewinnt Verleumdungsklage: Ein Tokyoter Gericht hat im Fall einer Verleumdungsklage der Nachfolgeorganisation der fälschlich als „Aum-Sekte“ bezeichnenden Gruppierung Omu Shinrikyo, die durch ihren Sarin-Gasanschlag auf die U-Bahn von Tokyo 1995 bekannt wurde, Recht gegeben.

Zentrum der Sekte Omu Shinrikyo 1994 in Tokyo (Foto: pd)
Früheres Zentrum der Omu Shinrikyo in Tokyo (Foto: pd)

Die Sekte hatte gegen die Verwaltung des Großraums Tokyo und den früheren Chef der Präfekturpolizei Tokyo, General-Superintendent Katsuhiko Ikeda geklagt und erklärt, durch die 2010 geäußerte Behauptung, bei den Schüssen auf den damaligen Polizeichef handele es sich um eine organisierten Terroranschlag der Gruppierung, einen Reputationsschaden erlitten zu haben.

Statt der geforderten 50 Millionen Yen Schadensersatz, verurteilte des Gericht die Tokyoter Verwaltung zur Zahlung von einer Million Yen, sowie einer öffentlichen Entschuldigung. Die Klage gegen Ikeda, der mittlerweile erster Leiter der Atomaufsicht NRA ist wurde dagegen abgewiesen, berichten NHK und jiji.

 

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