Start Aktuelles Japan aktuell: Strontium im Grundwasser von Fukushima und Anti-Atomproteste in Tokyo

Japan aktuell: Strontium im Grundwasser von Fukushima und Anti-Atomproteste in Tokyo

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Tepco: Seitenansicht des Rahmens der Wasseraufbereitungsanlage Foto: Tepco
Fukushima: Arbeiten an der Wasseraufbereitung laufen weiter. Foto: Tepco
Tepco: Seitenansicht des Rahmens der Wasseraufbereitungsanlage Foto: Tepco
Fukushima: Arbeiten an der Wasseraufbereitung laufen. Foto: Tepco

An diesem Wochenende gab es erneut negative Meldungen aus Japan. Erstmals wurde das radioaktive Element Strontium im Grundwasser nahe des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi nachgewiesen. Unterdessen verzögern sich die Arbeiten an der Dekontaminationsanlage. Deren schnelle Inbetriebnahme wird erhofft, da hierdurch die Füllung und Anforderung weiterer Wassertanks verringert werden könnte.

 

Gerade die Lagerung von radioaktiv belastetem Abwasser und Klärschlamm bereitet dem Betreiber der Anlage, dem Energiekonzern TEPCO, Sorgen. Diese und weitere Informationen zur Lage in Japan nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Juni 2011

00:00 Bereits am morgigen Dienstag ist der Spreadnews Japan-Ticker wieder für Sie da – seit drei Monaten regelmäßig zur aktuellen Situation in Japan. Kommen Sie gut durch die Nacht.

Dekontamination des Wassers verzögert sich (jiji): Die geplanten Tests der Dekontaminationsanlage für radioaktive Abwässer aus dem AKW Fukushima Daiichi verzögern sich um zwei bis drei Tage. Zunächst traten Wasserlecks an den Teilen der Anlage die Cäsium aufnehmen sollten auf, dann stoppte der Wasserdurchfluss in einem der vier Rohre, die einen mit Zeolith gefüllten Filtereinsatz, der radioaktives Cäsium, Jod uund Technetium neutralisieren sollen, durchlaufen. Ein Ventilproblem wird vermutet, ein erster Testlauf mit schwach radioaktivem Wasser soll am Dienstag erfolgen. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

Die Dekontaminationsanlage soll vor allem die überfluteten Gebäude des AKW Fukushima Daiichi leeren um so die Radioaktivität zu senken und weitere Arbeiten zu ermöglichen, nachdem diese durch den Anstieg der Werte  teilweise eingestellt werden mussten. Auch erhofft man sich durch das Recycling der Abwässer zu Kühlwasser für die Nuklearanlage eine Entspannung der Situation.

Regenzeit bedroht Häuser: Flüchtlinge die aus der 20km Zone um das AKW Fukushima Daiichi evakuiert wurden, haben aufgrund der Regenperiode Angst um ihre Häuser. Wie die Yomiuri Shimbun berichtet, haben die Betroffenen Angst, durch Schäden an den Gebäuden, die durch das Erdbeben entstanden, wie etwa undichte Dächer, könnte es hereinregnen und die Häuser unbewohnbar machen. Viele von ihnen hoffen immer noch, eines Tages in das Sperrgebiet zurückkehren zu können. Einige der dort stehenden traditionellen Häuser sind über hundert Jahre alt.

Hygieneprobleme in Baugebiet: Nachdem viele Flüchtlinge es vorziehen in den Auffanglagern und Notunterkünften zu bleiben, anstatt Übergangshäuser zu beziehen, gibt es in den Küstenregionen dort Hygieneprobleme. Nachdem der Tsunami in der Nähe der Stadt Rikuzentakata (Präf. Iwate) eine Fischverarbeitungsfabrik und deren Kühlhaus vernichtete, sind tonnenweise verfaulender Fisch im Baugebiet der Übergangshäuser verstreut, deren Verwesung zahlreichen Fliegen anlockt. Das meldet die Mainichi Shimbun.

Tokyo: Demonstration von Atomkraftgegnern am 11.06.2011 Foto: KJ
Tokyo: Demonstration von Atomkraftgegnern am 11.06.2011 Foto: KJ

Atomkraftgegner demonstrieren in Tokyo: Am Wochenende kam es in Japans Haupstadt Tokyo zu einer großen Demonstration mit 6000 Teilnehmern gegen eine weitere Nutzung der Atomkraft, die von einem für Japan ungewöhnlich starkem Polizeiaufgebot an Polizeibussen beobachtet wurde. Die Demonstration verlief sehr geordnet, es kam zu keinen Ausschreitungen.

Als die Polizei sich bei einem Demonstrationszug am Ostausgang des Bahnhofs Shinjuku überraschend zurückzog, wurde dies mit Jubel quittiert und auch der weitere Verlauf der Demonstration blieb ruhig. Atomkraftgegner protestierten in ganz Japan an über 100 Orten mit Transparenten und Hinweisschildern gegen die bisherige Atompolitik der Regierung und die Pläne der Energiekonzerne zur Nutzung der Atomkraft.

Einbrüche in leer stehende Häuser: Das es unmittelbar nach dem verheerenden Tohoku-Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami nicht zu gewalttätigen Plünderungen gekommen war, führten viele auf die Disziplin der Japaner zurück. Nun meldet die Yomiuri Shimbun jedoch eine Zunahme von Einbrüchen in leer stehende Häuser innerhalb der 30km Zone um das AKW Fukushima. Die Einbrecher erbeuten dort Buddha-Statuen von den Hausaltären sowie Bargeld. Mittlerweile gibt es Polizeipatrouillen gegen die Einbrüche.

Sechs weitere Arbeiter verstrahlt: Nach ersten Testergebnissen des japanischen Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales sind möglicherweise sechs weitere Arbeiter über den zulässigen grenzwert hinaus radioaktiver Strahlung ausgesetzt gewesen. Betroffen wären demnach drei Beschäftigte die in den Kontrollräumen der  Es Reaktoren 3 und 4 gearbeitet hatten,  sowie fünf weitere Arbeiter, die nach den Katastrophen am 11. März versucht hatten, die Stromversorgung wiederherzustellen.

Strontium im Grundwasser von Fukushima: Mehrere japanische Nachrichtenagenturen melden den Fund von Strontium im Grundwasser nahe der Reaktoren 1 und 2 des AKW Fukushima. Es ist das erste Mal das dort Strontium im Grundwasser nachgewiesen wurde. Nahe der Meerwasseraufnahme des Kernkraftwerks Fukushima wurde ebenfalls Strontium nachgewiesen. Die Konzentration des Stoffes übersteigt  den zulässigen Höchstwert um das 240-fache. Radioaktives Strontium gilt als Auslöser von Leukämie.

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