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Japan aktuell: Suche nach Wasserlecks an Fukushima-Reaktor

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Fukushima-Reaktor 2: Untersuchung des Bereichs unterhalb des Lüftungsrohrs im Süd/Südosten am 5. März 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Untersuchung des Bereichs unterhalb des Lüftungsrohrs im Süd/Südosten am 5. März 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Untersuchung des Bereichs unterhalb des Lüftungsrohrs im Süd/Südosten am 5. März 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Untersuchung des Bereichs unterhalb des Lüftungsrohrs im Süd/Südosten am 5. März 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO bemüht sich im Fall seines Katastrophenkraftwerks in Fukushima aktuell vor allem darum, die Grundlage für eine sichere Stilllegung zu schaffen. Das zeigt etwa die Suche nach Lecks innerhalb der Anlage.

Die Tatsache, dass die Kernschmelzen am AKW Folgen von Naturkatastrophen waren, tritt oft hinter der Konzentration auf die Anlage zurück.

Doch auch die Tohoku-Katastrophen, Erdbeben und Tsunami, werfen immer noch lange Schatten, so dass auch sie neben dem Kernkraftwerk Fukushima heute erneut Thema sein werden – etwa wenn es um neue Rettungsmaßnahmen, Spendengelder und den Wiederaufbau geht.

Hinweis: Welche Zustände in den Präfekturen zu Beginn der Krise herrschten und wie Retter vor Ort diese erlebten, wird Inhalt einer Artikelserie sein, in der ein Katastrophenhelfer sowohl von seinen Erfahrungen berichtet, als auch mit einigen Mythen zur Katastrophenhilfe aufräumen wird. Die Serie wird anlässlich des Jahrestags  am 11. März beginnen.

Was neben den Fukushima News sonst noch geschah, jetzt wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. März 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO untersucht Lüftungsrohr in Fukushima-Reaktor 2
  • Neuartiges Tsunami-Rettungsboot vorgestellt
  • 40 Prozent der Tohoku-Katastrophenspenden stammen aus dem Ausland
  • Replik des Baums der Hoffnung steht

TEPCO untersucht Lüftungsrohr in Fukushima-Reaktor 2: Nachdem im Dezember ein Roboter von Toshiba beim Erklettern von Stufen in Reaktor 2 einige Probleme hatte, führte der Kraftwerksbetreiber TEPCO zunächst keinen weiteren Robotereinsatz dieser Art durch, sondern nutzte andere Techniken.

Fukushima-Reaktor 2: Untersuchung im unteren Bereich des Lüftungsrohrs im Ost/Südosten am 5. März 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Untersuchung im unteren Bereich des Lüftungsrohrs im Ost/Südosten am 5. März 2013 (Foto: TEPCO)

Gestern wurde dann erneut ein Roboter in der Nähe der Kondensationskammer im Bodenbereich des Hauptsicherheitsbehälters  eingesetzt. Dort wurde der Zustand der Rohre untersucht. Ziel der Mission war es festzustellen, ob durch Pfützen oder Feuchtigkeitsspuren mögliche Leckstellen ausgemacht werden können.

Die Abdichtung derartiger Leckstellen ist erforderlich, will man den Sicherheitsbehälter doch mit Wasser fluten, um bei der künftigen Entfernung der zusammengeschmolzenen Brennelemente einen ausreichenden Strahlungsschutz durch das Wasser zu erhalten. Doch in dieser Hinsicht war die Aktion vom gestrigen Dienstag ein Misserfolg.

In keinem der vom Roboter untersuchten Areale konnten an Beton oder Rohren Spuren auf mögliche Lecks ausgemacht werden.Weder im ost-südöstlichen Bereich, noch im süd-südöstlichen Bereich wurden Hinweise auf Wasseraustritte festgestellt. Die erfassten Bild- und Tondaten würden jedoch noch ausgewertet.

Die Strahlungsbelastung in Folge der Arbeiten erreichte nicht den angesetzten Höchstwert von drei Millisievert, sondern erreichte maximal 1,07 Millisievert.

Am heutigen Mittwoch folgten dann weitere Untersuchungen im Bereich der Rohre. Dabei wurde das Augenmerk auch auf den Boden und die Rohrenden gelegt. Auch dabei konnten jedoch keine Hinweise auf Lecks oder Wasseraustritte entdeckt werden. In diesem Fall blieb die Strahlungsbelastung bei der Untersuchung ebenfalls unter dem anvisierten Wert von drei Millisievert und betrug lediglich 0,71 Millisievert.

Neuartiges Tsunami-Rettungsboot vorgestellt: Das Transportministerium stellte heute ein zunächst experimentelles Rettungsboot vor, dass den Menschen im Fall eines Tsunami Schutz bieten soll. Das 8,4 Meter lange und drei Meter breite Gerät besteht aus verstärktem Kunststoff und soll sich, falls es kentert, leicht wieder aufrichten lassen.

Zu der Vorstellung eingeladene Medienvertreter, etwa von der NHK, bekamen dabei interessante Einblicke in Details. So kann das Boot nicht nur bis zu 35 Personen aufnehmen –  ist mit Lagerraum für Nahrungsmittel und medizinischem Bedarf ausgerüstet, sondern verfügt auch noch über Toiletten.

Nach Willen des Ministeriums sollen diese Rettungsboote mit Beginn des nächsten Fiskaljahres an Grundschulen und Pflegeeinrichtungen, insbesondere in kritischem Gebiet verfügbar sein und so mehr Menschen retten. Neben der Gefahr zu ertrinken, reissen Tsunami schwere Gegenstände mit sich, die ungeschützte Menschen schwer verletzen und töten können.

40 Prozent der Tohoku-Katastrophenspenden stammen aus dem Ausland: Das „International Development Center of Japan“ (IDCJ) legte nun Zahlen zu den geleisteten Hilfen während der Tohoku-Katastrophen vor. Allerdings gab es auch in der jüngeren Vergangenheit immer noch Beschwerden, die bürokratischen Hürden behinderten zu stark.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
Japan erhielt zahlreiche Spenden nach Tohoku-Katastrophen (Symbolfoto: pd)

Insgesamt wurde bis Ende März 2012 eine Summe von 400 Milliarden Yen (3,28 Milliarden Euro) gespendet. Ganze 164 Milliarden Yen, oder 40 Prozent der Gelder die somit im ersten Jahr flossen, stammten aus dem Ausland. Japan wurde so der weltweit größte Empfänger für humanitäre Hilfe im Jahr 2011.

174 Staaten leisteten finanzielle Hilfe, darunter auch 119 Staaten, die von Japan Entwicklungshilfe beziehen. Zwar spendeten die „Ölstaaten“ mit 52,4 Millarden Yen die höchste Gesamtsumme, die höchste Zahl an Hilfen für gezielte Fälle stammte jedoch aus Europa

An der Unterstützung durch Arbeitskräfte beteiligten sich in 160 Fällen insgesamt 99 Länder und Organisationen, deren Arbeitskräfte in 160 Fällen. 60 Prozent dieser Staaten beziehen Entwicklungshilfe aus Japan.

Die Hilfe erfolgte in 83 Fällen durch Nichtregierungshelfern, in 77 Fällen handelte es sich um Unterstützung durch Regierugen und internatione Organisationen.

In 63 Fällen bestanden die Aufgaben aus „unterschiedlichen Arbeiten“, darunter Freiwilligenhilfe. In 30 Fällen handelte es sich um die Entsendung von Hilfsteams.

Dabei wurde in 19 Fällen Teams zur Suche und Rettung entsandt und in 11 Fällen Teams zur medizinischen Hilfe. In 14 Fällen bestand ein direkter Bezug zur Atomkatastrophe von Fukushima. Wie in Fällen anderer Katastrophen auch, leidet aber auch im Fall der Tohoku-Katastrophen die Hilfsbereitschaft, je mehr Zeit verstreicht.

Replik des Baums der Hoffnung steht: Nachdem am Samstag bereits der Stamm aufgerichtet worden war, konnte heute die Fertigstellung der Baumreplik am ursprünglichen Standort des als Wunderkiefer bekannten Baums in Rikuzentakata (Präf. Iwate) gemeldet werden

Wundersame einsame Kiefer der Hoffnung (Foto: Jacob Ehnmark cc-by)
Denkmal der wundersamen Kiefer der Hoffnung fast fertiggestellt (Foto: Jacob Ehnmark cc-by)

Nachdem die künstlichen Äste und Zweige in 18 Metern Höhe angebracht worden waren, steht die einsame Kiefer nun wieder als Symbol der Hoffnung und des Wiederaufbaus der Region an ihrem ursprünglichen Platz.

Der Baum hatte als einziger eines gesamten Kiefernwaldes den Fluten des Tsunami überstanden, war jedoch später aufgrund der Salzwasserschäden am Wurzelwerk abgestorben. Die Ortsverwaltung beschloss sich dann, den Stamm zu erhalten und das Blattwerk nachzubilden, um den Baum als Denkmal zu erhalten.

Nach einer offiziellen Zeremonie am 22. März, soll der Baum ein Jahr lang nachts durch Beleuchtung angestrahlt werden. Hierüber berichteten NHK und Mainichi Shimbun.

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