Start Aktuelles Japan aktuell: Stark verstrahlte Fukushima-Trümmer bei Verladung entdeckt

Japan aktuell: Stark verstrahlte Fukushima-Trümmer bei Verladung entdeckt

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AKW Fukushima: Blick auf Reaktor 3 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf Reaktor 3 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf Reaktor 3 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf Reaktor 3 am 18. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Noch gestern schien nichts auf besondere Vorkommnisse an der Kraftwerksanlage hinzudeuten.Von TEPCO jetzt veröffentlichte Dokumente zum Wochenende zeigen jedoch, dass die Arbeiter in Fukushima aktuell immer noch mit unvorhergesehenen Zwischenfällen konfrontiert werden.

Doch die Fukushima News umfassen heute auch Meldungen zu Evakuierung und Beseitigung von Trümmern.

Insbesondere im Vergleich mit anderen Präfekturen zeigt Fukushima heute seine immer noch bestehenden Defizite. Details und weitere Nachrichten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Mai 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Radioaktive Fukushima-Trümmer bei Verladung
  • Zwei Präfekturen entsorgen Katastrophentrümmer fristgemäß
  • Richtlinien für Evakuierung mit Haustieren in Arbeit
  • Neue Evakuierungszonen in Futaba
  • USA positioniert sich in Senkaku-Streit deutlicher
    • USA kritisiert Chinas Ansprüche
    • Japan ändert Haltung zu Trostfrauen nicht
    • Wachsamkeit trotz Raketenabzug Nordkoreas

Radioaktive Fukushima-Trümmer bei Verladung: Am Samstag wurde beim Verladen von Schutt und Trümmern aus den Räumarbeiten im nördlichen Bereich des Obergeschosses von  Fukushima-Reaktor 3 auf einen ferngesteuerten LKW, stark radioaktive Trümmer mit einer Belastung von etwa 540 Millisievert pro Stunde, entdeckt.

Als Reaktion hierauf wurde noch am selben Tag gegen 13:45 Uhr der Zugang zum Bereich eingeschränkt. Anschließend wurden die belasteten Trümmer in das temporäre Lager, das eigentlich  für hochradioaktive Trümmer aus dem südlichen Bereich von Reaktor 3 vorgesehen ist, transportiert.

Bis voraussichtlich Donnerstag sollen im Rahmen der standardmäßigen Transporte von stark radioaktiv kontaminierten Trümmern, auch die bei den Verladearbeiten freigesetzten Trümmer in das Lager für feste Abfälle im nördlichen Bereich des erdbebensicheren Hauptgebäudes transportiert werden. Auch hierbei wird ein ferngesteuerter LKW eingesetzt werden.

Wie TEPCO mitteilte, werde man nun besondere Aufmerksamkeit auf die Strahlenbelastung richten. Bei dem Zwischenfall sei kein Arbeiter gefährdet worden, und auch an den Messposten wurden keine besonderen Unterschiede festgestellt. Das ungeplante Ereignis habe keine Auswirkung auf künftige Räumungsarbeiten.

Zwei Präfekturen entsorgen Katastrophentrümmer fristgemäß: Obwohl die Gesamtmenge an Schutt und Trümmern durch das Tohoku-Erdbeben und die angesammelten Ablagerungen an den Küsten sich in den Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi nach Angaben der NHK auf annähernd 26 Millionen Tonnen belaufen, kündigten die Letztgenannten an, fristgemäß bis Ende März 2014 die Schuttmassen und Trümmer entsorgen zu können.

Tohoku-Region nach dem Tsunami: An Land geschleudertes Boot am 15. März 2011 (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Tohoku-Region nach dem Tsunami: An Land geschleudertes Boot am 15. März 2011 (Copyright: Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Aufgrund eines Regierungsprogramms des Umweltministeriums, in dem bislang 17 Präfekturen sich bereit erklärt haben, 670.000 Tonnen aus den beiden Präfekturen zu übernehmen, laufen die Aufräumarbeiten in Iwate und Miyagi nach offiziellen Angaben zügig voran. Einen Teil der anfallenden Abfälle wollen die Katastrophenpräfekturen auch selbst entsorgen.

Die jiji spricht in diesem Zusammenhang davon, dass bereits 58 Prozent an Trümmer und Schutt aus den Tohoku-Katastrophen 2011 in den drei am schwersten getroffenen Präfekturen erfolgreich entsorgt wurden – beziffert die Gesamtzahl der angefallenen Abfälle jedoch nur auf 15,82 Millionen.

Davon seien 9,24 Millionen Tonnen bis Ende März 2013 erfolgreich entsorgt und ein Anstieg bei der Entsorgungsrate festgestellt worden. In der Präfektur Miyagi betrage die Entsorgungsquote 65 Prozent, in Iwate 49 und in der Präfektur Fukushima 40 Prozent.

In der Präfektur Fukushima gehen die Arbeiten deutlich schleppender voran, was sowohl an den Bereichen liegt, die aufgrund der Radioaktivität der Reaktorkatastrophe nicht konventionell geräumt werden können, als auch an den Vorbehalten anderer Präfekturen, Trümmer und Schutt aus Fukushima zu übernehmen – aus Angst vor radioaktiver Kontamination durch die Abfallentsorgung.

Das Umweltministerium kündigte an, daher noch in diesem Sommer, den Entsorgungsplan für die Präfektur Fukushima in aktualisierter Form und realistischen Zielen vorzulegen.

Richtlinien für Evakuierung mit Haustieren in Arbeit: Die Schicksale der Tiere, die bei der Flucht aus den Evakuierungsgebieten zurückgelassen werden mussten, weil sie in den Auffanglagern und Notunterkünften nicht zugelassen sind, wurden nur vereinzelt von den Medien aufgegriffen.

Akita Inu (Foto: Cyril Deug, cc-by)
Richtlinien für Haustier-Evakuierung in Arbeit (Foto: Cyril Deug, cc-by)

Während der Akutphase der Fukushima-Krise mussten Einwohner ihre Hunde, Katzen und andere Haustiere zurücklassen. Der neue Entwurf einer entsprechenden Richtlinie des Umweltministeriums sieht nun vor, dass Haustierbesitzer in der Lage sein sollen, ihre tierischen Mitbewohner bei Evakuierungen mit sich nehmen zu können.

Die auszuarbeitenden Richtlinien sehen vor, dass das Ministerium die örtlichen Behörden dazu auffordert, sich auf die Aufnahme von Haustieren in Notunterkünften und Übergangshäusern vorzubereiten. Die Eigentümer der Haustiere sollen dagegen verpflichtet werden, Futtermittel mitzubringen und ihre Tiere so zu trainieren, dass sie keinen der übrigen Flüchtlinge stören

Nach Angaben der NHK will das Umweltministerium die Richtlinien in ihrer endgültigen Form bis Ende des Monats fertiggestellt haben.

Neue Evakuierungszonen in Futaba: Als zehnte von elf Gemeinden, die um das AKW Fukushima Daiichi liegen, wird die Ortschaft Futaba am 27. Mai um Mitternacht ein Teil des neuen Zonensystems. Der Status als Teil des bisherigen Sperrgebiets wird dann aufgehoben.

Auf diese Regelung verständigte sich das Büro für Atomkatastrophen der japanischen Regierung am heutigen Dienstag. Ein Großteil des Ortes weist eine Strahlung von über 50 Millisievert pro Stunde auf, so dass dort mindestens in den kommenden vier Jahren keine Rückkehr möglich ist.

Der übrige Teil der Ortschaft, der maximal 20 Millisievert aufweist, wird dann als Gebiet klassifiziert, in dem die Evakuierungsregelung ganz aufgehoben werden konnte. Wie die jiji meldet, wird jedoch nur ein Teil des nordöstlichen Gebiets als Bereich zur Evakuierungsaufhebung klassifiziert werden, was lediglich 250 Häuser betrifft. Vor der Katastrophe hatte der Ort etwa 6.520 Einwohner.

USA positioniert sich in Senkaku-Streit deutlicher: Nach den Protesten gegen die Angriffe chinesischer Hacker auf US-Einrichtungen, kritisiert die USA nun auch die Gebietsansprüche Chinas im Gebiet der japanischen Inselkette. Die aktuellen Meldungen für Sie zusammengefasst:

Das weiße Haus in Washington (Foto: pd)
US-Regierung kritisch gegenüber China (Foto: pd)

USA kritisiert Chinas Ansprüche: Erstmals kritisierte das US- Verteidigungsministerium , die seit September von China aggressiv vorgetragenen Ansprüche auf die Senkaku-Inseln, fügten sich in eine Reihe von territorialen Forderungen des Landes, die nicht mit internationalem Recht vereinbar seien. China hatte entsprechende Besitzansprüche bei der UN geltend gemacht.

Japan ändert Haltung zu Trostfrauen nicht: Japans Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga erklärte unter Bezug auf die Anmerkung eines früheren US-Botschafters in Japan, sein Land plane keine Überarbeitung der Entschuldigung des so genannten „Kono-Statements“. Der US-Diplomat hatte erklärt, eine Überarbeitung würde einen sehr positiven Effekt auf Japans internationale Beziehungen herbeiführen.

Wachsamkeit trotz Raketenabzug Nordkoreas: Nordkorea hat zwei mobile Raketenwerfer für Mittelstreckenraketen vom Typ Musudan von seiner Ostküste abgezogen. Dennoch bleibe Japans Regierung weiter wachsam und beobachte die Situation. Man treffe alle Maßnahmen die möglich sind, um das Leben und die Sicherheit der japanischen Bevölkerung zu schützen.

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