Start Aktuelles Japan aktuell: Strahlungsschutzfolie und GPS-Erdbebensystem entwickelt

Japan aktuell: Strahlungsschutzfolie und GPS-Erdbebensystem entwickelt

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GPS-Satellit Navstar 2 (Foto: pd)
Bessere Erdbebenkalkulation mit GPS (Abb. symbolisch)
GPS-Satellit Navstar 2 (Foto: pd)
Bessere Erdbebenkalkulation mit GPS (Abb. symbolisch)

Das Wochenende präsentiert sich mit Informationen über wissenschaftliche Bemühungen, sowohl den künftig zu erwartenden Naturkatastrophen, als auch schweren Reaktorunfällen und ihren Folgen, wie sie sich etwa am AKW Fukushima aktuell besonders deutlich zeigen, mit moderner Technologie begegnen zu können.

Mit der englischen Fassung von Presseberichten hält sich TEPCO, der Betreiber des AKW Fukushima weiterhin zurück. Einer unserer Kontakte in Japan meinte scherzhaft, man habe den Urlaub in der goldenen Woche angetreten und hoffe einfach, dass in der Zwischenzeit nichts geschehe, was einen ausführlichen Bericht erforderlich mache.

Wir berichten jedoch auch an diesem Freitag über Meldungen, die in Zusammenhang mit Erdbeben und dem Problem radioaktiver Strahlung stehen – im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Mai 2012.

Unsere Meldungen zum Wochenende:

  • Millimeterdünne Strahlungsschutzfolie entwickelt
  • GPS-Methode kann Erdbebenstärke ermitteln
  • Sprößling des Baums der Hoffnung grünt


Millimeterdünne Strahlungsschutzfolie entwickelt:
Zuletzt war von strahlungssicheren Betonbehältern für kontaminiertes Erdreich und Schutt berichtet worden und auch zuvor waren verschiedene Abschirmungsmaßnahmen bereits Thema. Jetzt soll eine nur wenige Millimeter dicke Folie vor Strahlung schützen.

Ein Wellpappe-Hersteller aus Osaka hat in Zusammenarbeit mit der Rengo CO. und einem Subunternehmen eine leichte und flexible Kunstharzfolie entwickelt, die Strahlungsschutz bieten soll und damit deutliche Vorteile gegenüber den zumeist genutzten Bleiplatten oder anderen Metallabschirmungen bietet, berichtet die Asahi Shimbun.

Nach Unternehmensangaben reduziert bereits eine Bahn der lediglich einen Millimeter dicken Folie die Gamma-Strahlung um fünf Prozent, die Nutzung mehrerer Lagen kann die Schutzwirkung weiter verstärken. Daher hofft das Unternehmen, dass die neue Technologie beim Bau von Böden und Wänden von Gebäuden genutzt werden wird, auch die Nutzung als Abschirmung von radioaktiv kontaminiertes Erdreich und Abfälle ist denkbar.

GPS-Methode kann Erdbebenstärke ermitteln: Der „Geospatial Information Authority of Japan“  (GIA) ist es im Auftrag der japanischen Regierung gelungen, eine neue Methode zur Einschätzung der Erdbebenstärke zu entwickeln. Das neuartige System beruht auf dem Global Positioning System (GPS) und verwendet Daten, die an über 1.200 GPS Stationen im ganzen Land gesammelt wurden. Mit ihrer Hilfe soll es möglich sein, künftig schnellere als auch genauere Angaben bei Tsunamiwarnungen zu machen.

Die Methode analysiert während eines Erdbebens jede Sekunde der Bewegungen des Erdbodens. Auf diese Weise kann sowohl das Ausmaß der Bewegung einer seismischen Verwerfung, als auch Magnitude und Epizentrum bestimmt werden. Da die Bewegungen der Erdkruste unmittelbar durch die Größe einer Verwerfung mitbestimmt werden, kann eine entsprechende Überwachung die Einschätzung einer Erdbebenstärke beschleunigen.

So ergaben beispielsweise die Messungen der GPS-Daten zum großen Tohoku-Erdbeben 2011, dass die Bewegungen des Erdbebens die Halbinsel Oshika fast fünf Meter nach Osten verschoben hatte. In einem Test errechnete das neue GPS-System anhand der gegebenen Daten innerhalb von fünf Minuten eine Magnitude der Stärke 8,9. Die tatsächlich gemessene Stärke lag seinerzeit bei 9,0.

Die Forscher planen, das neue System noch in diesem Jahr in den produktiven Betrieb zu nehmen  und die Daten künftig an die japanische Wetterbehörde weiterzuleiten, in der Hoffnung, die Behörde werde sie für die Zusammenstellung von Tsunami-Warnungen nutzen. Das berichtet die NHK.

Kiseki no ippon matsu - Die wundersame Kiefer der Hoffnung (Foto: Jacob Ehnmark cc-by)
Kibō no matsu - die Kiefer der Hoffnung in Rikuzentakata (Foto: Jacob Ehnmark cc-by)

Sprößling des Baums der Hoffnung grünt: Der „Kibo no Matsu“ (Kiefer der Hoffnung) genannte Baum, der als einziger eines ganzen Waldes nahe Rikuzentakata (Präf. Iwate) den Tsunami überlebte, doch schließlich an den Folgen der Salzwasserschäden an den Wurzeln starb, lebt in seinem Setzling offenbar weiter – berichtet doch die Mainichi Shimbun. Einer der 18 gezogenen Setzlinge habe neue grüne Nadeln entwickelt.

Das Projekt zur Wiederauferstehung des Baums wird seit April vergangenen Jahres vom Tsukuba Forschungsinstitut der Sumitomo Forestry Co. in Ibaraki durchgeführt und von dort wird berichtet, der etwa 5,5 Zentimeter hohe Setzling habe bereits Mitte April neue Nadeln gezeigt – nach Ansicht des leitenden Forschers Kentaro Nakamura ein Zeichen dafür, dass sich das Pflänzchen selbst ernähren kann.

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