Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO bestätigt Strontium im Meerwasser

Japan aktuell: TEPCO bestätigt Strontium im Meerwasser

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Wasserlachen des Lecks der Anlange am 4. Dezember 2011 (Foto: TEPCO)
Wasserlachen des Lecks der Anlange am 4. Dezember 2011 (Foto: TEPCO)
Wasserlachen des Lecks der Anlange am 4. Dezember 2011 (Foto: TEPCO)
Wasserlachen des Lecks der Anlange am 4. Dezember 2011 (Foto: TEPCO)

Während die japanische Lebensmittelindustrie auf den Fund von radioaktivem Cäsium in Milchpulver reagiert, zeigt auch TEPCO nach dem jüngsten Zwischenfall eine deutlichere Bereitschaft zu handeln – ganz ohne Beschwichtigungen kommt man aber im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima aktuell immer noch nicht aus.

Über aktuelle Fukushima News wie etwa die Belastung des Pafizischen Ozeans finden sich weitere Einzelheiten im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Dezember 2011.

TEPCO bestätigt Kontamination des Pazifik: Der Betreiber des AKW Fukushima, auf dessen Gelände es am Sonntag zum Austritt von radioaktiv kontaminiertem Wasser kam hat nun bestätigt, dass Strontium nachgewiesen werden konnte.

Ironischerweise waren nach Lecks im April und Mai zwar die unterirdischen Tunnel in der Nähe des Ozeans geschlossen und Sensoren in den Filtern angebracht worden – an der nun betroffenen Entsalzungseinheit der Wasseraufbereitung habe es jedoch keine derartigen Schutzmaßnahmen gegeben, berichtet die NHK.

TEPCO korrigiert die Angaben zur Menge des in den Pazifik gelangten kontaminierten Wassers jedoch weiter nach unten und spricht nach Angaben der Nachrichtenagenturen jiji und Kyodo sowie der NHK nur noch von 150 Litern.

Insgesamt wird die Belastung durch Strontium und weiteres radioaktives Material bislang auf 26 Milliarden Becquerel geschätzt.  In der Presseerklärung führt das Unternehmen aus, insgesamt handele es sich um etwa 15 Milliarden Strontium-90, 11 Milliarden Becquerel Strontium-89 sowie weitere 4,4 Millionen Becquerel von Cäsium-137. Die Konzentration von radioaktivem Cäsium fällt aufgrund der vor dem Austritt bereits durchlaufenen Dekontaminationsschritte bei der Aufbereitung vergleichsweise gering aus.

Doch auch in diesem Fall versucht TEPCO zu beruhigen. Durch die Gezeitenströmung werde die Konzentration der Substanzen verringert. Die jährliche Belastung werde selbst bei täglichem Verzehr von  Meerestieren aus dem betroffenen Bereich vermutlich unter 0,0037 Millisievert liegen –  diese geringfügige Belastung sei „unerheblich“ für die Gesundheit. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass beispielsweise bereits der radioaktive Niederschlag, der so genannte „Fallout“ während der Akutphase der Fukushima-Krise zu einer Belastung des Meeres geführt hatte.

TEPCO verschärft Maßnahmen gegen Wasserlecks: TEPCO erklärte am heutigen Mittwoch, man plane als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse nun die Nutzung von Geräten zur Entdeckung von Wasserlecks. Bis diese Maßnahmen abgeschlossen sind, werde man Kontrollgänge und andere Überprüfungen verschärfen. Diese Schutzmaßnahmen wurden auch in den Sicherheitsplan zur mittelfristigen Sicherung des AKW Fukushima Daiichi  übernommen, der in aktualisierter Fassung heute auch der NISA weitergeleitet wurde, berichtet die Nachrichtenagentur jiji. TEPCO hat zudem seine Versuche, den kontrollierten Zustand des Cold Shutdown bis Jahresende zu erreichen, noch nicht aufgegeben.

Milchpulverherstellter Meiji verschärft Kontrollen: Als Reaktion auf den Nachweis von radioaktivem Cäsium im Milchpulver für Säuglingsnahrung, hat der japanische Lebensmittelhersteller Meiji eine Erhöhung der Kontrollen auf Strahlenbelastung angekündigt und erklärt, man werde die entsprechenden Daten auch auf der Webseite des Unternehmens im Internet veröffentlichen. Ab sofort werde man statt bislang einmal monatlich nun täglich Produktproben untersuchen.

Der bei der Entdeckung festgestellte Wert von bis zu 30,8 Becquerel pro Kilogramm Milchpulver liegt zwar deutlich unter den allgemeinen Vorgaben von 200 Becquerel, dennoch hatte Meiji freiwillig alle 400,000 im September verschifften Dosen Milchpulver zurückgerufen.

Da als Ursache der Kontamination durch die Luft übertragene radioaktive Substanzen die während des Trocknungsprozesses in die Fabrik Kasukabe nahe Tokyo gelangten gelten, erklärte der Lebensmittelkonzern, als zusätzliche Schutzmaßnahme werde nun auch die radioaktive Belastung der Luft auf den Unternehmensgeländen gemessen. Sollten die festgestellten Werte erhöht sein, soll die Produktion bis zur Normalisierung angehalten werden.

Auch andere Hersteller von Milchprodukten haben auf die Entdeckung bei Meiji reagiert und kündigten ebenfalls Maßnahmen an, berichtet die NHK. Demnach will Megmilk Snow Brand nun von allen, nach dem Fukushima-Unglück hergestellten Produkten Proben nehmen. Morinaga Milk erklärte, das Unternehmen werde seine Produkte regelmäßiger testen, besonders an Tagen, an denen Milchpulver hergestellt wird.

Selbstverteidigungsstreitkräfte beginnen Fukushima-Dekontamination: Wie gestern angekündigt, begannen heute Einheiten der Selbstverteidigungsstreitkräfte mit den Dekontaminationsarbeiten im 20 Kilometer Sperrgebiet um das AKW Fukushima Daiichi.  Im Januar will die japanische Regierung dann Dekontaminationsmaßnahmen in 12 Gemeinden der Präfektur Fukushima beginnen.

Die Hauptaufgabe der Streitkräfte in ihrem zweiwöchtigen Einsatz vor Ort ist es vor allem, die Nutzbarkeit der Verwaltungssitze in vier der 12 Gemeinden – Naraha, Namie und Tomioka, sowie Namie wiederherzustellen. Zur Dekontamination gehört die  Reinigung der Fassaden mit Hochdruckreinigern, und die Entfernung der obersten Erdschichten in der Nähe der Gebäude. von Erde im Bereich der Gebäude. Das berichtet etwa die Nachrichtenagentur jiji.

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