Start Aktuelles Japan aktuell: Stark radioaktiv belasteter Reis erstmals in den Handel gelangt

Japan aktuell: Stark radioaktiv belasteter Reis erstmals in den Handel gelangt

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Radioaktiver Reis (Foto: Kushi Institute cc-by)
Radioaktive Reisvorräte immer noch problematisch (Reis-Foto: Kushi Institute cc-by)
Radioaktiver Reis (Foto: Kushi Institute cc-by)
Nahrungsmittel Reis radioaktiv belastet (Reis-Foto: Kushi Institute cc-by)

Während die Anhänger der vom Japaner Yukikazu Sakurazawa begründeten makrobiotischen Ernährungsphilosophie den braunen unpolierten Naturreis als ideales Nahrungsmittel und Garant für Ausgeglichenheit und Gesundheit betrachten, wird die Sicht der japanischen Verbraucher auf ihr Grundnahrungsmittel durch die Angst vor verstrahlten Lebensmitteln bestimmt.

Tatsächlich geben die Nachrichten die aus der Präfektur Fukushima aktuell berichtet werden, den Sorgen der Menschen anscheinend Recht –  ist doch erstmals kontaminierter Reis in den Handel gelangt. Mehr Fukushima News und zu dem was in Japan aktuell sonst geschieht, nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 01. Dezember.

Radioaktiv stark belasteter Reis erstmals in den Handel gelangt: Die Probleme um radioaktiv kontaminiertem Reis, dessen Werte über dem gesetzlich zugelassenem Grenzwert liegen, weiten sich aus. Nachdem zunächst sechs Betriebe im Bezirk Onami der Stadt Fukushima dazu angewiesen worden waren, aufgrund deutlicher Überschreitungen ihre Lieferungen einzustellen, ereigneten sich weitere Fälle.

In Proben aus Oguni und Tsukidate, Ortsteile der Stadt Date, die vor ihrer Eingemeindung selbstständig waren, wurde am 28. November eine Belastung mit radioaktivem Cäsium von bis zu 1050 Becquerel pro Kilogramm Reis festgestellt. Der zulässige Höchstwert beträgt 500 Becquerel.

Während  119 Proben aus 101 Farmbetrieben in Oguni getestet und in zwei von ihnen 580 beziehungsweise 780 Becquerel pro Kilogramm festgestellt worden waren, ergab die Prüfung der acht Proben von sechs Betrieben in Tsukidate in einem Fall den Wert von 1050 Becquerel pro Kilogramm.

Diese Fälle unterscheiden sich von den bisherigen Vorkommnissen in einem wichtigen Punkt: Diesmal konnte die Präfekturleitung die Bevölkerung nicht mit dem Hinweis beruhigen, es sei kein belasteter Reis in den Einzelhandel gelangt.

Tatsächlich musste die örtliche Abteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei einräumen, das insgesamt neun Kilogramm an verstrahltem Reis  aus Oguni an einem öffentlichen Erzeugnisstand verkauft und damit in Umlauf gebracht worden waren. Während sich der Leiter der dortigen Ministeriumsniederlassung, Yoshihito Suzuki, bei den Bürgern für die Unannehmlichkeiten entschuldigte, die durch den Verkauf entstanden seien, verhängte Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura einen Ausfuhrstopp.

Die Präfekturverwaltung von Fukushima versprach die Prüfungen auf weitere Betriebe auszudehnen. Die gegenwärtigen Tests, die bei Produzenten in Gebieten mit nachweislich hoher Strahlung durchgeführt werden umfassen neun Ortsteile von Date und jeweils einen Bezirk von Fukushima, Soma und Iwaki. Nun sollen sieben Ortsteile von Nihonmatsu und zwei in Motomiya ebenfalls untersucht werden.

Erstes Unternehmen durch Reiskrise bankrottiert: Wie die Nachrichtenagentur jiji am heutigen Donnerstag berichtet, musste der Großhändler Watanabe Shoji K.K. Bankrott anmelden. Das Insolvenzverfahren habe am 24. November begonnen, so das Kreditforschungsinstitut „Tokyo Shoko Research Ltd.“. Das Hauptprodukt des Großhändlers, das insgesamt 60 Prozent des Umsatzes ausmachte, war Reis aus Fukushima. Das Unternehmen hatte seine Arbeit bereits im August aufgrund der negativen wirtschaftlichen Effekte durch die Angst vor verstrahlten Produkten eingestellt.

Regierung unterstützt Emergency Radiation Checks für Fukushima-Reis: Japans Vizeminister für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei, Nobutaka Tsutsui sicherte im Namen der Regierung in Tokyo dem Vizegouverneur der Präfektur Fukushima, Yusaku Matsumoto, volle Unterstützung bei der Durchführung der emergency radiation checks für Reis zu. Bei dem Gespräch bat Matsumoto um die Bereitstellung von Testgeräten für die Lebensmittelkontrollen, sowie um personelle Unterstützung und finanzielle Hilfe.

Prinzessin Aiko hat Geburtstag: Prinzessin Aiko, einziges Kind von Japans Konprinz  Naruhito und dessen Frau Masako, feiert heute ihren 10. Geburtstag. Praktisch alle entsprechenden Informationen in den Medien werden vom kaiserlichen Hofamt zur Verfügung gestellt.

So besuche sie die vierte Klasse einer Grundschule und zeige sich zunehmend selbstständiger. Besonderes Interesse habe sie an den Englischkursen hiess es. Von den Folgen und der großen Zerstörung durch das Tohoku-Erdbeben zu erfahren habe sie sehr bestürzt und sie habe ein Gebet für die Opfer gesprochen. Zudem sei sie seit den Stromausfällen im Land sehr darauf bedacht Energie zu sparen und so schalte sie oft gerade nicht benötigte Geräte ab.

Seit Juni lerne sie Cello und könne traditionelle Waka-Gedichte aus dem klassischen „Hyakunin Isshu“ auswendig aufsagen. Eine Zeit lang habe ihre Mutter sie zur Schule bringen müssen, nachdem sie dort einige Stunden verpasst hatte, da sie von Mitschülern gehänselt worden sei, mittlerweile habe die Schulangst abgenommen und eine Begleitung sei immer seltener nötig. Entsprechende Meldungen gab es unter anderem sowohl von der NHK, als auch der Mainichi Shimbun.

Autobahnen in Krisengebieten künftig gebührenfrei: Um die Erholung der Regionen Nordostjapans von den Folgen des Erdbebens und des Tsunami zu erleichtern, sind ab heutigem Donnerstag die Autobahnen dort mautbefreit.

Das hierfür genutzte System ist in mehrere Schritte aufgeteilt. Zu ihnen gehören beispielsweise die Erlaubnis, Schnellstraßen an der Pazifikküste der Tohoku-Region von Fahrzeugen jeden Typs täglich ohne Ausnahme kostenlos befahren werden, Opfer der Naturkatastrophen sowie Flüchtlingen und Einwohnern von Teilen der Präfekturen Aomori und Ibaraki ist das mautfreie Fahren nach Vorzeigen eines entsprechenden Dokuments ebenfalls möglich. Einen entsprechende Meldung stammt von der Nachrichtenagentur Kyodo.

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