Start Aktuelles Japan aktuell: Studie zu Schäden in Reaktoren durch Kernschmelze im AKW Fukushima

Japan aktuell: Studie zu Schäden in Reaktoren durch Kernschmelze im AKW Fukushima

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TEPCO: Modell eines Reaktor-Druckbehälters
Modell eines Reaktor-Druckbehälters (Foto: TEPCO)
TEPCO: Modell eines Reaktor-Druckbehälters
Studie zu Vorgängen in Fukushima-Reaktor (Foto: TEPCO)

Die heutige Berichterstattung steht diesmal besonders deutlich im Zeichen der Geschehnisse der Nuklearkatastrophe am AKW Fukushima Daiichi und bietet unter anderem Informationen darüber, wie TEPCO die Vorgänge während der akuten Phase der Krise in Fukushima aktuell bewertet.

Neben den Fukushima News gibt es jedoch weitere Meldungen mit Bezug zur Radioaktivität, wie etwa einen bislang mysteriösen Fund in Zusammenhang mit einer radioaktiven Substanz. Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. November 2011.

Geschmolzene Brennelemente gruben sich durch Druckbehälter: TEPCO veröffentlicht nun Forschungsberichte die letztlich all das bestätigen, was sowohl Fachleute als auch besorgte Bürger bereits seit langem als Fakten hinter einer Verschleierungstaktik angesehen haben.

Die Analyse zum Umfang der Kernschmelze in den Reaktoren 1 bis 3 wurde von TEPCO sowie mehreren Forschungsinstituten im Rahmen eines von der Regierung unterstützten Treffens am heutigen Mittwoch vorgestellt. Die Analyse beruht dabei auf der Auswertung und den Rückschlüssen der Informationen über Temperaturen, die Menge des genutzten Kühlwassers sowie weiterer Daten.

Demnach seien nach dem Ausfall der Kühlung in Reaktor 1 alle Brennelemente geschmolzen. Das aus den Substanzen der geschmolzenen Brennstäbe gebildete Corium habe sich dann am Boden des Reaktordruckbehälters gesammelt und durch den Boden geschmolzen, so dass es in den umgebenden äußeren  Sicherheitsbehälter gelangt sei.

Der Boden des Behälters der aus Beton mit einer Stahldecke besteht sei, mittlerweile  angegriffen und durch das Material der Brennelemente wahrscheinlich bis zu einer Tiefe von 65 Zentimetern erodiert, Bei weiteren 37 Zentimetern wäre, Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge, die Stahlplatte erreicht worden.

Dennoch wird natürlich weiterhin beschwichtigt. Die Aushöhlung bzw der Verschleiss, sei durch die Einspeisung von Wasser gestoppt worden. Auch sei eine Beschädigung im großen Maßstab unwahrscheinlich.

Im Bezug auf die  Reaktoren 2 und 3 könnten nach Ergebnissen von Tepco 57 Prozent der Brennelemente in Reaktor 2 und insgesamt 63 Prozent der Brennelemente in Reaktor 3 geschmolzen sein und möglicherweise dabei auch etwas davon durch den Druckbehälter gelangt. Auch in diesen Fällen sei die Wasserkühlung jedoch ausreichend um eine weitere Zersetzung durch das Corium zu verhindern.

Fukushima-Kraftwerksleiter befahl eigenmächtig Weiterkühlung: Der Leiter des AKW Fukushima Daiichi hat im Verlauf der Krise offenbar eine Anordnung, die Kühlung mit Meerwasser einzustellen, bewusst missachtet und stattdessen den Arbeitern vor Ort die Weiterkühlung befohlen, berichtet heute die Nachrichtenagentur Kyodo.

Masao Yoshida, verantwortlicher Leiter des Kernkraftwerks hatte die Anordnung von der Unternehmensleitung erhalten, nachdem der Einwand aufgekommen war man habe „das Gefühl, dass die Ausweitung der Kühlung mit Meerwasser ohne Entscheidung des Premierministers nicht durchgeführt werden sollte„.

Yoshida habe dann als Kraftwerksleiter seine Arbeiter zwar über die Anordnung informiert, sie jedoch angewiesen, sich darüber hinweg zu setzen und auf seinen Befehl die Kühlung weiterzuführen. Dadurch ergab sich auch nach zwei Monaten der Korrekturbedarf eines TEPCO-Berichts in dem die Aussetzung der Kühlung vermerkt worden war, obwohl Yoshida sie unerlaubt weiter durchführen liess.

Für sein eigenmächtiges Handeln erntete er Kritik und wurde von der Konzernleitung  dafür gerügt. Befürworter sagen jedoch, er habe richtig gehandelt und seine Maßnahme habe eine gravierende Verschlechterung der Lage zu diesem Zeitpunkt verhindert.

Masao Yoshida tritt am Donnerstag aufgrund einer Erkrankung offiziell von seinem Posten zurück. Über die Art der Krankheit und seine Gesamtstrahlungdosis macht man jedoch keine Angaben. Es heisst lediglich, die gesundheitlichen Probleme wären nicht auf radioaktive Belastung zurückzuführen.

Radioaktives Thorium und mysteriöser Suizid: Die Mainichi Shimbun berichtet von der gemeinsamen Selbsttötung eines etwa 60 Jahre alten Paares, das sich in einem Wald der Präfektur Niigate das Leben nahm. An sich ist ein solcher Suizid nicht ungewöhnlich und auch die Entdeckung durch einen Passanten durchaus häufig.

Ungewöhnlich waren dagegen ein Behälter, der von Polizeibeamten im Auto des Mannes entdeckt wurde. In ihm befand sich Sand sowie sieben kleine Flaschen, die das radioaktive Element Thorium enthielten. Nach Angaben der Mainichi Shimbun, die sich auf mit der Ermittlung vertrauten Quellen beruft, sei der Mann beim Zentrum für Strahlungsüberwachung der Präfektur beschäftigt gewesen. Dessen Mitglieder bestätigten auch, dass es sich bei der Substanz tatsächlich um Thorium handelt.

In welchem Zusammenhang die Behältnisse, oder der Beruf des Verstorbenen in Zusammenhang mit dem Suizid des Paares stehen ist der Öffentlichkeit bislang noch unbekannt.

Prinz Akishino fordert Diskussion zur Altersregelung:
Vor seinem 46. Geburtstag am heutigen Mittwoch sagte Prinz Akishino, der jüngere Sohn des Tenno Akihito und dessen Gemahling Michiko, eine Debatte über eine mögliche Altersbegrenzung des jeweiligen Herrschers sei notwendig.

Die Bemerkung fiel während einer Pressekonferenz die Akishino, Zweiter in der Thronfolge, gemeinsam mit seiner Gemahlin, Prinzessin Kiko (45) einige Tage vor seinem Geburstag abgehalten hatte. Ein Pensionsalter für den jeweiligen Herrscher sei „eine Idee„, allerdings sei es nicht einfach diesbezüglich ein Alter festzulegen, da der Alterungsprozess bei jedem Menschen differiere, wird der Prinz von der Nachrichtenagentur Kyodo zitiert.

Dem Mitglied der kaiserlichen Familie nun eine gewisse Torschlusspanik im Bezug auf den Thron zu unterstellen ist an sich überflüssig – reicht doch ein Blick auf die britische Monarchie, wo Prinz Charles ebenfalls auf den Thron wartet, ohne deswegen die Berentung von Regenten zu fordern.

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