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Japan aktuell: Strahlenleck bei Arbeiten in Fukushima

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Japans Premierminister Naoto Kan kündigte an, er werde zurücktreten, sobald in wenigen Tagen zwei Gesetze verabschiedet werden und er nächste Woche ein Treffen mit seinem Amtsnachfolger hatte.

Nicht allein die jüngsten Nachrichten die aus dem AKW Fukushima aktuell gemeldet wurden, sondern auch die Probleme in der Atompolitik, die Energiekrise und die Suche nach alternativen Energiequellen sind ein schweres Erbe für seinen Nachfolger.

Zunächst folgen an dieser Stelle jedoch Fukushima News, sowie weitere Meldungen im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. August 2011.

Starkes Strahlungsleck stoppt Dekontamination: Ein schweres Strahlungsleck an der Dekontaminationsanlage führte zu einem 13stündigen Stopp der Einheit, so ein Bericht der Mainichi Shimbun. Die genaue Ursache für das Leck, bei dem Strahlung von 3 Sievert pro Stunde freigesetzt wurde, ist nach wie vor unklar. Nach der Entfernung von radioaktiv belastetem Schlamm sank die Belastung, so dass die Arbeiten wieder aufgenommen werden konnten.

Nachdem das bisherige französisch-amerikanische System mit einer gewissen regelmäßigkeit zu Problemen geführt hatte, sind die Erwartungen an die SARRY (Simplified Active Water Retrieve and Recovery System) genannte Einheit groß. Es bleibt daher zu hoffen, das es nicht zu größeren Komplikationen kommt.

Tropfender Schlauch: In einer Meldung vom heutigen Dienstag berichtet TEPCO von einem kleinen tropfenden Wasserleck in einem Schlauch des Kühlsystems für das Abklingbecken in Reaktor 4. Die Kühlarbeiten würden jedoch weiter fortgesetzt.

Datenfehler am AKW Takahama: Der Energiekonzern Kansai Electric Power räumte ein, bei den Daten die zur Einschätzung der Erdbebensicherheit der Reaktorgebäude 3 und 4 des AKW  Takahama (Präf. Fukui) dienten, einen Eingabefehler gemacht zu haben. Allerdings habe nun eine nachträgliche Neuberechnung keine Sicherheitsprobleme ergeben, der Deformationsgrad bei einem Erdbeben läge innerhalb der Richtlinien. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

Als Reaktion hierauf hat die japanische Atomsicherheitsbehörde NISA insgesamt 12 Betreiber von Atomkraftwerken in Japan angewiesen, diese Berechnungsgrundlagen zu überprüfen.

Schulwege sollen wegen Radioaktivität hinterfragt werden: Die Stadt Fukushima will 80 Prozent seiner Schulen darum bitten, die Schulwege ihrer Schüler zu überprüfen, da sich dort Bereiche befinden könnten, in denen die zulässigen Werte überschritten werden.

In einer der 72 Grund- und Realschulen sei ein Wert über acht Mikrosievert pro Stunde gemessen worden, neun hätten Strahlungswerte ab 3 Mikrosievert aufgewiesen und bei 59 hätten eine Belastung von 1 Mikrosievert pro Stunde vorgelegen. Das berichtet die NHK.

Sperrgebiet soll von Regierung übernommen werden: Die bisherige Idee, die Regierung solle Grundstücke in der 20km Sperrzone aufkaufen und die Besitzer so gewissermaßen enteignen, stieß auf wenig Gegenliebe bei Menschen die diese Gebiete über Generationen hinweg bewohnten. Nun wird erwogen, das Land zu pachten und TEPCO für die Mietzahlungen einzuspannen. Betroffen hiervon sind Gebiete, die über dem jährlichen Maximalwert von 20 Milisievert liegen. Um welche Städte, Gemeinden, oder Landstriche es sich dabei genau handelt, ist noch nicht bekannt.

Verantwortlicher für Atomsicherheit in Saga nahm Spenden an (mainichi): Hobun Kihara, Vorsitzender eines Ausschusses zur Atemsicherheit bei der Verwaltung der Präfektur Saga räumte ein, von verschiedenen Stellen des Energiekonzerns Kyushu Electrics finanzielle Spenden erhalten zu haben. Er verstehe zwar, dass dies aufgrund seiner Position möglicherweise skeptisch gesehen werde, rechtlich gesehen seien die Spenden jedoch einwandfrei. Auch eine Rückzahlung oder ähnliches kommt für ihn nicht in Frage, so Kihara gegenüber Journalisten.

Die Präfekturalverwaltung von Saga und besonders der Gouverneur der Präfektur, Yasushi Furukawa haben durch einen Manipulationsvorwurf zur Meinungsmache für die Wiederaufnahme örtlicher Kernkraftwerke des Betreibers Kyushu Electric bereits einen zweifelhaften Ruf.


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