Start Aktuelles Japan aktuell: Strahlungsgrenzwert für Bevölkerung soll angehoben werden

Japan aktuell: Strahlungsgrenzwert für Bevölkerung soll angehoben werden

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Übung zur Messung von Radioaktivität am 8. August (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Übung von Strahlungsmessungen am 6. August 2011 (Foto: TEPCO)
Übung zur Messung von Radioaktivität am 8. August (Foto: TEPCO)
Übung zur Messung von Radioaktivität am 8. August (Foto: TEPCO)

Nachdem die japanische Nichtregierungsorganisation FoE Japan gestern mitteilte, man habe in Fukushima Stadt teilweise extrem hohe Hot Spots mit Werten von bis zu 300.000 Becquerel von Cäsium-134 und Cäsium-137 gemeldet und auch die am 15. September entnommenen Erdproben aus der Nähe eines Horts eine Belastung von über 150.000 Becquerel aufgewiesen hatten, war dies für die internationalen Medien bedeutsam genug um über Fukushima aktuell zu berichten  – ausnahmsweise gewissermaßen.

Fukushima News gibt es dagegen hier Wochentags täglich und auch heute gibt es Dinge aus dem AKW Fukushima zu melden – natürlich im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Oktober 2011.

Grenzwert für Zivilbevölkerung soll auf bis zu 20 Milisievert erhöht werden: Ein Beratungsausschuss der japanischen Regierung legt der Führung nahe, den bisher gültigen und von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Jahreshöchstwert für die allgemeine Bevölkerung von 1 Milisievert pro Jahr zumindest zeitweise auf einen Wert zwischen 1 bis 20 Milisievert pro Jahr zu erhöhen. Einen genauen Höchstwert nannte man nicht.

Auch wenn aufgrund dieser Empfehlung mit Kritik zu rechnen ist, mache es die Freisetzung von radioaktivem Material schwierig den bisherigen Höchstwert einzuhalten. Dieser müsse nun als langfristiges Ziel verstanden werden. Über Sonderregelungen für Heranwachsende und Kinder ist nichts bekannt. Das berichten die Nachrichtenagentur Kyodo, die NHK und die Tokyo Shimbun .

Der Vorschlag ist naheliegend, da zu Beginn der Krise teils fragwürdige Grenzwerte für Nahrungsmittel festgelegt wurden, vermutlich auch um den Verkauf von Waren nicht zu gefährden. Eine Anpassung der Jahreshöchstwerte scheint also theoretisch notwendig, um keine Diskrepanzen aufkommen zu lassen.

Zum Vergleich: Der möglicherweise angestrebte Wert von 20 Milisievert entspricht dem in Mitteleuropa zulässigen Jahreshöchstwert für Arbeiter in Atomkraftwerken und anderen Nuklearberufen.

Bereitschaft zur Ergreifung von Tsunami-Schutzmaßnahmen: Die am 30. März erfolgte Anweisung der Regierung an die Betreiber von Atomkraftwerken, dringend Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Nuklearanlagen vor Tsunami zu treffen, zeigt einer Meldung der NHK zufolge nun erste Erfolge. Insgesamt sind für 45 der 54 Reaktoren im Land der Bau von Uferdämmen und Schutzmauern geplant.  Der Abschluss der Bauarbeiten wird frühestens für den Frühling kommenden Jahres erwartet, spätestens jedoch im Verlauf der nächsten drei Jahre.

Weiterer Fukushima-Arbeiter gestorben: TEPCO meldet den heutigen Tod eines Arbeiters Mitte 50, der in der Nähe der Tanks für kontaminiertes Wasser gearbeitet hatte. Gestern habe er über Unwohlsein geklagt, heute habe sich dann der Todesfall ereignet. Nach offiziellen Angaben, war er insgesamt nur einer Belastung von 2,02 Milisievert ausgesetzt, „daher hat sein Tod nichts mit der Strahlung zu tun“ erklärte der Kraftwerksbetreiber.

Nach Angaben der Asahi Shimbun hat der Energiekonzern keine Untersuchungsergebnisse zur Todesursache oder medizinische Hintergründe über möglicherweise vorhandene Erkrankungen des Arbeiters veröffentlicht. Offiziell sind in den vergangenen sechs Monaten insgesamt drei Angestellte verstorben.

Erdbeben erschüttert Präfektur Kumamoto: Mittwochnacht erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4,5 die Präfektur Kimamoto, sowie umliegende Gebiete im Südwesten von Japans Hauptinsel Honshu. Das Epizentrum befand sich in etwa 10 Kilometern Tiefe, teilte die Wetterbehörde mit. Eine Tsunamiwarnung erfolgte nicht. Auch aus dem AKW Genkai (Präf. Saga) gab es keine Störungsmeldungen. Das Beben war vor allem in den Städten Kikuchi und Koshi zu spüren gewesen. Meldungen über Verletzte gab es bis Donnerstagmorgen nicht. Über das Beben berichteten mehrere japanische Medien, darunter die NHK und die Mainichi Shimbun.

Kompost an Schule in Tokyo stark belastet: Einem Bericht der Tokyo Shimbun sowie der Nachrichtenagentur jiji zufolge, wurden im Kompost an einer Grundschule im Tokyoter Stadtbezirk Bunkyo hohe Werte an radioaktivem Cäsium  gemessen, die mit 1488 Becquerel pro Kilogramm über dem bisherigen Grenzwert von 400 Becquerel pro Kilogramm liegen. Das Material war ursprünglich für die Verwendung in den Blumenbeeten der Schule gedacht.

Auch wenn der Kompost aus herabgefallenen Blättern nicht durch staatliche Regelungen erfasst wird, entschloss man sich, keinen weiteren Kompost mehr zu produzieren. Der kontaminierte Kompost werde aus Sicherheitsgründen abgedeckt. Insgesamt hatten fünf Kindergärten und 20 Grund- und Mittelstufenschulen Kompost gemacht.

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