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Japan aktuell: TEPCO kämpft mit Taifunfolgen am AKW Fukushima

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Taifun Wipha: Abpumpen im Norden von Bereich B am 16. Oktober 2013 (Aufnahme: TEPCO)
AKW Fukushima: Abpumparbeiten während des Taifuns Wipha am 16. Oktober 2013 (Aufnahme: TEPCO)

In Japan ist mit der jetzigen Ortszeit von 23:15 Uhr, ein mit Sorge erwarteter Tag zu Ende gegangen, ohne das es heute zur befürchteten Großkatastrophe am AKW Fukushima gekommen ist.

Nachdem mit Wipha auch der schwerste Taifun seit zehn Jahren nicht zum Zusammenbruch der Anlage führte, dürfte sich das Thema der Taifune am AKW Fukushima aktuell für Weltuntergangspropheten vorerst erledigt haben. Fukushima News ohne Hellseherei gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. Oktober 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO lässt nach Taifun 40 Tonnen radioaktives Wasser ab
  • Notöffnung von Ablassventilen durchgeführt
  • Radioaktives Wasser als Notfallmaßnahme unterirdisch eingelagert
  • Mindestens 17 Tote in Japan nach Taifun Wipha

TEPCO lässt nach Taifun 40 Tonnen radioaktives Wasser ab: Am heutigen Mittwoch  ließ der Kraftwerksbetreiber TEPCO gegen 5:40 Uhr aufgrund der schweren Regenfälle des Taifuns Wipha kontrolliert insgesamt 40 Tonnen an radioaktiv belastetem Wasser ab.

AKW Fukushima: Ableiten von Wasser währen des Taifuns Wipha am 16. Oktober 2013 (Aufnahme: TEPCO)
AKW Fukushima: Ableiten von Wasser währen des Taifuns Wipha am 16. Oktober 2013 (Aufnahme: TEPCO)

Das Wasser wurde aus dem Bereich von zwei Behältern abgelassen, in denen gering kontaminiertes Wasser eingelagert wird.

Da der Wasserspiegel innerhalb der Betonbarrieren anstieg und das Risiko bestand, die Barrieren könnten überspült werden, wurde die Anordnung zum kontrollierten Ablassen des Wassers gegeben.

Die Betonbarrieren sind um die Lagertanks angebracht, um im Fall eines Lecks den Austritt von radioaktivem Wasser in die Umwelt zu verhindern. Sollte sich dort Regenwasser ansammeln, kann dies dazu führen, dass radioaktiv kontaminiertes Wasser durch den hohen Pegel aus diesem gesicherten Bereich gelangt.

Nachdem das Wasser zunächst in einen temporären Lagertank geleitet und in fünf Tests auf Strahlungsbelastung, unter anderem auf Cäsium und Strontium-90 durchgeführt worden waren, ging man auch bei Tritium, dessen Analyse deutlich länger dauert, davon aus, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden.

Anschließend wurde das Wasser mit Genehmigung der Atomaufsichtsbehörde NRA abgelassen

Das freigesetzte Wasser weist nach Angaben von TEPCO einen Wert von 21 Becquerel pro Liter an radioaktivem Cäsium-137 auf und liegt damit knapp unterhalb des provisorischen Grenzwerts von 25 Becquerel pro Liter, der eine Freisetzung in die Umgebung verbietet.

Die Barrieren befinden sich in Bereichen die C-West und C-Ost genannt werden. Über die Maßnahme berichtete die jiji und die Asahi Shimbun

Notöffnung von Ablassventilen durchgeführt: Da die zuvor getroffenen Maßnahmen an zwei Tanks nicht ausreichten, stieg der Wasserspiegel innerhalb der Barrieren weiter an, was das Risiko des Überlaufens steigen ließ. Daher erfolgte gegen 7:00 Uhr die Öffnung von Ventilen an insgesamt neun Lagerbereichen, damit das Wasser ablaufen konnte.

TEPCO hatte versichert, man werde angesammeltes Wasser nur nach einer Überprüfung auf Einhaltung der Sicherheitsstandards ablassen, wie dies im Fall der 40 Tonnen zuvor gelungen war, sprach jedoch nun davon, aufgrund der Umstände habe man eine Notfallmaßnahme treffen müssen, da das Wasser schneller stieg, als es in Tanks abgepumpt werden könnte.

Radioaktives Wasser als Notfallmaßnahme unterirdisch eingelagert: Neben dem kontrollierten Ablassen von Regenwasser mussten jedoch auch Notfallmaßnahmen getroffen werden. Nachdem an zwei anderen Standorten der Wasserpegel durch den Regen stieg, entschloss sich TEPCO mit Billigung der Atomaufsichtsbehörde NRA, stark radioaktives Wasser in unterirdische Lagertanks zu leiten.

AKW Fukushima: Arbeiten während des Taifun Wipha im Süden von Bereich B am 16. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiten während des Taifun Wipha im Süden von Bereich B am 16. Oktober 2013 (Foto: TEPCO)

Der unterirdische Lagertank war bereits zuvor einer Sicherheitsprüfung unterzogen worden. Dabei war seinerzeit kein Leck festgestellt worden, so dass die NRA einer übergangsweisen Lagerung in dem Behälter zustimmte. Als Bedingung nannte die Behörde eine zusätzliche Verschärfung der Kontrollen auf Wasserlecks an dem unterirdischen Lagertank.

Seit April war kein Wasser mehr unterirdisch eingelagert worden, nachdem es zu Lecks in den Behältern gekommen war (Spreadnews berichtete erstmals am 6. April 2013). Das Unternehmen sicherte der NRA zu, das Wasser anschließend in einen Abwasserlagertank umzuleiten.

Als Vorbereitung auf den Taifun hatte TEPCO sowohl zusätzliche Lagertanks reserviert, als auch die Zahl an Arbeitskräften und Kontrollgängen erhöht. Damit zieht das Unternehmen Konsequenzen aus einem Sturm Anfang des Monats, der zum Überlaufen von Wasser über eine Betonbarriere und der versehentlichen Überfüllung eines Lagertanks geführt hatte.

Mindestens 17 Tote in Japan nach Taifun Wipha: Im Zuge des schweren Sturms kamen in Japan 17 Personen ums Leben. Die Mehrzahl der Todesopfer gab es durch Erdrutsche auf der Inselkette Izu, dort starben 16 Personen. Weitere 51 Personen werden landesweit noch vermisst.

Blick auf die Insel Izu-Oshimaim Februar 2012 (Foto: pd)
Blick auf die Insel Izu-Oshima Februar 2012 (Foto: pd)

Neben den Vermissten gibt es in 18 Präfekturen bislang 81 Verletzte.

Die Lage auf der Insel Izu-Oshima wurde als ernst eingestuft, so dass das Hyper Rescue Team der Feuerwehr Tokyo ebenso mobilisiert wurde, wie eine Rettungseinheit der Polizei des Großraums Tokyo und Truppen der Boden-Selbstverteidigungsstreitkräfte.

In der gleichnamigen Ortschaft Oshima betrug der Niederschlag bis zu 122,5 Millimeter pro Stunde, 30 Gebäude wurden zerstört.

Der bislang letzte offizielle Todesfall ereignete sich in der Präfektur Tokyo. Dort starb eine Frau Mitte 40, als sie in der Stadt Machida von einem angeschwollenen Fluss mitgerissen wurde.

Das Verkehrssystem wurde ebenfalls beeinträchtigt. Bevor der Taifun gegen 15:00 Uhr auf den Status eines außertropischen Zyklons zurückgestuft wurde, führte er zur Streichungen und Verspätungen von mehreren Shinkansen-Schnellzuglinien, sowie Störungen im Flugverkehr.

Mindestens 436 Flüge an den Flughäfen Haneda und Narita im Großraum Tokyo wurden gestrichen, insgesamt fielen 530 Inlandsflüge aus.

Auch für den Großraum Tokyo hatte der Sturm Folgen. Einige Häuser wurden überschwemmt, in einigen Bereichen kam es zu Stromausfällen.

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