Start Aktuelles Japan aktuell: Stromausfall stoppte Kühlsystem an beiden Fukushima-Kraftwerken

Japan aktuell: Stromausfall stoppte Kühlsystem an beiden Fukushima-Kraftwerken

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AKW Fukushima Daini in Japan. Foto: Tepco
AKW Fukushima-Daini: NRA kritisiert fehlende Behebung von Sicherheitsmängeln (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima Daini in Japan. Foto: Tepco
AKW Fukushima Daini: Auch hier kam es zu Ausfällen (Foto: Tepco)

Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit ist aufgrund einer Augenbinde bekanntlich blind, um unparteiisch entscheiden zu können. Die Entscheidung des Amtsgerichts Nagoya, als erstes Gericht in Japan überhaupt, Dokumente in Brailleschrift für Blinde und Sehbehinderte zuzulassen, kann sicher als Erfolg gewertet werden.

Dagegen dürfte das Urteil von Japans Höchstem Gerichtshof, die Mahnung von Lehrern durch die Schulleitung, wenn sich diese nicht am Singen der Nationalhymne Kimigayo beteiligen sei rechtens, jedoch Gehaltskürzungen oder gar Kündigungen nicht angemessen, für Diskussionen sorgen.

Andernorts mangelt es jedoch offenbar an Urteilsvermögen, wie Meldungen aus Fukushima aktuell zeigen. Nicht nur in Sachen radioaktiver Beton und Kies scheint einiges „verschütt“ gegangen zu sein. Neben weiteren Informationen sind somit auch die Fukushima News erneut Teil der Berichterstattung – im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Januar 2012.

Stromausfall auch am Kühlsystem von Fukushima Daini: Der Energiekonzern TEPCO betreibt mehrere Atomkraftwerke, darunter auch die Kernkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima 1) und Fukushima Daini (Fukushima 2). Während ersteres durch die Reaktorkatastrophe vom 11. März 2011 bekannt wurde, gab es von letzterem weniger dramatisch klingende Meldungen.

Doch nun  berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Bezug auf den Betreiber TEPCO, dass es am heutigen Dienstag in beiden Kraftwerken zu einem kurzzeitigen Ausfall der Kühlungssysteme der Abklingbecken gekommen war. Als Ursache wurden Probleme bei der Stromversorgung genannt. Auch Dekontaminationssysteme für radioaktiv belastetes Wasser wurden durch das Problem unterbrochen.

Beide Einheiten nahmen jedoch später am Tag wieder die Arbeit auf, erklärte TEPCO

Der stabile Zustand des Cold Shutdown habe jedoch zu jedem Zeitpunkt weiter bestanden, da die Einspeisung von Wasser in die Reaktoren 1, 2 und 3 nicht unterbrochen worden war.

Untersuchungen über Lieferungen von radioaktiv belastetem Gesteinsmaterial beginnen: Am 17. Januar gedenkt man in Japan der Opfer des großen Hanshin-Erdbebens von 1995 und dessen Überlebende sind es auch, die nun den Opfern des Tohoku-Erdbebens 2011 ihre emotionale Unterstützung zusicherten.

Die wiederum sehen sich mit Fund von hohen Werten an radioaktivem Cäsium in Gesteinsmaterial, dass in Form von Kies für den Betonbau verwendet worden war, einem neuen Problem gegenüber, dass sie erneut aus den Häusern vertreiben könnte.

Einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge versicherte Industrieminister Yukio Edano daher, die Regierung werde ihre Bemühungen, den Vertriebsweg des kontaminierten Felsmaterials nachzuvollziehen, beschleunigen. Zuvor war der weitere Versand aus dem Steinbruch des Unternehmens Futaba Saiseki Kogyo eingestellt worden. Auch sechs weitere Betriebe arbeiten in diesem Bereich.

Die Nachforschungen des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie umfassen bislang 17 Steinbruchfirmen und Unternehmen die Bruchstein für die Weiterverarbeitung herstellen, die innerhalb der empfohlenen Evakuierungszonen, oder um einzelne Hot Spots mit erhöhter Strahlung herum liegen.

Zu ihnen gehören fünf Steinbrecher die Kies zur Verwendung in Beton und anderem Material fertigen. Alle haben vermutlich auch nach dem Anbruch der Krise, im März und April produziert, vier von ihnen arbeiten auch weiterhin, nachdem Futaba Saiseki Kogyo als Fünfter vorerst den Betrieb dort eingestellte.

Daher werde ein erster Prüfungsschwerpunkt auf diesen vier Unternehmen liegen, berichtet die Asahi Shimbun. Sollten sich dort ebenfalls hohe Werte an radioaktivem Material nachweisen lassen, wird auch in diesen Fällen eine Handelssperre erlassen.

Als zusätzliche Maßnahme werden nun auch alle kürzlich erbauten Objekte innerhalb und außerhalb der Präfektur Fukushima, bei denen das Material aus dem Betrieb in Namie verwendet wurde, auf radioaktive Belastung geprüft, teilte die Regierung in Tokyo mit. Die Präfekturverwaltung erwägt sogar eine Innenüberprüfung aller Häuser die nach dem Tohoku-Erdbeben erbaut wurden. Bereits jetzt ist die Besorgnis bei den Bürgern groß. So wurde etwa der Weg einer Grundschule mit Gestein der Futaba Saiseki Kogyo gepflastert.

Wie die NHK berichtet, will die Leitung der Präfektur Fukushima nun die Bürger unterstützen, die in dem Wohngebäude der Stadt Nihonmatsu leben, bei dessen Bau radioaktiv kontaminierter Beton verwendet worden war. Insgesamt 10 der 12 Haushalte bestehen aus Familien, die zuvor aus Minamisoma und Namie evakuiert worden waren. Mittlerweile erklärten bereits fünf Familien, sie wollten ausziehen.

Die Präfekturleitung kommt den Sorgen der Bürger entgegen und lässt von den Angestellten der Ortschaften aus denen sie ursprünglich stammen, Befragungen durchführen, die dann als Grundlage für weitere Hilfen, etwa beim Finden neuer Wohnungen dienen sollen.

Shizuoka verkauft Tankfloß an TEPCO: Seit April des Vorjahres und damit unmittelbar nach Beginn der Krise am AKW Fukushima Daiichi nutzt TEPCO ein von der Stadt Shizuoka bislang kostenlos zur Verfügung gestelltes Megafloß zur vorübergehenden Lagerung von radioaktiv belastetem Wasser aus dem Kraftwerk (Spreadnews berichtete). Gestern nun legte die Stadt dem Energieunternehmen ein Kaufangebot für das 136 Meter lange, 46 Meter breite und 3 Meter tiefe Tankfloß vor. Shizuoka möchte insgesamt eine Summe von 509 Millionen Yen für die Anlage, die zuvor in der Fischerei genutzt worden war haben, das Geld soll in den Bau eines neuen Riesenfloßes investiert werden. Das berichtet etwa die Nachrichtenagentur jiji.

Große Katastrophenübungen in Tokyo geplant: Anfang kommenden Monats werden im Großraum Tokyo weitere Katastrophenübungen veranstaltet werden, durch die Bürger lernen sollen, wie sie sich nach einem schweren Erdbeben verhalten sollen. Zu diesem Zweck sollen mehrere große Übungen, unter anderem am 3. März an den Bahnhöfen Ikebukuro und Shinjuku stattfinden, berichtet die Yomiuri Shimbun. Dort sollen die Teilnehmer dann etwa auch über den Mikrobloggingdienst Twitter Informationen über den aktuellen Stand der simulierten „Katastrophe“ erhalten und verbreiten.

An weiteren Übungen im Bezirk Chiyoda direkt im Herzen von Tokyo, werden am 9. März auch Unternehmen, eine Universität sowie Grundschulen teilnehmen. Sonderkurse wird es zudem für jene geben, die der allgemeinen Empfehlung, sich möglich nichts weit weg zu bewegen. aus verschiedenen Gründen nicht folgen können, etwa da sie Kinder abholen müssen. In diesen Sonderkursen wird dann auf  Besonderheiten und mögliche Risiken hingewiesen.

Insgesamt, so wird erwartet, werden etwa 10.000 Menschen an den Übungen teilnehmen, in die auch Erkenntnisse aus dem Tohoku-Erdbeben vom März 2011 einfließen sollen.

Yasukuni-Jinja: Kamikaze-Statue im Yushukan-Militärmuseum (Foto: David Sanz cc-by-nd)
Yasukuni-Schrein: Kamikaze-Statue im Yushukan-Militärmuseum (Foto: David Sanz cc-by-nd)

Japans Rechte fordern Auslieferung von Yasukuni-Brandstifter: Im Fall des Chinesen, der sowohl für die Brandbomben auf das japanische Konsulat in Südkoreas Hauptstadt Seoul verantwortlich ist, als auch behauptet, zusammen mit einer japanischen Freundin den Brandanschlag auf den Yasukuni-Schrein in Tokyo verübt zu haben, hiess es zunächst, es gäbe es keine unmittelbaren Pläne auf diplomatischem Wege eine Auslieferung zu erwirken. Allerdings wurde er aufgrund von Fluchtgefahr in Haft genommen.

Jetzt wollen die Uyoku genannten ultra-nationalistischen Gruppen Druck machen, hört man aus Tokyo, eine offizielle Erklärung gibt es jedoch offenbar noch nicht.

Der Mann sei nach dem Brandanschlag auf den Schrein, in dem die Kriegstoten, darunter auch etwa 1.000 Personen, die von den siegreichen USA als Kriegsverbrecher eingestuft worden waren, verehrt werden,  nach Daegu in Südkorea geflohen. Von dort war seine Großmutter als Armeeprostituierte der japanischen Armee im zweiten Weltkrieg nach China verschleppt worden.

Giftgas-Sektenmitgliedern bediente sich prominenter Aliasnamen: Anfang Januar hatte sich die Asahi Shimbun mit den möglichen psychologischen Hintergründen der Aliasnamen des Ex-Sektenmitglieds Akemi Saito (49) gemacht, die gemeinsam mit Makoto Hirata, ebenfalls ehemaliges Mitglied der Ōmu Shinrikyō, fast 17 Jahre lang auf der Flucht war. Ihren eigenen Angaben zufolge, war die Namenswahl deutlich prosaischer, berichtet die Mainichi Shimbun heute. Einer ihrer Falschnamen „Kyoko Yamaguchi“ stamme lediglich aus einer Kombination von „Kyoko Koizumi“ und „Momoe Yamaguchi“ – beides bekannte Sängerinnen bzw. Schauspielerinnen.

Über den Hintergrund des Namens „Shoko Yoshikawa„, unter dem sie schließlich etwa 10 Jahre lang in einer osteopathischen Klinik arbeitete und verschiedene Geschäfte abschloss, konnte sie dagegen keine Angaben machen, weshalb ihr Rechtsanwalt Takimoto davon ausgeht, dass er von ihrem Mitflüchtling Hirata erdacht wurde.

Sowohl Hirata als auch Saito hatten sich nacheinander der Polizei gestellt, nachdem sie wegen verschiedener Verbrechen in Zusammenhang mit ihrer Mitgliedschaft bei der Endzeit-Sekte Omu Shinrikyo seit 1995 landesweit zur Fahndung ausgeschrieben worden waren.

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