Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO bessert SARRY-Filtersystem am AKW Fukushima nach

Japan aktuell: TEPCO bessert SARRY-Filtersystem am AKW Fukushima nach

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Zweite Cäsiumfiltereinheit nach dem Umbau am 9. August 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: SARRY-Anlage nach dem Umbau am 9. August 2012 (Foto: TEPCO)
Zweite Cäsiumfiltereinheit nach dem Umbau am 9. August 2012 (Foto: TEPCO)
Zweite Cäsiumfiltereinheit nach dem Umbau am 9. August 2012: Stahlrohre statt Schläuche (Foto: TEPCO)

Nach dem Fehlschlag des Kameraballons am Mittwoch, liefert TEPCO zum Wochenende vom AKW Fukushima heute positive Bilder.

Offenbar will man zeigen, dass auch die provisorischen Lösungen auf dem Gelände der Anlage überarbeitet werden.

Zum Thema „zeigen“ passt auch, dass der Betreiber des AKW Fukushima aktuell einige Diagramme und Bilder veröffentlicht hat, welche die Struktur der Videokonferenzen und der verwendeten geräte zeigen soll. Weitere Fukushima News sowie sonstige Nachrichten heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. August 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO bessert SARRY-System am AKW Fukushima nach
  • AKW Onagawa laut IAEA bemerkenswert unbeschädigt
  • Belohnung für Ergreifung von Giftgas-Sektenmitgliedern aufgeteilt
  • Japans bisheriger Medaillenspiegel der olympischen Spiele 2012

TEPCO bessert SARRY-System am AKW Fukushima nach: Die Qualität der Stabilisierungsmaßnahmen am AKW Fukushima wurde oft kritisiert. Das Verlegen von Kunstsoffschläuchen die durch Gräser perforiert wurden –  die unabsichtliche Öffnung von Ventilen und Schäden an Rohren durch die Kälte im Winter und nicht zuletzt die Beseitigung von Lecks in Leitungen durch einfaches sichern mit Kunststoffband, schien für viele nicht ausreichend.

TEPCO hat sich einiger struktureller Schwachpunkte angenommen und bereits zuvor begonnene Arbeiten am AKW Fukushima heute fertiggestellt.

Zweite Cäsiumfiltereinheit am 4. Juli 2012 vor dem Umbau (Foto: TEPCO)
Zweite Cäsiumfiltereinheit am 4. Juli 2012 vor dem Umbau (Foto: TEPCO)

So habe man etwa den Teil der Leitung des Wasseraufbereitungssystems SARRY, an dem ein Druckschlauch verlief, durch eine robusteres Stahlrohr ersetzt.

Diese Arbeit war von Mittwoch bis zum heutigen Freitag durchgeführt worden.

Der Betreiber stellt dazu auch entsprechende Aufnahmen zur Verfügung, die den Fortschritt dokumentieren sollen.

Der zweite wichtige Punkt den TEPCO nennt, ist die Auswechselung aller Druckanzeigen bzw. Druckregler (PIT).

Die Untersuchung an einer der Druckanzeigen habe ergeben, dass eine der Schrauben aus Chrom-Nickel-Stahl (SUS303), vermutlich durch den Anteil an Sulfiden korrodiert war –  die Verschraubung auf der Rohrseite, aus dem höher legierten Chrom-Nickel-Molybdän Stahl (SUS316L), jedoch nicht.

Auch an anderen Anzeigen wurden Korrosionserscheinungen festgestellt, die auf die hohe Konzentration an Chlorionen zurückgeführt werde. Als Ergebnis dieser Untersuchung wurden alle Druckanzeiger durch solche mit verbessertem Korrosionswiderstand ersetzt.

TEPCO veröffentlicht Diagramme zum

AKW Onagawa laut IAEA bemerkenswert unbeschädigt: Am Ende einer zweiwöchigen Mission, in deren Verlauf die Auswirkungen des Tohoku-Erdbebens und Tsunami auf das Kernkraftwerk Onagawa untersucht wurden, kommt die Untersuchungsgruppe der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA unter Leitung von Sujit Samaddar zu dem Schluss, dass die Anlage „bemerkenswert unbeschädigt“ geblieben sei.

Atomsymbol
IAEA: AKW Onagawa praktisch intakt (Grafik: pd)

Mit einer Nähe von etwa 120 Kilometer zum schwer beschädigten Kraftwerk Fukushima Daiichi war der von Tohoku Electric betriebene Komplex ebenfalls sehr starken Erschütterungen ausgesetzt, darunter einige stärker als bei jedem anderen betroffenen Kernkraftwerk. Auch habe es einige Überschwemmung durch den folgenden Tsunami gegeben.

Das AKW Onagawa sei dennoch sicher heruntergefahren worden, heisst es von Seiten der IAEA. Die geringen Schäden waren überraschend. Offenbar war bei keiner der kritischen Anlagen des Kernkraftwerks ein Schaden aufgetreten. Auch Stichproben an anderen Stellen hätten lediglich unbedeutende Schäden gezeigt.

Insgesamt war die Beschädigung geringer als erwartet, erklärte die IAEA gegenüber der Presse am heutigen Freitag. Dies ist umso bemerkenswerter, da die Reaktoren der Anlage von Erschütterungen betroffen waren, die das zehnfache dessen betrugen, was beim Bau der Anlage als Maximalwert galt.

Allerdings hatte auch die japanische Atombehörde bereits am Dienstag berichtet, man habe keine Schäden festgestellt, die mit dem Erdbeben in Zusammenhang zu bringen wären. Die Messergebnisse, welche in die IAEA-Datenbank zur Erdbebensicherheit von Kernkraftwerken einfliessen werden, waren Teil der Berichterstattung von Kyodo und NHK.

Belohnung für Ergreifung von Giftgas-Sektenmitgliedern aufgeteilt: Mehrere Zeigenaussagen hatten zur Festnahme der Sektenmitglieder Naoko Kikuchi und Katsuya Takahashi geführt (Spreadnews berichtete). Beiden wird die Beteiligung an Verbrechen der Glaubensgemeinschaft Omu Shinrikyo vorgeworfen.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
Belohnung für Festnahme von Giftgas-Sektenmitgliedern aufgeteilt (Foto: pd)

Am gestrigen Donnerstag entschied die Nationale Polizeibehörde, sowie ein Gruppe bereits vom Dienst zurückgetretener Beamten, insgesamt 20 Millionen Yen in bar an drei Personen auszuzahlen, die durch ihre Hinweise die Ergreifung der seit 17 Jahre flüchtigen Personen ermöglicht hatten, so die Nachrichtenagentur Kyodo.

Auch wenn die Polizei keine Angaben zu den Empfängern machte, um ihnen Schwierigeiten zu ersparen, so wurde zumindest bekannt, dass eine der Personen für die Ergreifung von Naoko Kikuchi belohnt wird, während die Beobachtungen der beiden anderen Personen wesentlich zur Festnahme von Katsuya Takahashi beigetragen hatten.

Den gefassten früheren Mitgliedern der als „Giftgas-Sekte“ bekannt gewordenen Gruppierung wird unter anderem die Beteiligung am Sarin-Terroranschlag auf die Tokyoter U-Bahn 1995 und einem Sprengstoffanschlag auf den Gouverneur der Präfektur Tokyo zur Last gelegt.

Japans bisheriger Medaillenspiegel der olympischen Spiele 2012: Auch wenn vielfach getitelt wird, mit dem gestrigen 2:1 Sieg gegen Japan hätten sich die US-Fußballerinnen für ihr Versagen bei der Fußball-Weltmeisterschaft gerächt, kann Japan nicht über seinen aktuellen Medaillenstand klagen.

Olympische Spiele in London 2012: Stratford Gate (Foto: Copyright by Ian C.)
Olympische Spiele in London 2012: Stratford Gate (Foto: Copyright by Ian C.)

Nachdem zuletzt Saori Yoshida in der Klasse der Ringerinnen bis 55 Kilogramm zum dritten mal in Folge olympisches Gold geholt hatte, kann Japan bereits jetzt 33 olympische Medaillen in London vorweisen.

Das Inselreich hat bislang fünf Gold, 14 Silber und 14 Bronzemedaillen gewonnen und damit die zweithöchste Zahl in der olympischen Geschichte des Landes erzielt.

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