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Japan aktuell: Taifun Vongfong fordert Todesopfer

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Artikelbild - Unwetter in Tokyo (Copyright by KJ)
Unwetter in Tokyo (Copyright by KJ)

Eine Woche nach dem Taifun Phanfone ist mit Vongfong der 19. und bislang schwerste Sturm dieser Saison über die japanische Inselkette gezogen. Von der tropisch geprägten Insel Okinawa, bis in den Nordosten zog das Unwetter und hatte dabei umfangreiche Folgen für die Einwohner der betroffenen Regionen.

Hier somit einige Informationen, verbunden mit dem Bericht eines freien Mitarbeiters aus dem Großraum Tokyo.

Bericht – Taifun Vongfong auf dem Weg nach Tokyo: Am Montag um 23:35 Uhr (Ortszeit) und damit vor dem Eintreffen des Taifun Vongfong, der für Dienstagmorgen in Tokyo erwartet wurde, berichtete unsere Quelle aus dem Großraum Tokyo von den ersten Vorläufern des nahenden Sturms. So habe es zunächst schwere Regenfälle und aufkommende starke Winde gegeben.

Wenige Minuten später, gegen 23:45 Uhr Ortszeit, wurde von einem ersten Abbruch des Regens berichtet, so dass man sogar die Zikaden, deren Klänge als Symbol des Sommers gelten, deutlich hören konnte. Um 00:17 Uhr dann Berichte über kurze aber heftige Windstöße.

Unser freier Mitarbeiter in Tokyo schildert, bereits diese Vorläufer seien definitiv stärker als der Taifun Phanfone, der vergangene Woche über Japan gezogen war. Zu diesem Zeitpunkt war noch unklar, ob die Situation sich verschärfen, oder der Sturm noch Energie verlieren würde, wie dies beim Taifun vergangener Woche der Fall gewesen war.

Der jetzige Taifun wurde unterdessen auf einen schweren Tropensturm herabgestuft. Um 1:45 Uhr sei der Wind gleichbleibend stark und weniger böig gewesen. Auch gegen 3:00 Uhr habe es keine wesentlichen Veränderungen gegeben – starke Winde und Zikadenklänge begleiteten den Taifun Vongfong weiter Richtung Tokyo.

Todesopfer nach Taifun Vongfong: Am Dienstag zog der Sturm über Zentraljapan und den Großraum Tokyo. Der Sturm forderte bislang zwei Menschenleben. Der eine Tote in der Präfektur Tottori, ertrank offenbar in einem Bewässerungsgraben, als er nach seinem Kaki-Obstgarten sehen wollte. Das zweite Todesopfer wurde in einem Teich der Präfektur Ehime entdeckt.

Eine weitere Person wird noch vermisst. Neben etwa 94 Verletzten (andere Quellen sprechen von 75) in 21 Präfekturen, kam es auch zu erheblichen Sachschäden. So wurden mehr als 170 Häuser überschwemmt, mindestens 50 Gebäude gänzlich zerstört oder beschädigt.

Evakuierungsaufforderungen erfolgten sowohl für die Insel Izu-Oshima, auf der im August vergangenen Jahres ein Taifun zu einem Erdrutsch mit Todesopfern geführt hatte, als auch für Teile der Gemeinden Otaki und Kiso, die sich am Vulkan Ontake befinden. Dort werden seit dem Ausbruch und 56 Todesopfern immer noch sieben Personen vermisst.

Insgesamt wurden auf Japans Hauptinsel Honshu für 2,07 Millionen Menschen zwischen den Präfekturen Shizuoka und Miyagi Evakuierungsaufforderungen ausgegeben. Die Wetterbehörde kündigte für Japans nördlichste Insel Hokkaido Schneefälle an.

Taifun Vongfong trifft Präfektur Fukushima: Für die Präfektur Fukushima gab die japanische Wetterbehörde noch am Montag gegen 23:13 Uhr Ortszeit mehrere Unwetterwarnungen, sowie Sicherheitshinweise aus. Für die Stadt Iwaki wurde Katastrophenalarm wegen Erdrutschgefahr ausgegeben. Die Präfektur Fukushima schloss öffentliche Einrichtungen wie Schulen und verhängte Geschwindigkeitsbegrenzungen für die großen Verbindungsstraßen.

Von den Warnungen betroffen waren sowohl  die Gemeinden Okuma und Futaba, auf denen sich das Gelände des AKW Fukushima Daiichi befindet, als auch Naraha und Hirono, Standorte des Sportzentrums J-Village, in dem die Kraftwerksarbeiter untergebracht sind.

Für diese Gemeinden wurden Warnungen vor Überschwemmungen, Stürmen und hohen Wellen ausgegeben, sowie Sicherheitshinweise für Sturmböen und Gewitter ausgesprochen.

Kraftwerksbetreiber TEPCO machte auf der Webseite des Unternehmens darauf aufmerksam, dass der Sturm zum Herunterhängen elektrischer Leitungen führen könnte. Diese solle man umgehend melden. Bauliche Schäden wurden dort weder am Montag noch am Dienstag gemeldet.

Über den schweren Sturm berichteten praktisch alle japanischen Medien wie Kyodo, jiji und NHK.

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