Start Aktuelles Japan aktuell: TEPCO hält aktuelle Kernspaltung in Fukushima für ungefährlich

Japan aktuell: TEPCO hält aktuelle Kernspaltung in Fukushima für ungefährlich

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Atomsymbol
Präfektur Fukushima: Radioaktives Kobalt im Boden nachgewiesen (Symbolbild: pd)
Atomsybol 02
Fukushima-Betreiber TEPCO hält Prozesse für unbedenklich

Während eine Person, die sich hinter dem Pseudonym „Tiger Mask“, dem Namen einer populären Manga-Serie verbirgt, äußerst freigiebig zeigt und wie bereits im Dezember vergangenen Jahres nun auch wieder anonym zwei Schulranzen und Schreibwaren spendete, scheint die NISA mit den Informationen, nicht ganz so freigiebig zu sein – so zumindest der Vorwurf der Regierung aufgrund verspäteter Inkenntnissetzung.

Eine Stellungnahme zur Kernspaltung die offenbar im Reaktor 2 des AKW Fukushima aktuell stattfindet, sowie weitere Details über die Versäumnis der NISA und sonstige Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 03. November 2011.

TEPCO erklärt Kernreaktion für nicht dramatisch:
Der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi erklärte, die Besorgnis aufgrund des Nachweises von Xenon und der damit verbundenen Wahrscheinlichkeit einer erneuten Kernspaltung sei unbegründet. Es sei unwahrscheinlich, dass eine als kritisch einzustufende anhaltende Kettenreaktion stattfände, vielmehr handele es sich um eine „spontane“ Kernspaltung, die keine Bedrohung darstelle.

Die Bildung von Xenon sei durch die spontane  Spaltung von Curium-242 und Curium-244 entstanden, ein Vorgang der häufiger in ruhenden Reaktoren festzustellen sei und keinen Hinweis auf eine mögliche  Instabilität gebe. Zudem führe er auch nicht zu einem  Anstieg der Radioaktivität außerhalb des Gebäudes. Die Menge des freigesetzten Xenon-135 stütze diese Annahme. In einer gestrigen Pressekonferenz hatte der Betreiber noch eingeräumt, theoretisch sei auch eine Änderung der Lage an den Reaktoren 1 und 3 denkbar.

Radiumflasche geborgen – 15 kleinere Hotspots gefunden: Wie die Asahi Shimbun heute meldet, konnte die Flasche, bei deren braunen Inhalt es sich um Radium handeln soll, am gestrigen Mittwoch in einem Spezialbehälter entfernt werden. Nach der Entfernung fiel die Strahlung in dem Bereich von 40 Milisievert pro Stunde auf 2 Milisievert pro Stunde. Nachdem die übrigen  Teile der Flasche sowie Erdreich sichergestellt worden waren, sank der Wert weiter auf 25 Mikrosievert.

Das Wissenschaftsministerium versucht nun zu ermitteln, wie die Flasche dorthin kam. Offenbar ist sie alt, darauf deutet die Verfärbung durch das Radium hin, es gibt jedoch anscheinend kein Etikett oder ähnliches, das Aufschluss geben könnte.

Die Flasche war offenbar die Ursache für den Hotspot in der Nähe eines Supermarkts im Ortsteil Hachimanya des Tokyoter Bezirks Setagaya.Weitere Untersuchungen vor Ort ergaben an 15 Stellen eine Strahlung von 0,2 bis 12 Mikrosviert, darunter auch der Boden des Supermarkts.

Radioaktives Wasser aus Zementanlage floss in Bucht von Tokyo: Im Drainagewasser einer Zementfabrik, dass in die Bucht von Tokyo abgelassen wurde, fanden sich Werte an radioaktivem Cäsium, die den vorläufigen Grenzwert überschritten, teilte die Präfekturverwaltung Chiba mit. Unternehmen sind rechtlich nicht dazu verpflichtet, die Radioaktivität von Substanzen die sie ableiten zu überprüfen, oder zu melden, dennoch informierte das Unternehmen „Ichihara Eco Cement“ die Behörden über die Werte.

Am 28. Oktober hatte die Zementfirma den Fund von 1.103 Becquerel radioaktivem Cäsium pro Kilo Abwasser  am 15. September und 1.054 Becquerel am 11. Oktober gemeldet.Damit wird der provisorische Grenzwert um das 14 bis 15-fache überschritten..  Das Wasser war genutzt worden, um Filter zu reinigen, die toxische Substanzen aus der Asche entfernen. Die Asche wird  von der Präfektur geliefert und von Ichihara Eco Cement zu Zement verarbeitet.

Täglich lässt das Unternehmen durchschnittlich 300 Tonnen Wasser ab, was für den Zeitraum von September bis Oktober  einer Wassermenge von etwa 13.200 metrischen Tonnen entspricht. Die Einleitung wurde erst am gestrigen Mittwoch eingestellt.

Zum Grund des späten Einleitungsstopps befragt, erklärte der Zementhersteller, man habe aufgrund des Fehlens verbindlicher rechtlicher Bestimmungen keine Entscheidung treffen können, zudem sei es nicht möglich gewesen die Asche zurückzuweisen, da es keine andere Lagermöglichkeit gebe.

Ursächlich für die Belastung mit radioaktivem Cäsium, ist die Asche aus den Müllverbrennungsanlagen der Präfektur Chiba, die Ichihara Eco Cement im Beton verarbeitet Die Präfekturverwaltung hat Untersuchungen zum Zustand des Meerwassers im Bereich der Anlage eingeleitet. Dies berichtet unter anderem die NHK.

Frauen in Tokyo mit Sitzprotesten: Ein seit dem 30. Oktober in Tokyo stattfindender Frauen-Sitzstreik, der sich gegen den Neustart von Reaktoren und den Export von Nukleartechnik richtet, hat einem Bericht der Asahi Shimbun zufolge eine große Zahl an Sympathisantinnen, von denen sich einige auch spontan beteiligen. Bis zum Samstag soll der tägliche Protest der von neun Uhr Morgens bis sechs Uhr Abends stattfindet, vor dem Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie andauern.

NISA-Chef für späte Xenon-Meldung gerügt: Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura teilte auf einer gestrigen Konferenz mit, dass Yukio Edano, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, den Chef der Atomsicherheitsbehörde (NISA)  Hiroyuki Fukano wegen des Versäumnisses, die neue Situation am Fukushima-Reaktor 2 umgehend an ihn selbst und das Büro des Premierministers zu melden, gerügt habe.

Der Nachweis von Xenon war vom Betreiber TEPCO noch in der Nacht an die NISA gemeldet worden, diese wartete jedoch bis zum folgenden Morgen, bevor sie die Regierung in Kenntnis setzte. Als Begründung für die späte Weiterleitung habe die NISA angegeben, die Situation sei nicht als gefährlich eingestuft worden. Das meldet die Mainichi Shimbun.

2 KOMMENTARE

  1. Sind die Werte richtig?

    >> 40 Milisievert pro Stunde <> 2 Milisievert pro Stunde <> 25 Mikrosievert <<

    Japan hatte vorher eine "Grundstahlung" von 50 Nanosievert pro Stunde. Das bedeutet, daß die Strahlung nach der Dekontamination noch immer 500-Fach erhöht wäre. Das führt zu 219 Millisievert pro Jahr, das wäre das 11-Fache der Jahresdosis die ein deutsche AKW-Mitarbeiter ab bekommen darf, bzw das 110-Fache von dem was man in Deutschland durch medizinische Untersuchungen pro Jahr abbekommt.

    Und der Wert von 40 Millisievert pro Stunde bedeutet, daß ein deutsche AKW-Mitarbeiter sich pro Jahr nur 30 Minuten dort aufhalten darf, denn dann wären die 20 Millisievert erreicht.

    Mein Tipp: Die Strahlung pro Stunde immer in Nanosievert angeben. In Deutschland ist man bei 70 bis 250 Nanosievert pro Stunde. Die Strahlung pro Jahr immer in Millisievert angeben. Das ergibt dann ca. 1 Millisievert pro Jahr. Somit kann man auf die Einheit Mikrosievert verzichten, was solche (vermutlichen) Fehler fast unmöglich macht.

    • Vielen Dank für ihren Kommentar.

      Die Asahi schreibt wörtlich: „About 40 millisieverts per hour of radiation was detected around the bottle. After it was taken out of the area, the radiation levels of the soil fell to 2 millisieverts/h, according to the Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology. The level fell further to about 25 microseiverts/h after bottle fragments and soil were removed“

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