Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO ändert Standort der Livekamera am AKW Fukushima

Japan aktuell: TEPCO ändert Standort der Livekamera am AKW Fukushima

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Der Fukushima Pointing Man am 28. August 2011 (Foto: TEPCO)
Der Fukushima Pointing Man am 28. August 2011 (Foto: TEPCO)
Der Fukushima Pointing Man am 28. August 2011 (Foto: TEPCO)
Die Fukushima-Kamera zieht um (Foto: TEPCO)

Webcams die öffentliche Plätze zeigen, können zeitverzögert, oder in Echtzeit laufen und unterschiedliche Bildqualität aufweisen.

Manche sind trivial, andere langweilig – doch eine der bekanntesten dürfte die Fukuichi Live Cam am japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi sein.

Ihre Aufnahmen waren für manche Ausgangspunkt für Berichte oder wilde Theorien. Nun ist die Webcam selbst einen Artikel Wert, denn sie zieht um.

Das ist natürlich nicht die einzige Fukushima News heute, denn in der Tat gibt es vom AKW Fukushima aktuell auch weitere Informationen. Mehr zu dem was in Fukushima heute geschah, sowie weitere Meldungen – jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. August 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO verlegt seine Live-Kamera am AKW Fukushima
  • Neue Schutzanzüge gegen Dosimeter-Manipulation
  • Neue Atomaufsichtsleiter will  Laufzeitbeschränkung
  • Oktopus aus Fukushima wird in Tokyo und Nagoya verkauft

TEPCO verlegt seine Live-Kamera am AKW Fukushima: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi bot seit dem 31. Mai 2011 die Möglichkeit, über eine Kamera die Situation am Kernkraftwerk zu verfolgen.

Neuer Standort der Fukushima-Kamera ab 1. August 2012 (Foto: TEPCO)
Neuer Standort der Fukushima-Kamera ab 1. August 2012 (Foto: TEPCO)

Die Aufnahmen, die hauptsächlich Bilder der Reaktoren 1 und 2 zeigten,  hatten in der Vergangenheit durch verschiedene Farberscheinungen zwischen den Reaktoren Anlass für zahlreiche Spekulationen geboten.

Nicht zuletzt der Arbeiter, der schweigend in die Kamera gedeutet hatte, und als „Fukushima pointing man“ berühmt wurde, um gleichzeitig verschiedenen Theorien über seine Bedeutung zu entfachen, hatte Interesse für die Live-Kamera an Japans bekanntestem Atomkraftwerk geweckt.

Der Tokyoter Künstler  Kota Takeuchi  hatte das rätselhafte Video in eine Sonderausstellung aufgenommen und trotz seiner Arbeit am AKW Fukushima bestritten, selbst der Arbeiter zu sein. Ein Mann der behauptet, der Angestellte  zu sein, hatte sich im September 2011 auf seiner anonymen Webseite zu seiner Motivation geäußert.

Nun zieht die Fukuichi Live Camera um.

Ab dem 1. August 2012 um 11:00 Uhr Ortszeit wird sie Aufnahmen von einem neuen Standort bieten. Zuvor wird es wegen des Umbaus zu einer einstündigen Unterbrechung kommen, kündigte TEPCO an.

Bisheriger Standort der Fukushima-Kamera bis zum 1. August 2012 (Foto: TEPCO)
Bisheriger Standort der Fukushima-Kamera bis zum 1. August 2012 (Foto: TEPCO)

Nach Angaben des Kraftwerksbetreibers TEPCO erfolgt die Neupositionierung auf die Bitte von Nutzern und um den Fortschritt beim Bau der Ummantelung an Reaktor 4 für die Allgemeinheit besser sichtbar machen zu können.

Sie wechselt somit von ihrem ersten Standort in der Nähe des Verwaltungsgebäudes zu einer Lage an der temporären Lagereinheit für Schlamm, an der Seite von Reaktor 4.

Bereits jetzt sorgt die neue Ausrichtung für kritische Fragen, ob TEPCO auf diesem Weg möglicherweise Entwicklungen an den Reaktoren 1 und 2 gewissermaßen „ausblenden“ möchte.

Neue Schutzanzüge gegen Dosimeter-Manipulation: TEPCO kündigte am gestrigen Dienstag die Einführung neuer Schutzanzüge für Kraftwerksarbeiter an, die im Brustbereich ein Sichtfenster aus transparentem Vinyl aufweisen. Auf diese Weise ist von Außen ein Blick auf die beiden Dosimeter möglich, welche von den Arbeitern in den Brusttaschen der Anzüge mitgeführt werden.

Die neuen Anzüge werden ab Oktober von Fukushima-Arbeitern getragen, die in Bereichen arbeiten, deren Alarmlevel auf Messwerte von 3 Millisievert und darüber liegen. Angestellte, die in stärker radioaktiv belasteten Gebieten der Anlage arbeiten, sind hiervon ausgenommen, da sie besondere Schutzkleidung mit Wolfram tragen und damit stärker gegen Strahlung geschützt sind. Das meldet die Asahi Shimbun.

Mit der Ankündigung durch Junichi Matsumoto auf einer Pressekonferenz reagiert TEPCO auf die jüngsten Enthüllungen, die den Versuch von Angestellten aufdeckten, durch die Abschirmung der Messgeräte mit Bleihüllen, über ihren zulässigen Strahlungsgrenzwert hinaus zu arbeiten (Spreadnews berichtete am 23. Juli 2012).

Neue Atomaufsichtsleiter will  Laufzeitbeschränkung: Der von der Regieerung favorisierte Kandidat für die Leitung der unabhängigen Atomkontrolle, Shunichi Tanaka, erklärte, die Aufsicht müsse die Sicherheit der Atomkraft als oberstes Ziel haben und den Standpunkt verteidigen, dass eine Laufzeitverlängerung über 40 Jahre hinaus nicht erlaubt werden solle.

Atomsymbol
Befragung zur künftigen Atomkontrolle (Grafik: pd)

Auch im Bezug auf mögliche Neustarts von Reaktoren sei es erforderlich, die Anträge und Begründungen für den Neustart sehr sorgfältig zu überprüfen, ob dies sowohl sicher, als auch notwendig ist.

Zunächst müssten die bisherigen Sicherheitsstandards und Richtlinien grundlegend überarbeitet werden. So müsse der Verdacht einer potentiell aktiven Verwerfung nach neuen Untersuchungen ausreichen, um einen Stopp des Kraftwerks fordern zu können.

Der 67 Jahre alte, aus Fukushima stammende Tanaka war zuvor stellvertretender Vorsitzender der japanischen Atomenergiekommission und vom Noda-Kabinett als Leiter für die neue Kontrollinstanz nominiert worden. Durch seine frühere Tätigkeit ist er jedoch auch umstritten, da ihm eine Befürwortung der Atomenergie unterstellt wird.

Seine Nominierung und die der vier weiteren Kommissionsmitglieder muss noch durch das Parlament gebilligt werden. Über die Anhörung durch das Parlament, das Tanaka zu seinen Ansichten befragte, berichten etwa Kyodo, Asahi Shimbun, NHK und jiji.

Oktopus aus Fukushima wird in Tokyo und Nagoya verkauft: Nachdem die Fischer der Präfektur Fukushima über 15 Monate lang auf den Fischfang verzichtet hatten, war nach mehreren Überprüfungen im Juni der Verkauf von zwei Oktopusarten und einer Form der Schalentiere offiziell erlaubt worden. Die am heutigen Mittwoch durchgeführte Verschiffung von etwa 200 Kilogramm Oktopus ist der Erste, der in große Städte in Japan versandt werden wird.

Der zuletzt eingeholte Fang war bislang lediglich in der Präfektur Fukushima selbst und der Nachbarpräfektur Miyagi verkauft worden, nachdem Messungen der Fischereiprodukte, die in 50 Kilometern nordöstlich des Kernkraftwerks gefangen worden waren, keine Belastung aufgewiesen hatten.

Der heute nach Tokyo transportierte Oktopus wird morgen auf dem großen Tsukiji-Fischmarkt in Tokyo verkauft werden. Abhängig von der Akzeptanz der Ware, erwägt der Verband der Fischereikooperativen eine Wiederaufnahme der vollen Fangkapazitäten. Allerdings sei nicht sicher, ob die Produkte in Großstädten ebenso positiv aufgenommen werden, wie dies in den beiden Präfekturen der Fall sei. Das berichtet die NHK.

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