Start Aktuelles Japan aktuell: Strahlungsniveau in Fukushima-Evakuierungszonen gesunken

Japan aktuell: Strahlungsniveau in Fukushima-Evakuierungszonen gesunken

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Präfektur Fukushima: Absperrung einer Zonengrenze (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Absperrung einer Zonengrenze (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Absperrung einer Zonengrenze (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Absperrung einer Zonengrenze (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Den aus Fukushima aktuell vorgelegten Zahlen zufolge, hat die Region eine merkliche Besserung der Strahlungsbelastung erfahren.

Dass die Präfektur Fukushima heute über keinerlei Probleme mehr zu klagen hätte, wäre dagegen reines Wunschdenken.

Noch immer stellt die Radioaktivität das größte Hindernis für die Rückkehr der einstigen Einwohner dar.

Doch die Möglichkeit, von den Verantwortlichen entsprechenden Schadensersatz einzuklagen, droht für mehr als zehntausend Fukushima-Flüchtlinge zu schwinden. Einzelheiten zu den Fukushima News und Neuigkeiten zu weiteren Einrichtungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Juni 2013.

  • Strahlungsniveau in Fukushima-Evakuierungszonen deutlich gesunken
  • Schadensersatz für mehr als 10.000 Flüchtlinge könnte verfallen
  • Keine  aktiven Verwerfungen laut Betreiber des AKW Shika

Strahlungsniveau in Fukushima-Evakuierungszonen deutlich gesunken: Wie die Atomaufsichtsbehörde NRA gestern mitteilte, ist das Strahlungsniveau in einigen schwer kontaminierten Bereichen deutlich zurückgegangen – im März 2013 betrugen die Werte weniger als ein Viertel der Vorwerte vom November 2011.

Japan-Karte: Radioaktivität in Japan (Foto:pd)
Präfektur Fukushima: Strahlungsniveau über Jahre gesunken (Foto:pd)

Die ausgewerteten Daten wurden dabei aus der Strahlungsbelastung der Luft in einem Zeitraum von 17 Monaten zwischen November 2011 bis März 2013 ermittelt.

In Gebieten der Stufe eins, in der die Aufhebung der Evakuierung zu erwarten ist, sanken die Durchschnittswerte von 2,0 Mikrosiviert pro Stunde auf 1,1 Mikrosievert ist.

In Gebieten der Stufe zwei, in der die Rückkehr innerhalb von fünf Jahren unwahrscheinlich ist, war im November noch in 27 Prozent dieses Gebiets eine Strahlung über 100 Millisievert nachgewiesen worden. Mit Stand vom 28. Juni 2012 fiel der Anteil dieser Zonen zunächst auf 16 Prozent und am 11. März 2013 sank er weiter auf sechs Prozent ab. Der durchschnittliche Strahlungswert sank dort von 14,5 Mikrosievert pro Stunde auf 8,5 Mikrosievert.

In Gebieten der Stufe drei, die mehrere Jahre lang nicht bewohnt werden können, sanken die Werte von 5,7 Mikrosievert auf 3,4 Mikrosievert pro Stunde.  Es ist das erste Mal überhaupt, dass die NRA derartige Daten zum Zonenmodell vorlegt. Über die Bekanntgabe der NRA berichteten die Kyodo und die Asahi Shimbun.

Schadensersatz für mehr als 10.000 Flüchtlinge könnte verfallen: Insgesamt drei Jahre haben die Einwohner von Gemeinden in der Präfektur Fukushima Zeit, um Schadensersatzansprüche gegen den Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi geltend zu machen. Dem Zivilgesetzbuch/Bürgerlichen Gesetzbuch nach, verfallen diese anschließend.

50 Yen Münze (Foto: pd)
Fukushima-Flüchtlinge droht Verlust der Ansprüche (Foto: pd)

Bislang müssen jedoch noch 11.000 der 160.000 Einwohner der 13 Küstenorte der Präfektur entsprechende Anträge einreichen. Da TEPCO im September 2011 damit begann, Anträge auf Schadensersatz entgegenzunehmen, bleibt den Betroffenen nur noch bis zum September 2014 Zeit, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Nach Angaben von TEPCO haben bislang 165.824 Personen aus den Gemeinden eine pauschale Entschädigung von TEPCO erhalten. Diese beläuft sich in der Regel auf eine Million Yen pro Haushalt. Die Entschädigungspraxis des Elektrizitätskonzerns war in der Vergangenheit dafür kritisiert worden, nicht verständlich genug zu sein.

Zum einen sei die Beantragung der pauschalen Entschädigung aufgrund komplexer Antragsdokumente sehr kompliziert gewesen – zum anderen sei jedoch bei vielen Betroffenen der Eindruck entstanden, diese einmalige Pauschalzahlung sei alles, was sie vom Unternehmen einklagen könnten.

Über die zeitlichen Probleme der Entschädigungssuchenden berichteten etwa jiji und Asahi Shimbun.

Keine  aktiven Verwerfungen laut Betreiber des AKW Shika: Hokuriku Electric übermittelte heute einen Bericht an Japans Atomaufsichtsbehörde NRA. In diesem Dokument kommt der Betreiber des Kernkraftwerks Shika (Präf. Ishikawa) zu dem Schluss, dass keine aktiven geologischen Verwerungen unter der Anlage verlaufen.

Im letzten Jahr war das Unternehmen angwiesen worden, entsprechende Untersuchungen durchzuführen, da die Möglichkeit einer aktiven Verwerfung unter Reaktor 1 des Kraftwerks bestehe und die geltenden Gesetze den Bau von Atomreaktoren über diesen geologischen Formationen untersagen.

Die Atomaufsichtsbehörde NRA plant die Untersuchung von Verwerfungen im Bereich von insgesamt sechs Kraftwerken. Im Fall des AKW Shika gilt es zu prüfen, ob die jetzt aufgestellte Behauptung des Betreibers, die Verwerfung sei durch Grundwasser entstanden und nicht durch vertikale tektonische Aktivität, der Wahrheit entspricht, berichtet die NHK.

Für die Untersuchung grub Hokuriku Electric nach eigenen Angaben einen 40 Meter tiefen Tunnel in der Nähe des Reaktors, um dort Sedimentproben entnehmen und dann analysieren zu können. Wann die NRA diese Erkenntnisse durch eigene Untersuchungen überprüfen wird, ist noch nicht bekannt.

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