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Japan aktuell: Starkes Erdbeben trifft Präfektur Fukushima

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Fukushima-Erdbebenkarte (Grafik: pd)
Erdbeben der Stärke 6,8 erschüttert Präfektur Fukushima
Fukushima-Erdbebenkarte (Grafik: pd)
Starkes Erdbeben trifft Präfektur Fukushima

Nach den Problemen an den Gebäuden der Anlage, sah sich der Betreiber des AKW Fukushima heute mit einem starken Erdbeben konfrontiert.

Diese Erschütterungen erinnern daran, dass gerade die relative Ruhe am Kraftwerk Fukushima aktuell immer noch durch Naturkatastrophen unterbrochen werden kann.

Auch die Folgen des Tohoku-Großbebens sind zweieinhalb Jahre nach der Katastrophe immer noch vielfach sichtbar und beeinflussen das Leben vieler Menschen nach wie vor.

Einzelheiten zu diesen Fukushima News, sowie weitere Meldungen, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 20. September 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Starkes Erdbeben in der Präfektur Fukushima
    • Andere Landesteile
    • AKW melden keine Zwischenfälle
    • Anschließende Kontrollgänge an beiden Fukushima-AKW
  • Sozialer Wohnungsbau in Katastrophengebieten zu langsam
  • 20 Prozent der öffentlichen Wohnungen für Katastrophenflüchtlinge ungenutzt

Starkes Erdbeben in der Präfektur Fukushima: Am heutigen Freitag ereignete sich um 2:25 Uhr Ortszeit in der Präfektur Fukushima ein Erdbeben mit einer Magnitude von 5,9.

Die japanische Wetterbehörde gab die Stärke mit bis zu 5+ auf der siebenstufigen JMA-Skala an. Das Epizentrum in der östlichen Küstenregion befand sich in 17 Kilometern Tiefe.

In der Stadt Iwaki wurde eine Stärke von 5+ gemeldet und ersten Berichten zufolge zwei Frauen leicht verletzt. In anderen Teilen der Präfektur, etwa den Ortschaften Hirono und Naraha betrug sie den Meldungen zufolge 5-

Bei den verletzten Frauen handelt es sich um eine 62 Jahre alte Frau, die sich leichte Schulterverletzungen zuzog als sie aufgrund des Erdbebens schnell aufstand und eine 32-jährige Frau, die leichte Fußverletzungen erlitt, als sie in die Scherben eines zerbrochenen Spiegels trat.

Auch in der benachbarten Präfektur Ibaraki wurden in Takahagi und Hokota die Erschütterungen ebenfalls als 5 Minus klassifiziert

Andere Landesteile: Auch in anderen Landesteilen bis nach Zentraljapan waren kleinere Erschütterungen der Stufen 1 bis 3 zu spüren. Die Erschütterungen waren auch im Großraum Tokyo wahrnehmbar und  lösten bei einigen Mobiltelefonen den Erdbebenalarm aus.

Zeugen berichteten davon, dass sich das Beben zunächst langsam aufgebaut habe. Eine Tsunamiwarnung wurde jedoch nicht ausgegeben.

AKW melden keine Zwischenfälle: Die Elektrizitätskonzerne der Region Tohoku meldeten keine ungewöhnlichen Veränderungen an den Kernkraftwerken in den dortigen Präfekturen. Der Betreiber des AKW Tokai 2 in der Präfektur Ibaraki, die Japan Atomic Power erklärte, es gebe keine Abweichungen vom Regelbetrieb.

Auch TEPCO, Betreiber des AKW Fukushima Daiichi erklärte, es habe keine Abweichungen in den Daten der Strahlungsmessposten an der Anlage gegeben.

Die externe Versorgung mit Kühlwasser für die Reaktoren verlaufe ohne Zwischenfälle. Aufgrund der Ereignisse der letzten Zeit werde man nun insbesondere die Wassertanks auf dem Gelände kontrollieren.

Anschließende Kontrollgänge an beiden Fukushima-AKW: Nachdem bis 5:14 Uhr bestätigt werden konnte, dass es an den Wassertanks des AKW Fukushima Daiichi (Fukushima I)  keine Schäden gab, wurden die Kontrollen fortgesetzt. Auch nach dem Abschluss des Rundgangs um  6:58 Uhr meldete man keine Auffälligkeiten

Zu diesem Zeitpunkt lief der Kontrollgang am AKW Fukushima Daini (Fukushima II) noch. Auch hier konnten nach Ende der Kontrollen um 9:05 Uhr keine Mängel festgestellt werden

Sozialer Wohnungsbau in Katastrophengebieten zu langsam: In einem Bericht vom gestrigen Donnerstag erklärte Japans Rechnungshof, bis Ende des Fiskaljahres 2013 würden gerade einmal für 3.176 der insgesamt 25.067 Haushalte entsprechende Sozialwohnungen in den Katastrophengebieten fertiggestellt.

Wohnkomplex in Tokyo (Foto: KJ)
Wohnkomplexe: Für Flüchtlinge oft noch nicht verfügbar (Foto: KJ)

Das entspricht lediglich 14,8 Prozent.

Bei den vakanten Einheiten handelt es sich um Mietwohnungen, die von den Gemeinden mit Staatszuschüssen geschaffen wurden.Insgesamt sollen etwa 25.000 Wohnungen in acht Präfekturen entstehen.

In sechs von ihnen gibt es gebietsweise nur langsame Fortschritte. Zu diesen Präfekturen gehören auch die Katastrophenpräfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi.

Ursache für Verzögerungen und die geringen Fortschritte in insgesamt 18 Gebieten dieser sechs Präfekturen ist auch die Schwierigkeit, ausreichend Land zu erwerben.

20 Prozent der öffentlichen Wohnungen für Katastrophenflüchtlinge ungenutzt: Während selbst zweieinhalb Jahre nach den Katastrophen vom März 2011 weiterhin 290.000 Menschen als Katastrophenflüchtlinge leben und es stellenweise an Übergangshäusern fehlt, stehen an anderer Stelle die Sozialwohnungen für diese Menschen leer.

Japans Rechnungshof gab jetzt bekannt, dass bis Juli diesen Jahres insgesamt 82 Prozent der Wohnungen für Katastrophenflüchtlinge vermietet werden konnten. Die größte Auslastung wurde in der Präfektur Miyagi (98 Prozent), gefolgt von Fukushima (84 Prozent), sowie Iwate (82 Prozent) und Aomori (66 Prozent) erreicht.

Diese Zahlen bedeuten dennoch, dass etwa 20 Prozent dieses Wohnraums weiterhin ungenutzt sind.

Ursache hierfür ist die Genehmigung zur Nutzung der Übergangshäuser von zwei auf drei Jahren, so dass einige Flüchtlinge nun diese Möglichkeit nutzen, um Mieten zu sparen und dann ihre eigenen Häuser wieder aufbauen zu können. Auch habe es Fehlkalkulationen einiger Gemeinden gegeben, da diese Personen in den Wohnbedarf einrechneten, bei denen der Wiederaufbau des ursprünglichen Hauses geplant war.

Auch das Alter mancher Gebäude und die mangelnde Barrierefreiheit durch fehlende Fahrstühle, oder die langen Wege zu Supermärkten und medizinischen Einrichtungen, tragen zu Unpopularität und Unterbelegung bei. Über die Probleme beim sozialen Wohnungsbau berichteten Mainichi Shimbun und jiji.

 

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