Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO beginnt Schutzmantelbau am AKW Fukushima

Japan aktuell: TEPCO beginnt Schutzmantelbau am AKW Fukushima

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Schutzmantel-Gerüstbau am AKW Fukushima am 10. August2011
Arbeiten am Stahlgerüst des Fukushima-Schutzmantels am 10. August 2011 (Foto: TEPCO)
Schutzmantel-Gerüstbau am AKW Fukushima am 10. August2011
Arbeiten am Stahlgerüst des Fukushima-Schutzmantels am 10. August 2011 (Foto: TEPCO)

Während der Versuch mehrerer Stromanbieter eine Befürwortung der Bevölkerung für Reaktorneustarts vorzutäuschen misslang und nachdem in diese Manipulation möglicherweise auch die japanische Atomsicherheitsbehörde NISA verwickelt ist, entwickelt sich das Ganze immer mehr zu einem Krimi. Auch die Nutzung gefährlicher Substanzen auf US-Militärbasen hat etwas kriminelles an sich.

Dagegen sind die aus Japan zu hörenden Berichte über die Umstände am AKW Fukushima aktuell zunächst durchaus positiv. Detailliertere Angaben und Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. August 2011.

Kühlbeckenkühlung im AKW Fukushima fertiggestellt:  TEPCO startete heute ein Wasserkühlungssystem am Abklingbecken für abgebrannte Brennstäbe in Reaktor 1 des AKW Fukushima Daiichi. Damit soll nun in den Reaktoren 1-4 der Anlage eine Kühlung durch zirkulierendes Wasser erfolgen, nachdem die ursprüngliche Kühlfunktion durch Schäden beim Erdbeben stark beschädigt worden war. Als zusätzlichen Vorteil des nun begonnenen alternativen Kühlsystems führt TEPCO auch die Möglichkeit an, nun die Temperatur im Becken leichter messen zu können. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

Neuformulierung der Tsunamiwarnungen: Um die Dringlichkeit einer Evakuierung zu verstärken, sollen die öffentlichen Tsunamiwarnungen geändert werden. Statt wie bislang eine Schätzung der Höhe für einzelne Gebiete anzugeben – die sich im Fall vom 11. März als tödliche Fehleinschätzung entpuppte – soll nun standardmäßig bei jedem Beben das eine Stärke von 8,0 oder höher hat sofort eine Aufforderung zur Evakuierung aufgrund eines erwarteten Tsunami erfolgen. Das meldet die Asahi Shimbun.

Elektrizität verhinderte Katastrophe in Fukushima Daini: Offenbar konnte der Ausfall der Kühlung im AKW Fukushima Daini (Fukushima 2) verhindert werden, weil es trotz Ausfällen noch über ausreichende Stromversorgung verfügte, die ausreichte um die Pumpen der Notkühlsysteme und Kontrolleinheiten am laufen zu halten und so alle Reaktoren zu kühlen. Das berichtete der Betreiber des Kraftwerks TEPCO am heutigen Mittwoch.

Agent Orange auf US-Basen in Japan eingesetzt: In Vietnam ist der 10. August als „Orange Day“ offizieller Gedenktag für die Personen, die durch Nachwirkungen und Folgeschäden die durch das im Vietnamkrieg von den USA eingesetzte giftige Entlaubungsmittel „Agent Orange“ starben. Auch heutige Generationen haben noch genetische Dispositionen zu bestimmten Erkrankungen wie Krebs.

Heute meldet die Asahi Shimbun, auf einer Militärbasis auf der japanischen Insel Okinawa sei über Jahre hinweg Agent Orange nicht nur gelagert, sondern in einigen auch aktiv als Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt worden. Diese Enthüllungen gehen auf die Arbeit von Jon Mitchell, einem britischen Journalisten, der unter anderem einst in Japan stationierter US-Veteranen befragte.

Damit scheint eine starke Kontamination des Erdbodens nicht nur auf der Basis, sondern auch in den umgebenden Städten und Ortschaften wahrscheinlich, auch heute noch könnten deswegen Folgeschäden bei Bewohnern Okinawas auftreten. Da Soldaten während des Vietnamkrieges offenbar auch Agent Orange bei der Bevölkerung gegen Lebensmittel eintauschten, ist auch der Einsatz durch Zivilpersonen möglich.

Sich auf das Fehlen offizieller Berichte berufend, streitet das US-Militär die Einlagerung ab, die Präfekturalregierung überlegt, wie man auf die Sachlage reagieren solle.

Kyushu Electric Power liess Dokumente vernichten: Wie japanische Medien übereinstimmend Berichten hat der Electrizitätskonzern Kyushu Electrics der in einen Meinungsmanipulationsskandal verwickelt ist, hat offenbar Beweise vernichtet.

Wie der Untersuchungsausschuss feststellte, waren die Dokumente am 21. Juli vernichtet worden. Eine Zweigstelle des Unternehmens in Saga hatte ebenfalls versucht 15 Dokumente, die vom Ausschuss angefordert worden waren, verschwinden zu lassen.

Nach Angaben des Leiters des Untersuchungsausschusses, Nobuo Gohara sei es der Chef der Atomstrom-Abteilung des Konzerns, Akira Nakamura gewesen, der die Vernichtung der Dokumente und die Vertuschung angeordnet hatte.

Evakuierungsaufforderungen sollen enden: Anfang September sollen die Kennzeichnungen für Evakuierungsgebiete in der Präfektur Fukushima aufgehoben werden, so der Entschluss einer Task Force der japanischen Regierung, einem Bericht der Nachrichtenagentur jiji zufolge. Als eines der Argumente wird die relative Sicherheit vor weiteren Wasserstoffverpuffungen genannt. Damit wäre nicht nur das Wegfallen der Empfehlung sich jederzeit zur Evakuierung bereit zu halten verbunden, auch bereits geflohene Einwohner könnten in ihre Häuser zurückkehren.

Kontrollierte Besuche in Sperrzone sollen möglich werden: Eine weitere Entscheidung der Task Force betrifft die Besuche des Sperrgebiets. Voraussichtlich Ende des Monats sollen kleine Gruppen von Personen aus den 460 Haushalten die innerhalb eines 3km Radius um das AKW herum liegen für zwei Stunden ihre Häuser aufsuchen dürfen, um von dort persönliche Gegenstände mitzunehmen. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

TEPCO beginnt Bau der Schutzhülle: Am heutigen Mittwoch hat TEPCO mit den Arbeiten am Schutzmantel für den Reaktor 1 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi begonnen. Durch die Maßnahme soll zum einen das nach Außen dringen radioaktiver Stoffe verringern, zum anderen soll sie einen Regenschutz bieten, der das unkontrollierte Ansteigen des Wasserpegels verhindern soll. In welchem Umfang die erste erhoffte Funktion wirklich erfüllt werden wird, ist noch fraglich. Bei Bauerfolg sollen gleiche Hüllen für die Reaktoren 3 und 4 folgen. Das berichtet etwa die Mainichi Shimbun

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