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Japan aktuell: Strontiumfunde und Stromausfall im AKW Fukushima

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Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Brennstäbe-Bergung begonnen
Tepco: Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi in Japan. Foto: Tepco
Fukushima Daiichi: Strontium als weiteres Risiko. Foto: Tepco

Die heutige Entdeckung von radioaktivem Strontium im Erdboden außerhalb der Sperrzone ist eine weitere Meldung seit Beginn unserer Berichterstattung am 11. März, die weltweit für Unruhe sorgt. Auch andere Punkte, wie etwa der steigende Wasserpegel und das Entsorgungsproblem des radioaktiv belasteten Wassers in den Gebäuden der Nuklearanlage Fukushima Daiichi zeigen, dass die Krise immer noch nicht überwunden ist und es noch lange dauern wird, bis man von einer einigermaßen stabilen Situation sprechen kann.

Nicht nur bis dahin informieren wir unsere Leser über die Lage vor Ort – so auch im heutigen Spreadnews Japan-Ticker vom 09. Juni 2011

Radioaktivitätstests im Großraum Tokyo: Die Verwaltung von Japans Hauptstadt Tokyo will nach Anfragen von Bürgern aus zahlreichen Stadtbezirken im Großraum Tokyo, die genaue Zahlen zur radioaktiven Belastung ihrer Gegenden wollten, nun angekündigt, ab dem 15. Juni an 100 Stellen der Stadt Messungen der atmosphärischen Strahlung durchzuführen. Darüber hinaus würden den einzelnen Bezirken des Ballungsraums insgesamt 70 Strahlungsdetektoren ausgehändigt. Das berichtet die Mainichi Shimbun

TEPCO macht Druck bei Dekontamination: Der Betreiber der Fukushima-Kraftwerke treibt den Bau der Dekontaminierungsanlage für das Wasser innerhalb der Reaktoren voran, um ein Überlaufen und damit einen Austritt des radioaktiven Wassers zu verhindern, so die Asahi Shimbun. Ein erster Test der Wasseranlage soll am Freitag erfolgen.

Die radioaktive Belastung des Wassers soll reduziert werden, bevor es in Tanks gepumpt und von dort in ein Kühlungssystem für den Reaktor gespeist und dort zur Kühlung genutzt wird.

TEPCO bekämpft Ölfilm: Nach einem Bericht von TEPCO wurden am heutigen Tag  weitere schwimmende Barrieren gegen den dünnen Ölfilm angebracht, die maximale Ölmenge betrage gegenwärtig 0,5m3 . Der Austritt von Öl wurde Ende Mai bemerkt, es stammt vermutlich aus beschädigten Behältern in der Nähe der Reaktoren 5 und 6 des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi.

Stromausfall im AKW Fukushima: Am gestrigen Mittwoch war es in den Reaktoren 1 und 2 aus bislang unbekannter Ursache zu mehr als drei Stunden dauernden Stromausfällen gekommen, dabei sei die Beleuchtung in den Hauptkontrollräumen, sowie Wasserstands- und Druckanzeiger in einem der Reaktoren ausgefallen. In Reaktor 1 habe ein System gegen Wasserstoffexplosionen manuell ausgeschaltet werden müssen.

Die externe Kühlung sei von dem Ausfall nicht betroffen gewesen, man habe keine Anomalien festgestellt. mittlerweile arbeiteten die Systeme wieder, nun werde Ursachenforschung betrieben, so japanische Zeitungsmeldungen.

TEPCO plant Türöffnung im Reaktor: Die Yomiuri Shimbun berichtet, TEPCO plane, gegen Ende des Monats eine Tür in Reaktor 2 die Reaktor und Turbinengebäude verbindet zu öffnen, um die Luftfeuchtigkeit im Reaktor zu senken. Da dabei möglicherweise Radioaktivität in die Umwelt gelangen könnte, verlangt die japanische Atomaufsicht NISA bis zum 15. Juni einen Bericht über mögliche Auswirkungen. Zuletzt hatte die hohe Luftfeuchtigkeit Messungen im Reaktor behindert.

Strontium außerhalb der Sperrzone festgestellt: Nachdem zuvor bereits außerhalb der 30km Zone in der die Menschen angewiesen werden, in ihren Häusern zu bleiben, Strontium gefunden worden war, berichten japanische Medien nun erstmals den Fund von Strontium in der Stadt Fukushima und damit 62km vom AKW Fukushima Daiichi entfernt. Die Bodenproben wären im späten März und frühem Mai entnommen worden

Bislang waren entsprechende Spuren in den Ortschaften Namie und Iitate, etwa 30km vom Kernkraftwerk entfernt gefunden worden. Nach Angaben der japanischen Atomsicherheitsbehörde gehe von den geringen Mengen Strontium, das in höherer Dosierung Leukämie verursachen kann, keine Gesundheitsgefahr aus.

2 KOMMENTARE

  1. Na super!Diese in Japan freigesetzte Radioaktivität scheint im wesentlich das Merkmal zu haben, dass sie völlig ungefährlich ist. Caesium, Strontium, Jod alles kein Problem. Da kann man auch mal tonnenweise kontaminiertes Wasser ins Meer leiten. Ich bin mal gespannt, wie lange die Weltgemeinschaft die da noch rumstümpern lässt.

  2. Die Menschheit wird noch an der Menschheit sterben.
    Wir bringen uns gegenseitig um, mit dem was wir tun und mit dem was wir erschaffen. Ist doch so, oder etwa nicht?
    Die in Japan freigesetzte Radioaktivität wird uns allen zu schaffen machen. Radioaktivität ist billig, aber ist die Menschheit nicht wertvoller?

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