Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO bietet Fukushima-Geschädigten Pauschalzahlungen an

Japan aktuell: TEPCO bietet Fukushima-Geschädigten Pauschalzahlungen an

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Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
Entschädigungsurteil: "Frieiwillig Evakuierte" fühlen sich benachteiligt (Symbolfoto: pd)
Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
Entschädigung für Fukushima-Folgen soll pauschal erfolgen (Foto: pd)

Personen, die durch das Reaktorunglück Schäden und Nachteile erlitten, können vom Kraftwerksbetreiber TEPCO nun Entschädigungszahlungen einfordern.

Doch Forderungen gibt es neben dem AKW Fukushima heute auch an anderer Stelle, etwa zum Katastrophenschutz und auch im Inselstreit bleibt das Problem von Forderungen für Japan aktuell.

Was es sowohl im Zusammenhang am AKW Fukushima aktuell unmittelbar zu berichten gibt, als auch Fukushima News über die Auswirkungen der Katastrophe sowie weitere Meldungen, heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. September 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO akzeptiert Pauschalzahlungsforderungen
  • NRA überarbeitet Kastrophenschutz für Atomunfälle
  • Wieder Anpassung der Wassereinspeisung an Fukushima-Reaktor 1
  • Tabakfarmer aus Fukushima warten auf Testergebnisse
  • Langfristig keine Rückkehr nach Tomioka möglich
  • Niederländische Tulpen für Katastrophenopfer
  • Senkaku und Takeshima bleiben für Japan aktuelles Thema
    • Außenminister zu Gesprächen bereit
    • Südkorea sieht neue LDP-Führung als Gefahr durch Nationalisten
    •  Taiwanesische Fischerboote nach Yilan zurückgekehrt
    • Chinesische Patrouillenboote entfernen sich von Senkaku-Inseln
    • All Nippon Airways mit 40.000 Stornierungen

TEPCO akzeptiert Pauschalzahlungsforderungen: TEPCO erklärte sich heute offiziell dazu bereit, ab dem 3. Oktober Forderungen nach Pauschal-Entschädigungszahlungen für die Folgen der Reaktorkatastrophe zu leisten. Durch die Pauschalzahlungen soll den Betroffenen geholfen werden, so schnell wie möglich wieder ein  normales Leben aufbauen zu können

Forderungen für den Bezug der Entschädigungspauschale können, für im Juli diesen Jahres, oder dannach erfolgte Schäden geltend gemacht werden. Die Entschädigung für mentale Folgen beträgt monatlich 100.000 Yen pro Person. Eine Person, die in einem Gebiet leben müsste, das aufgrund seiner jährlichen Belastung von mehr als 50 Millisievert als Sperrgebiet gilt, kann jeweils  Fünfjahreszahlungen  in Anspruch nehmen.

Zweijahreszahlungen sind für Personen vorgesehen, die in der zweiten Belastungsklasse für Gebiete zwischen 20 und 50 Millisievert und Einjahreszahlungen für Personen aus Gebieten mit einer Jahresbelastung von 20 Millisievert, oder darunter, berichtet die jiji.

NRA überarbeitet Kastrophenschutz für Atomunfälle: Am heutigen Mittwoch einigte sich Japans neue Atombehörde NRA darauf, bis Ende Oktober einen Entwurf zur Überarbeitung der Richtlinien für den Katastrophenschutz bei Nuklearkatastrophen auszuarbeiten. In den Richtlinien sind auch Evakuierungspläne für Einwohner in der Nähe von Atomkraftwerken enthalten.

Diese Richtlinien sollen dann als Grundlage für die jeweiligen Katastrophenpläne der einzelnen Gemeinden dienen.

Die von der Vorgängerorganisation ausgearbeiteten Entwürfe der neuen Richtlinien sehen eine Evakuierung aller Personen im Umkreis von fünf Kilometern um ein AKW und die Aufforderung an Einwohner, die in einer Zone zwischen fünf und 30 Kilometern leben, sich entweder auf eine Evakuierung vorzubereiten, oder innerhalb geschlossener Gebäude zu bleiben, berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Wieder Anpassung der Wassereinspeisung an Fukushima-Reaktor 1: Nachdem die Menge an einfließendem Wasser am Kühlsystem von Reaktor 1 abnahm, wurden gestern um 0::20 Uhr die Einspeisungswerte angepasst. Zuletzt war es mehrfach zu Schwankungen bei der Einspeisung gekommen, die jedoch als gelöst gelten. Die Anpassungen sahen wie folgt aus:

  • Speisewasseranstieg: von etwa 2,5 Kubikmeter pro Stunde auf etwa 3,0 Kubikmeter pro Stunde
  • Reaktor-Kernsprühsystem: Anstieg von etwa 1,9 Kubikmeter pro Stunde auf etwa 2,0 Kubikmeter pro Stunde

Tabakfarmer aus Fukushima warten auf Testergebnisse: Erstmals seit die Aufzucht durch die Nuklearkatastrophe von Fukushima unterbrochen worden war, wurden in der Präfektur Fukushima wieder Tabakblätter geerntet und so bereiten sich die Züchter nun für den Dezember auf die Auslieferung vor.

Tabak (Foto: pd)
Tabak (Foto: pd)

Dabei ist noch nicht klar, ob die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden können, da die Messergebnisse noch ausstehen. Dennoch zeigen sich die Tabakpflanzer optimistisch, die beiden dort angebauten Sorten liefern zu können.

Vor der Fukushima-Katastrophe arbeiteten noch 1.167 Tabakfarmer dort und ernteten im Fiskaljahr 2010 etwa 1.770 Tonnen Tabakblätter, die Gewinne in Höhe von 3,24 Milliarden Yen erzielten. Nach dem Reaktorunfall sank nicht nur die Zahl der Tabakfarmer auf 675, sondern auch die Anbaufläche verringerte sich von 900 auf 620 Hektar.

Die Zukunft der verbliebenen Landwirte ist nach Angaben der Yomiuri Shimbun allerdings längst noch nicht gesichert, denn von den verbliebenen 675 Tabakpflanzern, waren 318 nicht in der Lage zu ernten, da sie keinen Vertrag mit dem Großabnehmer Japan Tobacco Inc (JT) haben. Ein weiteres Geschäftsrisiko bleibt die Radioaktivität.

Sollte das Unternehmen bei Kontrollen auch nur eines Tabakpflanzers eine Überschreitung des Lebensmittelgrenzwerts von 100 Becquerel pro Kilogramm feststellen, so wird die Lieferung aller Betriebe aus dem jeweiligen Gebiet nicht akzeptiert. Ob die jetzige Ernte tatsächlich geliefert werden kann, werden die für Mitte Oktober erwarteten Testergebnisse zeigen.

Langfristig keine Rückkehr nach Tomioka möglich: Auf einer Pressekonferenz am heutigen Mittwoch erklärte Katsuya Endo, Bürgermeister von Tomioka (Präf. Fukushima), es sei unmöglich, dort innerhalb von fünf Jahren eine sichere Umgebung für Menschen zu schaffen. Ähnliches hatte bereits die Verwaltung der Geisterstadt Okuma erklärt (Spreadnews berichtete).

Die Ortschaft, auf deren Gebiet auch ein Teil der Anlage des AKW Fukushima Daini liegt, musste nach der Atomkatastrophe vom März 2011 vollständig evakuiert und die Verwaltung  nach Koriyama verlegt werden. Seitdem liegt Tomioka in der 30-Kilometer-Sperrzone um das Kraftwerk Fukushima Daiichi. Die Bestimmung des Zeitraums, bis eine Rückkehr möglich ist, ist Teil des Drei-Zonen-Modells der Regierung und hat Einfluss auf die Höhe der Entschädigung betroffener Einwohner.

Niederländische Tulpen für Katastrophenopfer: Die niederländische Hauptstadt Amsterdam, sowie die Stadt Amstelveen wollten der über 400 Jahre währenden Verbindung zwischen Japan und den Niederlanden Ausdruck verleihen und widmeten den Opfern der Naturkatastrophe eine neue Tulpenzüchtung, berichtet die NHK.

Die Blume, die den Namen „Tohoku“ tragen wird – wie die Region Japans die besonders schwer von dem Tsunami 2011 betroffen war – wurde von Eberhard van der Laan, Bürgermeister der Stadt Amsterdam überbracht. Er und sein Amtskollege von Amstelveen werden am Freitag die Stadt Sendai besuchen und dort Schulkindern die Tulpenzwiebeln überreichen.

Im kommenden Jahr wollen Vertreter der niederländischen Botschaft insgesamt 11.000 weitere Tulpenzwiebeln nach Sendai liefern lassen. Die Farbe der Tohoku-Tulpe wandelt sich beim Blühen von Orange zu Pink und somit symbolisch von der Nationalfarbe der Niederlande zum Pink der japanischen Kirschblüte.

Senkaku und Takeshima bleiben für Japan aktuelles Thema:  Die Differenzen über zwei Inselgruppen zwischen Japan und seinen Nachbarstaaten, hatten in den vergangenen Tagen und Wochen vermehrt zu Spannungen und Schlagabtauschen geführt. Die aktuellen Entwicklungen jetzt zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Außenminister zu Gesprächen bereit: Am Rand der UN-Vollversammlung in New York verständigten sich Japans Außenminister Koichiro Gemba und sein chinesischer Amtskollege Yang Jiechi darauf, die Gespräche trotz aller Spannungen weiterzuführen.. Japan forderte Gewaltverzicht und mehr Kontrolle bei Protesten. Yang betonte dagegen Chinas Souverinität über die Inseln.

Südkorea sieht neue LDP-Führung als Gefahr durch Nationalisten: Die Wahl des früheren Premierministers Shinzo Abe zum Vorsitzenden von Japans größter Oppositionspartei wird von koreanischen Medien als Schritt zum Nationalismus interpretiert. Abe hatte in der Vergangenheit einen Zwang der Armeeprostituierten im Zweiten Weltkrieg bestritten und die Abschaffung eines Verfassungsparagraphen, der Japan Kriegsführung und Gewaltandrohung verbietet, gefordert.

 Taiwanesische Fischerboote nach Yilan zurückgekehrt: Nach der Verletzung japanischen Hoheitsgebiets ist eine Flotte von etwa 60 Fischerbooten wieder in den Heimathafen Yilan und weitere Häfen zurückgekehrt. Sie wurden für ihre, aus japanischer Sicht illegale Aktion, mit Feuerwerk begrüßt.

Chen Chun-sheng, Leiter der Fischereivereinigung, sprach von einer „erfolgreichen heiligen Mission“. Die Aktion war vermutlich von der Fischereivereinigung Suao und wohlhabenden Taiwanesen finanziert worden, nachdem die örtliche Verwaltung eine Finanzierung aufgrund finanzieller Umstände abgelehnt hatte.

Chinesische Patrouillenboote entfernen sich von Senkaku-Inseln: Wie die japanische Küstenwache heute mitteilte, haben sich die Schiffe der Volksrepublik China nach neun Tagen aus den Gewässern in der Nähe der umstrittenen Inselkette zurückgezogen. Während dieser Zeit war zu Beginn am 18. September und am Montag dieser Woche auch japanisches Hoheitsgebiet verletzt worden.

Zur Abwehr weiterer Territorialverletzungen hat die Küstenwache nun sogar vom Stützpunkt auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido Schiffe entsandt.

All Nippon Airways mit 40.000 Stornierungen: Wie der Präsident der Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA), Shinichiro Ito heute bekannt gab, wurden  40.000 Sitzplatzreservierungen für China-Flüge gestrichen. Ein derartiger Ausfall werde Auswirkungen auf das Unternehmen haben.

Als Reaktion hierauf werde man bestimmte Flugverbindungen vorübergehend einstellen und aufgrund der ausbleibenden Touristen auch kleinere Maschinen auf der Strecke einsetzen. Auch in China wurden auf mehreren Flugrouten für September und Oktober Flüge gestrichen.

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