Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO entfernt Pumpe aus Fukushima-Kühlsystem

Japan aktuell: TEPCO entfernt Pumpe aus Fukushima-Kühlsystem

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Fukushima-Reaktor 5: Saugstück der Pumpe des Nachwärmekühlsystems
Fukushima-Reaktor 5: Saugstück der Pumpe des Nachwärmekühlsystems
Fukushima-Reaktor 5: Saugstück der Pumpe des Nachwärmekühlsystems
Fukushima-Reaktor 5: Saugstück der Pumpe des Nachwärmekühlsystems

TEPCO kann vom AKW Fukushima heute wieder einmal von Arbeiten zur Behebung von Störungen berichten und auch in weiteren Meldungen ist das stark beschädigte Kernkraftwerk in der gleichnamigen Präfektur Fukushima aktuell.

So geht es unter anderem um Grenzwerte und Strahlungshöhen. Tatsächlich ist auch wieder einmal ein offizieller Besuch angekündigt worden.

Einzelheiten der Fukushima-News sowie sonstige Meldungen, unter anderem auch zum weiterhin anhaltenden Senkaku-Konflikt mit den Nachbarstaaten gibt es am heutigen Montag im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Oktober 2012.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • TEPCO entfernt Pumpe wegen Inspektion aus Fukushima-Kühlsystem
  • Strahlungshöhe um AKW Fukushima sinkt um mehr als 20 Prozent
  • Ein Prozent geprüfter Lebensmittel über Strahlungsgrenzwert
  • Japans Premier will AKW Fukushima besuchen
  • Betreiber will AKW Oma weiterbauen
  • Neue Regelungen für Entschädigung von Krebsleiden bei Kraftwerksarbeitern
  • Sake-Brauerei aus Rikuzentakata liefert wieder
  • Kollektivangst und weitere Provokationen im Senkaku-Konflikt:
    • Koreas UN-Rede greift Trostfrauen auf
    • China will Überwachungsdrohnen einsetzen
    • Vier chinesische und ein taiwanesisches Schiff in Grenzzone gesichtet
    • Chinesisch-Japanische Freundschaftsfestivität in Yokohama
    • Arbeit bei Küstenwache ist vermehrter Berufswunsch
    • Zwei Festnahmen nach Vandalismus an Chinas Konsulat in Osaka
    • China verängstigt seine Bevölkerung vor Japan
    • Chinesische Touristen meiden Japan

TEPCO entfernt Pumpe für Inspektion aus Fukushima-Kühlsystem: Nachdem es seit Anfang September immer wieder zum Absinken der Durchflussrate in der Meerwasserumpe des Nachwärme-Kühlsystems an Fukushim-Reaktor 5 gekommen war, veröffentlicht TEPCO heute Material, auf dem die Entfernung der Pumpe zu sehen ist. Diese soll dann untersucht werden.

Fukushima-Reaktor 5: Nahaufnahme des Saugstücks der Pumpe mit Fremdpartikeln (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 5: Nahaufnahme des Saugstücks der Pumpe mit Fremdpartikeln (Foto: TEPCO)

Die bei der Inspektion festgestellten Partikel aus Plastik und Vinyl wurden entfernt.

Sollten an der Pumpe keine Schäden festgestellt werden, dann wird am morgigen Dienstag ein Versuchslauf der Einheit erfolgen, der ebenso wie der Regulärbetrieb seit Beginn der Störungen kontinuierlich überwacht werden wird.

 

Strahlungshöhe um AKW Fukushima sinkt um mehr als 20 Prozent: Nach Angaben vom Ministerium für Wissenschaft und Technologie, ist die durchschnittliche Strahlungshöhe, die während einer siebenmontatigen Untersuchung  in einem 30 Kilometer-Radius zum AKW Fukushima Daiichi in einer Distanz von einem Meter über den Boden gemessen wurde, bis Juni um mehr als 20 Prozent gesunken.

Vom November vergangenen Jahres bis zum Juni, nahm der Strahlungslevel an den etwa 140.000 Messpunkten durchschnittlich um 23 Prozent ab, berichtete die NHK am Sonntag. Die Strahlungshöhen waren anhand von Werten in Bodennähe und in der Luft durch Einsatz eines Helikopters erfasst und basierend auf diesen Werten berechnet worden.

Ein Prozent geprüfter Lebensmittel über Strahlungsgrenzwert: Seit der Einführung strengerer Lebensmittelgrenzwerte im April diesen Jahres, liegt bislang lediglich ein Prozent, oder 1.394 Proben aller 114.000 bis Ende September behördlich getesteten Lebensmittel über diesen Limits.

Tokyo: Standing Sushi-Bar (Foto: KJ)
Essen in Japan: Lebensmittel weitgehend unbelastet (Foto: KJ)

Die über den Grenzwerten liegenden Lebensmittel waren zumeist Pilze, Wildtiere und Meeresprodukte, da sich bei diesen die Bodenqualität bzw. die Nahrungsaufnahme nicht reglementieren lässt. Insgesamt wurde für 108 Produkte in zehn Präfekturen ein Vertriebsverbot verhängt. In keinem der Fälle waren bei Babynahrung oder Milchproben betroffen.

Die Kontrollen konzentrieren sich dabei vor allem auf Waren bevor sie versandt werden und in den Handel gelangen, berichtet die Asahi Shimbun.. Für bereits in den Handelskreislauf gelangte Waren werden lediglich etwa 100 Stichproben pro Monat durchgeführt. Zwischen April und August waren in 14 Fällen bei bereits gehandelten Produkten Grenzwerte überschritten worden.

Japans Premier will AKW Fukushima besuchen: Nachdem sein letzter Besuch der Anlage des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi vom 8. September 2011 bereits ein Jahr zurückliegt, plant Japans Premierminister Noda nun für Sonntag, nach Umgestaltung seines Kabinetts, eine weitere Besichtigung des Katastrophen-AKWs, berichtet die jiji.

Betreiber will AKW Oma weiterbauen: Die Betreiberfirma Electric Power Development Co. (J-Power) kündigte am heutigen Montag an, man werde mit den Bauarbeiten des Kernkraftwerks in der Präfektur Aomori fortfahren – ungeachtet der Ankündigung von Japans Regierung, langfristig den Atomausstieg zu betreiben.

Der Präsident des Unternehmens Masayoshi Kitamura, gab dies auf einem Treffen mit Vertretern der Ortschaft Oma bekannt. Nachdem der Bau seit dem Tohoku-Erdbeben und Tsunami 2011 eingestellt worden war, wäre das AKW Oma das erste Kernkraftwerk, an dem derartige Arbeiten wieder aufgenommen werden. Mit einem vollständigen Wiederbeginn der Arbeiten sei nach Ansicht von Kitamura bereits im kommenden Frühling zu rechnen.

Während die Ortsversammlung von Oma die Pläne begrüßte, stemmt  sich die Stadt Hakodate (Präf. Hokkaido), dass etwa 23 Kilometer vom künftigen AKW entfernt liegt gegen das Projekt und will, nach Angaben von Bürgermeister Toshiki Kudo, sogar rechtliche Schritte einleiten, um den weiteren Bau zu verhindern. Über die Angelegenheit berichteten jiji, NHK.

Neue Regelungen für Entschädigung von Krebsleiden bei Kraftwerksarbeitern: Am Freitag veröffentlichte das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) zusätzliche Richtlinien für die Entschädigung von Kraftwerksarbeitern, die an Magen, Speiseröhren oder Dickdarmkrebs leiden, der durch ihre Arbeit hervorgerufen wurde.

Folgende Kriterien müssen erfüllt werden, um einen Entschädigungsanspruch zu haben:

  • Eine Gesamtbelastung von mindestens 100 Millisievert
  • Eine fünfjährige Tätigkeit als Kraftwerksarbeiter

Für andere Krebsleiden gelten gesonderte Richtlinien. Arbeiter mit Leukäme müssen ein Jahr lang mindestens fünf Millisievert ausgesetzt sein. Für die Anerkennung von Multiplem Myelom oder Malignem Lymphom müssen Belastungen von 50 bzw. 25 Millisievert nachgewiesen werden.

Vor der Fukushima-Katastrophe hatten zwei Angestellte in den Jahren 2009 und 2011 die Anerkennung der oben genannten Krebsarten als Krankheiten mit Arbeitsbezug gefordert.

Ausgehend von diesen Forderungen führte das MHLW eine Untersuchung durch und stellte einen Bericht zusammen, der nun Grundlage der neuen Regelung ist. Angaben darüber, ob den Entschädigungsforderungen der beiden Arbeiter stattgegeben wurde, gibt es bislang vom Ministerium nicht.

Nach Angaben von TEPCO waren bis Ende August insgesamt 167 Arbeiter die mit Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi beschäftigt waren, einer Belastung von mehr als 100 Millisievert ausgesetzt.

Die Regelung wird auch durch die Angaben der Internationalen Kommission für Strahlenschutz (ICRP) gedeckt, denen zufolge das Risiko an Krebs zu sterben ab einer Belastung von 100 Millisievert 0,5 Prozent höher ist, als im Normalfall. Auch das allgemeine Risiko an Krebs zu erkranken steigt ab diesem Wert (Ausnahmen sind Blutkrebserkrankungen wie Leukämie).

Sake-Brauerei aus Rikuzentakata liefert wieder: Erstmals seit dem großen Tsunami vom März vergangenen Jahres, konnte die Sake-Brauerei Suisen Shuzo in Rikuzentakata (Präf. Iwate) wieder aus eigener Fabrik Produkte liefern. Bei der Katastrophe waren sieben Angestellte ums Leben gekommen und die Anlage fortgespült worden.

Nach dem Tsunami hatte das Unternehmen den Betrieb in einer geliehenen Anlage fortgeführt, bevor man im August in eine neue Anlage in Ofunato umgezogen war, berichtet die NHK. Die erste Auslieferung wurde nun mit Applaus begleitet und der Präsident der Unternehmens erklärte, man werde die Opfer niemals vergessen.

Mit dem Beginn eines neuen Abschnitts in der Geschichte der Brauerei wolle man weiter vorangehen und man plane, bis zu 70 Prozent der früheren Kapazitäten erreichen zu können.

Zwei Todesopfer durch Taifun Jelawat: Nachdem er über Okinawa hinweggefegt war, traf der Taifun Jelawat am Sonntagabend bei der Präfektur Aichi auf die Hauptinseln. Zuvor hatte er auf Okinawa teils schwere Schäden angerichtet.. So kam es zu Stromausfällen in über 100.000 Haushalten und Evakuierungsaufrufen, wie beispielsweise für 4.122 Haushalte in der Stadt Nago.

Am Sonntag wurden dann in Osaka eine 60 Jahre alte Frau und eine 50 Jahre alte australische Touristin verletzt. Während die ältere Dame gegen 9:10 Uhr von ihrem Fahrrad geweht wurde und leichte Verletzungen, unter anderem an der Hüfte erlitt, wurde die Australieren gegen 13:40 Uhr von einem umgewehten Baum getroffen. Dabei erlitt sie leichte Kopfverletzungen, berichtet die Yomiuri Shimbun.

Bislang gibt es zwei Todesopfer. Ein 29 Jahre alter Mann auf Okinawa der beim Angeln fortgespült – und einen 56 Jahre alter Mann aus Mie, der am Sonntag zuvor als vermisst gemeldet worden war. Über 100 Menschen wurden verletzt, als der Wind sie von den Beinen riss, oder sie von umherfliegenden Gegenständen getroffen wurden.

Auch der Verkehr wurde beeinträchtigt. Sowohl Zugstrecken, als auch Straßen waren zeitweise gesperrt, 91 Flüge gestrichen. Nach Einschätzung der Wetterbehörde sollte der Taifun, nachdem er über Zentral- und Nordjapan gewandert ist, auf das Meer abdrehen.

Kollektivangst und weitere Provokationen im Senkaku-Konflikt: Chinas Regierung schürt Angst vor japanischer Bevölkerung, taiwanesische Schiffe nähern sich erneut den Inseln und Korea wiederholt alte Vorwürfe zur Armeeprostitution. Diese und weitere Senkaku- und Takeshima-News jetzt im Überblick:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Koreas UN-Rede greift Trostfrauen auf: In seiner Rede am Freitag erklärte Südkoreas Außenminister Kim Sung Hwang gegenüber der UN-Vollversammlung, das sexuelle Gewalt gegen Frauen während der Kriegs eine Verletzung der Menschenrechte darstelle und daher Hilfe und Entschädigungszahlungen an die Opfer zu leisten sind.

Auch wenn Kim weder Japan beim Namen nannte, noch den japanischen Euphemismus der „Trostfrauen“ nutzte, war die Botschaft nach einer Erpressung Japans klar. Es ist vermutlich das erste Mal, dass Südkorea dies zum Thema einer allgemeinen Debatte während einer UN-Generalversammlung macht.

China will Überwachungsdrohunen einsetzen:
China setzt in seiner konfrontativen Haltung nun auch auf Hightech und will bis 2015 eine Drohnenüberwachung der Inselkette etabliert haben. Ein erster Versuch am gestrigen Sonntag sei problemlos verlaufen, heisst es von der staatlichen Meeresverwaltung.

Vier chinesische und ein taiwanesisches Schiff in Grenzzone gesichtet: Am Montagnachmittag wurden vier Patrouillenschiffe in der Nähe der Senkaku gesichtet. Sie waren zwischen 12:30  Uhr und 12:40 Uhr in einer Distanz von etwa 44 Kilometer nordöstlich der Insel Kubajima in das Gebiet eingedrungen. Bereits gegen 9:05 Uhr war ein taiwanesisches Patrouillenschiff  in der Grenzzone, 40 Kilometer westlich von Uotsurijima gesichtet worden.

Chinesisch-Japanische Freundschaftsfestivität in Yokohama: In der Chinatown von Yokohama haben junge Chinesen und Japaner gemeinsam den 40. Jahrestag der Normalisierung der Beziehungen beider Länder gefeiert. Auch ein chinesischer Löwentanz wurde aufgeführt und ein Veranstalter sagte, man wolle zeigen, dass nicht alle Chinesen die Japaner hassen.

Küstenwache vermehrter Berufswunsch: Eine Tätigkeit in der Küstenwache wird immer beliebter. Das ist sowohl auf den Senkaku-Konflikt, auf eine beliebte Fernsehserie und bessere Prüfungstermine zurückzuführen, die nun nicht mehr mit jenen zur Aufnahme in öffentliche Dienste kollidieren. Zweimal im Jahr (Frühling/Herbst) sind Aufnahmeprüfungen möglich.

Mit 8.358 Frühlings-Prüflingen ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent gestiegen. Im Herbst nahmen 7.708 Bewerber teil, was 2,5 mal mehr ist, als im Vorjahr. Doch lediglich 190 Personen, oder einer von 40 Bewerbern werden übernommen. In den Vorjahren pendelte die Zahl der Bewerbungen zwischen 2.000 and 4.000

Zwei Festnahmen nach Vandalismus an Chinas Konsulat in Osaka: Am Sonntag meldete die Polizei zwei Festnahmen in der Stadt Osaka, nachdem Koki Kishimoto (47) und Hideki Takahashi, (40) bei den regulär stattfindenden Patrouillen auf frischer Tat bei der Sachbeschädigung des chinesischen Generalkonsulats und eines angrenzenden Gebäudes gefasst worden waren.

Während Koshimoto einen Feuerlöscher gegen des Nebengebäude entleerte und dabei den Rollladen beschädigte, wird Takahashi vorgeworfen, eine Plastikflasche mit chinesischer Flüssigtinte gegen das Konsulatsgebäude geworfen zu haben. Beide Männer gehören einer rechtsextremen Gruppe an und räumten nach Angaben der jiji die Tat ein.

Im Gegensatz zu China, wo randalierender Mob japanische Restaurants, Fabriken und Geschäfte beschädigte, plünderte und in Brand steckte, sowie japanische Staatsbürger verletzt wurden, gab es in Japan bislang keine großen anti-chinesischen Proteste, sondern lediglich einige Sachbeschädigungen durch wenige Einzeltäter.

Zwei Japaner wegen illegalen Landgangs angeklagt: Gegen einen 60 Jahre alten leitenden Angestellten aus der Präfektur Kagoshima, sowie einen 45 Jahre alten Geschäftsmann aus Tokyo wurde am Freitag Klage erhoben, nachdem sie am 18. September unerlaubt auf der Hauptinsel der Senkaku-Kette an Land gegangen waren. Es ist der erste Fall dieser Art, der zur Anklage kommt.

China verängstigt seine Bevölkerung vor Japan: Mit gezielter fast täglicher Berichterstattung über japanische Rechtsextreme, und Zwischenfälle wie einen Farbflaschenwurf, sowie Umfrageergebnissen über die Ablehnung von Chinesen und einen Vergleich der Truppenstärke Chinas, Japans und der USA versucht die Regierung Angst zu schüren und warnt vor Reisen in das vermeintlich gefährliche Japan.

Chinesische Touristen meiden Japan:
Auch wenn in China am Samstag eine achttägige Urlaubsperiode anbrach und die Zahl der In- und Auslandsflüge um 15 Prozent stieg, so melden Reiseagenturen einen massiven Rückgang der früher populären Japanreisen und erwarten eine Verringerung um bis zu 60 Prozent. Ursache ist die Reisewarnung von Chinas Regierung.

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