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Japan aktuell: Strahlungsdaten von Fukushima-Einwohnern fehlerhaft

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Stadt Fukushima (Foto: pd)
Neuer Cäsiumrekord in Fukushima Stadt (Foto: pd)
Stadt Fukushima (Foto: pd)
Fehler bei Strahlungsmessung der Bevölkerung in Präf. Fukushima (Foto: pd)

Die jetzt festgestellte Fehlkalkulation einer Reihe von Strahlungsdaten, die in der Präfektur Fukushima aktuell bekannt wurden, ist eine jener Pannen, die nicht dem Kraftwerksbetreiber TEPCO angelastet werden kann.

Allerdings zeigte sich der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima heute an anderer Stelle als nicht kompromissbereit, wenn es um die Zukunft der Atomenergie gilt.

Neben diesen Fukushima News gibt es auch eine weitere Meldung, die sich mit den Risiken der Nukleartechnik in Japan befasst. Einzelheiten nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Juni 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Strahlungsdaten von Fukushima-Einwohnern fehlerhaft
  • Aktionärsversammlungen pro Atomenergie
  • Atomaufsicht kritisiert Vorgehen des J-PARC Personals

Strahlungsdaten von Fukushima-Einwohnern fehlerhaft: Die Präfektur Fukushima und das National Institute of Radiological Sciences räumten am gestrigen Dienstag ein, dass es bei der Einschätzung der externen Strahlungsbelastung bei 16.118 Personen, die den Zeitraum der ersten vier Monate nach der Katastrophe abdecken, zu Fehlern gekommen sei.

Die Zahlen waren für alle zwei Millionen Einwohner der Präfektur mit einem Computerprogramm berechnet worden, das unter anderem auch die Aktivitäten der Personen innerhalb der vier Monate nach der Katastrophe berücksichtigte. Bislang sind die Berechnungen für 420.000 Personen abgeschlossen – und offenbar Fehlkalkulationen aufgetreten.

Mit 12.469 Personen hat die Mehrzahl der Betroffenen eine höhere externe Strahlungsbelastung erlitten, als zuvor vermutet – in einigen Fällen wurde der gesetzliche Jahresgrenzwert von einem Millisievert überschritten. Lediglich bei 3.649 Personen habe man die Werte nach unten korrigieren müssen.

lnsgesamt liegen die Abweichungen im Bereich zwischen plus 0,4 Millisievert und minus 0,2 Millisievert. Die Präfekturleitung entschuldigte sich für den Fehler, versicherte jedoch, auch nach der Neuberechnung wären keine Werte erreicht worden, die eine Gesundheitsgefährdung darstellten.

Die genutzte Software werde nun angepasst und die bereits ausgewerteten Einwohner erhielten eine korrigierte Fassung ihrer Strahlungsdaten. Über die Berechnungspanne berichteten Kyodo und NHK.

Aktionärsversammlungen pro Atomenergie: Neun Elektrizitätsanbieter sind auf ihren jährlichen Aktionärsversammlungen zu dem Schluss gekommen, die Atomenergie auch in Zukunft weiter zu nutzen. Auch wenn es bei TEPCO insgesamt 450 Aktionäre gab, die Forderungen zur Einschränkung der Atomenergie stellten, so wurden diese durch die Mehrheit überstimmt.

TEPCO-Zentrale in Tokyo (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)
TEPCO-Aktionäre überstimmen Kritiker (Foto: Yusuke Kawasaki cc-by)

So wurde etwa die Forderung, das unbeschädigte TEPCO-AKW Kashiwazaki-Kariwa (Präf. Niigata) stillzulegen mit der Erklärung abgewiesen, es handele sich bei der Anlage um eine wichtige Energiequelle, zumal man bis zum Neustart die Sicherheit verbessern werde.

Bis auf Hokuriku Electric wurden bei allen neun AKW-Betreiberfirmen Anträge zur Beendigung des Betriebs von Kernkraftwerken eingereicht.

Alle neun Unternehmen wollen ihre Kernkraftwerke so schnell wie möglich wieder hochfahren. Insgesamt vier von ihnen bereiten sich bereits auf Neustarts nach Inkrafttreten der neuen Sicherheitsrichtlinien am 8. Juli vor (Spreadnews berichtete).

Von den zehn  Elektrizitätskonzernen des Landes betreibt nur Okinawa Electric kein Kernkraftwerk. Über die Pläne berichteten Kyodo, Asahi Shimbun und NHK.

Atomaufsicht kritisiert Vorgehen des J-PARC Personals: Die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA kritisierte die Mitarbeiter des Nuklearlabors J-PARC für die Fortsetzung von Experimenten, obwohl es zuvor zu einem Strahlungsleck gekommen war.

Wie der heute übermittelte Endbericht bestätigt, wurde nach einem Zwischenfall am 23. Mai 2013 der Betrieb noch vier Stunden weitergeführt – und in einem angrenzenden Labor der selbe Teilchenbeschleuniger bis zum Mittag des 25. Mai weiterhin genutzt.

Da in der Lüftungsanlage des Komplexes kein Filter für radioaktives Material installiert ist, gelangte das Material nach dem Zwischenfall auch in andere Teile des Komplexes. Der betreffende Abluftventilator lief in den folgenden drei Tagen weiter.

Der Untersuchungsbericht der NRA kommt nach Meldung der Mainichi Shimbun zu dem Schluss, dass die Beschäftigten der Einrichtung nicht in ausreichendem Maße für derartige Zwischenfälle vorbereitet gewesen seien.

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