Start Aktuelles Japan aktuell: Strahlungszwischenfall an Nuklearforschungszentrum

Japan aktuell: Strahlungszwischenfall an Nuklearforschungszentrum

Extrem hohe radioaktive Kontamination bei Arbeitskräften nachgewiesen

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Artikelbild - Radioaktivitätssymbol (Grafik: pd)
Japan: Mehrere Angestellte bei Arbeitsunfall stark radioaktiv kontaminiert (Grafik: pd)

In Japan sorgt die Meldung über einen gestrigen Zwischenfall an der Forschungsanlage Oarai (Präf. Ibaraki) bei der fünf Angestellte vergleichsweise große Mengen an Plutonium durch die Atmung inkorporiert hatten, für Aufsehen.

Die fünf Arbeitskräfte waren mit der Inspektion von Behältern für Brennelemente beschäftigt, als ein Beutel im Inneren riss und Pulver mit Plutonium, Uran, sowie weiterem radioaktivem Material austrat.

Dadurch kam es zunächst zu einer externen Kontamination der Schutzanzüge und Handschuhe der Arbeiter. Doch wie die später durchgeführten Gesundheits-Checks der Arbeiter zeigen, blieb es nicht dabei.

Bei allen fünf Beschäftigten wurde auch inkorporierte Strahlung nachgewiesen, was eine Aufnahme des radioaktiven Materials in den Körper voraussetzt.

In der Lunge eines der Beschäftigten waren bis zu 22.000 Becquerel an Plutonium-239 und 220 Becquerel an Americium-241 nachgewiesen worden. Bei einem weiteren lag der Plutoniumwert bei 14.000 und den übrigen zwischen 6.000 und 2.200 Becquerel.

Bei zwei weiteren Arbeitern wurde zudem eine Inkorporation von Americium-241 in Höhe von 130 bzw. 12 Becquerel festgestellt.

Im Fall des am stärksten betroffenen Arbeiters wurde mit einer geschätzten Strahlungsbelastung von bis zu 12 Sievert in einem 50-Jahres-Zeitraum der gesetzlich zugelassene Wert für Arbeitskräfte mit Kontakt zu radioaktivem Material überschritten.

Ein derart hoher Fall von inkorporierte Strahlungsbelastung sei ihm noch nicht untergekommen, erklärte Shunichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsichtsbehörde NRA.

Nach Angaben von Professor Keiichi Nakagawa von der Universität Tokyo sei es tatsächlich das erste mal, dass in Japan eine solch große Menge Plutonium aufgenommen wurde.

Der Arbeiter könne zwar aufgrund der medizinischen Behandlung überleben, müsste aber mit Langzeitfolgen der Lungen, wie etwa einer Pneumonitis rechnen.

Zum Zeitpunkt der Ereignisse trugen die Männer lediglich Schutzkleidung mit Halbgesichtsmasken, so dass das Material durch die Ränder der Maske eingeatmet wurde.

Nun sollen die Umstände des Zwischenfalls an der Anlage, die von der japanischen Atomenergiebehörde JAEA betrieben wird, genauer untersucht werden, ob etwa Sicherheitsbestimmungen verletzt wurden.

NRA-Vorsitzender Tanaka erklärte, es sei möglich, dass die Arbeiter durch den alltäglichen Umgang mit dem gefährlichen Material zu leichtsinnig wurden. So war die JAEA in der Vergangenheit bereits durch schlechtes Sicherheitsmanagement aufgefallen.

Befragte Einwohner der Präfektur Fukushima äußerten ihre Anteilnahme für die Arbeiter und erklärten zugleich, es sei angsteinflößend, dass es immer noch zu solchen Zwischenfälle kommen könne.

Über die Ereignisse berichteten praktisch alle japanischen Medien, darunter Kyodo, jiji, Mainichi Shimbun, NHK und Präfekturmedien.

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